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Freitag, 16. Dezember 2005 15:37
Was sagen Sie als Homo-Ordensmann zum jüngsten Dokument aus Rom?
Ein Benediktiner des weltberühmten niederösterreichischen Stiftes Melk äußerte sich vor einer Tageszeitung über das kürzlich erschienene vatikanische Homo-Dokument.
Benediktinerstift Melk
Benediktinerstift Melk
(kreuz.net, Melk) Frater Karl Helmreich OSB (67) ließ sich am 1. Dezember von der Onlineausgabe der betont kirchenfeindlichen Tageszeitung ‘Standard’ interviewen. Das Gespräch erschien anläßlich des von den Vereinten Nationen propagierten „Weltaidstages“.

Frater Helmreich bezeichnet sich selber als homosexuell.

Das sehr liberale Stift Melk befindet sich direkt über der Donau auf dem Gebiet der Diözese St. Pölten. Es ist für seine spektakuläre Barockfassade weltbekannt.

Melk ist die auch größte Klosteranlage des österreichischen Barock. Der Südflügel mit seinem prächtigen Marmorsaal mißt über 240 Meter. Die Länge der Hauptachse beträgt insgesamt 320 Meter.

Der „Hauptskandal“ im jüngst erschienenen vatikanischen Homo-Dokument sei für ihn die Aussage, daß Homos keusch leben müßten, weil homosexuelle Handlungen in sich Sünde seien:

Ob das heiße, daß er als Homosexueller erst von Gott bejaht werde, wenn er gegen sein „konstitutives So-Sein“ lebe – fragt sich der empörte Ordensmann.

Der „Unheilsclub der römischen Schriftgelehrten“ verweigere sich nun schon viele Jahre „allen“ wissenschaftlichen Erkenntnissen: „Wieder einmal wähnen sie sich im Alleinbesitz der Wahrheit.“

Wie er darauf reagiere von seinem Arbeitgeber – der Journalist meint die Kirche – „diskriminiert zu werden“?

Er agiere seit vielen Jahren offen, bekennt der Benediktiner frei und freimütig. Er nehme sich erstens die Freiheit dazu und habe zweitens keine kirchliche Beauftragung.

Er sei als Ordensmann immer in der freien Sozialarbeit tätig gewesen.

Frater Helmreich arbeitete in den letzten sechs Jahren für das ‘Evangelische Diakoniewerk’ als Projektleiter im Kosovo.

Er tue sich persönlich leichter, weil ihm kein Amtsverlust – und offenbar auch keine Rüge von seinen Ordensoberen – drohe.

Natürlich sei eine große Aufregung entstanden, als er erstmals in den Medien offen über diese Themen geschrieben habe:

„Ich wünschte mir, daß auch Priester den Mut hätten, sich offen zu deklarieren.“ Nur so könne in diesem ganzen „Geflecht der Verlogenheit“ etwas vorwärts gehen.

Der Benediktiner unterstellt dem Vatikan im Interview ferner eine „unerträglicher Verlogenheit“.

Dieser sage: „Wir anerkennen Dich in Deiner Würde, aber lebe nur ja nicht Deiner Gestalt gemäß. Wir lieben Dich, aber vor Deiner Sünde schüttelt uns Abscheu.“

Das treffe alle homosexuellen Gläubigen: „Das Maß ist voll!“, klopft der Benediktiner auf den Tisch.

Die Forderung des Heiligen Stuhles nach drei Jahren Homo-Abstinenz vor einer Diakonenweihe bezeichnete der Ordensbruder als totale Verrücktheit. Es sei unüberprüfbar.

Ob Homo-Priester in Österreich organisiert seien, wird der benediktinische Laienbruder gefragt.

Es gebe – so Frater Helmreich – eine ökumenische Arbeitsgruppe ‘Homosexuelle und Glaube’. Außerdem existiere ein Seelsorgerkreis, wo offiziell vom Bischof bestellte Seelsorger für homosexuelle Priester tätig seien.

Für ihn sei es jedoch ein Kuriosum, daß es in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland – keine einschlägige Interessensgemeinschaften gebe:

„Das Gehorsamstraining muß hierzulande offensichtlich besonders intensiv sein.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 97 Lesermeinungen:
Samstag, 24. Dezember 2005 00:11
Volkmar: @lesebericht
…ja, es lag am Namen…weil du mich mit Le trot in einen Sack gesteckt hast (allein schon bei dem Gedanken daran wird mir …)

ok…wollt schon mal schöne Weihnachten wünschen…!!
Freitag, 23. Dezember 2005 23:18
lesername: oh. mein fehler.
chrm chrm
entschuldige das kleine missgestück volker… du warst nich gemeint
wollte das eher an le trod und joschua adressieren …jaja das kurtzzeitgedächtnis.
na es war schon sarkastisch gemeint. ich habe meine worte vieleicht nicht sorfältig gewählt.
ich wollte damit ausdrücken das all die feindbilder die bei gewissen menschen ja anscheinend vorhanden sind in der realität so nicht existieren.

ich verstehe widerum nicht was man daran so groß missverstehen konnte (ausser das ich versehentlich deinen namen benutzt habe)
Freitag, 23. Dezember 2005 20:37
Volkmar: SRY lesername
sry ‘lesername’, es tut mir leid dich so beschimpft zu haben. Ich war in dem moment, in dem ich deinen sarkastischen artikel gelesen habe sehr „angespannt“ und habe deshalb den „witz“ nicht verstanden!
Es tut mir leid, das ich ihren Beitrag als geistigen „dünnschiss“ bezeichnet habe!
Wird nicht mehr vorkommen!!!!
Freitag, 23. Dezember 2005 19:55
Bri: @Volkmar
Hallo Volkmar,

durch Zufall bin ich hierher geraten und habe diesen Thread gelesen. Auch als nicht unmittelbar Betroffene interessiert mich der problematische Umgang der katholischen Kirche mit Sex im Allgemeinen und Homosexualität im Besonderen sehr.

‘lesername’ hat mit seinem/ihren Beitrag eine Aussage kritisiert, die gleichgeschlechtliche Liebe mit Sodomie gleichsetzt. Sodomie ist nun mal Sex mit Tieren. Du magst wissen, was Sarkasmus ist, kennst aber scheinbar den Begriff Sodomie nicht.

Ich finde es schade, wenn Menschen gleich aggressiv reagieren, sobald ihnen eine Aussage in die falsche Kehle gerät. Ganz gleich, welche sexuelle Orientierung oder Hautfarbe sie haben oder welcher Religion sie angehören.
Freitag, 23. Dezember 2005 19:18
Benedikt: @ Volkmar
Ich bitte Sie lesen sie noch mal nach. Sie sehen ein Zusammenhang den es gar nicht gibt, „lesername“ wollte verschiedene von einanderunabhängige Dinge aufzählen. Er wollte ja sich auch nicht sagen, dass nur Schwule dem Opi in der Bahn mal den Platz räumen.
Freitag, 23. Dezember 2005 15:40
Volkmar: @kubiska
Natürlich weiß ich was sarkasmus ist…nur finde ich, dass der beitrag überhaupt nicht sarkastische gemeint war!…leider…
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