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Unauslöschliche Schande + Historisches Ereignis + Therapiestation für unzüchtige Priester + Die Schweiz gibt sich weltoffen + Ein Plädoyer für Homos?
Unauslöschliche Schande

Vatikan. Papst Benedikt XVI. hat bei der Generalaudienz am gestrigen Mittwoch auf dem Petersplatz den nationalsozialistischen Völkermord an den Juden scharf verurteilt. Der Heilige Vater sprach über den Klagepsalm 137. Der Psalm habe als Hintergrund das Land Babylon, das Land des Exils, den Ort der „deportierten Juden“: „Das ist so etwas wie eine symbolische Vorwegnahme der Vernichtungslager, in denen das jüdische Volk – im eben hinter uns gelassenen Jahrhundert – in eine niederträchtige Todesmaschinerie gebracht wurde, die als eine unauslöschliche Schande in der Geschichte der Menschheit blieb.“

Historisches Ereignis

Vietnam. Kurienkardinal Crescenzio Sepe weihte bei seinem ersten offiziellen Besuch im kommunistischen Vietnam 57 Männer zu Priestern. An der Zeremonie am Dienstag nahmen in und vor der überfüllten Kathedrale von Hanoi mehrere Tausend Katholiken teil. Beobachter bezeichneten die Priesterweihen angesichts der hohen Zahl an Berufungen und der positiven Haltung der kommunistischen Regierung als „historisches Ereignis“. Der Heilige Stuhl unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu den kommunistischen Diktatoren in Vietnam. Von den 80 Millionen Vietnamesen sind etwa acht Prozent katholisch.

Therapiestation für unzüchtige Priester

Brasilien. In Brasilien gibt es eine Klinik für Kleriker, die sich sexuell an Jugendlichen oder Kindern vergangen haben. Das Haus wird von italienischen Priestern geleitet und befindet sich in der Stadt Barretos, rund 400 km nordwestlich von Sao Paulo. Laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ wurden dort in den letzten drei Jahren etwa 80 sexuell gefallene Kleriker – teilweise auf Bitten der brasilianischen Bischöfe – zur Behandlung aufgenommen. Die unzüchtigen Priester zeigen oft auch Schwierigkeiten mit Geld sowie Spielsucht und Kleptomanie. Die brasilianische Kirche wird derzeit von massiven Pädophilie-Skandalen gerüttelt. Erst jüngst wurden Unzuchtsfälle durch einen Bericht im Magazin ‘Estoe’ – So ist es – an die Öffentlichkeit gebracht.

Die Schweiz gibt sich weltoffen

Schweiz. Embryo und Totenkopf sollen eine für 2010 vorgesehene Banknotenserie für den Schweizer Franken zieren. Mit diesen Motiven wurde ein diesbezüglicher Gestaltungswettbewerb gewonnen. „Banknoten sind die Visitenkarte eines Landes“, verkündete Jury-Präsident Jean-Christophe Ammann. Doch es gibt noch Hoffnung. Denn der Juryentscheid ist nicht verbindlich. Schon beim letzten Gestaltungswettbewerb im Jahr 1995 wurde das Gewinnerprojekt „aus technischen Gründen“ nicht umgesetzt.

Ein Plädoyer für Homos?

„Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Das Vatikan-Dokument ist ein echter Fortschritt auf dem Weg zur Emanzipation von Homosexuellen in der Kirche. Denn erstmals in dieser Deutlichkeit wird durch die oberste Kirchenbehörde anerkannt, daß es schwule Priesteramtskandidaten gibt und daß sie genauso wie ihre heterosexuellen Zimmernachbarn Priester werden können – und sollen. Die dreijährige Probephase hat mit Diskriminierung nicht das Geringste zu tun: Sie ist – für Heteros nicht minder – eine wichtige Zeit der Prüfung, Reifung und Klärung der eigenen Berufung und Sexualität. Homosexuellen in der Kirche kann das Dokument Mut machen: Es ist ein Plädoyer für Schwule im Priesteramt.“

Aus den ‘Stuttgarter Nachrichten’ anläßlich der Veröffentlichung des Dokumentes zu Homosexualität und Priesteramt.
      
