19:58:26 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
Benedikt XVI.
Am Fest der Unbefleckten Empfängnis dankte Benedikt XVI. seinen Vorgängern dafür, das Schiff Petri mit großer pastoraler Weisheit auf dem Weg der konziliaren Erneuerung geführt zu haben.
(kreuz.net, Vatikan) In der Peterskirche gab es heute vormittag ein zweifaches Gedenken: das Hochfest
der Unbefleckten Empfängnis und den 40. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils.
In seiner Predigt erinnerte Papst Benedikt XVI. an das letzte Konzil, das er selber als theologischer
Berater von
Kardinal Joseph Frings von Köln miterlebt hatte.
In seinem Gedächtnis bleibe der Augenblick
unauslöschlich, als sich die Konzilsväter bei den Worten von Papst Paul VI. plötzlich erhoben und stehend
applaudierten.
Der damalige Papst hatte erklärt: „Mariam Sanctissimam declaramus Matrem Ecclesiae“ –
„Wir erklären die allerheiligste Muttergottes zur Mutter der Kirche.“
„Mit diesem Titel faßte der Papst
die marianische Lehre des Konzils zusammen und gab den Schlüssel für deren Verständnis.“
Maria stehe
nicht nur in einer einzigartigen Beziehung zu ihrem Sohn Jesus Christus: „Indem sie vollkommen mit Christus
verbunden ist, gehört sie auch vollkommen zu uns.“
Das Konzil habe sagen wollen: Maria ist so sehr in
das Geheimnis der Kirche eingewoben, daß die Kirche und sie so wenig von einander zu trennen seien wie
Christus und seine Mutter.
Die Lesung von Adam und Eva aus dem Buch Genesis – die am Hochfest der Unbefleckten
Empfängnis vorgetragen wird – sei nicht nur eine Geschichte vom Anfang der Menschheit, sondern betreffe
alle Tage.
Sie verdeutliche, daß wir alle einen Tropfen jener Art zu denken in uns tragen, der in der
Genesis gezeigt wird: „Diesen Gifttropfen nennen wir Erbsünde.“
Am Fest der Unbefleckten Empfängnis
tauche vor unseren Augen der fatale Verdacht auf,
• daß eine Person, die nicht sündige, im letzten
langweilig sei;
• daß etwas im Leben des Heiligen fehle, nämlich die angeblich dramatische Dimension,
autonom zu sein;
• daß die Freiheit nein zu sagen, das Hinabsteigen in die Dunkelheiten der Sünde
und das Selbermachen-Wollen, Teil unseres Menschseins sei;
• daß man nur im Selbermachen-Wollen die
Breite und Tiefe des Menschseins, des wahren Wir-Selbst-Seins, voll ausnützen könne;
• daß wir diese
Freiheit auch gegen Gott auf die Probe stellen müßten, um wir selber zu sein.
Mit einem Wort – fuhr
der Papst fort – meinen wir, daß das Böse im Tiefsten doch gut sei:
„Wir denken, daß Mephistopheles –
der Versucher – Recht hat, wenn er sagt, daß es die Kraft sei, die ‘stets das Böse will und stets das
Gute schafft’.“
Beim Blick in sich selber hinein könne man aber sehen – so Benedikt XVI – daß dem nicht
so sei, daß das Böse den Menschen nicht erhöhe, sondern ihn erniedrige und demütige:
Dies müßten
wir am Tag der Immakulata lernen:
Der Mensch, der sich vollkommen in die Hände des Herrn übergebe,
werde keine Marionette Gottes, keine langweilige, angepaßte Person. Er verliere seine Freiheit nicht,
sondern gewinne sie.
„Nur der Mensch, der sich ganz Gott anvertraut, findet die wahre Freiheit, die große
und schöpferische Breite der Freiheit des Guten.“
Nach der Messe erinnerte Benedikt XVI. beim Angelusgebet
daran, daß Papst Paul VI. die Umsetzung des Zweiten Vatikanums in die Hände der Muttergottes gelegt
hatte.
Er – Benedikt XVI. – habe in der Messe am Vormittag Gott für das „Geschenk des Zweiten Vatikanischen
Konzils danken“ wollen:
„Ich wollte auch die Muttergottes loben, daß sie diese vierzig Jahre des kirchlichen
Lebens, die so reich an vielen Ereignissen waren, begleitet hat. In besonderer Weise hat sie mit mütterlichem
Schutz über den Pontifikaten meiner verehrten Vorgänger gewacht. Jeder von ihnen hat mit einer großen
pastoralen Weisheit das Schiff Petri auf dem Weg der echten konziliaren Erneuerung geführt und unermüdlich
für die treue Auslegung und Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils gewirkt.“
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Garm 16:05:37 | Samstag, 10. Dezember 2005
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Garm 14:35:29 | Freitag, 9. Dezember 2005
#1
turk 22:37:33 | Donnerstag, 8. Dezember 2005