Benedikt XVI.
Die Erbsünde ist der Gifttropfen in der Seele des Menschen
Am Fest der Unbefleckten Empfängnis dankte Benedikt XVI. seinen Vorgängern dafür, das Schiff Petri mit großer pastoraler Weisheit auf dem Weg der konziliaren Erneuerung geführt zu haben.
(kreuz.net, Vatikan) In der Peterskirche gab es heute vormittag ein zweifaches Gedenken: das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis und den 40. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils.

In seiner Predigt erinnerte Papst Benedikt XVI. an das letzte Konzil, das er selber als theologischer Berater vonKardinal Joseph Frings von Köln miterlebt hatte.

In seinem Gedächtnis bleibe der Augenblick unauslöschlich, als sich die Konzilsväter bei den Worten von Papst Paul VI. plötzlich erhoben und stehend applaudierten.

Der damalige Papst hatte erklärt: „Mariam Sanctissimam declaramus Matrem Ecclesiae“ – „Wir erklären die allerheiligste Muttergottes zur Mutter der Kirche.“

„Mit diesem Titel faßte der Papst die marianische Lehre des Konzils zusammen und gab den Schlüssel für deren Verständnis.“

Maria stehe nicht nur in einer einzigartigen Beziehung zu ihrem Sohn Jesus Christus: „Indem sie vollkommen mit Christus verbunden ist, gehört sie auch vollkommen zu uns.“

Das Konzil habe sagen wollen: Maria ist so sehr in das Geheimnis der Kirche eingewoben, daß die Kirche und sie so wenig von einander zu trennen seien wie Christus und seine Mutter.

Die Lesung von Adam und Eva aus dem Buch Genesis – die am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis vorgetragen wird – sei nicht nur eine Geschichte vom Anfang der Menschheit, sondern betreffe alle Tage.

Sie verdeutliche, daß wir alle einen Tropfen jener Art zu denken in uns tragen, der in der Genesis gezeigt wird: „Diesen Gifttropfen nennen wir Erbsünde.“

Am Fest der Unbefleckten Empfängnis tauche vor unseren Augen der fatale Verdacht auf,

• daß eine Person, die nicht sündige, im letzten langweilig sei;

• daß etwas im Leben des Heiligen fehle, nämlich die angeblich dramatische Dimension, autonom zu sein;

• daß die Freiheit nein zu sagen, das Hinabsteigen in die Dunkelheiten der Sünde und das Selbermachen-Wollen, Teil unseres Menschseins sei;

• daß man nur im Selbermachen-Wollen die Breite und Tiefe des Menschseins, des wahren Wir-Selbst-Seins, voll ausnützen könne;

• daß wir diese Freiheit auch gegen Gott auf die Probe stellen müßten, um wir selber zu sein.

Mit einem Wort – fuhr der Papst fort – meinen wir, daß das Böse im Tiefsten doch gut sei:

„Wir denken, daß Mephistopheles – der Versucher – Recht hat, wenn er sagt, daß es die Kraft sei, die ‘stets das Böse will und stets das Gute schafft’.“

Beim Blick in sich selber hinein könne man aber sehen – so Benedikt XVI – daß dem nicht so sei, daß das Böse den Menschen nicht erhöhe, sondern ihn erniedrige und demütige:

Dies müßten wir am Tag der Immakulata lernen:

Der Mensch, der sich vollkommen in die Hände des Herrn übergebe, werde keine Marionette Gottes, keine langweilige, angepaßte Person. Er verliere seine Freiheit nicht, sondern gewinne sie.

„Nur der Mensch, der sich ganz Gott anvertraut, findet die wahre Freiheit, die große und schöpferische Breite der Freiheit des Guten.“

Nach der Messe erinnerte Benedikt XVI. beim Angelusgebet daran, daß Papst Paul VI. die Umsetzung des Zweiten Vatikanums in die Hände der Muttergottes gelegt hatte.

Er – Benedikt XVI. – habe in der Messe am Vormittag Gott für das „Geschenk des Zweiten Vatikanischen Konzils danken“ wollen:

„Ich wollte auch die Muttergottes loben, daß sie diese vierzig Jahre des kirchlichen Lebens, die so reich an vielen Ereignissen waren, begleitet hat. In besonderer Weise hat sie mit mütterlichem Schutz über den Pontifikaten meiner verehrten Vorgänger gewacht. Jeder von ihnen hat mit einer großen pastoralen Weisheit das Schiff Petri auf dem Weg der echten konziliaren Erneuerung geführt und unermüdlich für die treue Auslegung und Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils gewirkt.“
      
7 Lesermeinungen
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#7   seppo   19:15:39 | Sonntag, 25. Dezember 2005
Erbsünde
Die Bezeichnung Erbsünde ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, denn Sünde ist etwas Persönliches. Besser wäre Erbschuld. Schuld ist etwas Übernommenes.
Auch sollte man diese Schuld nicht länger Eva anlasten, Eva hat die Sünde zwar eingeleitet, in Kraft gesetzt wurde sie durch Adam.
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#6   Brandenburgis   17:06:29 | Samstag, 10. Dezember 2005
@Garm
Ausweislich deiner postings hier ist deine ganze Existenz vollkommen sinnlos. Ich bitte Dich herzlich, Dich schleunigst zu verpissen bzw. zu „verduften“, wie man diesen Vorgang korrekterweise bezeichnen sollte!
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#5   Garm   16:05:37 | Samstag, 10. Dezember 2005
@Brandenburgis
So lange es nicht um deinepersönlichen Sünden geht ist derText, den du da von dir gegeben hast, Sinnlos!
Die Angst vor der Erbünde ist das beste Mittel um Geld und Schäfchen in die Fänge der Kirche zu locken.
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#4   Christin   17:36:23 | Freitag, 9. Dezember 2005
Süßes Gift:Die Erbsünde,Tor zur Freiheit !
…und Fenster zur Welt!
Predikt von IHM…so schön aus der Seele geschrieben
wie ein Spiegelbild der Wahrheit!
Papa Benedetto:
Der Sieger führt die Scharen…in die Freiheit der Welt!
Die Welt kann sich freuen,dieser Papst macht geschlossene Türen auf und ruft aus eine Zeit der Gnade!
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#3   Brandenburgis   15:06:01 | Freitag, 9. Dezember 2005
@Garm
Der Sünden Wust hat mich nicht nur befleckt,
er hat vielmehr den ganzen Geist bedeckt.
Gott müßte mich als unrein von sich treiben,
doch weil ein Tropfen heilges Blut
so große Wunder tut,
kann ich noch unverstoßen bleiben.
Die Wunden sind ein offnes Meer,
dahin ich meine Sünden senke,
und wenn ich mich zu diesem Strome lenke,
so macht er mich von meinen Flecken leer.
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#2   Garm   14:35:29 | Freitag, 9. Dezember 2005
Erbsünde Gibt es nicht!!!
Erbsünde ist nichts Existentes.
Du kannst nichts für die Sünden deines Vaters.
Und auch geerbte Krankheiten sind keine Sünde oder gar Strafe.
Sie sind Höchstens Folgen eines ungesunden Lebenswandels eines, oder mehrerer, Ahnen.
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#1   turk   22:37:33 | Donnerstag, 8. Dezember 2005
Dank sei Gott für diesen Papst
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