11 Lesermeinungen
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#11   steymard †   20:43:11 | Samstag, 3. Dezember 2005
an Krzyszek
Lieber Krzyszek.Da ich glaube,dass sie Pole sind,lade ich sie dazu ein,die website www.ultramontes.pl zu besuchen.Vielen Dank
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#10   Robert Ketelhohn   02:54:42 | Freitag, 2. Dezember 2005
Dreijährige Probephase?
Der Artikel der »Stuttgarter Nachrichten« fälscht offenbar gezielt den Inhalt der Instruktion. Allerdings scheint auch sonst verbreitet ein gravierendes Mißverständnis hinsichtlich jener angeblichen „dreijährigen Probephase“ zu herrschen. Anscheinend ist die Aussage der Instruktion vielfach so angekommen, als müßten sodomitische Kandidaten bloß drei Jahre vor der Weihe enthaltsam leben, und alles sei paletti.
Das ist falsch und steht so nicht im römischen Text. Ausgeübte Homosexualität – also die Sodomie – macht den Bewerber der Instruktion zufolge grundsätzlich ungeeignet, ebenso auch bereits die sogenannten »tief verwurzelten homosexuellen Neigungen«.
Möglich bleibt eine Aufnahme ins Seminar bei homoerotischen Neigungen – so das Dokument –, die eben nicht „tief verwurzelt“ sind, sondern eine Übergangserscheinung darstellen, namentlich im Prozeß des Erwachsenwerdens.
Hier erst kommt die Drei-Jahres-Frist ins Spiel: Auch solche transitorischen Neigungen während der Adoleszenz »müssen mindestens drei Jahre vor der Diakonatsweihe klar überwunden sein«, schreibt die Instruktion. Noch einmal, zur Klarheit: Nicht ein sodomitisches Leben – das ohnehin disqualifizierte – muß so lang hinter einem liegen, sondern es muß jegliche pubertäre Homo-Neigung vollständig und eindeutig überwunden sein.
Das wird nachvollziehbar und überprüfbar durch jene Drei-Jahres-Frist. So wird die nötige Reife der Bewerber gesichert. Denn homoerotische Neigungen sind Zeichen besonderer Unreife.
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#9   Beobachterin   15:19:14 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
@ Krzyszek
Sie schrieben:
„offensichtllich waren Sie als Beobachterin in diesem Gottesdienst, sonst wüssten Sie ja nicht so genau, was dort propagiert wurde.
Nach meinem Dafürhalten ist ein Gottestdienst immer noch ein Gottesdienst und keine Propagandaveranstaltung – und so wird es auch in diesem Fall gewesen sein.“
Meine Antwort:
Nein, ich war nicht in genau diesem Gottesdienst in der Schweiz.
Aber ich war in anderen Gottesdiensten „nicht nur für Schwule und Lesben“. Und daher weiß ich, um welche Veranstaltungen es sich dabei handelt.
Bitte zuerst informieren – dann nachdenken – und dann schreiben. Das gilt jedenfalls für mich und ist auch Ihnen zu empfehlen.
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#8   turk   13:48:51 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
Instruktion bietet sehr wohl weitergehende Anhaltspunkte
Lieber Morus! Die neue Instruktion der Kongregation für das Katholische Bildungswesen ist nicht unvollständig, sondern diese Kongregation hat nur Kompetenz für die Auszubildenden. Vom bestehenden Kirchenrecht her und von den im Anmerkungsapparat angegebenen Dokumenten der Glaubenskongregation her ist es sehr leicht und auch notwendig, jene Diakone und Priester aus dem Dienst zu nehmen, die unter die drei genannten Ausschlußkategorien der neuen römischen Instruktion fallen. Deshalb ist es richtig, daß sich Bischöfe und Gläubige sehr wohl bei Suspendierungen usw. der Argumentationslinie der römischen Instruktion bedienen werden und können. Pärchenbildungen, „Quasi-Eheschließungen“, Teilnahme an der „Gay-Kultur“ usw. sind innerhalb des Klerus absolut untragbar.
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#7   Krzyszek   12:24:35 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
Propaganda?
„Eine katholische Kirche steht jedem offen, selbstverständlich auch den Homosexuellen. Aber nicht, um ihre Ausrichtung oder ihre Vorlieben dort zu propagieren.“
Liebe Beobachterin,
offensichtllich waren Sie als Beobachterin in diesem Gottesdienst, sonst wüssten Sie ja nicht so genau, was dort propagiert wurde.
Nach meinem Dafürhalten ist ein Gottestdienst immer noch ein Gottesdienst und keine Propagandaveranstaltung – und so wird es auch in diesem Fall gewesen sein.
