18:21:06 | Mittwoch, 30. November 2005
Unter dem Titel „Pervers“ wurde der österreichische Volksanwalt Ewald Stadler am 18. November 2005 in einem Leitkommentar des ‘Neuen Volksblattes’ – dem Parteiorgan der christdemokratischen ÖVP – abqualifiziert. Von Dr. Felix Bentz.
(kreuz.net) Der Volksanwalt ist in Österreich ein Ombudsmann, der zwischen Bürgern und Behörden vermitteln
soll, wenn sich erstere ungerecht behandelt fühlen und die Rechtsmittel ausgeschöpft sind.
In Österreich
gibt es drei Volksanwälte, die von den drei größten Parteien gestellt werden. Der Katholik Ewald Stadler
(44) wurde von der ‘Freiheitlichen Partei’ Österreichs vorgeschlagen.
Volksanwalt Stadler hatte sich
die Freiheit genommen, Homo-Partnerschaften als pervers zu bezeichnen.
Sind sie nach dem natürlichen
Sittengesetz, der Heiligen Schrift und der Lehre der Kirche nicht genau das? – unbeschadet eines tiefen
Respekts vor jedem einzelnen Menschen, für den gerade eine ungeordnete Neigung viel Leid bedeuten kann.
Laute Schelte erhielt Ewald Stadler vom sozialistischen Bundespräsident Österreichs, Heinz Fischer,
der mehr als einmal seine Verbundenheit mit der
sogenannten ‘Homosexuellen Initiative’ und ihren Anliegen
zum Ausdruck brachte, zum Beispiel durch Ehrenschutz über eine Homo-Veranstaltung.
Zweifellos pervers
ist, was sich am
19. November im Burgtheater, der „ersten Bühne im deutschen Sprachraum“ sechs Stunden
lang abspielte.
Nackten Menschen auf Bahren wurden ausgeweidete Schweine auf den Körper gelegt, Därme
und Innereien in die Tierleiber gestopft, alles reichlich mit Blut übergossen.
Bei den Griechen, den
Römern oder in der Renaissance war gewiß nicht immer alles sittlich einwandfrei. Doch solche Schweinereien
blieben unserer Zeit vorbehalten.
Dem Autor des Skandalstückes wurde sogar der ‘Große Österreichische
Staatspreis’ verliehen.
Die Politiker haben geschwiegen, nichts unternommen. Herr Bundespräsident! Herr
Bundeskanzler! So haben Sie das Antlitz Österreichs besudeln lassen!
Volksanwalt Ewald Stadler war es,
der gegen eine solche Besudelung schon einmal im Parlament protestierte.
In Deutschland wurden Eltern,
die ihre Tochter grausam zu Tode quälten, zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Öffentlichkeit war entsetzt.
Das war Mord.
Seit Einführung der „Fristenlösung“ wurden in Deutschland sieben Millionen Kinder getötet.
Die absichtliche und freiwillige Tötung eines unschuldigen Menschen ist wenigstens moralisch grundsätzlich
als Mord zu bewerten.
Fast alle Verantwortlichen in der Gesellschaft haben sich damit abgefunden und
schweigen. Weitgehend auch die Bischöfe. Dasselbe gilt für Österreich. Das ist pervers!
Welche Politiker
können Christen noch wählen?
Wir wissen, daß der Europarat zunehmend Stellung bezieht gegen wesentliche
Punkte der Morallehre der Kirche, die zehn Gebote und das natürliche Sittengesetzes: etwa bei der praktizierten
Homosexualität, beim Abtreibungsmord, dem zwangsweise der Mord an Alten und Kranken folgen wird.
Vor
wenigen Jahren wurden in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz auf Empfehlung des oberösterreichischen
Landesschulrates Tausende Jugendliche und Kinder durch eine perverse Ausstellung mit sadomasochistischen,
homosexuellen, blasphemischen und sonstigen pornographischen Bildern und Objekten geschleust – absolut
unzumutbar sogar für Erwachsene.
Ein moralisches Verbrechen.
Wer von den Politikern intervenierte,
protestierte? Wer erstattete Anzeige? Nur Volksanwalt Stadler.
Die vielen Briefe aus der Bevölkerung
an den Landeshauptmann blieben ohne Erfolg.
Was sittlich verdorben ist, findet bei den politischen Instanzen –
bis hinauf nach Brüssel – und bei den meisten Medien Beifall.
Wer mit den Wölfen nicht mitheult, wird
zum „Geisterfahrer“ erklärt. Trotz dieses Medien- und Gesellschaftszwanges konnte ein Großteil der einfachen
Leute dennoch nicht zum „neuen perversen Denken“ bekehrt werden.
Die Familie, die Keimzelle der Gesellschaft,
ist allerdings bereits schwerstens geschädigt. Unser Geld, unsere Technik und unser Militär werden uns
letztlich vor dem Untergang nicht bewahren können.
Die Zeichen an der Wand sind für jeden sichtbar:
Der 11. September 2001 in New York, der Herbst 2005 mit brennenden Autos, Schulen und Kirchen in Frankreich.
Diese Politik, diese Denk- und Lebensweise des autonomen Menschen, fern von Gott und den Zehn Geboten
führt in den Abgrund. Sie ist vollkommen ver – rückt. Sie ist pervers.
Bedroht sind zu allererst die
Kinder, die Alten, Kranken, Menschen aus defekten Familien.
Ein Politiker, der entgegen den heute herrschenden
Spielregeln, eine moralische, eine christkatholische Wertung, einen Einsatz wagt, ist ein Anwalt der Kleinen
und Schwachen.
Ewald Stadler gebührt Dank.
Dr. Felix Bentz ist Vorstandsmitglied von Pro Sancta Ecclesia
e.V. und der Vereinigung der Initiativkreise e.V. sowie Obmann des Initiativkreises katholischer Laien
und Priester in der Diözese Linz.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.