13:47:13 | Sonntag, 4. Dezember 2005
Ende November verfaßte der ‘Förderverein zur Rettung der Marienkirche’ in Bochum einen dringenden Appell an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.
(kreuz.net, Bochum) Der Streit um die in Bochum-Mitte bedrohte Marienkirche läuft immer noch auf Hochtouren.
Der lokale Klerus möchte das Gotteshaus abreißen. Das sucht der örtliche
Förderverein Pro Marienkirche
um alles in der Welt zu verhindern.
In seiner Not schickte der Verein am 28. November dem Bischof von
Mainz und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferen, Karl Kardinal Lehmann, ein Telefax.
Darin erklärte
der Verein, daß der christliche und kirchliche Friede in Bochum vollkommen zerstört sei – nicht nur
im Pfarrbezirk Marienkirche, sondern in der ganzen Stadt.
Darüber hinaus führe die Tatsache, daß die
Marienkirche
gegenwärtig dem Verfall überlassen sei, zu einer negativen Haltung vieler Mitbürger gegenüber
den kirchlichen Oberen.
Die Marienkirche werde vernachlässigt, während andere stark restaurierungsbedürftige
und weniger erhaltenswürdige Gotteshäuser, wie die St. Anna Kirche unter Schutz gestellt würden.
Die
St. Anna Kirche, die aus den 1930er Jahren stamme und im Krieg stark beschädigt wurde, wurde in den Jahren
nach dem Konzil stark entstellt umgebaut.
Ein Erhalt dieses Gebäudes werde eine Millionensumme verschlingen.
Darüber würden selbst Pfarreimitglieder den Kopf schütteln.
Der Verein schlägt dem Kardinal darum
vor, die Marienkirche zu konservieren. Dadurch könne eine Bedenkzeit geschaffen werden, um alle Möglichkeiten
des Erhaltes auszuloten.
Dringend bittet der Förderverein den Kardinal den Abriß der Kirche zu verhindern.
Es gebe bereits jetzt einen sehr guten Umnutzungsvorschlag eines Bochumer Architekten. Das Konzept sei
auch finanziell tragfähig.
Ende November schrieb der Förderverein auch an den Bischof von Essen, Mons.
Felix Genn. Ein Septemberbrief ans Ordinariat war unbeantwortet geblieben.
Das Schreiben bittet den Bischof,
sich um die sofortige Schließung der nach wie vor geöffneten Hochchor- und Belüftungsfenster im Langhaus
zu bemühen. Dieser Zustand werde den Verfall des Gebäudes rapid beschleunigen.
Die Schließung der
geöffneten Fenster sei ein Anliegen nicht nur von Katholiken, sondern auch von evangelischen Mitchristen
und sogar von Muslimen.
Kirchliche Stellen hätten noch im September vor der Bochumer Oberbürgermeisterin
verkündet, daß die Marienkirche gerettet werde.
Doch die Entwicklung der letzten Wochen – insbesondere
die Öffnung der Fenster – spreche eine andere Sprache.
Weiterhin laste der Verdacht auf der bischöflichen
Kurie, daß ein möglicher Verkaufserlös für das Kirchengrundstück die Diözese mehr interessiere als
der Erhalt des Gotteshauses.
Nach kirchlichen Angaben würde die Veräußerung der Parzelle der Marienkirche
etwa 2 Millionen Euro einbringen.
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#5
Isidor 11:46:08 | Freitag, 9. Juni 2006
#4
Reinhold Buttler 08:11:06 | Donnerstag, 23. März 2006
#3
Dismas 16:20:44 | Sonntag, 11. Dezember 2005
#2
Benedikt 16:32:34 | Sonntag, 4. Dezember 2005
#1
Justus 14:40:18 | Sonntag, 4. Dezember 2005