Kirchenverkauf
Kardinal Lehmann als Retter der Kirche
Ende November verfaßte der ‘Förderverein zur Rettung der Marienkirche’ in Bochum einen dringenden Appell an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.
(kreuz.net, Bochum) Der Streit um die in Bochum-Mitte bedrohte Marienkirche läuft immer noch auf Hochtouren.

Der lokale Klerus möchte das Gotteshaus abreißen. Das sucht der örtliche Förderverein Pro Marienkirche um alles in der Welt zu verhindern.

In seiner Not schickte der Verein am 28. November dem Bischof von Mainz und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferen, Karl Kardinal Lehmann, ein Telefax.

Darin erklärte der Verein, daß der christliche und kirchliche Friede in Bochum vollkommen zerstört sei – nicht nur im Pfarrbezirk Marienkirche, sondern in der ganzen Stadt.

Darüber hinaus führe die Tatsache, daß die Marienkirche gegenwärtig dem Verfall überlassen sei, zu einer negativen Haltung vieler Mitbürger gegenüber den kirchlichen Oberen.

Die Marienkirche werde vernachlässigt, während andere stark restaurierungsbedürftige und weniger erhaltenswürdige Gotteshäuser, wie die St. Anna Kirche unter Schutz gestellt würden.

Die St. Anna Kirche, die aus den 1930er Jahren stamme und im Krieg stark beschädigt wurde, wurde in den Jahren nach dem Konzil stark entstellt umgebaut.

Ein Erhalt dieses Gebäudes werde eine Millionensumme verschlingen. Darüber würden selbst Pfarreimitglieder den Kopf schütteln.

Der Verein schlägt dem Kardinal darum vor, die Marienkirche zu konservieren. Dadurch könne eine Bedenkzeit geschaffen werden, um alle Möglichkeiten des Erhaltes auszuloten.

Dringend bittet der Förderverein den Kardinal den Abriß der Kirche zu verhindern.

Es gebe bereits jetzt einen sehr guten Umnutzungsvorschlag eines Bochumer Architekten. Das Konzept sei auch finanziell tragfähig.

Ende November schrieb der Förderverein auch an den Bischof von Essen, Mons. Felix Genn. Ein Septemberbrief ans Ordinariat war unbeantwortet geblieben.

Das Schreiben bittet den Bischof, sich um die sofortige Schließung der nach wie vor geöffneten Hochchor- und Belüftungsfenster im Langhaus zu bemühen. Dieser Zustand werde den Verfall des Gebäudes rapid beschleunigen.

Die Schließung der geöffneten Fenster sei ein Anliegen nicht nur von Katholiken, sondern auch von evangelischen Mitchristen und sogar von Muslimen.

Kirchliche Stellen hätten noch im September vor der Bochumer Oberbürgermeisterin verkündet, daß die Marienkirche gerettet werde.

Doch die Entwicklung der letzten Wochen – insbesondere die Öffnung der Fenster – spreche eine andere Sprache.

Weiterhin laste der Verdacht auf der bischöflichen Kurie, daß ein möglicher Verkaufserlös für das Kirchengrundstück die Diözese mehr interessiere als der Erhalt des Gotteshauses.

