Benedikt XVI.
Der Ast, unter dem der Papst spielte
Ich saß spät abends am PC, um meine Homepage zu bearbeiten. Auf einmal spürte ich das Bedürfnis, etwas über den neuen Papst Benedikt XVI. zu erfahren. Von Professor Albin Moroder (83), Bildhauer und Maler.
(kreuz.net, Mayrhofen/Tirol) Im Internet fand ich einen Bericht über die Jugendjahre des Papstes. Ich entnahm daraus, daß Josef Ratzinger seine Kinderjahre in einem Bauernhaus in Hufschlag verlebt hatte.

In seiner Autobiographie bezeichnete der spätere Kardinal diesen Platz als seine wahre Heimat.

Hufschlag bei Traunstein befindet sich in Südwestbayern, 20 Kilometer westlich der österreichischen Grenze.

Bauernhaus? dachte ich mir. Da muß gewiß ein Obstgarten dabei gewesen sein.

„Sicher“, flüsterte mir der verstorbene Kardinal König von Wien ins Ohr, für den ich vor acht Jahren ein Kruzifix hergestellt hatte: „Du mußt auch für den neuen Papst ein Kruzifix schaffen“.

Zu Kardinal König hatte ich seit dem Jahr 1997 ein Nahverhältnis.

Damals hatte ich im Wiener orthopädischen Spital eine Ausstellung. Dort waren meine neuesten Korpusse zu sehen, die ich in eigenwilliger Form aus Astgabeln gefertigt hatte.

Es war für mich eine große Ehre, daß Kardinal Franz König meine Ausstellung zweimal besuchte. Nach dem zweiten Besuch erwarb er von mir ein Kruzifix.

Daß zwischen Papst Benedikt und Kardinal König eine besondere Verbundenheit bestand, erwies sich dadurch, daß Kardinal Ratzinger im März 2004 im Wiener Stephansdom die Totenmesse für den verstorbenen Kardinal König zelebrierte.

Der Gedanke, auch für den Papst ein Kruzifix zu schnitzen und zwar aus dem Ast eines Baumes aus dem ehemaligen Garten der Familie Ratzinger ergriff mich völlig.

Ich fuhr nach Traunstein, um zu prüfen, ob dazu die Möglichkeit bestünde.

Der Schwiegersohn des jetzigen Hofbesitzers, Herr Albert Rieder, war nach einem längeren Gespräch gerne bereit, meinem Wunsch nach einer Astgabel von einem der Bäume zu entsprechen.

Herr Rieder sagte: „Suchen sie sich einen Ast aus. Ich werde ihn für Sie herunterschneiden.“

Mit einer Leiter stieg er hinauf und sägte den von mir nach einer himmlischen Eingebung ausgesuchten Ast ab. Es war nicht vorhersehbar, was für ein Stück Holz auf mich wartet.

Glücklich über diese Astgabel, konnte ich nicht umhin, das Stück vor die Eingangstür zum Ratzinger Hof zu stellen. Ich sah im Geiste vor mir, wie der liebe Bub Josef oft bei dieser Tür ein und aus gegangen war.

Da die Astgabel von einem Zwetschgenbaum stammt, glaubte ich auch zu ahnen, wie oft der Bub sich von diesem Baum Früchte geholt hatte.

Wieder zurück in meinem Heimatort Mayrhofen im Zillertal, beschäftigte ich mich intensiv mit der Astgabel. Mir war klar, daß diese Arbeit ganz genau durchgeführt werden mußte.

Ich konnte mich nicht darauf verlassen, daß alles auf Anhieb paßte. Da die Astgabel nicht dick genug war, um auch den Kopf daraus zu schnitzen, schnitt ich das untere Ende der Astgabel ab und leimte es oben auf.

Drei Monate studierte ich die Astgabel. Ich hatte einen unheimlichen Respekt vor dieser Arbeit.

Unzählige Zeichnungen entstanden als Vorentwürfe bis ich glaubte, die richtige Lösung gefunden zu haben.

Mit heiligem Respekt ging ich an die Bearbeitung der Astgabel. Ich hatte ja zeichnerisch schon die großen Linien vorgegeben. Es mußte ja alles der Form der Astgabel untergeordnet werden.

Wie groß war mein Erstaunen, als sich im Holz Veränderungen in farblicher Hinsicht zeigten, die unverkennbar die Wundmale Christi darstellten.

Mir lief es kalt über den Rücken, denn hier hatte sich ein Wunder zugetragen.

Alle Wundmale Christi waren ganz deutlich sichtbar. Sogar an Händen und Füßen waren die Blutspuren vorhanden.

Beim Betrachten des Körpers des Gekreuzigten kann man feststellen, daß sogar die Seitenwunde als kleiner Spalt vorhanden ist. Deutlich sieht man das Blut, das über den Körper rinnt.

Ich hatte bei der Arbeit das Gefühl, etwas ganz Besonderes, ja etwas Heiliges in Händen zu halten. Für mich war das ein Zeichen des Himmels, daß Benedikt XVI. der von Gott ausersehene Papst für uns ist.

Dann kam der große Tag.

Die Österreichischen Bischöfe waren im Vatikan zu einem speziellen Empfang beim Papst. Meine Frau und ich durften die geistlichen Herren begleiten.

Ohne den Prälaten Dr. Hans Walter Vavrovsky vom Domkapitel in Salzburg wäre der Papstbesuch sehr schwierig zu verwirklichen gewesen. Dieser Prälat war vor vielen Jahren Kooperator in meiner Heimatgemeinde Mayrhofen und hat viel in meinem Elternhaus verkehrt.

Als ich ihm erzählte daß ich eine Astgabel aus dem Garten des Ratzinger Hofes habe und beabsichtige, für den Papst ein Kruzifix daraus zu machen, sagte er spontan: „Ich fahre mit Dir zum Papst nach Rom.“

Und so war es dann auch.

Ich bekam Gelegenheit, das für ihn geschaffene Kruzifix dem heiligen Vater zu übergeben.

Ich danke Gott für die Gnade, als Werkzeug zu dienen, um ein Zeichen zu setzen, ein kleines Zeichen, das sagt:

„Ja es ist der Papst den Gott für uns vorgesehen hat.“

Weitere Bilder auf der Homepage des Bildhauers www.moroder.at
      
1 Lesermeinung
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#1   Christin   21:57:23 | Sonntag, 4. Dezember 2005
„Ast“ am Kirschbaum ähnlich wie „Christuskreuz“
Dazu fällt mir eine kleine persönliche Geschichte ein:
Vom Schlafzimmerfenster aus sehen wir auf unserem Kirschbaum im Garten.
Immer wenn „ich“ aufwach,seh ich „mit viel Phantasie“ ein Christus-„Kreuz“ am Kirschbaum.
Es ist so ähnlich wie dieses Kreuz,dass der Papst immer bei sich trägt.
Es ist für mich so lebendig wie der Baum der verwurzelt
in der Erde sich des Lebens freut.
Das hat mich auf die Idee gebracht,dass wir auch in der Schöpfung Sterben und Auferstehung so naturhaft miterleben können wie die Jahreszeiten und dass wir da auch eine Mitverantwortung haben,diese Ordnung der -Schöpfung wie die Gottesdienstordnung ehren und achten sollen.
Natürlich haben wir heute
wie sehr viele Christen(Menschen)
Barbara-Zweige im Wasser.Es erinnert ein wenig auch dass auch ein „nicht in der Erde verwurzelter Zweig „zu Weihnachten blühen will und Freude und Hoffnung schenken will!
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