Heilige Schrift
Wer nicht mehr anziehend ist, muß sich scheinbar ausziehen
Mit Empörung reagierte die evangelische Gruppierung ‘Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern’ auf die Nachricht, daß Jugendliche einer evangelischen Gemeinde in der Kirche biblische Szenen als Aktaufnahmen nachstellten.
(kreuz.net,) Die Aktaufnahmen wurden für einen Jugendkalender der evangelischen Gemeinde im Nürnberger Stadtteil Katzwang verwendet. Nürnberg ist die zweitgrößte Stadt in Bayern.

Peter Rohmer, der Vorsitzenden des Jugendausschusses, verteidigte die Geschehnisse: „Mit der Kürzung der Mittel durch die Landeskirche stehen wir immer wieder vor dem Problem, unsere Jugendarbeit zu finanzieren.“

Dieses Argument empfindet die ‘Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern’ als theologische und intellektuelle Zumutung.

Die ‘Kirchliche Sammlung’ vereinigt Mitglieder der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern, die sich an den ursprünglichen reformatorischen Bekenntnissen und Lehren orientieren.

Andreas Späth, Vorsitzender der Vereinigung, ist schockiert: „Seit Sonntagabend steht das Telefon nicht mehr still. Die Leute sind verärgert und fragen was als nächstes kommt. Ein Anrufer schlug sarkastisch als nächsten Schritt zur Aufbesserung der Finanzen die Einführung der Tempelprostitution vor.“

Auch die Äußerungen des Katzwanger Pfarrers Bernd Graßer findet Späth alles andere als angemessen. Graßer erklärte, er könne die Aufregung nicht verstehen. Diese zeige nur, „wie weit viele Erwachsene von der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen entfernt sind.“

Späth bezeichnete diese Aussage als „besorgniserregend, ja, Jugendlichen gegenüber schon als beleidigend“.

„In welchen Kreisen verkehrt ein Pfarrer, der Aktaufnahmen von zum Teil Minderjährigen als Nähe zu deren Lebenswirklichkeit betrachtet?“

Für die ‘Kirchliche Sammlung’ zeigt dieser Skandal einmal mehr, daß auf dem Humus der bibelkritischen sogenannt modernen Theologie nichts Gutes gedeihen kann.

Auch der ökumenische Flurschaden sei beträchtlich.

Doch während sich die katholische Kirche ebenfalls empört gezeigt habe, sei aus dem Landeskirchenamt – sonst mit Presseerklärungen nicht immer zurückhaltend – bislang kein Kommentar erschienen.

Die ‘Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern’ ist entschieden der Meinung, daß die Verantwortlichen in der Landeskirche – wollen sie ihre Glaubwürdigkeit beim Kirchenvolk, bei Geschwistern in anderen Konfessionen und der Öffentlichkeit zurückgewinnen, nun handeln muß:

„Eine öffentliche Entschuldigung, eine Rücknahme des Kalenders oder im Wiederholungsfall personelle Konsequenzen sind das Mindeste.“

Die ‘Kirchliche Sammlung’ ist traurig darüber, wie die so hoch erfreuliche Initiative des Herrn Landesbischofs für missionarische Jugendarbeit hier schmählichst konterkariert wird.
      
