Die Abschaffung des Latein als Beispiel der Reform
Ein protestantischer Landesbischof hielt eine Lobesrede auf das Zweite Vatikanum, aber er kritisierte auch den Kompromißcharakter vieler Konzilsaussagen.

Der evangelische Ratsvorsitzende, der von Berlin aus tätig ist, sprach laut einem Bericht der ‘Netzeitung’ am Mittwoch im norddeutschen Hannover.
Das Zweite Vatikanische Konzil, an dem fast 3000 Konzilsväter und über 100 Beobachter anderer christlicher Gemeinschaften teilnahmen, begann 1962 und endete vor genau vierzig Jahren am 8. Dezember 1965.
Die Konzilsergebnisse hätten den Weg für ein ökumenisches Miteinander „der Kirchen“ eröffnet und das Verhältnis der römisch-katholischen Kirche zur Welt auf ein neues Fundament gestellt, erklärte der Protestant.
Die evangelische Gemeinschaft sei für den konziliaren Aufbruch dankbar.
Zugleich hoffe man weiterhin, daß die Katholische Kirche Wege finde, die „reformatorischen Kirchen als Kirchen“ zu respektieren. Viele ökumenische Fortschritte seien das Ergebnis der damaligen Öffnung, erklärte der evangelische Landesbischof.
Im zeitlichen Abstand werde jedoch auch der Kompromißcharakter vieler Konzilsaussagen deutlich.
So habe das Konzil einerseits einer „Rückkehr-Ökumene“ eine Absage erteilt. Zugleich habe das Zweite Vatikanum aber am Gedanken der Eingliederung der getrennten Christen und Kirchen in die römisch-katholischen Kirche festgehalten.
In ihrem Willen zur Ökumene sei die katholische Kirche in der Lage, auch „andere Kirchen“ zu motivieren, erklärte der evangelische Ratsvorsitzende. Zugleich vermittle sie aber „den Eindruck“, als fehle ihr nichts.
Die Reform der Liturgie sei – so Huber – ein sichtbares Zeichen des konziliaren Aufbruchs gewesen. Theologie, Frömmigkeit und Gottesdienst schöpften seither „auch“ in der römisch-katholischen Kirche deutlich aus der Heiligen Schrift.
Die Messe in Landessprache – eine alte Forderung des abgefallenen Priesters und Reformators Martin Luther – würdigte Huber als Beispiel der Reform.
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Sonntag, 11. Dezember 2005 14:25
Brandenburgis: Nolimon hat mit seiner Angabe recht.
Ich wollte auch weder auf die Frage der Konversion, noch sozusagen auf die protestantische Interpretation des Begriffs „katholisch“ abstellen. Ohne eine Letztdeutung vornehmen zu können, verweise ich lediglich auf einige „katholische“ Aspekte bei Bach. Zum einen pflegte er enge Beziehungen zum Dresdner katholischen Hof und war bei den dortigen katholischen Komponisten, Musikern und Liebhabern hoch angesehen. Diese sorgten für die Infiltration der Bachschen Musik z.B. nach Böhmen und Österreich. Nachweislich fertigte Bach Auftragskompositionen für die katholische Liturgie an. Alles weist darauf hin, daß auch gerade die h-moll Messe eine liturgische Auftragskomposition für eine allerdings gigantische katholische Meßfeier gewesen ist, ich vermute die Einweihung der Dresdner Hofkirche. In der h-moll-Messe spürt Bach auf musikalische Weise dogmatischen Frage wie „Menschwerdung“, „Zwei Naturen Christi“, „Wesensgleichheit der Personen der Gottheit“, „Kreuzesopfer“ nach.
Sonntag, 11. Dezember 2005 11:53
Nólimon: Konvertiert ist 1760 …
… nicht Johann Sebastian Bach, sondern sein 1735 in Leipzig geborener jüngste Sohn aus zweiter Ehe.
Nach seiner Konversion war er Domorganist in Mailand.
Der „alte“ Luther verstand sich wahrscheinlich als „katholisch“ (im Sinn etwa von „allgemein christlich“). Aber ob er sich als „römisch“ bzw. „päpstlich“ verstanden hätte …?
Der „alte“ Luther verstand sich wahrscheinlich als „katholisch“ (im Sinn etwa von „allgemein christlich“). Aber ob er sich als „römisch“ bzw. „päpstlich“ verstanden hätte …?
Sonntag, 11. Dezember 2005 10:15
Evelin: Luther und Bach
Zu Luther: Immerhin hat er sich weder scheiden lassen noch seine Frau umgebracht wie z. B. der Schismatiker
Heinrich VIII. Ich verstehe nicht, warum man sich 450 Jahre später noch immer über die legitime Ehe
von Martin Luther und Katharina v. Bora aufregen kann. Meines Erachtens hatte keiner von beiden eine geistliche
Berufung. An der protestantischen Häresie und am Abfall ganzer Gebiete ist er übrigens nicht alleine
schuld.
Zu Bach: Angeblich soll er vor seinem Tod zur katholischen Kirche konvertiert sein…
Zu Bach: Angeblich soll er vor seinem Tod zur katholischen Kirche konvertiert sein…
Samstag, 10. Dezember 2005 23:48
Brandenburgis: @timpressum
Bach war nicht „evangelisch“, Bach war eher durch und durch katholisch, – wie aus Leben und Musik klar hervorgeht.
Samstag, 10. Dezember 2005 23:29
Nólimon: @ Le Trot:
Sie scheinen demnach nichts Gutes erreichen zu wollen … und irgendwie man kommt nicht umhin, Ihnen eben das zu glauben.
Samstag, 10. Dezember 2005 20:26
timpressum: Für alle…
…die die Evangelischen so doof finden, wie sie es hier schreiben, gibt es Oropax, damit sie sich die Ohren verstopfen können, wenn demnächst in ihren Kirchen Bach gespielt wird.
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