Die Situation des heutigen weltläufigen Konformismus verlangt nicht nur Klugheit und Mut, sondern auch einen Leidenswillen, der Zurücksetzungen, herablassende Ablehnungen und Verdächtigungen um der Kirche willen auf sich nimmt. Von Leo Kardinal Scheffczyk (†).
(kreuz.net) Es ist nicht unbegreiflich, daß die von der Krise innerlich betroffenen Gläubigen die Verantwortung
für die gefahrvolle Entwicklung dem Konzil selbst anlasten, zumal das Auftauchen dieser bedrohlichen
Zeichen zeitlich mit dem Konzil in Zusammenhang steht.
Aber natürlich kann ein zeitlicher Bedingungszusammenhang
nicht als ursächlicher Konnex gedeutet werden.
Blickt man auf das Ergebnis des Konzils, wie es sich
in den beschlossenen Konstitutionen, Dekreten und Erklärungen niedergeschlagen hat (und allein diese
sind für die dogmatische wie für die glaubensmäßige Beurteilung entscheidend), so kann man eine solche
Schuldzuweisung nicht begründen.
Für ein katholisches Glaubensbewußtsein besteht bezüglich der Beschlüsse
eines Allgemeinen Konzils, selbst gegenüber den nicht mit definitorischem Charakter ausgestatteten, von
vornherein die Prärasumtion, daß sich in ihnen keine Glaubensirrtümer befinden.
Läßt man es aber
nicht mit dieser Rechtsvermutung bewenden, sondern schreitet weiter zur inhaltlichen Prüfung – die hier
im einzelnen nicht unternommen werden kann –, so wird sich diese Annahme vollauf bestätigen.
Nimmt man
einige dogmatische Gehalte in den Blick, so läßt sich erkennen, daß etwa in der Bestimmung der Kirche
als „Volk Gottes und als Leib Christi“ ein umfassenderes Kirchenverständnis aus der Tradition zu Tage
gefördert wurde.
Ähnliches gilt vom dreifachen Amt der Kirche, das mit der Aufnahme der traditionellen
Formel vom Priester als Repräsentanten Jesu Christi („agere in persona Christi“) eine vertiefte Erklärung
erfuhr.
In diesem Zusammenhang ist auch bedeutsam, daß die Kollegialität der Bischöfe mit der Betonung
der primatialen Vollmacht des Papstes versehen und dem Petrusamt seine Vorrangestellung betont zugewiesen
wurde (nota explicativa zur Kirchenkonstitution).
Auch was das Konzil über das Verhältnis von Schrift
und Tradition, von Wort und Sakrament, von Kirche und Maria oder von Amtspriestertum und Allgemeinem Priestertum
lehrt, ist einerseits tief in der Tradition verankert, andererseits aber aus ihr bewußt neu erhoben und
mit stärkerem Nachdruck versehen.
Aber auch das, was in mehr praktisch-religiöser oder in spirituell-aszetischer
Hinsicht über die Mission, über Dienst und Leben der Priester oder über das Laienapostolat gelehrt
wird, ist urkatholisches Glaubensgut, das freilich in Ausrichtung und in Nutzung der zeitnahen Umstände
und Gegebenheiten interpretiert und aktuell dargeboten wird.
Auch das dem Mißverständnis besonders
ausgesetzte Ökumenismusdekret zeigt zwar ein beherzteres Zugehen auf die nichtkatholischen Gesprächspartner,
leistet aber keinerlei Aufweichung oder gar Preisgabe substantieller katholischer Glaubensgrundsätze
Vorschub.
Entgegen einer tendenziösen Interpretation ist auch zu erkennen, daß hier die Bezeichnung
„Kirche“ nicht einfach allen getrennten Gemeinschaften zugestanden wird, sondern für diese nur der weitergefaßte
Doppelausdruck „Kirchen und Gemeinschaften“ Verwendung findet.
