07:58:55 | Dienstag, 6. Dezember 2005
Die Agenten des Papstes + Kompliziert + Abgeblitzt – aber anders als gedacht + Stilfrage? + Solidarität mit dem Regensburger Bischof
Die Agenten des PapstesPolen. Papst Johannes Paul II. wurde vom kommunistischen polnischen Geheimdienst
strenger überwacht als bisher vermutet. Zu diesem Ergebnis kommt der polnische Historiker Marek Lasota
laut einem Bericht der Nachrichtenagentur der US-amerikanischen Bischofskonferenz ‘CNS’. Sogar das Privatleben
des damaligen Kardinals Wojtyla soll in den Jahren 1967 bis 1978 streng überwacht worden sein. Der Historiker
präsentierte vor der Presse ein Handbuch, das die Namen der Spitzel enthalten soll, die für den späteren
Papst zuständig waren.
KompliziertVatikan. Papst Benedikt XVI. empfing am gestrigen Montag den Präsidenten
des italienischen Sportwagenherstellers Ferrari, Luca Cordero di Montezemolo. Bei der Audienz nahm der
Heilige Vater ein Lenkrad eines Formel-Eins-Rennwagens von Michael Schumacher entgegen. Auf ihm ist zu
lesen: „Das Lenkrad des Formel-1-Weltmeisters für seine Heiligkeit Benedikt XVI., Lenker der Christenheit.“
Ferrarichef Montezemolo bemerkte, daß es sich dabei um ein sehr kompliziertes Lenkrad handle. Es sei
auch kompliziert, die Kirche zu lenken, entgegnete der Papst.
Abgeblitzt – aber anders als gedachtDeutschland.
Das Landgericht Köln hat dem deutschen Wochenmagazin ‘Spiegel’ gestern mittels einer einstweiligen Verfügung
die
Verbreitung der Behauptung untersagt, Kardinal Joachim Meisner habe bei einem Besuch im Vatikan versucht,
seine eigene Nachfolge zu regeln. Damit gab das Gericht dem Antrag des Kölner Erzbischofs statt. Unter
der Überschrift „Abgeblitzt“ hatte der ‘Spiegel’ Ende Oktober behauptet, der Kardinal hätte Benedikt
XVI. gebeten, den Kölner Weihbischof
Rainer Woelki als Koadjutor mit Recht auf Nachfolge einzusetzen.
Dabei sei er beim Heiligen Vater auf Widerstand gestoßen.
Stilfrage?Großbritannien. Gestern wurde
das Homo-Konkubinat nach jahrelangen Beratungen in Großbritannien staatlich anerkannt. Homo-Verbindungen
sind jetzt der Ehe rechtlich völlig gleichgestellt. Die anglikanische Gemeinschaft in England erlaubt
ihren Pastoren schon länger, sich in einem gleichgeschlechtlichen Konkubinat registrieren zu lassen –
sofern sie
darin keine widernatürlichen Handlungen vornehmen. Der katholische Erzbischof von Cardiff,
Mons. Peter Smith, warnte vor einer Unterminierung der Ehe durch homosexuelle Lebenspartnerschaften. Cardiff
ist die Hauptstadt von Wales im Süden des Landteiles. Die Botschaft des Homo-Gesetzes sei – so der Erzbischof
–, daß eine solche zivile Lebensgemeinschaft ein Äquivalent zur Ehe darstelle, als handle es sich bloß
um eine Frage des Lebensstils.
Solidarität mit dem Regensburger BischofDeutschland. Der Vorstand der
‘Initiativkreisvereinigung’ – eines glaubensorientierten Zusammenschlusses von Laien und Priestern – hat
sich am 25. November klar hinter die
Reform der Laienräte im Bistum Regensburg, gestellt. Der dortige
Bischof sei nicht an die Beschlüsse der Würzburger Synode gebunden. Die dort erstrebten synodalen Strukturen
stünden nämlich in klarem Widerspruch zur hierarchischen Verfaßtheit der Kirche. Die Würzburger Synode
war eine gemeinsame Beratung der Bistümer der Bundesrepublik (1971-1975): „Unsere Solidarität jedenfalls
sollte in der anstehenden Auseinandersetzung um die Laiengremien dem Regensburger Bischof gelten.“ Die
Stellungnahme ist von Dr. Wolfgang Graf aus Siebnach in der Nähe von Augsburg unterzeichnet.
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