In chinesisch-patriotischen Priesterseminarien ist die Abtreibung keine Sünde
Als „abscheuliches Verbrechen“ bezeichnet das Zweite Vatikanum die Kinderabtreibung. Doch das darf man in den staatlichen Priesterseminaren in China nicht sagen.
(kreuz.net, Washington) Am 11. Oktober veröffentlichte die China-Kommission des US-Kongresses ihren Jahresbericht.
Darin wird eine endlose Reihe von Menschenrechtsverletzungen aufgelistet, die im letzten Jahr vom chinesischen
Regime begangen wurden.
Das berichtete der Nachrichtendienst ‘LifeSiteNews’.
Die China-Kommission wurde
im Oktober 2000 eingesetzt und hat die Aufgabe, die Menschenrechtssituation und die Entwicklung des Rechtsstaates
in China zu studieren.
Sie besteht aus neun Senatoren, neun Repräsentanten und fünf Beamten.
Die Kommission
kam zum Schluß, daß die chinesische Regierung die offiziellen Priesterseminarien der ‘Patriotischen
Vereinigung’ strikt kontrolliert.
Die ‘Patriotische Vereinigung’ ist eine 1957 von der kommunistischen
Partei gegründete und kontrollierte katholische Gegenkirche.
In den vom Staat anerkannten Priesterseminarien
der ‘Patriotischen Vereinigung’ sei es verboten, Lehren zu unterrichten, die der kommunistischen Parteilinie
widersprechen.
Themen wie die Kinderabtreibung, die Hilflosentötung, die künstliche Empfängnisverhütung
und die Ehescheidung seien dort tabu.
Die chinesischen Kommunisten erlauben dem Papst auch nicht, Bischöfe
zu ernennen.
Immerhin sei der Tod von Papst Johannes Paul II. und die Wahl von Papst Benedikt XVI. in
den Genuß einer minimalen Medienberichterstattung gekommen.
Gleichzeitig seien die Schikanen gegen Katholiken
verstärkt worden.
Die chinesischen Behörden hätten auch Internet-Räume geschlossen, wo über den
Papstwechsel vom vergangenen April diskutiert worden sei.
Die behördlichen Einschränkungen hätten
sich sogar auf Gläubige ausgedehnt, die zur ‘Patriotischen Gemeinschaft’ gehören.
Generell kam die
Kommission zum Schluß, daß es im letzten Jahr in Sachen Menschenrechte in China keine Fortschritte gegeben
habe.
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3 Lesermeinungen
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#2 athanasius1957 15:54:32 | Dienstag, 20. Dezember 2005
peking-rom wie verhalten sich dann aber jene ausländischen geistlichen, die in den seminaren chinas –
natürlich nicht denen der romtreuen kirche – lehren und wie die seminaristen chinas, die im westen studieren
dürfen? allen eine fröhliche weihnacht und ein gesegnetes neues jahr. zwei sehr interessante Artikel
über die Frage schismatisch und nicht schismatisch in bezug auf die Patriotische Vereinigung society.maryknoll.org/index.php?module=MKArtic… …ww.dominikaner-mission.de/…a/kircheninchina.php
Zbiggy läßt grüßen Wer schreibt eigentlich Ihre Artikel über China? Zbigniew Brzesinski? Die »China-Kommission
des US-Kongresses« ist jedenfalls eine außerordentlich zweifelhafte Quelle. Die Behauptung, die »Patriotische
Vereinigung« sei eine »von der kommunistischen Partei gegründete und kontrollierte katholische Gegenkirche«,
ist falsch. Die »Patriotische Vereinigung« ist nicht selbst „Kirche“ oder „Gegenkirche“, sondern eine
von der Partei installierte Institution, um die Kirche in China ins Schisma zu zwingen und zu kontrollieren.
Diese Politik war aber nicht durchgängig erfolgreich – und ist es heute immer weniger. Ein Großteil
der offiziell (über die »Patriotische Vereinigung«) anerkannten Bischöfe steht heute wieder in Gemeinschaft
mit dem Bischof von Rom. Im übrigen ist die Situation der Kirche (ob „patriotisch“ oder nicht) in China
regional sehr unterschiedlich. In einigen Gebieten kommt es immer wieder zu Verfolgungen, in andern herrscht
weitestgehende Kult- und Lehrfreiheit. Ich wünsche Ihnen künftig weniger donatistische Ausfälle, dafür
mehr Unterscheidungsgabe.