Selbstverständlich gibt es in Teilbereichen
auch Aussagen und Formulierungen, an deren Geeignetheit, Genauigkeit und Präzision man weitergehende
theologische Fragen stellen und denen gegenüber man Wünsche anmelden kann.
So äußerte seiner Zeit
der Kirchenhistoriker Hubert Jedin Bedenken gegen die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ und ihre
weitläufigen Einlassungen auf soziokulturelle Fragen, deren Diagnose schon damals schwierig und kaum
zutreffend war.
Solche Fragen richteten sich von anderer Seite her besonders an die „Erklärung über
die Religionsfreiheit“, der gegenüber schon auf dem Konzil das Bedenken bezüglich einer laizistischen
und neutralistischen Auffassung des Staates geäußert wurde, die das Konzil freilich nicht meinte.
Eine
kritische Beurteilung erfuhr auch die nicht ganz eindeutige Bestimmung bezüglich des Eingreifens der
öffentlichen Gewalt im Falle des Mißbrauchs der Rechte.
Was aber die Ausweitung des Gedankens der Tolerierung
der nichtkatholischen Gemeinschaften zur Einräumung von Rechten an diese angeht, so mag sich hierbei
noch manche theoretische und praktische Frage auftun, die aber schwerlich einen dogmatischen Tatbestand
alterieren dürfte.
Im ganzen wird man deshalb bei der begründeten Überzeugung bleiben müssen, daß
das Konzil den katholischen Glauben tradiert und in lebendiger Überlieferung weitergegeben hat, womit
Fragen nach Treffsicherheit, Eindeutigkeit und Opportunität mancher Aussagen nicht ausgeschlossen bleiben.
Darum behält das Wort seine Berechtigung:
„Es ist mein Eindruck, daß die Schäden, die die Kirche in
diesen zwanzig Jahren erlebt hat, nicht so sehr dem wirklichen Konzil als vielmehr der Entfesselung in
ihrem [der Kirche] Inneren von latenten, aggressiven, polemischen, zentrifugalen, vielleicht unverantwortlichen
Kräften zuzuschreiben sind.“
Man darf dem hinzufügen: Wären die Beschlüsse des Konzils authentisch
interpretiert und angewendet worden, so hatten die beklagenswerten Schäden nicht auftreten können.
Scheffczyk, Leo: Nachkonziliare Irritationen und die Irritierten, in: Eberts, Gerhard (Hg.) Das Zweite
Vatikanische Konzil und was daraus wurde, Aschaffenburg 1985, 118-121.
Morgen: Es geht hier nicht um
Anklagen
Email-Adressen der Empfänger
22 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#22 Laurentius2 13:25:38 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
@Irenäus Lieber Irenäus, ich habe auf dieser Seite nach den Zitaten Papst Pauls VI. gesucht, sie aber
nicht gefunden. Können Sie bitte genauer angeben, wo man das nachlesen kann ? gratias
Gaudium et Spes zu lesen ist wie Schwimmen durch warmen Käse (John Vennari, „Catholic Family News“) Gut
zum Thema passend ein englischsprachiges Interview von „Catholic Radio“ mit John Vennari, Herausgeber
der US-„Catholic Family News“, zum Thema Modernism repackaged: the new theology of Vatican II council.
Hier die Interview-Seite ….voiceofcatholicradio.com/…olicradiowebpage.htm, von der man sich die Aufzeichnung
als „30 minute broadcast“ in MP3-Form laden kann (13 MB). >> Voice of Catholic Radio on Long Island, 11th
December 2005 {…} It is impossible to understand what has happened to the Church at the Vatican II Council
without understanding the modernist „New Theology“, an underground movement gaining momentum in the early
decades of the 20th Century and surfacing at the Council. Previously condemned by Pope Pius XII, the „New
Theology“ supports the false notion that religion must change with the times. {…} Reading Gaudium et
Spes is like swimming through warm cheese. << P.S. Es war auch John Vennari, der vorletztes Jahr www.fsspx.info/…2.2_wird_Fatima.html
die Skandale bei der interreligösen Konferenz in Fatima www.fsspx.info/streitpunkt_fatima/ als Augenzeuge
aufzeichnete und publik machte.
