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Wider Theatralik und Experimente + Ausgleichende Gerechtigkeit + Junge Priester als Fotomodelle + Unterschriften im Kindersarg + Müde Dynamik
Wider Theatralik und Experimente

Vatikan. Benedikt XVI. bat am Montag in einem schriftlichen Grußwort zu einer kirchenmusikalischen Tagung im Vatikan um mehr Aufmerksamkeit für die Kirchenmusik. Der Heilige Vater forderte, tiefer über die Beziehung von Musik und Liturgie nachzudenken. Er rief auch zur Wachsamkeit gegenüber „musikalischen Experimenten“ auf. Zu Beginn der Tagung äußerte sich der nigerianische Kurienkardinal Francis Arinze: Die Kirchenmusik müsse von „Gebetsgeist, Schönheit und Würde“ geprägt sein. Sie dürfe auf keinen Fall dem Leichtsinn, der Oberflächlichkeit oder der Theatralik zum Opfer fallen.“

Ausgleichende Gerechtigkeit

Australien. Der liberale Erzbischof von Canberra und Vorsitzende der Australischen Bischofskonferenz, Mons. Francis Carroll, befürchtet, daß sich homosexuelle Priester, die in Keuschheit leben, durch das Homo-Dokument aus dem Vatikan angegriffen fühlen könnten. Dies berichtete die Melbourner Tagezeitung ‘The Age’ am vergangenen Montag. Der Erzbischof erklärte, daß einige sehr gute Priester unter diesen Richtlinien nicht hätten geweiht werden können, was er persönlich sehr bedauern würde. Diese Priester würden allerdings durch eine andere Gruppe von Geistlichen aufgewogen, deren Weihe das Dokument ebenfalls verhindert hätte.

Junge Priester als Fotomodelle

Italien. Ein Kalender mit jungen Priestern als Fotomodelle entwickelt sich in Italien zum Verkaufsschlager. Die Geistlichen sind vor Kirchen oder berühmten Monumenten in Schwarz-Weiß abgebildet. Zusätzlich enthält der Kalender Informationen über den Vatikan und seine Museen. Der Fotograph und Herausgeber des Werkes ist Piero Pazzi. Er hat die Seminaristen und Priester nach eigenen Angaben auf der Straße angesprochen und sie um ein Foto gebeten. Fast niemand hätte ihm seine Bitte abgeschlagen. Vor allem junge Frauen sind von seinen klerikalen Modellen begeistert: „Wenn alle Priester so gut aussehen würden, wären die Kirchen voll“, kommentiert eine jugendliche Käuferin.

Unterschriften im Kindersarg

Schweiz. Eine Petition mit 2.300 Unterschriften verlangt vom Schweizer Bundesrat Pascal Couchepin, sich offiziell von einer inzwischen zuendegegangenen menschenverachtenden Ausstellung eines Möwenkörpers mit Kinderkopf zu distanzieren. Das Machwerk eines Chinesen war diesen Sommer im sogenannten Kunstmuseum von Bern zu sehen. Auf den Kinderkopf sind Hasenaugen und am Möwenkörper ein Rattenschwanz geklebt. Der bei Freiburg lebende Walliser Historiker und Journalist Adrien de Riedmatten und das Berner Petitionskomitee „Gegen eine respektlose Kunst“ überreichten die Unterschriften in einem schwarzen Kindersarg. Die als Trauerfeier gestaltete Übergabe galt dem chinesischen Mädchen, dessen Kopf für das Objekt mißbraucht worden war.

Müde Dynamik

„In seinen späten Jahren plädierte Kardinal Franz König immer wieder dafür, sich auf den Elan des Konzils und den Mut eines Johannes XXIII. zu besinnen. Johannes XXIII. habe die katholische Kirche in die Gegenwart geführt, »aus einer statischen zu einer dynamischen, aus einer autoritären zu einer geschwisterlichen Kirche«. Der Wiener Alterzbischof bedauerte demgegenüber so manches Mal die im westlichen Europa in der Kirche feststellbare »Müdigkeit«.“

Aus einem Bericht der Homepage der Erzdiözese Wien vom 12. Oktober über die Erfahrungen von Franz Kardinal König († 2004) am Zweiten Vatikanum.
      
