Deutschland
Trendwende?
Am letzten Sonntag stellte Kardinal Karl Lehmann in Mainz eine gemeinsame Initiative der Bistümer Mainz, Limburg, Trier und Speyer vor.
(kreuz.net, Mainz) Die Initiative hat zum Ziel, eine positive Entwicklung zu fördern, die sich in der Kirche seit der Jahrtausendwende abzeichnet.

Das berichteten kürzlich verschiedene Tageszeitungen der Region.

In den vier Bistümern Mainz, Limburg, Trier und Speyer sind seit dem Jahr 2000 insgesamt rund 12.800 Menschen wieder in die katholische Kirche eingetreten.

Die Zahl der Kirchenaustritte hat sich im Bistum Mainz von früher jährlich etwa 8000 Gläubigen inzwischen halbiert. Die Tendenz ist weiter fallend. Für das Jahr 2005 rechnet Kardinal Lehmann mit rund 1000 Kirchenaustritten weniger als im Vorjahr.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Ausgetretenen, die sich wieder der Kirche zuwenden.

2217 Schäfchen kehrten im Bistum Mainz von 2000 bis September 2005 wieder zur Herde Gottes zurück. 868 Personen konvertierten zur katholischen Kirche. 474 Erwachsene ließen sich taufen.

Damit hat die Zahl der Neueintritte um das siebenfache zugenommen.

Der Mainzer Kardinal führt den Sinneswandel bei den Gläubigen auf die Ausstrahlung des verstorbenen Papstes, auf den deutschen Papst, den Kölner Weltjugendtag, die Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche oder das Bonifatiusjahr zurück.

Meist seien es Akademiker und gut ausgebildete Menschen der mittleren Generation, die sich wieder der Kirche zuwenden.

Nicht selten sei die Geburt eines Kindes der Grund, warum junge Eltern wieder in die Kirche finden.

Die Kirche möchte diesen positiven Trend fördern.

Dazu erwähnte Kardinal Lehmann den ökumenischen Kirchenladen in Darmstadt, über den es innerhalb eines Jahres rund 150 Wiedereintritte gab.

Darmstadt befindet sich im Süden von Hessen.

Kardinal Lehmann ortet generell eine vermehrte Zuwendung der Menschen zum Religiösen. Das müsse nicht zu einem sofortigen Kircheneintritt führen, beeinflusse die Gesellschaft aber positiv.

Immer mehr Menschen würden auch die Reformfähigkeit der Katholischen Kirche anerkennen.

Andere erhofften sich Hilfen bei den Problemen der Globalisierung oder suchten in der Kirche im Gefolge einer Lebenskrise nach dem Sinn des Lebens.

In den Pfarreien würden die verlorenen Schäfchen mit offenen Armen aufgenommen.

Wer aber nicht direkt mit dem für ihn zuständigen Pfarrer sprechen will, findet über die Telefonhotline „Katholisch werden“ Hilfe.