V2 war kein ökumenisches Konzil im traditionellen Sinne! Eine häufig gehörtes Argument ist, daß V2
als ökumenisches Konzil ja unfehlbar sei; ja es wird heutzutage, selbst von offiziellen Autoritäten,
behauptet, V2 sei ein solches gewesen. Allerdings finden sich auf www.sspx.org mehrere offizielle Zitate
von Paul VI. persönlich, daß es nicht unfehlbar sei. Damit scheint sich die Frage wohl zu beantworten.
Eine Synode wird wohl kaum gegen die eigene Intention unfehlbar lehren, oder?
Die Wesenmerkmale eines Konzils ergeben sich aus der Tradition! @ Benedikt: Und Sie haben das Apostelkonzil
wegdefiniert. Dort wurden auch keine Anathemata verhängt. Ich habe nie behauptet, dass beides erforderlich
sei: Entweder Definitionen oder Anathema. Im übrigen gehe ich davon aus, dass Pharisäer, die weiterhin
das jüdische Gesetz für Heidenchristen als verpflichtend ansahen, nunmehr keinen Platz mehr in den christl.
Gemeinden hatten (also ausgeschlossen waren). Der CIC von 1917 kennt keinen Kaiser mehr, der in der Lage
wäre, ein Konzil einzuberufen Nach welchem CIC durfte Kaiser Konstantin das Konzil von Nicäa einberufen?
Das ändert nichts daran, dass ein vom Papst einberufenes Konzil ein rechtmäßiges Konzil ist. Bis zu
dem Zeitpunkt, in dem das Konzil sich weigert, als Konzil tätig zu werden (Definitionen bzw. Anathema).
Die Einberufung ist kein Wesensmerkmal eines Konzils. Nirgendwo steht, dass es die Pflicht eines Konzils
ist, Anathemata usw. zu verhängen. Das ist doch alles an den Haaren herbeigezogen. Nein, an den Haaren
herbeigezogen ist es, die Eigenschaft eines Konzils an der Einberufung festzumachen. Er kann eine Weltsynode
einberufen. Er kann alles mögliche. Im 1917er CIC steht das trotzdem nicht Die Wesenmerkmale eines Konzils
ergeben sich auch nicht aus dem CIC, sondern aus der Tradition (was für alle Konzile gleichermaßen gegolten
hat; was hingegen eine Räubersynode war). Der Gatte der Evelin
#18 Rudolphus 17:12:32 | Montag, 12. Dezember 2005
V.II: Nur einige Sätze häretisch bzw. häresieverdächtig Daß das V.II kein rechtmäßiges Concil war,
ist schwer zu leugnen. Einem künftigen Papst steht es zu, die Häresien aus dem II. Vaticanum herauszustreichen.
Die angebliche Harmonisierung der Wahrheit (Kirche) mit dem Irrtum (Revolution, V.II) Catholicus schrieb:
Wer katholisch sein will, muss die Gültigkeit und Rechtgläubigkeit auch dieses Konzils (so wie aller
anderen) bejahen! Unmöglich, weil der Katholik die Rechtgläubigkeit der Päpste Pius VI., Pius VII.,
Gregor XVI., Pius IX., Leo XIII., Pius X., Pius XI., Benedikt XV., Pius XII. bejahen muß, die allesamt
über Jahrhunderte hinweg die Sprache des Syllabus sprachen und jeweils in eigenen Worten die Kultfreiheit
verdammten, um nur eine (wenn auch besonders „prächtige“) der vielen – z.T. feierlich – veurteilten modernistischen
Häresien aufzuzählen, die mit dem V.II Einzug in die Kirche hielten. Anders formuliert: gewichtige Texte
des V.II sind unvereinbar mit der beständigen Lehre der vorkonziliaren Päpste in (Dutzend-) Folge. Der
Papst sagte, daß das V.II den Gegen-Syllabus darstellt. Er sagte, daß das V.II die Versöhnung der Kirche
mit der 1789-Revolution ist! Der Staatsrechtler in der FAZ stützt diese Position, daß V.II nicht vereinbar
mit der „alten“ Lehre ist – wenn auch vorerst „nur“ anhand Pius IX. und einem Beispiel. Warum zieren Sie
sich so? Am Ende sind Sie der letzte Mohikaner, der Harmonie zwischen „alter“ und neuer Lehre behauptet.
