11:06:33 | Samstag, 3. Dezember 2005
Schon am 4. November ging das
jüngste vatikanische Homo-Dokument mit einem Begleitschreiben an die Weltbischöfe. Diesen Beibrief veröffentlichte die Nachrichtenagentur der US-Bischofskonferenz ‘CNS’ am Mittwoch in Auszügen. Der gesamte Text war am Donnerstag in der US-Tageszeitung ‘Washington Post’ nachzulesen.
(kreuz.net, Vatikan) Wir freuen uns, Ihnen beiliegend die ‘Instruktion über Kriterien zur Klärung der
Berufung von Personen mit homosexuellen Tendenzen im Hinblick auf ihre Zulassung zum Priesterseminar und
zu den Heiligen Weihen’ vorzulegen.
Das neue Dokument ist das Ergebnis eines langen Vorbereitungsprozesses.
Die Glaubenskongregation forderte bereits im Jahr 1996 die Kongregation für das Katholische Bildungswesen
auf, eine Instruktion über die Kriterien zur Feststellung von Berufungen von Seminaristen mit homosexuellen
Tendenzen vorzubereiten. Zugleich sandte die Glaubenskongregation reichlich Material zu diesem Themenbereich.
Die Entwürfe des Dokumentes wurden den Mitgliedern der Bildungskongregation bei deren Vollversammlungen
in den Jahren 1998, 2002 und 2005 zur Prüfung vorgelegt.
Zusätzlich wurden die Texte zur Bewertung
an folgende Dikasterien gesandt: die Glaubenskongregation, die Kongregation für die Orientalischen Kirchen,
die Gottesdienstkongregation, die Missionskongregation, die Kleruskongregation, die Ordenskongregation
und den Päpstlichen Rat für gesetzgebende Texte.
Bei der Vollversammlung 2005 approbierten die Mitglieder
der Bildungskongregation den Text und anerkannten ihn als hilfreich und sehr nützlich.
Der Heilige Vater,
Benedikt XVI., approbierte das vorliegende Dokument am 31. August 2005 und ordnete seine Veröffentlichung
an. Es wurde ihm vom Präfekten der Bildungskongregation vorgelegt.
Die Instruktion basiert auf den konziliaren
und nachkonziliaren Texten über das Priestertum sowie auf jenen Texten, die sich auf das Problem der
Homosexualität beziehen: den Katechismus der Katholischen Kirche und die Dokumente der Glaubenskongregation.
Das Dokument behandelt nicht alle Fragen, die den affektiven und sexuellen Bereich betreffen und eine
aufmerksame Klärung während der ganzen Ausbildungszeit erfordern.
Es beinhaltet nur Normen zu einer
Frage, die angesichts der gegenwärtigen Situation besonders dringlich geworden ist.
Es geht darum, ob
Kandidaten, welche die Homosexualität praktizieren, tiefsitzende homosexuelle Tendenzen besitzen oder
eine so genannte Gay-Kultur unterstützen, ins Priesterseminar aufgenommen und zu den heiligen Weihen
zugelassen werden sollen oder nicht.
Das obengenannte Dokument zieht die Gültigkeit der Weihe und die
Situation von Priestern, die mit homosexuellen Tendenzen geweiht wurden oder von Priestern, bei denen
sich solche Tendenzen nach ihrer Weihe manifestiert haben, nicht in Zweifel.
Wie alle anderen Priester
müssen sie sich an das Versprechen erinnern, das sie am Tag ihrer Weihe abgelegt haben: im Zölibat die
völlige Keuschheit zu leben.
Sie sollen ihr Priestertum weiter ausüben und darauf achten, das Amt,
das sie erhalten haben mit Unbescholtenheit auszuüben, im Glauben an das Evangelium und das Lehramt.
Wegen der besonderen Verantwortung jener, die mit der Heranbildung der zukünftigen Priester betraut sind,
dürfen sie nicht zu Rektoren oder Ausbildnern in Priesterseminarien ernannt werden.
Die Bildungskongregation
will durch die Veröffentlichung des Dokumentes den Bischöfen, den höheren Oberen und allen zuständigen
Verantwortlichen ein nützliches Werkzeug in die Hand geben, um die Eignung der Weihekandidaten von der
Aufnahme in das Priesterseminar bis zur Weihe aufmerksam und klug zu prüfen.
Die Normen der Instruktion
müssen deshalb in jedem Land bei der Ausarbeitung oder Aktualisierung der ‘Ratio Institutionis Sacerdotalis’ –
der fundamentalen Normen für die Priesterausbildung – beachtet werden.
Des weiteren ist klar, daß die
obengenannten Normen von allen Oberen gläubig eingehalten werden müssen, um den zukünftigen Priestern
eine angemessene Ausbildung zu garantieren im Blick auf das Gut beider: des Kandidaten und der Kirche.
Der Text des Dokumentes wird am 29. November 2005 im ‘Osservatore Romano’ veröffentlicht. Bis zu diesem
Datum bleibt er
streng vertraulich.
In der Hoffnung, daß dieses jüngste Dokument weiter dazu beiträgt,
die Ausbildung zu den Heiligen Weihen noch zu verbessern, benützen wir die Gelegenheit, um Ihnen die
Gefühle unserer höchsten Wertschätzung auszudrücken und verbleiben,
Mit vorzüglicher Hochachtung
in Christus
ZENON KARDINAL GROCHOLEWSKI, Präfekt
+ J. MICHAEL MILLER, C.S.B.
Titularerzbischof von Vertara,
Sekretär
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