Freimaurer
Die Konkubine eines Polygamisten kämpft um ihre Aufenthaltserlaubnis
Vor zehn Jahren emigrierte Edith Barlow vom US-Bundesstaat Utah nach Kanada um sich dem Polygamisten Winston Blackmore anzuschließen. Doch jetzt ist ihr polygames Familienglück in Gefahr.
(kreuz.net) Blackmore ist der Anführer einer kanadischen Sekte, die der Vielweiberei huldigt. Edith Barlow (28) wurde in Kanada heimisch, gebar dort vom Vielweiberer fünf Kinder und verlor ihre Wurzeln in den USA.

Doch jetzt ist ihr polygames Familienglück in Gefahr. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP kürzlich.

Die kanadischen Behörden haben es abgelehnt, das Besuchervisum von Frau Barlow zu verlängern oder ihr einen permanenten Aufenthalt im Lande zu gewähren.

Damit muß Frau Barlow das Land verlassen. Am 3. November erhielt sie ein Brief, in dem es heißt: „Sie befinden sich ohne Rechtsstatus in Kanada und sind darum gezwungen, das Land sofort zu verlassen.“

Frau Barlow hat keine Absicht, dem Ausweisbefehl Folge zu leisten. Sie will ihre Kinder nicht aus ihrem Zuhause, ihrer Familie und ihrem Land herausreißen.

Darum ist die Durchführung des Ausweisbefehls inzwischen der Polizei übergeben worden.

Eine kanadische Beamtin erklärte, daß das Land auch de-facto Ehen anerkennt und dafür Aufenthaltsbewilligungen ausstellt. Aber ein kanadischer de-facto Ehepartner – in diesem Fall der Polygamist – kann nicht mehr als eine Gattin präsentieren.

Die Polygamie ist in Kanada illegal.

Der Vielweiberer soll sich neben Frau Barlow noch weitere 27 Frauen mit etwa 100 Kindern halten. Frau Barlow hat ihn nie vor dem Gesetz geheiratet. Sie erklärt, daß beide im Jahr 1995 einen „spirituellen Bund“ eingegangen sind.

Polygamist Blackmore läßt sich gerne als „Bishop of Bountiful“ – Bischof von Überreich – anreden. Er ist der Anführer einer Sekte, die sich von den Mormonen getrennt hat.

Die Gruppe geht davon aus, daß die Vielweiberei zur Verherrlichung ihrer Mitglieder im Himmel notwendig ist.

Blackmore wurde von den Mormonen offiziell exkommuniziert. Seine Gruppe umfaßt ungefähr 500 Mitglieder. Die Gruppe existiert seit den späten 1940er Jahren in Kanada an der Grenze zum US-Bundesstaat Idaho.

Frau Barlow hat sich bisher exakt an die kanadischen Aufenthaltsbestimmungen gehalten und das Land alle sechs Monate für mehrere Wochen verlassen.

Ruth Lane (31), eine weitere US-Konkubine von Blackmore, hat ebenfalls Probleme mit ihrer kanadischen Aufenthaltsbewilligung. Frau Lane konkubiniert seit elf Jahren mit dem Polygamisten und besitzt von ihm sechs Kinder. Bisher lebte sie in Kanada mit einem Studentenvisum. Doch dieses wurde nach ihrem Studienabschluß nicht mehr erneuert.
      
4 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#4   GerdEric   17:52:29 | Montag, 19. Dezember 2005
wenn schon denn schon…
Christus mußte nicht abschaffen, was ohnedies nicht bestanden hat.
erstens bin ich mir da nicht sicher,
zweitens, warum erlaubte dann die Kirche z.B. Karl dem grossen Sachsenschlächter (und nicht nur dem) die Ehe zur Linken?
Redaktion benachrichtigen
#3   Stimme aus dem Tradiland   11:20:40 | Montag, 19. Dezember 2005
@ GerdEric: Falsch gewickelt
Die Frage ist andersum zu stellen. Christus hat die Einehe, die bei den Juden bestand, nicht bloß bestätigt, sondern sakramental erhöht, indem er die Scheidung als Hartherzigkeit und die „Wiederverheiratung“ als Ehebruch (theologisch ist „Wiederverheiratung“ Bigamie) bezeichnet hat. Christus mußte nicht abschaffen, was ohnedies nicht bestanden hat.
Redaktion benachrichtigen
#2   GerdEric   10:51:52 | Montag, 19. Dezember 2005
Wo hat Jesus
die Vielehe abgeschafft?
Redaktion benachrichtigen
#1   virOblationis   17:28:20 | Samstag, 10. Dezember 2005
Toleranz
Soweit mir bekannt, sind europäische Staaten liberaler: In Frankreich werden Konkubinen eingewanderter Schwarzafrikaner geduldet, und in Deutschland bezahlen die Krankenkassen auch für mitversicherte Nebenfrauen.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
FreimaurerIn Bagdad boomen die Baptisten FreimaurerDie Gemeinschaft von Little Pebble in der Krise FreimaurerLittle Pebble im Knast FreimaurerAuf der Suche nach einer spirituellen UNO FreimaurerStreit um den Teufel FreimaurerDer neue Papst in der Hand der Freimaurer Freimaurer„Ich war Freimaurer!“ FreimaurerLinks überholt FreimaurerDas wunderbare Käsebrot wurde verkauft FreimaurerUnerwartete Ehrung für Weihbischof der Erzdiözese Wien
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net