Erzbischof Lefebvre 1990: „Die wichtigste Frage ist die Frage des Glaubens. Für uns ist sie gelöst.
Wir haben den Glauben aller Zeiten, den Glauben des Konzils von Trient und den Katechismus des hl. Pius
X., aller Konzile und aller Päpste vor dem II. Vatikanum.“
#16 Sulpicius 16:13:24 | Montag, 12. Dezember 2005
@Catholcius Da die blumenreichen, „Wort-im-Munde-herumdrehenden“ Texte des V2 ziemlich nichtssagend sind,
halte ich mich lieber an die Aussagen der davor liegenden Konzilien. Etwas Neues, im Sinne von glaubenerhellenden
Maßnahmen, hat V2 nicht geschaffen…
@ Gatte Und Sie haben das Apostelkonzil wegdefiniert. Dort wurden auch keine Anathemata verhängt. Der
CIC von 1917 kennt keinen Kaiser mehr, der in der Lage wäre, ein Konzil einzuberufen, ergo erwähnt er
diese Möglichkeit auch nicht. Das ändert nichts daran, dass ein vom Papst einberufenes Konzil ein rechtmäßiges
Konzil ist. Also auch Dogmen wieder aufheben und abändern? D.h. eine Lüge einer Synode, die sich anmaßend
„Konzil“ nennt, wird zur Wahrheit? Ich habe das Wort „Vorschrift“ sogar extra noch kursiv gesetzt, damit
dieser Irrtum nicht auftritt. Dogmen können natürlich nicht wieder zurückgenommen werden. Es ist mir
aber neu, dass die „Pflicht“ eines Konzils, Anathemata zu verhängen, ein Dogma ist. Nein, das entscheidet
nur der Papst. Und wenn das Konzil nicht zustimmt? Zwingen kann er es nicht, nur auflösen (und seine
Entscheidung aufgrund seiner eigenen Jurisdiktionsgewalt dennoch verbindlich machen). Ganz logisch: Darum
ist ja der Papst Papst, nämlich weil er seine Pflichten nicht erfüllt. Ein Bischof ist deswegen Bischof,
weil er sein Pflichten nicht erfüllt. Nirgendwo steht, dass es die Pflicht eines Konzils ist, Anathemata
usw. zu verhängen. Das ist doch alles an den Haaren herbeigezogen. Der Teilnehmerkreis von Synoden wird
vom Papst bestimmt wird. Er kann eine Weltsynode einberufen. Er kann alles mögliche. Im 1917er CIC steht
das trotzdem nicht.
#14 Catholicus 15:50:05 | Montag, 12. Dezember 2005
2. Vatikanisches Konzil Die Kirche selber – und nicht der „Gatte der Evelin“ – definiert, was als Konzil
zu gelten hat und was nicht. Von daher ist die Antwort auf die Frage klar, ob das 2. Vatikanische Konzil
ein Konzil war oder nicht! Entsprechend diesem Selbstverständnis ist auch die Auffassung falsch, das
2. Vaticanum habe „nichts Verbindliches“ in Fragen des Glaubens, der Sitte und der kirchlichen Ordnung
erklärt oder festgelegt. Wer katholisch sein will, muss die Gültigkeit und Rechtgläubigkeit auch dieses
Konzils (so wie aller anderen) bejahen!