35 Lesermeinungen
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#37   S. Xafer   18:28:02 | Sonntag, 22. April 2007
…und wenn der „Gewinn“ aufgegessen ist?
Nun ist das ja schon eine alte Sache von 2005.
Alles hat seine Zeit, steht schon in der Bibel.
Ich frage mich: Wie muss der nächste Kalender aussehen, um für die Gemeinde Mamon zu machen?
Die Katzwanger evg „Christen“. sollten mal die neuesten Schlagzeilen lesen und die Themen der höchsten Auflagen darstellen.
Vielleicht 12 Monate: Knut tut gut! Allerdings steht an zweiter Stelle – na lesen Sie doch selber über Mord und Todschlag…
Nackter als nackt geht nicht. Aber man könnte ja jemanden das Fell über die Ohren ziehen – einem Hasen vielleicht… O:)
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#36   Dani California   06:48:54 | Montag, 4. September 2006
Kalender
Der Katzwanger Pastor findet es „anerkennenswert, wenn sich die Jugendlichen mit der biblischen Geschichte befassen“.
So befasst man sich also 2006 in der evangelischen Kirche mit der biblischen Geschichte ? Na denn prost …
Hoffen wir, dass es niemandem jemals einfallen möge, sich in einem katholischen Gotteshaus ohne Klamotten vor den Hochaltar zu fläzen.
Nichts gegen Nacktheit, sie ist das Natürlichste am Menschen, doch hier in dieser Form völlig fehl am Platz.
Daß ein Pastor diese respekt- und würdelose Aktion für gut befindet, macht mich schon sprachlos …
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#34   Yersinia   18:25:36 | Dienstag, 13. Dezember 2005
@benedikt: doch, Anglotzen ist in Österreich
per se strafbar – ist im Gleichbehandlungsgesetz sogar explizit erwähnt!
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#33   Stimme aus dem Tradiland   13:53:35 | Dienstag, 13. Dezember 2005
Die Diskussion auf dem Strang da ist aber „gesund“ entgleist
Vielleicht gehen die Damen und Herren einmal an die frische Luft und beruhigen sich. Zum obigen Artikel ist nur zu sagen, dass die Herstellung von Nacktaufnahmen in einem Raum, der dem Gottesdienst gewidmet ist – auch wenn es nur ein protestantischer Gebetsschuppen ist – eine schwere Entgleisung darstellt. Unabhängig davon, ob das wen antörnt oder nicht!
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#32   Benedikt   12:40:32 | Dienstag, 13. Dezember 2005
@ Artois
Entschuldigen Sie, ich habe nicht gewusst, dass sie gar kein Christ sind, sondern scheinbar irgendwelchen Heidenkulten anhängen.
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#30   Artois †   12:37:33 | Dienstag, 13. Dezember 2005
Schamlosigkeit = geistige Zerrüttung
Nein, ganz so war’s nicht gemeint … Aber der Zusammenhang zwischen Schamlosigkeit und völkischer Zerrüttung und Zerstörung ist evident und eindeutig bewiesen.
Daß die sexuelle Lust an sich etwas Gutes wäre hat noch nie ein ernstzunehmender Mensch behauptet. Auch diese Fantasie ist wissenschaftlich widerlegt. In allen geistig und kulturell hochstehenden Kulturen ist Sex sorgfältig eingehegt und limitiert, Zuwiderhandlungen werden drakonisch bestraft. Es ist tatsächlich ohne weiteres zu rechtfertigen, daß Ehebruch, Kuppelei, voreheliche Unzucht mit dem Tode bestraft werden. Dazu braucht man keine Religion, das haben die vorchristlichen Germanen auch so gemacht.
Der Einfluß des Christentums auf das Strafrecht war in allen Kulturen stets mildernd, einerseits weil die Kirche auf rechtliche Standards gedrungen hat und Rechtsfindung durch Gottesurteile, gerichtliche Zweikämpfe etc. verboten hat, andererseits weil das Christentum die Religion der Milde ist und stets und überall den Rechtsbrechern viel Liebe und Gnade gewidmet hat.
Ich plädiere also klar und eindeutig für die Bestrafung von Ehebruch, Verbreitung von Pornographie, Unzucht etc. ggf. mit der Todesstrafe, mögen die Prälaten auch jammern
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#29   Benedikt   12:33:37 | Dienstag, 13. Dezember 2005