12 Lesermeinungen
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#13   Athanasius   10:58:53 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
So alt schon?
Ist dieser Kalender schon so alt? Als nichts neues? Stammt schon aus 2004?
Übrigens glaube ich dem Photographen, denn in Rom gibt es so viele Seminaristen. Seit einiger Zeit sind viele von diesen auch sehr konservativ und tragen gerne wieder Birett und Soutane. Das ist also keine „Verschönerung“ durch den Photographen.
Und bei zig-Tausenden von Seminaristen wird man auch sicherlich „hübsche Fotomodelle“ aussuchen können.
Weshalb den Ärger mit Laien, die nachher für Geistliche gehalten werden?
So ein Bericht aus Metrozeitungen kann übrigens auch mal falsch sein. So kommt es mir vor, denn wer würde schon jemand der in Soutane und Birett fotografiert wurde wiedererkennen in Jeans oder Anzug? Wenigstens ist derjenige im Bild ein Seminarist.
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#12   Agostino   23:28:34 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Fotomodelle: ein italienischer Artikel
Als ich vor einem Jahr noch in Rom studierte, erschien ein Artikel in einer kostenlosen römischen Zeitung („Metro“ oder so was), wo es hieß, dass alle im Kalender abgebildeten Jugendlichen, mit einer Ausnahme, tatsächlich Laien sind. Ein von denen hat sich sogar mit seinem Namen vorgestellt. Man habe ihn auf der Straße erkannt und als „Reverendo!“ angesprochen.
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#11   Athanasius   21:26:53 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Name: Calendario Romano
www.calendarioromano.org/
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#10   Andreas   20:45:25 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Nun ja, aber…
soooo schlimm sind die Fotos ja nicht!
Wenn sie nicht so geschönt wären!
Jeder regt sich darüber auf, daß „junge, knackige“ Priester gefilmt wurden.
Aber in…
Soutane und Birett!
Welcher katholische Priester, der V2 anhängt hat heute noch Soutane und Birett?
Ich finde es gut, wenn man den Leuten mal wieder kalr macht, wie katholische Priester aussehen!
Nämlich wie die, der FSSPX oder der…
Mensch, da denkt doch jeder irgendwann:
was haben die Lefebvres tolle Priester!
Nicht so öde wie die nachkonziliaren, oder so…
die meisten sehen heute amt Bischöfen sowieso aus wie Vertreter für Südfrüchte…
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#9   Athanasius   20:17:50 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Photoreportage
Ich finde die Reportage an sich nicht schlecht, aber ich finde der Nachdruck auf äusserliche Attraktivität schlecht. Es wurden nur attraktive jungen Seminaristen-Männer photographiert. Wozu? Das ist doch nur zum Anreizen der Sinne gemeint, nicht um einen positiven Eindruck der Hl. Priesterweihe und -berufung zu vermitteln.
Priester ist man für ein ganzes Leben. Und Seminaristen die Mädel anziehen ist nicht direkt der richtige Weg. Obwohl es auch zum Nachdenken bringt und zur Frage: „Für was und für Wen schiebt so ein hüscher junger Mann alles – inklusive Sexualität – bei Seite? Für Wen trägt er dieses schwarze Kleid“ Wenn die Antwort dann: „Jesus Christus“ lautet, hat die Reportage doch Früchte gehabt. Und ich finde die Biretta auch richtig gut.
Dennoch werde ich als Mann nicht von diesen „attraktiven jungen Seminaristen“ angereizt, auch nicht zum Priestertum. Ein Gemälde wie dieses, dás berührt die Seele: Klicke HIER „Französischer Pfarrer unterrichtet Bauernkindern im Katechismus“ cgfa.sunsite.dk/m/muenier1.jpg (Von: Maler Muenier). Wann kommt sei ein Kalender aus?
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#8   Christin   19:10:31 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
„Junge“ Priester als „Fotomodelle“
Nicht schlecht,wenn jemand jung und auch noch schön ist zur Klugheit dazu.
Ich bin froh verheiratet zu sein,sonst käm ich in Versuchung nur wegen der Schönheit und der Freude allein eine Hl.Messe zu besuchen.
Ob das die richtige Einstellung wär?Warum nicht!
Die Freude ist das höchste Gut auf Erden,wenn man seine Grenzen kennt sicherlich!
Warum sich nicht gemeinsam freuen,weil es so schön ist zu leben!Da nimmt man schon manches unverständliche in Kauf dafür,dass man sich ein wenig Zeit für die Freude im Leben stielt und sich freikämpft wie unser Papst.
Jeder braucht einen Bereich,eine Zeit,einen Raum,Gedanken,ein Gewand,eine Freude für sich allein,dass er nur für sich allein hat,
wie mein Mann mir das immer wieder zu verstehen gibt.
Auch ein Mann braucht ein wenig Abstand von der Welt um sich der Freude hinzugeben.
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#7   Marcel   15:48:41 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Konzils-Baywatch, würdevolle Nasen, und Weltklasse
Mimi hat es sehr gut und schön gesagt.
Auch ich gehe nicht wegen der würdevollen Nasen unserer Priester zu ebendiesen, sondern weil sie würdevoll die Sakramente spenden, das Wort Gottes punktgenau verkünden und vor allem: Christus ins Zentrum allen Geschehens stellen, nicht sich.