@ Benedikts Argumente: Rasch widerlegt… Das II. Vatikanum Konzil, weil… …es vom Papst einberufen
wurde Ganz „logisch“: Nach der Definition haben Sie soeben die Konzilien des 1. Jahrt. a.D. wegdefiniert,
welche vom Kaiser einberufen wurden, ebenso das Konzil von Konstanz. In Nicäa war der Papst nicht einmal
durch einen Abgesandten vertreten, ebenso bei weiteren Konzilien. Es hängt nur von seiner letztendlichen
Akzeptanz der Beschlüsse ab. Außerdem bedeutet „höchste Regierungsgewalt“ eben das ao. Lehramt. Unverbindl.
Papiere entsprechen dem nicht. Konzil selber darüber entscheiden kann, ob es Dogmen verkündet oder Lehren
verurteilt. Nein, das entscheidet nur der Papst. Konzil im Gegenteil jede so lautende Vorschrift einfach
außer Kraft setzen können… Also auch Dogmen wieder aufheben und abändern? D.h. eine Lüge einer Synode,
die sich anmaßend „Konzil“ nennt, wird zur Wahrheit? Regierungsgewalt …logischerweise…keinen Gebrauch…
Ganz logisch: Darum ist ja der Papst Papst, nämlich weil er seine Pflichten nicht erfüllt. Ein Bischof
ist deswegen Bischof, weil er sein Pflichten nicht erfüllt. Nach dem 1917 CIC gibt es gar keine Weltsynode.
Der Teilnehmerkreis von Synoden wird vom Papst bestimmt wird. Er kann eine Weltsynode einberufen. Marcels
Lieblingszitat Ich glaube, noch richtiger wäre es zu sagen: Die Krise der Kirche ist eine Krise der Päpste
(seit V2). Der Gatte der Evelin
@ Gatte: Warum das II. Vatikanum ein Konzil war Das II. Vatikanum war ein Konzil, weil… …es vom Papst
einberufen wurde (can. 222 § 1). Dies ist die einzige Voraussetzung, die vom 1917er CIC (damals gültig)
an ein Konzil gerichtet wird. Desweiteren bestimmt can 228 § 1: „Ein allgemeines Konzil ist Träger der
höchsten Regierungsgewalt über die ganze Kirche.“ (=> gilt aber nur in Verbindung mit dem Papst, Anm
H. Jone). Daraus folgt, dass ein Konzil selber darüber entscheiden kann, ob es Dogmen verkündet oder
Lehren verurteilt. Das Konzil hat eine umfassende Macht, welche Vorschrift sollte bitteschön dem Konzil
irgendetwas befehlen können? In Verbindung mit dem Papst hätte das Konzil im Gegenteil jede so lautende
Vorschrift einfach außer Kraft setzen können, inklusive dem CIC selber. Zu einer umfassenden Regierungsgewalt
gehört logischerweise auch, von ihr keinen Gebrauch zu machen. Wäre ein Konzil hierzu gezwungen, dann
würde es sich nicht um eine umfassende Regierungsgewalt handeln. Diese Gewalt der Konzile ergibt sich
aus der Tradition, so dass Ihr Argument 1 hinfällig ist. zu 2. Dies festzustellen sind Sie nicht befugt.
Sie sind doch sonst auch gegen aufmüpfige Laien. zu 3. Ich muss Sie enttäuschen. Nach dem 1917 CIC gibt
es gar keine Weltsynode. Zum übrigen siehe oben. zu 4. Das alles führt nicht zur Ungültigkeit, sondern
bestätigt lediglich Marcels Lieblingszitat: „Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe.“
@ Ultimo – V2 Warum V2 kein Konzil war: 1. Trad.Arg.: Ökumenische Konzilien waren immer mit Definitionen
und Anathema verbunden. V2 hat darauf verzichtet. Es gibt in der Tradition kein „pastorales Konzil“ 2.
Schwere lehrmäßige Fehler belegen, dass der Hl. Geist nicht mitgewirkt hat an dieser Veranstaltung.
