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Donnerstag, 8. Dezember 2005 09:42
Marias untergeordnete Aufgabe
Das Zweite Vatikanum fand nicht zufällig an einem Hochfest der Allerseligsten Jungfrau – dem Fest der Unbefleckt Empfangenen – seinen Abschluß. Die Konzilsväter wußten, daß die Muttergottes – einem Aquädukt gleich – die Ströme der Gnade verteilt.
(kreuz.net/ Lumen Gentium) Die selige Jungfrau – als Muttergottes von Ewigkeit mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes vorherbestimmt – war hier auf Erden nach dem Willen der göttlichen Vorsehung: die erhabene Mutter des göttlichen Erlösers, einzigartig und vor anderen seine großmütige Gefährtin und die demütige Magd des Herrn.

Sie hat beim Erlösungswerk einzigartig in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe für die Wiederherstellung des übernatürlichen Lebens der Seelen mitgewirkt, indem sie Christus empfing, gebar und nährte, im Tempel dem Vater darstellte und mit ihrem am Kreuze sterbenden Sohn litt.

Deshalb ist sie auch uns in der Ordnung der Gnade eine Mutter.

Die Mutterschaft Marias dauert in der Gnadenökonomie unaufhörlich fort: von ihrer Zustimmung, die sie bei der Verkündigung gläubig gab und unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur ewigen Vollendung aller Auserwählten.

In den Himmel aufgenommen, gab sie ihren heilbringenden Auftrag nicht auf. Durch ihre vielfältige Fürbitte fährt sie vielmehr fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu erwirken.

In ihrer mütterlichen Liebe sorgt sie sich für die Brüder ihres Sohnes, die noch in Gefahren und Bedrängnissen auf der Pilgerschaft sind, bis sie zur seligen Heimat gelangen.

Deshalb ruft die Kirche die selige Jungfrau unter dem Titel „Fürsprecherin, Helferin, Beistand und Mittlerin“ an. Das aber ist so zu verstehen, daß es der Würde und Wirksamkeit Christi, des einzigen Mittlers, nichts abträgt und nichts hinzufügt.

Keine Kreatur kann nämlich mit dem menschgewordenen Wort und Erlöser jemals in einer Reihe aufgezählt werden.

Wie die Amtspriester und das gläubige Volk am Priestertum Christi auf verschiedene Weise teilnehmen und wie die Gutheit Gottes auf die Geschöpfe verschieden ausgegossen wird, so schließt die einzigartige Mittlerschaft des Erlösers im geschöpflichen Bereich eine unterschiedliche mitwirkende Teilnahme an der einzigen Quelle nicht aus, sondern erweckt sie.

Die Kirche zögert nicht, eine solche untergeordnete Aufgabe Marias zu bekennen. Sie erfährt sie auch ständig und legt sie den Gläubigen ans Herz, damit diese unter dem mütterlichen Schutz Marias dem Mittler und Erlöser inniger anhangen.

Lumen Gentium – Licht der Völker – ist der Titel der dogmatischen Konstitution über die Kirche des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965).
3 Lesermeinungen:
Freitag, 6. Januar 2006 06:45
Dr. Otterbeck: mater nobis in ordine gratiae (LG 61)
Mit Petrus vereint feiere die Kirche unter dem Wort Gottes die Geheimnisse Christi zum Heil der Welt; so, in etwa, hatte die Synode 1985 die eschatologische, also auch marianische Bedeutung des Vatikanum II präzise zusammengefasst. Die Hinwendung der Liturgie zum Volk ist daher, richtig gedeutet, nicht nur ein Kraftakt, um die vielen Völker zum Sakrament zu führen, sondern auch Rosenregen der consolatrix afflictorum. Die römische Messe wandte sich vor Beginn des III. Jahrtausends nämlich Jerusalem zu, weil die Königin der Apostel seit Pfingsten, dem Volk ihr Antlitz zugewandt, die Völkerwallfahrt initiiert, auf die der moderne Mensch so sehr hoffen möchte.
Freitag, 9. Dezember 2005 22:33
Christin: Ganz normal „leben“ heißt „unterordnen“ :
Jeder Mensch passt sich dem Umfeld an und ordnet sich einer Ordnung unter in die man hineingeboren wird, in der Religion,in der Welt in der man lebt.
Leben und überleben heißt anpassen und eigenes Gedankengut zu bewahren und nicht aufzugeben.
Donnerstag, 8. Dezember 2005 13:21
gunther maria michel: Frage an die Redaktion:
Von welcher Statue ist dieses Foto aufgenommen? Wirklich sehr schön!
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