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Treue zur Tradition + Neuer Päpstlicher Haustheologe + Christdemokratische Abtreibungsseilschaften + In Tschechien soll beim Sterben nachgeholfen werden + Kondom-Preis?
Treue zur Tradition

Vatikan. Ein guter katholischer Theologe steht und denkt in der Gemeinschaft der Kirche. Das erklärte Papst Benedikt XVI. gestern Donnerstag vor der Internationalen Theologenkommission. Die Offenbarung sei das fundamentale normative Prinzip der Theologie. Die Theologie müsse in Treue zur apostolischen Tradition immer in der Kirche und für die Kirche getrieben werden: „Die Theologie als eine Privatangelegenheit des Theologen anzusehen, bedeutet, diese Natur falsch zu verstehen.“ Die Theologie sei eine Wissenschaft und stehe in Übereinstimmung mit der Vernunft: „Rationalität, Wissenschaftlichkeit und Denken in der Gemeinschaft der Kirche schließen sich nicht nur nicht aus, sondern gehen miteinander her.“

Neuer Päpstlicher Haustheologe

Vatikan. Der Dominikanerpater Wojciech Giertych (54) ist der neue Päpstliche Haustheologe. Benedikt XVI. hat ihn gestern zum Nachfolger des Schweizers Georges Kardinal Cottier (83) ernannt. Der polnischstämmige Dominikaner wurde 1951 in London geboren und 30jährig zum Priester geweiht. Pater Giertych lehrt an der päpstlichen Dominikaneruniversität „Angelicum“ Moraltheologie und unterrichtet gleichzeitig die Studenten der polnischen Provinz seines Ordens. Neben polnisch und englisch spricht er auch französisch, italienisch, spanisch, deutsch und russisch. Der Theologe des päpstlichen Hofes ist traditionell ein Mitglied des Dominikanerordens. Seine Hauptaufgabe besteht darin, päpstliche Verlautbarungen, Reden und Ansprachen zu korrigieren.

Christdemokratische Abtreibungsseilschaften

Österreich. Die ‘Tötungspille danach’ ist in Österreich auch weiterhin nur über eine ärztliche Verschreibung erhältlich. Ein Antrag der Herstellerfirma ‘Gerot’ zur Beseitigung der Rezeptpflicht wurde von der zuständigen Behörde abgelehnt. Teileigentümer des kinderfeindlichen Industriebetriebes ist der gegenwärtige österreichische Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und seine Ehegattin. Frau Bartenstein ist im Vorstand von ‘Gerot’ und Geschäftsführerin der Firma. Ihr Ehemann gehört zur ÖVP, die sich nach außen als christdemokratische Partei deklariert. Von 1996 bis 2000 war Bartenstein als Minister ausgerechnet für das Ressort Umwelt, Jugend und Familie verantwortlich.

In Tschechien soll beim Sterben nachgeholfen werden

Tschechien. In der Tschechischen Republik soll die Tötung von unheilbar Kranken auf Verlangen künftig nicht mehr als Mord bewertet werden. Das berichtete die katholische deutsche Nachrichtenagentur ‘KNA’. Das Prager Abgeordnetenhaus beschloß am Mittwoch eine entsprechende Änderung des Strafrechtes. Damit wird dem Hilflosenmord der Weg bereitet, kritisierten die Christdemokraten, die zusammen mit den Kommunisten gegen die Änderung stimmte. Sollte das Gesetz die Zustimmung des Senats und des Staatspräsidenten erhalten, könnte es im Januar 2007 in Kraft treten.

Kondom-Preis?

„Wegen seines Engagements gegen die Aids-Epidemie hat das ‘Time Magazine’ den Kirchenmann [Bischof Kevin Dowling (61) von Rustenburg in Südafrika] zu einem der ‘Helden des Jahres 2005’ erklärt. Der pragmatische Mons. Dowling hat in seinem Bistum ein umfangreiches Anti-Aidsprogramm ins Leben gerufen, das Aids-Hospize, Waisenheime und Aids-Kliniken umfaßt. Wenn es um die Gesundheit seiner Diözesanen geht, scheut Dowling auch nicht davor zurück, den Weisungen aus Rom zu trotzen und Kondome austeilen zu lassen.“

