Die römische Kleruskongregation lobte die von Bischof Gerhard Ludwig Müller angeordnete Neuordnung des Laienapostolats. Stellungnahme von Dario Kardinal Castrillon Hoyos zur Rätereform im Bistum Regensburg.
Exzellenz, hochwürdigster Herr Bischof,
In Ihrem Auftrag hat Ihr Generalvikar, H.H. Michael Fuchs, mit
Eingabe vom 23. November 2005 diese Kongregation um ein Urteil hinsichtlich der in Ihrem Bistum durchgeführten
Neustrukturierung der Räte gebeten.
Mit den folgenden Ausführungen möchten wir dieser Bitte nachkommen.
Die für die Pfarrgemeinderäte und den Pastoralrat der Diözese Regensburg erarbeiteten Statuten sowie
das Muster-Statut für das Diözesankomitee im Bistum Regensburg orientieren sich an den für diese Organismen
maßgeblichen Vorgaben des Codex des kanonischen Rechts und legen den Geist und die Ziele dieses Gesetzeswerkes
im Sinne der Dokumente des II. Vatikanischen Konzils (Christus Dominus, Apostolicam Actuositatem) auf
zuverlässige Art und Weise aus.
Insbesondere sichern die besagten Statuten einerseits der kirchlichen
Autorität die Rolle, die ihr aufgrund der hierarchisch-sakramentalen Natur der Kirche in der Leitung
pastoraler Initiativen zukommt, andererseits erlauben sie eine großzügige Würdigung der spezifischen
Sendung der Laien, die dazu berufen sind, durch ihren beispielhaften Einsatz die Strukturen der Gesellschaft
von innen her zu heiligen und so dem Glauben der Kirche einen immer lebendigeren Ausdruck zu verleihen.
Dieses Dikasterium nimmt daher mit Genugtuung zur Kenntnis, daß die besagten Statuten die Mitarbeit
der Laien an der Ausübung der Pastoral auf eine Art und Weise ordnen, die den Charismen von gläubigen
Laien und geistlichen Amtsträgern und deren naturgemäß verschiedenen Funktionen jeweils voll entspricht.
Es versteht sich von selbst, daß die besagten Statuten nur eine Form unter vielen legitimen Varianten
darstellen, innerhalb derer die Möglichkeit besteht, den Bereich der Zusammenarbeit zwischen Laien und
geistlichen Amtsträgern auf eine für die Kirche segensreiche Art und Weise zu regeln.
Indem diese Kongregation
Ihnen ihre Anerkennung zur aufgegriffenen Initiative ausspricht sowie in der Hoffnung, daß auch andernorts
ähnliche Initiativen entstehen, verbleiben wir, dankbar für die geschätzte Zusammenarbeit,
hochachtungsvoll
im Herrn
Dario Kardinal Castrillon Hoyos
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7 Lesermeinungen
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#6 Laurentius2 13:09:39 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
Keine Scharfmacherei – notwendige Klärung ! Also, um das klar zu stellen, Scharfmacherei in unserer Heiligen
Una sancta ist wirklich nicht meine Sache. Ich hätte grundsätzlich viel zu viel Angst vor dem (seelischen)Schaden,
den man damit anrichten kann und den ich dann später vor IHM zu verantworten hätte … ABER: Ist bei
dem kirchenpolitischen Richtungsstreit Bischof Müller, Fürstin Gloria, Kardinal Hoyos auf der einen
gegen Kardinal Lehmann, DBK, ZdK und „katholische“ Medien auf der anderen Seite nicht eine Entscheidung
dringend notwendig ? Wir leben – bis dahin – in einer schizophrenen Struktur, die für eine Rückgewinnung
der gesellschaftlichen Initiative denkbar ungeeignet ist. Denn: Wer will schon eine arme evangelische,
neuheidnische oder islamische Seele den Professoren Rahner, Vorgrimler, Küng oder Lehmann in die Arme
treiben ? Bleibt das aktuelle Papstwort an uns Deutsche: Boten des Lichts sein – mitten im Dunkel der
Apostasie und der innerkirchlichen Querelen eine Riesenherausforderung.
#5 28.IX-28.X 10:45:12 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
@Sirilo Alle drei; und zwar im negativen Sinne!! Aber es gibt auch gute Bakterien, Viren ect. ohne die
ein Mensch nicht leben kann. Um solche eben bemüht sich Bisch. Müller und für solche Mühen hat er
jetzt unterstützung aus Rom.
„andernorts“ @ expressio Mut kann man nur aufbringen, wenn man von einer Sache überzeugt ist. Die meisten
Exzellenzen in Deutschland scheinen jedoch vom Gegenteil überzeugt zu sein. Ihnen fehlt also nicht einfach
nur der Mut, sie wollen einfach nicht anders, weil die gegenwärtigen Strukturen der Laienräte voll und
ganz ihrem (defizitären) Weltbild entsprechen (inklusive zersetzender Organisationen wie „Donum vitae“,
die zwar formaljuristisch kein kirchlicher Verein sind und sozusagen nur „privaten“ Charakter haben, aber
stillschweigend mit Wohlwollen bedacht werden) … Deshalb: neue Exzellenzen braucht das Land! Eine neue
Generation von Bischöfen mit einem korrekten Kirchenbild, einer sauberen philosophischen und theologischen
Grundbildung!