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Donnerstag, 8. Dezember 2005 08:49
kreuzmeldungen
Zum Tempel hin + Ausverkauf + Heilige statt Fußballer + Eintagsfliege + Zur Konzilsverbindlichkeit
Zum Tempel hin

Vatikan. Bei der gestrigen Generalaudienz sprach Papst Benedikt XVI. über Psalm 138. Der Psalm beginne mit dem Hinweis auf die Gebetsrichtung: „Der Beter wende sich zum Tempel hin, zum Ort der Gegenwart des Herrn.“ Dies sei der Ort, wo Gott seinem Volk begegne. Am Schluß seiner Ansprache rief der Heilige Vater die deutschsprachigen Pilger dazu auf, Träger und Boten des Lichts zu werden.

Ausverkauf

Deutschland. Das Bistum Aachen ist dabei diözesane Immobilien zu verkaufen. Die Verantwortlichen erhoffen sich davon einen Erlös von rund 20 Millionen Euro. Dies teilte die bischöfliche Pressestelle mit. Die Verkäufe sollen bis spätestens 2008 getätigt werden und zur Finanzierung des Haushaltsdefizits eingesetzt werden. Bislang erzielte das Bistum durch den Verkauf von sechs Immobilien und Grundstücken rund 2,1 Millionen Euro.

Heilige statt Fußballer

Italien. Wer Abziehbilder von Fußballern sammelt, beschäftigt sich mit Schnee von gestern. Der neue Hit ist ein Album mit Abziehbildern von Heiligen. In Zukunft kann man den heiligen Antonius mit dem heiligen Franz oder der heiligen Klara tauschen. Die Kollektion besteht aus 442 Heiligen. Diese stammen aus der Sammlung von Vittorio Pranzini, in dessen Besitz sich 20.000 Heiligenabbildungen befinden. Das Vorwort für das Heiligenalbum schrieb Esilio Kardinal Tonini (91), der ehemalige Bischof von Ravenna. Das Album wird ab dem 18. Dezember im Verkauf sein und kostet 3 Euro. Der Preis für ein Paket mit sechs Abziehbildern von Heiligen beträgt 60 Eurocent. Sammelfaulpelze können das Werk auch mit schon eingeklebten Bildern kaufen.

Eintagsfliege

Deutschland. Die Protestaktionen gegen die Reform verschiedener Laienräte im Bistum Regensburg flauen ab. Medienberichten zufolge beteiligten sich am Samstag nur etwa 30 Personen an einer Mahnwache vor dem Regensburger Dom. Vor einer Woche waren es noch rund 500.

Zur Konzilsverbindlichkeit

„Ein Text des Konzils ist selbstverständlich immer nach den allgemeinen, allseits bekannten Regeln auszulegen.“ „Unter Berücksichtigung des konziliaren Verfahrens und der pastoralen Zielsetzung des gegenwärtigen Konzils definiert das Konzil nur das als für die Kirche verbindliche Glaubens- und Sittenlehre, was es selber deutlich als solche erklärt. Was aber das Konzil sonst vorlegt, müssen alle und jeder Christgläubige als Lehre des obersten kirchlichen Lehramtes annehmen und festhalten entsprechend der Absicht der Heiligen Synode selber, wie sie sich nach den Grundsätzen der theologischen Interpretation aus dem behandelten Gegenstand oder aus der Aussageweise ergibt.“

Aus den von Papst Paul VI. gewünschten Zusätzen zu ‘Lumen Gentium’, der dogmatischen Konstitution über die Kirche des Zweiten Vatikanums.
6 Lesermeinungen:
Samstag, 10. Dezember 2005 12:57
richard: @ christin: Schön,
daß Sie das brachten. Ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen: Ursprünglich hieß es „FREIHEIT schöner…“ JENE, auf deren Konto die Verfälschung geht, haben FREUDE…
richard
Freitag, 9. Dezember 2005 17:21
Christin: Tempel Gottes,der seid ihr :Ode an die Freude
Friedrich Schiller (1759-1805) 1785
1. Freude schöner Götterfunken,
Toechter aus Elysium,
Wir betreten Feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt.
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
|: Brüder, überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen, :|

2. Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!
Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie.
|: Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet. :|

3. Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod,
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
|: Such ihn überm Sternenzelt!
Über Sternen muß er wohnen. :|

4. Freude heißt die starke Feder,
In der ewigen Natur,
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Donnerstag, 8. Dezember 2005 17:40
Athanasius: Konzil
…Die Ablehnung des Konzils ist wenigstens nicht häretisch. Also bevorzuge ich es wegzulassen anstatt seine doppeltsinnigen Aussagen zu „korrigieren“.

Die Ablehnung ist keine Häresie, auch wenn sie schlimm sein mag. Häresie nicht, denn Kardinal Hoyos hat mehrfach gesagt, dass die FSSPX „gar nicht“ häretisch sei (eben weil er bei der FSSPX keine Häresie fand, sagte er auch: dann gibt es auch das angebliche Schisma nicht).

Lesen Sie mal den Artikel aus der frankfurter Allgemeinen. Darin erkennen auch Laien das Problem zwischen Vor- und Nachkonziliarer Römisch-Katholischen Kirche. Es ist keine „Diskussion der Marginale“ oder nur Grund für die FSSPX. Die Fragen stellt man jetzt – 40 Jahre danach – noch immer: WESHALB DER GEGENSPRUCH ZUR TRADITION?!!!
Donnerstag, 8. Dezember 2005 16:53
Rosa von Lima: Eintagsfliege
Diese Reform im Bistum Regensburg ist das Beste, was seit dem V2 in der Kirche passiert ist. Wenn sich nur andere Bistümer auch dazu entschliessen könnten.
Donnerstag, 8. Dezember 2005 12:58
Laurentius2: @Zwobbel – Wo kann man das mal nachlesen ?
Schließe mich der Fragestellung an. Wo kann man mal endlich etwas dazu lesen (außer Vinzenz von Lérin).
Haben aktuelle Theologen wie Ratzinger, May, Scheffczyk irgendwo noch etwas ausführlicher dazu geschrieben ?
Donnerstag, 8. Dezember 2005 09:04
zwobbel: Das Zitat zur Konzilsverbindlichkeit…
… soll mir als normalem Laien wohl sagen:

Eine „Erklärung“ ist nur eine „Erklärung“ und weder Dekret noch Enzyklika noch dogmatische Konstitution und wird ggf. von solchen zurecht gerückt.

Ein Dekret des Konzils ist nur ein Dekret aber keine dogmatische Konstitution und wird ggf. durch dogmatische Aussagen ins rechte Licht gesetzt.

Soll mich das auf die Hierarchie der (Un-)Verbindlichkeit von kirchlichen Texten hinweisen?
Oder was wollte Paul VI. mir da sagen?
Man kann da doch wohl ein Bekenntnis zu Sinn und Berechtigung der Tradition auch bei lehramtlichen Aussagen heraus lesen, die als Maßstab an Konzilstexte anlegt werden. Oder?
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