Da Häresien nicht pastoral sind, kann es sich auch nicht um eine „pastorale“ Synode gehandelt haben,
sondern um eine Räubersynode. 3. CIC-Argument: CIC 1983 (vermutl. auch nach CIC 1917 so): Def. Konzilien
und Synoden. Es gibt nur zwei Dinge, die Konzilien vorbehalten sind und auf Synoden nicht stattfinden
können: Nämlich die Ausübung des außerord. Lehramtes und die Erlassung von kirchlichen Gesetzen (diese
werden Dekrete genannt, sind aber nicht begriffsid. mit den V2-Dekreten). Weder das erste noch das zweite
findet sich bei V2. 4. Früchte: Es gibt keine positiven Früchte. Hauptwerk ist die Paralysierung der
kath. Lehre und des kath. Glaubens weltweit. In allen kath. Ländern sind die Sekten im Vormarsch, die
kath. Familien und Strukturen im Rückzug. Kürzlich bei der Lefebvre-Group erörtert und keinen Widerspruch
geerntet: Hier die entsprechende Leserzeitung von Marcel www.kreuz.net/bookentry.31.html und hier der
Link zur Lefebvre-Group auf Yahoo de.groups.yahoo.com/group/Lefebvrekreis/ PS.: zwei Punkte könnte ich
noch ergänzen.
Richtige Interpretation des Konzils Vielleicht ist es möglich das Konzil so zu interpretieren, dass es
mit der Tradition vereinbar ist. Trotzdem muss man sich fragen, warum die Formulierungen so offen, zweideutig
und daher auch widersprüchlich sind. Dieser „Geist“ zeigt sich heute oft im leeren Gerede vieler Priester,
im Ausweichen auf Randthemen usw., auch wenn es sich nicht um extrem progressistische Theologen handelt.
Leere deshalb, da dem Glauben durch die Zweideutigkeit die Substanz verloren gegangen ist: es allen recht
machen wollen muss schief gehen. Dies ermöglichte die Sprache des Konzils, also ist unabhängig davon
wie man das Konzil interpretiert, der Fehler in ihm. Aber das leugnet ja auch der Kardinal nicht. @evelin:
Warum war das Konzil kein Konzil? Kenne mich da nicht so aus
@ Rosa von Lima Der grösste Fehler, den das Konzil gemacht hat, ist die Erlaubnis der Mitarbeit von Laien
in der Kirche. Das ist keine Neuerung, das hat es schon vorher gegeben. Pfarrgemeindehelfer/in hieß das
früher. War diese anfangs noch im Rahmen, so ist heute eine vermehrte Einmischung derselben in liturgische
Angelegenheiten zu beobachten. Genau das aber hat das Konzil ausdrücklich nicht gewollt: SC 28. Bei den
liturgischen Feiern soll jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das
und all das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den liturgischen Regeln zukommt. Womit auch
klar ist, dass von Scheffcyk hier eine treffende Analyse zu lesen ist.
#8 Laurentius2 09:05:07 | Montag, 12. Dezember 2005
Konzil nur falsch interpretiert ? Warum dann kein Kampf dagegen ? Der Tod des Kardinals erzeugt Trauer.
Wieder sind wir um einen guten Hirten ärmer geworden. Ob nun das Konzil als solches Verwirrung stiftete
und die größte Kirchenkrise seit Arianus verursachte (so die Traditionalisten) oder nur die falsche
Auslegung durch die neoarianischen Modernisten (so die Konservativen), ist mir immer noch nicht ganz klar.
Als einfacher Gläubiger ist man in dieser schwierigen Frage vielleicht auch einfach überfordert: Wir
brauchen gute Hirten ! Und wenn das Übel nur in denjenigen Kräften liegt, die das Konzil mißbrauchen
für ihre Häresien dann müssen diese Kräfte ausgeschaltet werden. Wenn unsere guten Hirten dazu nicht
in der Lage sind, dürfen sie sich über Fundamentalkritik nicht wundern. So oder so, die Häresien und
Mißbräuche müssen endlich bekämpft (zB kirchenrechtlich bestraft) werden oder der Glaube wird weiter
sterben … Wieso weigern sich die noch rechtgläubigen Oberhirten, die katholische Wahrheit durchzusetzen ?
