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Donnerstag, 15. Dezember 2005 13:43
Gespie(ge)lte Logik
Der ‘Spiegel’ verdammte jüngst mit Donner und Doria zwei klerikale Homo-Übergriffe aus den 50er und 60er Jahren. Zugleich kämpft das Magazin dafür, daß nichts dagegen unternommen wird. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Das für seine unsachliche kirchliche Berichterstattung bekannte Hamburger Magazin ‘Spiegel Online’ ereiferte sich Anfang Dezember über einen klerikalen Mißbrauchsfall, der in den späten 50er und frühen 60er Jahren in der DDR stattfand.

Das Opfer erhielt inzwischen vom Bistum Magdeburg eine ihm rechtlich nicht zustehende freiwillige Entschädigung von 25.000 €.

Als neunjähriges Kind wurde der inzwischen 56jährige Mann von seinem Pfarrer zum ersten Mal in das Pfarrhaus gelockt und dort homosexuell vergewaltigt. Die Übergriffe dauerten sechs Jahre.

Als 16jähriger geriet das Opfer erneut in die Fänge eines Homosexuellen, der in der Pfarrei den Kirchenchor leitete. Die Mißbräuche dauerten zwei Jahre.

Dieser Fall wird vom einschlägig bekannten Peter Wensierski (51), der seit 1993 im Deutschland-Ressort des ‘Spiegels’ arbeitet, mit viel vorgespiegeltem Heulen und Zähneknirschen vorgetragen.

Wensierski jault in seinem Artikel so laut, daß man sehr gerne auch die andere Seite vernehmen würde, die vom Journalisten in Bausch und Bogen verdammt wird.

Die im Text angewendete und in Journalistenkreisen nicht unbekannte emotionale Vernebelungstaktik hat allerdings einen diabolischen Seiteneffekt.

Denn hinter dem Schleier der Emotionen vertuscht Wensierski – als ‘Spiegel’-Angestellter muß er der offiziellen ‘Spiegel’-Ideologie huldigen – die wahren Ursachen solcher Mißbräuche.

Auf diese Weise trägt der ‘Spiegel’ seinen aktiven Teil dazu bei, Kindesmißbräuche in und außerhalb der Kirche zu fördern, zu institutionalisieren – und zu verheimlichen.

Warum hält das Magazin, das sich bei Themen des klerikalen Kindesmißbrauches so gerne mit empörter Stimme meldet, seinen Lesern die umfangreichste und objektivste wissenschaftliche Studie vor, die je über die Mißbrauchsproblematik im kirchlichen Bereich durchgeführt wurde?

Es handelt sich um eine Untersuchung, welche das ‘John Jay College of Criminal Justice’ in Neu York publiziert hat.

Diese Studie kam zum Schluß, daß bei 80% aller nordamerikanischen klerikalen Unzuchtsfällen der letzten 50 Jahre Burschen im Alter von 11 bis 17 Jahren betroffen waren.

Nicht Mädchen. Auch nicht Buben vor der Pubertät.

Bei 80% aller Mißbräuche geht es nicht um Pädophilie, sondern um von Homosexuellen begangene Vergehen homosexueller Natur.

Die Unterschlagung dieser Information zeigt auf, in welchem Maße die ‘Spiegel’-Berichterstattung in Sachen Homosexualität und Kirche skandalös und unverantwortlich ist.

Statt Roß und Reiter zu nennen, tut der ‘Spiegel’ so – siehe den obengenannten Artikel –, als ob der Modus der Auszahlung von Schmerzensgeldern bei klerikalen Mißbrauchsfällen das Hauptproblem wäre.

In diesem gleichen Kontext steht ein ‘Spiegel’-Artikel, der am 29. November unter dem Titel „Vatikan veröffentlicht Schwulenerlaß“ publiziert wurde, ein weiteres tragisches Beispiel für die Schummelstrategie des ‘Spiegel’.

Dort wird die vatikanische ‘Instruktion über Kriterien zur Klärung der Berufung von Personen mit homosexuellen Tendenzen im Hinblick auf ihre Zulassung zum Priesterseminar und zu den Heiligen Weihen’ in Spiegelmanier als „umstrittener Erlaß“ bezeichnet.

Ausgiebig macht sich das Magazin sodann zum kritiklosen Sprachrohr der „heftigen Empörung bei Schwulenverbänden“.

Dabei wird gesagt, daß der Vatikan mit der Instruktion „ein weiteres fatales Zeichen in seinem Kampf gegen die Akzeptanz von Homosexuellen“ setze.

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist dem ‘Spiegel’ dagegen keine müde Silbe wert.

Mit „Ignorieren heutiger Erkenntnisse der Humanwissenschaften und mit Verboten setzt der Vatikan auf die Dominanz einer einseitig auf Fortpflanzung gerichteten Sexualmoral“, trompetet der erleuchtete Text stattdessen vor sich hin.

Ob man bei den „heutigen Erkenntnissen der Humanwissenschaft“ die Studie des ‘John Jay College of Criminal Justice’ vergessen hat?