Dort kann er mit überpfarreilichen Gesprächspartner reden. Kontakte knüpfen kann man auch über das Internet.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Agiafortuni   23:50:17 | Sonntag, 8. Januar 2006
Josef Gadient: Allein der Glaube fehlt mir
Dass Benedikt XVI endlich das Steuer umwerfen könnte, ist auf Grund seiner bisherigen Leistungen nicht zu erwarten. Ich hzabe mir die Mühe genommen, einige seiner frühen Schriften zu lesen und da muss ich schon sagen, es stehen einem die Haare zu Berge. Falls Sie französisch verstehen, will ich Ihnen gerne die Abschrift eines Vortrages zustellen, den ich unter dem Titel: Joseph Ratzinger, témoin et architecte de la métamorphose dans l’église. Widerrufen hat er bis heute nichts von dem Gesagten und dabei wäre seine Wahl die geeignete Gelegenheit gewesen, um die Kirchekrise ins Auge zu fassen. Die Wahl des Namens liess es hoffen, allein bereits bei seiner ersten Predigt nannte er V2 und Oekumenismus als die beiden Schwerpunnkte seines Pontifikates. Ausserdem besuchte er die Synagoge in Köln. Als Gebetshaus frommer Juden hat sie ihre Berechtigung. Angesichts des Leidens, das ihnen willfahren ist, soll man ihnen mit Respekt und Zurückhaltung begegnen. Von einer Verbrüderung kann aber auf keinen Fall die Rede sein und deshalb hatte er dort nichts zu suchen.
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#8   Josef Gadient   18:14:36 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Es ist keine Trendwende, sondern ein „Schönreden“!
Wer heute in die Röm.kath. Kirche eintritt, muss wissen, dass diese nicht mehr die „Wahre“ ist, wie vor 40 Jahren! Bereits im Jahre 1972 sind Worte des Heilandes an einen heiligmässigen Priester niedergeschrieben worden, die zum Konzil folgendes sagen:
Die eigenen Söhne der Kirche sind unter Satans Eingebung daran, den Geist des grossen Konzils zu verfälschen, den Glauben auszulöschen und die Kirche von Grund auf zu zerstören. Ihnen und den Verführten gilt der Leib mehr als die Seele. Sie wollen eine weltliche Kirche aufbauen und die Welt geniessen, ohne Gott!
Und jetzt der Trost:
Es wird ein neues Geschlecht von jungen Priestern heranwachsen. Diese Priester werden – abgestossen von einem abfallenden Klerus und angezogen vom Geiste und dem Leben der Heiligen – sich offen als Diener Christi bekennen und darum das Kleid ihres Standes und Berufes tragen, – fern von Menschenfurcht und fern von Weltliebe. Ihre Merkmale:
1. Gebetsleben
2. Feuer für die eucharistische Liebe und Tiefe
3. Verehrung der Hl. Mutter Gottes
Ja, solche Priester gibt es heute schon… und es werden noch mehr. Das ist nicht aufzuhalten, weil es Gottes Werk ist. Bei Gott nützt keine Statistik und kein „Schönreden“ etwas; die heutige röm. kath. Kirche hat sich ein neues Heiligenbild geschaffen, das sich in der Vergötzung der Weltliebe und der Weltverbesserung in einer von Gott abgewandten Mitmenschlichkeit verwirklichen will. Papst BenediktXVI., bitte reiss das Ruder herum!!
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#7   Le Trot   12:19:32 | Sonntag, 4. Dezember 2005
@An Gotthard meinen Modernistenspezi!
in jeder katholischen Gemeinde …
Ja, wenn die dort angebotenen Beichtzeiten länger als die wöchentlichen Kaffeeklatschnachmittage sind, die Kommunionbänke nicht im Abstellraum rumgammeln, die Kirche nicht mit Profankunst verhunzt ist, die Laien keine Kommunion austeilen dürfen, der Pfarrer mindestens jeden zweiten Sonntag auf das Sakrament der Beichte hinweist, sich die Gemeinde zitternd vor Ehrfurcht dem Allerheiligsten nähert, der Pfarrer als solcher auch ausserhalb der Kirche zu erkennnen ist, – ja, dann könnte man unter strenger weiterer Beobachtung des Gemeindelebens von einer katholischen Gemeinde sprechen.
Ich hör mal hier auf, da das Futter auf dem Tisch steht und meine Frau meint ich sollte mich von meinem Spielzeug trennen :-).
Ich will mal gehorsam sein.
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#6   Gotthard   12:07:18 | Sonntag, 4. Dezember 2005
kennenlernen
Wo und wie sollen die Neueingetretenen den authentischen katholischen Glauben eigentlich konkret kennenlernen?
in jeder katholischen Gemeinde …