Aus einem Bericht der Onlineausgabe des deutschen Wochenmagazins ‘Spiegel’ vom 1. Dezember anläßlich des Weltaidstages.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Gotthard   20:14:25 | Samstag, 3. Dezember 2005
apostolisch
Die Theologie müsse in Treue zur apostolischen Tradition immer in der Kirche und für die Kirche getrieben werden
der Papst hat von der „apostolischen“ Tradition in Gemeinschaft mit der Kirche gesprochen … der Unterschied zur hier immer wieder propagierten „Tradition“ ist schon gewaltig…
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#9   virOblationis   19:59:53 | Samstag, 3. Dezember 2005
Treue zur Tradition
Wenn Benedikt XVI: sagt, „…ein guter Theologe steht und denkt in der Gemeinschaft der Kirche“, so scheint er ein solcher zumindest nicht uneingeschränkt (gewesen) zu sein, erfahren wir doch aus einer anderen Meldung von kreuz-net, daß er – jedenfalls noch vor einigen Jahren – zwischen dem Theologen Ratzinger und dem Kardinal der Glaubenskongreagtion (hinsichtlich der Frage nach dem limbus puerorum) so sehr unterschieden hat, daß ihn dies zu unterschiedlichen Positionen brachte.
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#8   Agiafortuni   12:53:50 | Samstag, 3. Dezember 2005
Benedikt XVI angebliche Treue zur Tradition
Wie kann Benedikt XVI einerseits die Treue zur Tradition behaupten und gleichzeitig zulassen, dass eine Gemeinschaft, die sich in unmissverständlicherweise zur Tradition bekennt, aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen bleibt. Was die Piusbruderschaft verlangt lässt sich ohne Schwierigkeiten aus der Tradition begründen. Sollte Benedikt XVI den Schritt wagen und dem Anliegen dieser Piusbruderschaft stattgeben ohne sich um die Kasper, Lehmann und andere Modernisten zu kümmern, so würde er damit dem Amt des Papstes und damit der Kirche einen Dienst von unschätzbarem Wert erweisen. Vielleicht sollte er sich ein Beispiel an Pius IX oder dem hl. Pius X nehmen.
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#7   Rudolphus   16:21:14 | Freitag, 2. Dezember 2005
@Tradi-Stimme
„Das zu entscheiden, ist Sache des päpstlichen Lehramtes.“
„Wenn der Papst diese Lehre abschafft, würde ich ihn als Irrlehrer ansehen …“
Wie widersprüchlich!
Es ist nur der ein Irrlehrer, der Dogmen leugnet!
Aber auch ein irrlehrender Papst würde niemals sein Papstamt verlieren …
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#6   Marcel   15:55:16 | Freitag, 2. Dezember 2005
Die beständige Unbeständigkeit der modernistischen V.II-Kirchenführung
Rudolphus schrieb: Die Limbus-Theorie
… gehört zur beständigen Lehre der Kirche.
Daß der Vatikan laut über die „Abschaffung“ des Limbus nachdenkt, beweist, daß der Irrweg des JP2 fortgesetzt wird, der schon wegen seiner Neigung zur Allerlösung den Limbus „anschoß“.
Und dies ist erst der Anfang…
Kreuznet-Kommentar vor einem Jahr: Wohin kommen die Säuglinge, die ungetauft sterben? www.kreuz.net/article.264.html
>> Was geschieht mit einem Kleinkind, das stirbt, ohne daß es schon in der Lage gewesen wäre, einen solchen einschlußweisen Taufwunsch zu hegen? Nach kirchlicher Lehre muß es von der Anschauung Gottes ausgeschlossen bleiben. Sein Bestimmungsort ist der „Limbus Puerorum“, der Limbus der Kinder.
Im sogenannten „Limbus Puerorum“ – dem Aufenthaltsort der ungetauften Kinder in der Ewigkeit – hat der Mensch allerdings Teil an einem rein natürlichen Glückszustand. Er unterliegt also keiner körperlichen Strafe. So hat die Kirche stets gelehrt.
Dazu gibt es eine Fülle an Texten von Päpsten und Konzilien.
Das Konzil von Florenz und das Konzil von Trient betonten die absolute Heilsnotwendigkeit der Taufe neugeborener, mit der Erbsünde behafteter Kinder.