Glauben sie immer noch, daß das von alleine geschieht (so Papst Johannes XXIII.) ? Wer glaubt denn im
Ernst, daß man die Wölfe ruhig in der Herde gewähren lassen dürfe, etwa weil sie ja von alleine irgendwann
aufhören, die hilf- und schutzlosen Schafe zu reißen ? Ist der Krummstab des Hrten nicht ursprünglich
auch eine Waffe gegen die Wölfe ? Warum benutzen unsere Hirten ihn nicht ? Für mich ein unlösbares
Rätsel … Vor diesem Hintergrund kann ich die Systemkritik der Piusleute sehr gut verstehen.
@ Catholicus Möge der Kirche ein „neuer Frühling“ oder ein „neues Pfingsten“ geschenkt werden! Diese
Formulierung stammt aus den Irrlehren der protestantischen Charismatiker, die „Pfingstler“ genannt werden.
Das Pfingsten der Hl. Schrift war ein historisches Ereignis und muß schon deshalb nicht wiederholt werden,
weil der Hl. Geist insb. durch die Sakramente wirkt. „Pfingsten“ im Leben eines Christen ist also die
Hl. Taufe, dazu noch die Hl. Firmung. Und wer braucht Gebrause und Feuerzungen, wenn er doch in jeder
Hl. Messe und in jeder katholischen Kirche im Tabernakel Jesus Christus leibhaftig vor sich hat – das
größte Wunder des Weltgeschichte?! Und wenn schon ein „neuer Frühling“ im Sinne eine Neubeginns, dann
kann ein solcher nur durch die Neubesinnung auf die Wurzeln der Offenbarung, Schrift und Tradition, erfolgen!
Der Gatte der Evelin
#6 Petrus Radii 22:22:08 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Rosenfarbige Brille Da ich große Respekt gegenüber dem verstorbenen Kardinal hege, möchte ich keine
echte Kritik wagen. Möchte auch sagen, daß mir großes Privileg zuteil wurde, indem ich vor vielen Jahren
einige Vorlesungen dieses großen Theologen erfahren durfte. Dennoch muß man hier feststellen, daß der
Kardinal zu optimistisch gegenüber dem Konzil stand. Die Idee, daß ein allgemeines Konzil, auch in nicht-definitiven
Aussagen, nichts gegen die Lehre der Kirche erlassen könnte, ist nicht zu rechtfertigen, und steht auch
im Gegensatz zum Urteil Pauls VI über die gleiche Frage, bezüglich des II. Vatikanums. Man denke nur
an das II. Konstantinopolitanum (bzw., II. Nizäanum---es ist mir nicht klar im Gedächtnis), daß soviel
Unfug in der Kirche stiftete, daß ein damaliger Papst beriet, man möchte dessen Aussagen mit Schweigen
umhüllen. Ebenso muß man das II. Vatikanum beurteilen---noch mehr, da es das erste Konzil war, das sich
absichtig und formell die Unfehlbarkeit absprach. Das Ökumenismusdekret, z.B., ist gar nicht mit der
Überlieferung zu vereinbaren. Ich glaube, daß der Kardinal guten Willens ein falsches Prinzip über
das Konzil angenommen habe. Dennoch sei nicht geringer sein großes Verdienst als Theologe!