Was ist die Motivation dafür, Photographien von irgendwelchen jungen, „gut aussehenden“ Priestern in die Wohnung zu stellen oder zu hängen? Dieser Platz gebührt doch Dem, Den ein Priester nur vertritt, sowie Seinen treuen Dienern (Heiligen): einem schönen Kruzifix, einem lebensgroßen Konterfei des Barmherzigen Jesus, einer Marienstatue und anderen Heiligen.
Mancher Hochwürden ist offenbar zu sehr dem Fernsehen verhaftet. Die falsche Hochglanz- und Masken-Scheinwelt beeinträchtigt das Realitätsempfinden der Menschen. Als ehemaliger Rettungsschwimmer sage ich den Badehosenfreunden: Baywatch ist gar nicht die Wirklichkeit. :-)
Ein angelsächischer Denker sagte sinngemäß: Eine Fernseh-Kamera ist gefährlicher als eine Kanone, denn sie schafft falsche Realitäten.
Doch Rettung naht. Möchte jemand unserem Hochwürden dieses kleine Gerätlein zu Weihnachten schenken? TV-B gone: Turns off virtually any television! Hangs on your keychain. www.angeluspress.org/tv_b_gone.htm
PS: „Cayenne“ nimmt bescheiden an, sie sei „die beste Werbeagentur der Welt“. Ein deutscher Ex-Kanzler trat einst zu seiner Abwahl an mit Plakaten, auf denen er zu sehen war und die Lettern: „Weltklasse“.
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#6   turk   15:48:20 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Es geht mir um den durchschaubaren Moralismus der Kalenderkritiker
Hallo Mimi! Du hast nicht ganz verstanden, auf was ich hinaus wollte. Mir geht es darum, daß ich es für absurd halte, wenn jemand wie z. B. Justus hergeht und sich moralistisch über einen harmlosen Kalender aufspielt. Das halte ich nicht nur für kontraproduktiv, sondern für gespielt. Denn wenn man sich bereits über einen solchen Kalender erregt, …
Ansonsten, liebe Mimi, bin ich mit Dir d’accord. Der Priester muß lediglich in seinem Kulturkreis darauf achten, daß er die grundlegenden hygienischen Standards bei seiner Kleidung usw. einhält. Nur peinlich finde ich am Kalender – soweit darüber bisher etwas bekannt ist – gar nichts. Ich halte das für lächerlich und neuerlich nur für Werbung, ihn zu kaufen, überhaupt darüber zu diskutieren ;-)
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#5   Mimi   14:22:48 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
@Turk/Justus
„Wenn alle Priester so gut aussehen würden, wären die Kirchen voll“
Diese Aussage, die ich durchaus glaube, halte ich für peinlich. Auf Kath.net heißt es in dem Bericht ja auch, es handele sich um „junge attraktive“ Priester.
Ja, WOZU?, frage ich mich!
Ein Priester muss nicht äußerlich attraktiv sein, er ist kein Fotomodell. Warum hat man nicht „normale“ Priester genommen?
Ich habe nichts grundsätzliches gegen einen solchen Kalender, aber die zitierte Aussage zeigt, dass so ein Kalender die Blicke in eine falsche Richtung lenken kann.
Wenn tatsächlich die Kirchen voll wären, bloß weil da vorne ein attraktiver Priester steht, da kann ja wohl irgendwas nicht stimmen… völlige Werteverdrehung…
Die Kirche sollte voll sein, weil es um Jesus Christus geht, und Er die Mitte ist und wir uns auf die Begegnung mit Ihm freuen! Der Priester handelt an Christi statt… völlig unabhängig von seinem Äußeren. Tss…
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#4   turk   14:00:54 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Argumente wären eben schon hilfreich ;-)
Bei www.kath.net/detail.php?id=12244 liest man darüber hinaus: „Der Inhalt des Kalenders sei absolut seriös, es gebe nichts Anstoßerregendes darin, betont er. Der Kalender mit Schwarz-Weiß-Bildern kostet zehn Euro und enthält auch historische und praktische Informationen über den Vatikan und seine Museen in vier Sprachen.“
Herr Justus, vielleicht erklären Sie jetzt einmal, worin die Gefahr bei diesem Kalender besteht, wenn er „überall“ hängen würde? Mir scheint Ihre Wortmeldung am peinlichsten zu sein, nicht jedoch der Kalender oder die abgebildeten Priester / Seminaristen.
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#3   Sulpicius   13:53:27 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Wider Theatralik und Experimente
Es wäre schön, wenn der Papst und Kardinal Arinze einmal Roß und Reiter nennen würden. Diese Pauschalitäten helfen nicht weiter, weil jede Seite sie für sich in Anspruch nehmen kann. Kurzum: nutzlose Aussagen!
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#1   Justus   09:10:36 | Mittwoch, 7. Dezember 2005
Peinlich
Es ist unangemessen und peinlich, Wenn sich Priester und Seminaristen freiwillig als Fotomodelle für einen Kalender zur Verfügung stellen, von dem niemand wissen kann, wo der überall einmal hängen wird. Das ist dem priesterlichen Stand absolut nicht angemessen!
Noch peinlicher wird die Sache aber dadurch, dass (zumindest) der oben abgebildete Priester (oder Seminarist?) nicht einmal weiß, wie man ein Birett richtig aufsetzt.
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