Die Väter von Florenz sagten exakt aus, was mit ungetauften Säuglingen geschehen wird: „Die Seelen derer aber, die in einer aktuellen Todsünde oder allein in der Ursünde sterben, steigen alsbald in die Hölle hinab, werden jedoch mit ungleichen Strafen bestraft.“ <<
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#5   Stimme aus dem Tradiland   15:53:40 | Freitag, 2. Dezember 2005
@ Rudolphus
Es sind nur Lehrinhalte dogmatisierbar, die Teil der göttlichen Offenbarung sind.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die Limbus-Lehre dazu gehört. Festzustellen, was zur göttlichen Offenbarung gehört, ist Sache des päpstl. Lehramtes. Sollte der Limbus Puerorum, der eine sehr wahrscheinliche Theorie (vorsynodal die herrschende) darstellt, einfach abgeschafft werden, würde ich Papst Benedikt XVI. als Irrlehrer ansehen. Es ist nur noch zu überlegen, ob er damit auch sein Amt als Papst verliert.
Die Immaculata-Lehre war es, sonst hätte Gott die Dogmatisierung nicht zugelassen.
Ja. Besagt aber für den Limbus nichts.
Die Limbus-Theorie wird aus diesem Grund niemals dogmatisiert werden, denn sie ist eine Theorie.
Das mag sein. Heißt aber nicht, dass sie nicht dennoch verpflichtend zu glauben ist, nämlich abgeleitet von der absoluten Heilsnotwendigkeit der Hl. Taufe, die sicher verbindliche Lehre der Kirche ist.
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#4   Rudolphus   15:32:12 | Freitag, 2. Dezember 2005
Limbuslehre nicht Teil der göttlichen Offenbarung
Es sind nur Lehrinhalte dogmatisierbar, die Teil der göttlichen Offenbarung sind.
Die Immaculata-Lehre war es, sonst hätte Gott die Dogmatisierung nicht zugelassen.
Die Limbus-Theorie wird aus diesem Grund niemals dogmatisiert werden, denn sie ist eine Theorie.
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#3   chancel_screen   13:05:49 | Freitag, 2. Dezember 2005
Treue zur Tradition: eine späte Erkenntnis?
Wäre der Heilige Vater bloß Anfang der 60er Jahre zu dieser großartigen Einsicht gelangt, wäre ihm – und uns – seine Luther- und Straßenanzugphase erspart. Andere sind der Tradition immer treu gebleiben.
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#2   Benedikt   10:28:41 | Freitag, 2. Dezember 2005
@ Marcel
Ein Vergleich mit dem Dogma der Immaculata erübrigt sich mE. Bedenken Sie, dass diese formalige Theorie nicht einfach so Dogma wurde, sondern von den Gläubigen des ganzen Erdkreises geglaubt wurde. Im Prinzip hat sich durch die Erhebung zum Dogma nichts geändert, es war lediglich eine endgültige Festschreibung dessen, was sowieso schon von prinzipiell jedem geglaubt wurde.
Es wäre sehr unklug, eine Lehre zum Dogma zu erheben, die ein Teil der Gläubigen heute gar nicht (mehr) kennt und über die in den letzten Jahren wenig zu hören war, die also irgendwie kein wirklicher fester Bestandteil des Glaubens jedes Gläubigen ist.
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#1   Marcel   09:11:49 | Freitag, 2. Dezember 2005
Die fehlende Treue zur Tradition und der bald fehlende Limbus
Laut einer Zeitungsmeldung beabsichtigt der Vatikan, den Limbus „abzuschaffen“: so gemäß der britischen Times (URL). www.timesonline.co.uk/…3509-1897480,00.html
Offenbar konnte unser Papst schon als Kardinal nichts mit dem Limbus anfangen und degradierte ihn zur puren „theologischen Theorie“, die man gerne fallenlasen könne. (Laut „Times“.)
Nun, dazu kann man anmerken, daß auch das Dogma der Immaculata einst eine „theologische Theorie“ war.
Wie schön schrieb dagegen der groß Kirchenvater Thomas von Aquin über den Limbus. Hier – leider nur – in Englisch zusammengefaßt in einem Rundbrief der FSSPX Asien. www.sspxasia.com/…%20of%20Children.htm
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