Schuldzuweisung an die Synode Der Titel des kreuz.net-Artikels ist unrichtig, da V2 kein Konzil war: Nicht
entsprechend der Tradition und dem Kirchenrecht, nicht entsprechend der Wahrheit. Da V2 als „Konzil“ immer
vorweggenommen wird, kommen auch solche Theorien wie von Böckenförde (zuletzt als Leserzeitung und Artikel
auf kreuz.net) oder Cardinal Scheffczyk mit seiner „Prärasumption“ der Richtigkeit von V2-Texten zustande –
„muß man gar nicht inhaltlich prüfen“, vielmehr ist die Interpretation mit allen denkmöglichen Kunstgriffen
so hinzubringen, dass es paßt. Keine klaren Worte fand Cardinal Scheffczk zur „Messe ohne Wandlungsworte“
(vulgo „Addai und Mari“), nicht bekannt sind Kritiken an Assisi I und II, Korankuß und den dahinter stehenden
Irrlehren wie Ökumenismus und Interreligiosismus, welche maßgeblich auf Konzilserklärungen aufbauen:
Dignitatis humanae, Unitatis redintegratio, Nostra Aetate, die häretische Troika von V2. Dafür wurde
er ja auch belohnt: Mit der Cardinalsernennung, auch wenn sie nur ein „Lehmann-Ausgleich“ sein sollte,
mit ehrendem Angedenken und Worten sogar des amtierenden Pontifex usw. Die Frage ist, wie der Richter
der Welt das beurteilt hat: Als Feigheit vor dem Feind oder besser? Die Leserzeitung von Brandenburgis
„Ein Brief an Dr. David Berger“ www.kreuz.net/bookentry.96.html hätte es sich mehr verdient, einem kreuz.net-Artikel
als Vorlage zu dienen! Der Gatte der Evelin
#4 Rosa von Lima 20:40:41 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Fehler des Konzils Der grösste Fehler, den das Konzil gemacht hat, ist die Erlaubnis der Mitarbeit von
Laien in der Kirche. War diese anfangs noch im Rahmen, so ist heute eine vermehrte Einmischung derselben
in liturgische Angelegenheiten zu beobachten. Das geht sogar so weit, dass diese dem Pfarrer sogar vorschreiben,
was er zu tun oder eben nicht zu tun hat. Ich frage mich: Wo führt das noch hin?
#3 bonifatius 20:21:39 | Sonntag, 11. Dezember 2005
das marode Innenleben der kirche „Es ist mein Eindruck, daß die Schäden, die die Kirche in diesen zwanzig
Jahren erlebt hat, nicht so sehr dem wirklichen Konzil als vielmehr der Entfesselung in ihrem [der Kirche]
Inneren von latenten, aggressiven, polemischen, zentrifugalen, vielleicht unverantwortlichen Kräften
zuzuschreiben sind.“ Dem ist nichts hinzuzufügen!!!!
#2 Catholicus 20:17:52 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Dank an + Kardinal Scheffczyk … für diese kurze, aber klare Analyse der Dokumente des 2. Vatikanischen
Konzils! Auf diesem Grund der Einheit von Schrift, Tradition und Lehramt müssen wir uns neu besinnen.
Möge der Kirche ein „neuer Frühling“ oder ein „neues Pfingsten“ geschenkt werden!
#1 Athanasius 19:53:28 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Unklar Für viele Teile des Konzils hat Kardinal Scheffczyk Recht gehabt. Aber „subsistit“ und die Religionsfreiheit
lassen sich nicht wegrationalisieren. Sie sind ein Bruch mit der vorkonziliaren Lehre. Dafür muss man
nicht einmal zur Liturgie schauen und zum Novus Ordo Missae. Scheffczyk kannte die Beschwerde, obwohl
er sie nie seriöse nehmen wollte. Er kannte ja Traditionalisten, ja Prof. Dr. Günther Storck wurde später
sogar sedisvakantistischer Bischof. Mit Storck hat S. oft zusammengearbeitet. Dieser Beitrag, wenn er
auch pietätsvoll scheinen mag, beschäftigt sich nicht mit diesen. Es ist einem jeden Spezialisten, vor
allem aber auch den nicht-katholischen, klar, dass das II. Vatikanum, auch wenn offiziell interpretiert,
ein Bruch mit der Überlieferung war. Da irrt sich auch die kreuz.net Redaktion. Nicht alles lässt sich
in der „Tradition“ interpretieren.