Kirchenmusik
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Ein Kommentar zur Schließung der Kirchenmusikhochschule St. Gregoriushaus in Aachen. „Es bleibt also die durch ökonomischen Zwang entstandene Gunst der Stunde, einen hoffnugsvollen Neuanfang im Sinne der Texte des II. Vatikanischen Konzils zu setzen.“
(kreuz.net/SISA, Aachen) Man vernimmt die Botschaft von der angekündigten Schließung dieser kirchenmusikalischen Ausbildungsstätte mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Traurig und unverständlich erscheint es, daß eine so altehrwürdige Ausbildungsstätte von jungen Kirchenmusikern, die mit den Namen eines Heinrich Böckeler und Theodor Bernhard Rehmann verbunden ist, dem Sparzwang der Kirche anheimfallen muß. Außerdem tritt mit erschreckendem Ausmaß an’s Tageslicht, was der Kirche heute die kirchenmusikalische Kunst wert ist.

Andererseits löst die Nachricht auch eine gewisse Genugtuung aus, stellt doch das St. Gregoriushaus schon seit Jahrzehnten unter der Leitung von Heinrich Freistedt, Josef Schneider und Matthias Kreuels einen liturgisch-modernistischen Transmissionsriemen und Multiplikator erster Klasse dar.

Es bleibt also die durch ökonomischen Zwang entstandene Gunst der Stunde, einen hoffnugsvollen Neuanfang im Sinne der Texte des II. Vatikanischen Konzils zu setzen.

Was lehrt uns die Nachricht noch? Wohl, daß es um die Finanzen der Kirche sehr, sehr schlecht bestellt sein muß, wenn selbst ein Prestigeobjekt dem Sparzwang zum Opfer fällt.

© SINFONIA SACRA
      
2 Lesermeinungen
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#2   Pelagius   07:47:44 | Montag, 6. Dezember 2004
Pelagius meint:
„Einen hoffnugsvollen Neuanfang im Sinne der Texte des II. Vatikanischen Konzils zu setzen“ ist doch eine wundervolle Formulierung! Wie oft schon haben wir das gehört. Und in welchen Formen erst erlebt.
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#1   Dolfus   17:53:55 | Samstag, 4. Dezember 2004
Äußerliches Zeichen des Niedergangs der irdischen ecclesia triumphans
Ich gebe dem Commentar recht.
Die Institutionen unter concilskirchlicher Regie atmen doch schon lange keinen römisch-katholischen Geist mehr.
Ich sehe darum auch nicht ein, wieso die Gläubigen diese modernistischen Funktionäre noch länger finanzieren sollten.
Der Niedergang der liturgischen Musik seit Aufkommen des Novus Ordo ist zu bedauern. Ein äußerliches Zeichen für den Niedergang der triumphierenden Kirche auf Erden, die der Concilsgeist ja eliminieren wollte, zugunsten einer „Kirche der Armen“. Das ist ihm gelungen. Aber jetzt dürfte ihm langsam dämmern, daß er mit der Eliminierung einer irdischen ecclesia triumphans sich so seinen Wirtskörper – den mystischen Leib Christi! – gleich mit eliminiert hat.
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