Wie Sie ganz richtig anmerken, steht ein katholische Kirche allen Menschen offen. Es gibt also keinen Grund, Homosexuellen die Teilnahme an einem Gottesdienst zu verwehren. Wie sagt die römische Kirche doch immer: Nich die homosexuelle Neigung ist sündhaft, sondern die Praxis. Ich halte es für ausgeschlossen, dass die Schwulen in diesem Gottesdienst Sex miteinander hatten.
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#6   pati   11:59:11 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
@Beobachterin: keine Schwulengottesdienste in katholischen Kirchen!
Ich halte es für möglich, daß im vorliegenden Fall der zuständige Bischof keine Kenntnis von diesem Schwulengottesdienst hatte.
Hat er es gewußt und zugelassen, dann hat er in der Tat gegen die Kirche gehandelt. Man sollte es dann nach Rom melden.
Falsch Beobachterin. Der Bischof von Basel Kurt Koch war über den „schwulen“ Gottesdienst in Luzern informiert.
Auch heute am 1. Dezember, Welt-AIDS-Tag, werden in zahlreichen Kirchen Gottesdienste stattfinden, die nicht als eindeutig als „schwul“ bezeichnet werden können, aber von vielen Schwulen, als grosse Betroffenengruppe, mitgestaltet werden.
Und das ist auch gut so!
Also melden Sie dies nach Rom!
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#5   Morus   11:55:06 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
Alle waren informiert und tun nichts
Bischof Koch in Solothurn war über den Schwulengottesdienst informiert und tat nichts. Eine Delegation der Priesterbruderschaft Pius X. hat den Papst dann persönlich informiert über diesen Anlass. Der Vatikan reagierte nicht. Zur Strafe muss Bischof Koch nun den Fall Röschenz aussitzen.
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#4   pati   11:42:15 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
@Morus: Unvollständigkeit
… Priesterkandidaten nicht zugelassen werden, welche die Gay-Kultur unterstützen, dann müsste ja auch gesagt werden, was mit jenen bereits amtierenden Priestern geschieht, welche diese Kultur unterstützen und welches die Formen solcher Unterstützung sind. In der Schweiz wurde anlässlich der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz ein Schwulengottesdienst zugelassen …
… es gibt noch mehr in der Schweiz, z.B. Ökumenische AIDS-Pfarrämter, mit reformierten und katholischen Seelsorgern (z. T. selber schwul oder lesbisch), die sehr präsent und aktiv in der schwulen Szene sind.
Und es ist auch gut so!
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#3   Beobachterin   11:38:10 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
keine Schwulengottesdienste in katholischen Kirchen!
Morus:
Ich halte es für möglich, daß im vorliegenden Fall der zuständige Bischof keine Kenntnis von diesem Schwulengottesdienst hatte.
Hat er es gewußt und zugelassen, dann hat er in der Tat gegen die Kirche gehandelt. Man sollte es dann nach Rom melden.
Eine katholische Kirche steht jedem offen, selbstverständlich auch den Homosexuellen. Aber nicht, um ihre Ausrichtung oder ihre Vorlieben dort zu propagieren.
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#2   Morus   10:58:44 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
Unvollständigkeit
Die Interpretation des Vatikan-Dokumentes dürfte in der Tat pervers sein. Aber: wenn gemäss Instruktion Priesterkandidaten nicht zugelassen werden, welche die Gay-Kultur unterstützen, dann müsste ja auch gesagt werden, was mit jenen bereits amtierenden Priestern geschieht, welche diese Kultur unterstützen und welches die Formen solcher Unterstützung sind. In der Schweiz wurde anlässlich der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz ein Schwulengottesdienst zugelassen. Der Widerstand der Kirche gegen dieses Gesetz beschränkte sich auf Lippenbekenntnisse. Der Klerus ist voll von Schwulen oder Schwulensympathisanten, und die Kirche macht sich selbst kaputt, wenn sie nicht endlich konsequent durchgreift.
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#1   Beobachterin   10:12:23 | Donnerstag, 1. Dezember 2005
perverse Deutungen
Daß das Vatikan-Dokument ein „Plädoyer für Homosexuelle im Priesteramt“ sei, ist vorläufig der Höhepunkt der Perversität.
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