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#5   Toby   11:43:46 | Sonntag, 4. Dezember 2005
Alles Augenwischerei
Man kann eine Trendwende auch herbeireden, die es gar nicht gibt. Das sind doch alles nur Illussionen.
Man muss doch einmal die Verhältnismäßigkeit sehen. Dass es bei den Massenaustritten in den letzten Jahren zu einem geringfügigen Rücklauf von allenfalls fünf bis zehn Prozent kommt, ist nichts Besonderes. Hier von einer „Trendwende“ zu sprechen, erscheint geradezu lächerlich. Die Verluste macht der Rücklauf bei weitem nicht wett.
Auch habe ich meine Zweifel, ob ein Wiedereintritt aus einer euphorischen Weltjugendtagsstimmung heraus wirklich feste Wurzeln schlagen kann. Wo und wie sollen die Neueingetretenen den authentischen katholischen Glauben eigentlich konkret kennenlernen?
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#4   kreuzi   11:30:23 | Sonntag, 4. Dezember 2005
Dresdner Frauenkirche vermehrt die Katholiken – lol
Das Kardinal Lehmann seinen Landsteuten in jedem Mäuseloch nachläuft ist eben so. Das Gläubige Menschen, sich einer Institution annähren, diese wie keine andere am Gesetz Gottes festhällt und dieses verkündet ist den durch Jesus erwählten Oberhäuptern der Kirche zu verdanken, diese die Kirche gegen all ihre Feinde verteidigen.
Das die Dresdner Frauenkirche da irgend etwas mit zu tun hat, bezweifle ich, nur ist der Kardinal bemüht senie deutsch-evangelischen Landsleute nichts ganz aus dem Glemmer der Katholischen Kirche rauszuhalten, weil sonst fühlen die sich völlig nutzlos und gar nicht exsistent.
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#3   Justus   09:35:42 | Sonntag, 4. Dezember 2005
Sinneswandel?
„Der Mainzer Kardinal führt den Sinneswandel bei den Gläubigen auf die Ausstrahlung des verstorbenen Papstes, auf den deutschen Papst, den Kölner Weltjugendtag, die Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche oder das Bonifatiusjahr zurück.“
Hat der Mainzer Kardinal bei seiner Aufzählung der den angeblichen Sinneswandel unter den (Ex)Gläubigen hervorrufenden Momente nicht etwas vergessen? Oder gehören die deutschen Bischöfe (einschließlich seiner selbst etwa nicht dazu?
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#2   Josefus   21:43:06 | Samstag, 3. Dezember 2005
Trendwende relativ
Lehmann: Immer mehr Menschen würden auch die Reformfähigkeit der Katholischen Kirche anerkennen.
Ich glaube eher die (relative) Standhaftigkeit der katholischen Kirche lockt die Menschen. Sie erkennen hier etwas zeitlos Gültiges. Die Reformen und der Reformeifer haben viele, wenn vielleicht auch indirekt, hinausgetrieben. Man sollte bedenken, dass immer noch mehr aus- als eintreten, nur die relative Abnahme der Kirchenaustritte gegenüber Vorjahren kann hervorgehoben werden. Vor allem ist die Anzahl derjenigen Katholiken, die sich mit der Kirche identifizieren, die die Lehre kennen und leben, die die Kirchengebote beachten seit dem Reformkonzil rapide gesunken und stabilisiert sich höchstens auf niedrigem Niveau und dies liegt sicher nicht an den Reformern.
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#1   Fabianus   17:43:34 | Samstag, 3. Dezember 2005
positiv?
Eine erfreuliche Nachricht, wenngleich man die Kirche im Dorf lassen sollte, was die Fröhlichkeit betrifft. Die Reformfähigkeit der Katholischen Kirche… Es scheint mir mitlerweile so: Es herrscht Konsens darüber, dass die Kirche reformiert werden muss. Das scheint Allgemeingut zu sein. Wenngleich dieses „Neue“, was viele Menschen fordern, sie selbst schwer definieren können. Es bleibt dann bei den üblichen Sexual-Reformforderungen. Diese Entwicklung ist gefährlich. Die Kirche muss NICHT erneuert werden, was die Forderungen der „denkenden und kritischen“ Menschen betrifft. Ganz im Gegenteil, man hat schon zu viele Eingeständnisse gemacht. Dieser Schön-Wetter Kardinal sagte schließlich einst, die Farbe der Priester sei schwarz, da die Unschuld weiß sei. Was wirft das für ein Bild auf die Kirche! Gottseidank stößt diese Reformduselei, mit der man die Bänke zu füllen glauben scheint in Rom auf Grenzen. Ob diese Grenzen wirklich ernst zu nehemen sind, bleibt abzuwarten.
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