Nach kirchlichen Angaben würde die Veräußerung der Parzelle der Marienkirche etwa 2 Millionen Euro einbringen.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Isidor   11:46:08 | Freitag, 9. Juni 2006
Reinhold Buttler / Bravo Sie haben die Wahrheit gesprochen
Das Bistum Essen soll eh aufgelöst werden bis 2010 – allerdings sollen die Schemel der bestbezahlten Kirchenfunktionäre erhalten bleiben.
Die Kirchen können vom Bischof Dr. Felix Genn gar nicht geschlossen werden, denn:
Zitat aus einer Korrepondenz von Bischof Dr. F. Genn vom 15.02.2006 heißt es:
„ Eine direkte Eingriffsmöglichkeit in den Bereich der Kirchengemeinden habe ich nicht. Sowohl die Kirchengemeinden als auch die Gemeindeverbände in unseren Stadtkirchen sind selbstständige eingetragene Körperschaften des öffentlichen Rechts. Der Bischof hat hierüber keine direkte Gewalt. Deshalb müssen diese (Kirchengemeinden) die Angelegenheiten selbst regeln …!“
Wieso denn überhaupt Kirchenschliessungen? Staatskirchensteuer-Austritt und Einzahlung auf ein eigenes Konto für die jeweilige Heimatgemeinde. Erst dann wird so manchem Kirchenfunktionär der Schemel abhanden kommen. Christen handelt endlich wieder christlich! Auch der Bischof Dr. Felix Genn sollte mal Hartz IV ausprobieren. Er hat ja bereits einen guten Priester in Hartz IV Bezug geschickt und beläßt ihn dort!
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#4   Reinhold Buttler   08:11:06 | Donnerstag, 23. März 2006
Marienkirche in Bochum / neue Domorgel
Was bedeutet dem Bischof von Essen schon eine Marienkirche in Bochum. Eine neue 69registrige Domorgel, das ist das was ihm fehlte… na ja nun hat er sie… in einer Zeit in der vielen Menschen, die durch Spenden und Mitarbeit ihre eigene Gemeinde lebend erhielten der Teppich unter den Boden weggezogen wird… ungefragt… die ein- oder andere Kirche … weg damit… Kirchenbesucher fehlen… ebenso die Kirchensteuereinnahmen…
mal überlegt, dass nicht alles nur strukturwandel oder eine andere zeit schuld ist… ?? vielleicht liegts auch daran, dass die kirchen leergepredigt werden…nichts gesagt wird in ellenlangen predigten… wasser gepredigt und champagner getrunken wird… und das was sich jetzt abspielt, das ist nur der anfang… mal ehrlich… warum lösen wir eigentlich nicht das bistum essen auf und verteilen es wieder an seine mutterbistümer zurück… ich bin fest davon überzeugt das es den menschen bestimmt total egal sein wird ob ihr bischof nun reinhard, hans-josef oder felix heisst… ganz sicher steht hier aber ein riesenverwaltungsapperat, der eigentlich einsparbar wäre, als beispielloses sparpotential zur verfügung… aber ob unsere mütterbistümer ihr kleines fast verhungertes kind zurückhaben wollen?
reinhold buttler
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#3   Dismas   16:20:44 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Dismas
Die Überschrift zur Rettung der Marienkirche ist ein wenig irritierend – denn Kardinal Lehmann und auch Kardinal Meissner wurden aufgefordert endlich etwas zu unternehmen, dass die Hochchorfenster der Marienkirche geschlossen werden, denn Bischof Dr. Felix Genn kümmert sich um rein gar nichts! Es ist ihm egal – denn er hatte JA gesagt zum Abriss eines vollkommen intakten neugotischen Gotteshauses. Die Bürger Bochums verstehen es mittlerweile, dass es bei der Mairenkirche nur um den Erlös für das Filetgrundstück geht. Der Schnöde Mammon! Eine Antwort bekommt man von der Diözese Essen (Ordinariat) nicht – nur eine Eingangsbestätigung – danach kommt die Korrespondenz in die runde Ablag, nicht nur dort. Der Nuntius, Mons. Dr. Ender in Berlin wurde schon mehrmals angeschrieben durch den Vorstand des Fördervereines – aber wie sich halt so die bestbezahlten Funktionäre verhalten. Sie lassen ihre „Schafe“ im Stich ! So steht es wahrheitsgemäßt in der Bibel zu lesen. Gott sein Ihnen „Allen“ einmal gnädig, besonders dem Klerus, der sich seiner hohen Beruf nicht bewußt ist. Man könnte meinen – dieser hat gar keinen Glauben mehr.
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#2   Benedikt   16:32:34 | Sonntag, 4. Dezember 2005
Richtige Anschrift
Die Frage ist, ob ein Bischof von Mainz eine Kirche in Bochum retten kann. Vielleicht wäre ein Brief an den Nuntius sinnvoller gewesen?
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#1   Justus   14:40:18 | Sonntag, 4. Dezember 2005
Symbolbild
Die Bilder der sinnlos der Zerstörung preisgegebenen Marienkirche erinnern mich an die Ruine der Dresdener Frauenkirche, die über Jahrzehnte hinweg ein Mahnmal für Barbarei und Brutalität gewesen ist. Heute steht die Frauenkirche wieder so prachtvoll da wie zur Zeit ihrer Erbauung. Ich hoffe, dass auch die Bochumer Marienkirche eines Tages wieder von Gesang, Kerzenlicht und – im Unterschied zur protestantischen Frauenkirche – Weihrauchduft erfüllt sein wird.
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