Die Homo-Apologien des ‘Spiegel’ und seine Leugnung wichtiger Hintergründe des Kindesmißbrauches ist hier der wahre Skandal – nicht die Reaktion von Bischof Gerhard Feige von Magdeburg angesichts der gegen ihn erhobenen finanziellen Forderungen im Zusammenhang mit dem oben erwähnten Mißbrauchsfall.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 7 Lesermeinungen:
Sonntag, 22. Januar 2006 14:13
Werner †: Abartig
…der Text, in dem wieder mal heftigst und vollkommen willkürlich gegen Homosexuelle gehetzt wird, zeigt wieder mal, dass es genug Leute gibt, die in den 30er und 40er Jahren stecken geblieben sind. Die Argumentation ist vollkommen polarisierend und aufhetzend. Es ist klar, wenn man selbst Dreck am Stecken hat, muss man ein Opferlamm suchen.
Samstag, 17. Dezember 2005 04:58
Frl.Ilse: @Traurig!
Was soll der Artikel? Er will einen Spiegel-Artikel über einen tatsächlich so vorgefallenen Sachverhalt madig machen (was nicht geht) und verweist auf eine US-Studie, die den traurigen Zustand des katholischen Klerus für alle offenbar macht. Was will man damit beweisen? Und was soll der Hinweis, dass sich katholische Kleriker hauptsächlich an Kindern zwischen 11 und 17 vergreifen, wie in der Studie steht? Das beweist allenfalls, dass es unter kath. Priestern einen überdurchnittlichen Anteil an Pädophilen gibt (das sagt nichts über Homosexuelle, das ist was anderes). Ein überdurchschnittlicher Anteil derjenigen (Männer), die ein gottgeweihtes Leben führen wollen, ist also krankhaft pervers und kriminell. Darüber sollte man sich mal Gedanken machen, statt über einen richtig recherchierten Spiegel-Artikel herzuziehen. Oder ist der Abgrund, in den die Kirche da blickt, so schaurig, dass sie’s lieber lässt? Das Wetter ist heute schlecht, also verbiete ich eben das Wetter! Denkt mal drüber nach.
Freitag, 16. Dezember 2005 14:52
real: Kindesmissbrauch hat sich mit Homosexualität zu tun
Schwule, die mit sich, ihrer Sexualität und ihrem Umfeld im Reinen sind, missbrauchen keine Jungs! Nur jene, die entweder die perverse Neigung verspüren sich an Kindern zu vergehen oder jene, die sich niemals mit ihrer Sexualität richtig auseinandergesetzt haben und auf der Stufen von pubertierenden Jungs stehen geblieben sind, vergehen sich an Kindern!

Die Kirche produziert durch ihre Sexual-Moral und die Verdammung von Homosexuellen ihre eigenen Sexualstraftäter! Viele Priester haben homosexuelle Neigung verspürt und wurden durch die aufgezwungene Moral dazu verdammt diese zu unterdrücken. Doch der Mensch kann seine Lust nicht dauerhaft unterdrücken und verleugnen und so entlädt sich diese Lust als kranke Perversion und die Priester vergehen sich an den Kindern!
Freitag, 16. Dezember 2005 11:05
wi-bi: Benedikt
Ich kann zwar viele Widersprüche zu Aussagen von kreuz.net oder Vatikan-Pressemitteilungen finden, aber das ändert nichts an meiner Meinung.

Nehmen wir z.B. mal den Absatz über die Untersuchungen des John Jay Colleges (JJC). Ich kann es nicht verstehen warum „vergessen“ wurde zu erwähnen, dass die amerikanischen Bischöfe den Auftrag zur Untersuchung gaben. Nebenbei erwähnt wurden zwei Studien in Auftrag gegeben. Neben dem John Joay College wurde noch das National Board (NB) beauftragt. Die Aussage mit den „80% Missbräuchen homosexueller Natur“ kommen nicht wie o. a. vom JJC, sondern vom NB. Das JJC distanziert sich sogar von dieser Aussage, da es keinerlei Daten über die sexuelle Ausrichtung der Täter gibt. Und jetzt kommt das Beste: Raten Sie mal wer hinter dem „National Board“ steckt? Richtig! Die amerikanischen Bischöfe.

Jetzt dürfen sich also schon die Schuldigen über Pseudo-Studien selbst reinwaschen. Lächerlich und absolut unglaubwürdig. Die Aussagen des NB sind das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wurden.

Was übrigens auch nicht erwähnt wird, dass die meisten Missbrauchsfälle von sogenannten Serientätern verübt wurden. D.h. etwa 150 Priester vergewaltigten allein 2900 Opfer. Über 25% aller Fälle sind eben diesen 150 Priestern zuzuordnen, die wohl offensichtlich in Ihrer Sexualität gestört sind und mit Massenvergewaltigern verglichen werden sollten (nebenbei sei erwähnt, dass trotdem stolze 4% aller amerikanischen Priester Täter sind).
Donnerstag, 15. Dezember 2005 22:04
@benedikt:
„Dann können Sie selbst feststellen, wieviel Fehler in diesen Artikeln steckt.“

Das ist aber nichts gegen den Unsinn, der hier auf dieser Seite ständig verzapft wird.
Donnerstag, 15. Dezember 2005 18:41
Benedikt: @ wi-bi
Ich schlage Ihnen vor, Artikel das Spiegel zu lesen, die von einer Materie handeln, die Ihnen genau bekannt ist. Dann können Sie selbst feststellen, wieviel Fehler in diesen Artikeln steckt.

Die Redaktion von kreuz.net hat mit

Das für seine unsachliche kirchliche Berichterstattung bekannte Hamburger Magazin ‘Spiegel Online’

daher sehr recht und ich freue mich, dass die Redaktion zu dieser Formulierung gefunden hat. Die alte („Hamburger Boulevardblatt“) war mir persönlich ein wenig zu platt ).
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