@ Artois
Ich empfehle Ihnen eine Konversion zum Islam. Auskünfte erteilt gerne Ihr örtlicher Hassprediger.
@ Yersinia:
Anglotzen ist nich per se strafbare sexuelle Belästigung. Wer sich auf einem öffentlichen Strand auszieht und durch die Stadt mit knappen Klamotten läuft, der kann sich nicht darauf berufen. Etwas anderes ist es, wenn in geschützte Bereiche eingedrungen wird („spannen“).
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#28   Frl.Ilse   10:24:59 | Dienstag, 13. Dezember 2005
@Artois
Wenn ich das richtig verstehe, dann steht auf das Anblicken eines nackten Körpers die Todesstrafe? Au weiah, da wird sich Europa aber bald entvölkern!
Abgesehen davon, dass mir der Anblick von nackten Menschen in einer Kirche ein ungutes Gefühl verleiht (es sieht wirklich nach schnödem „sex sells“ aus), befremden mich hier einige Meinungen in der sonst endlich mal sehr interessanten Diskussion. Die Einteilung in „ehrbare“ und „unehrbare“ Körperteile ist schon ziemlicher Unsinn, denn sie gehören ja alle zum menschlichen Körper. Aus einer solchen Äußerung spricht nicht Glaube, sondern viktorianische Prüderie. Aber aus einigen Meinungen lese ich auch heraus, dass sexuelle Lust etwas Schlechtes oder Gefährliches sein soll. Was soll denn dieser Unfug? Ohne sexuelle Lust kein Sex, und damit keine Kinder und keine Fortpflanzung. Das gehört schon dazu und wurde mit bedacht so in den Menschen hineingelegt. Schließlich sind wir keine Amöben und können uns nicht einfach teilen. Zum Essen und Trinken gehören Hunger und Durst, da hat ja auch keiner was dagegen. Mir scheint, auch bei der Verurteilung von sexueller Lust hat die Prüderie wieder zugeschlagen oder mit den Zölibatären ist irgendetwas durchgegangen.
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#27   Artois †   21:50:40 | Montag, 12. Dezember 2005
@yersinia
Delikt: Todsünde
Strafe: Todesstrafe
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#26   wi-bi   21:44:23 | Montag, 12. Dezember 2005
Yersinia
Bei aller Liebe, aber es ist nicht verboten jemanden nackt anzusehen.
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#25   Yersinia   21:09:03 | Montag, 12. Dezember 2005
wovon redest du?
welches Strafmaß? und wie ist das mit der freien Meinungsäußerung? es gab hierzulande mal Zeiten, wo dies als Delikt verfolgt und bestraft wurde – darf ich deine Ansage so verstehen, dass du ein Verfechter solcher Untaten bist? – also: welches Strafmaß? wofür?
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#24   Artois †   21:04:17 | Montag, 12. Dezember 2005
@yersinia
Strafbar sind definitiv deine postings. Und wie du weißt, gibt es nur ein Strafmaß …
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#23   Yersinia   19:40:26 | Montag, 12. Dezember 2005
„duch Blicke wesentlich stärker erregt wird“
wenn er selber blickt – oder angeschaut wird? letzteres fällt übrigens unter sexuelle Belästigung und ist strafbar.
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#22   wi-bi   15:46:36 | Montag, 12. Dezember 2005
Benedikt
Das habe ich ja gar nicht bezweifelt. Ganz im Gegenteil. Ich poche darauf, dass ein zölibatär lebender Mann durch Blicke wesentlich stärker erregt wird als ein anderer.
Deshalb muß ich doch eher Sirilo recht geben. Da ein Priester ein anderes Verlangen verspürt, als jemand der offen damit umgeht (es gewohnt ist und nicht nur beim anschauen belassen muss).
Nehmen wir doch mal diesen Kalender hier. Glauben Sie wirklich irgendjemand wird die Bilder aus niederen Beweggründen missbrauchen? Das ist schwer zu glauben.
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#21   Benedikt   15:32:50 | Montag, 12. Dezember 2005
@ wi-bi
Wie schon gesagt halte ich von diesen Aussagen nichts. Ein Blick kann schwerlich Todsünde sein.
Jedoch ist – ich wiederhole – es doch so, dass „ausziehende Blicke“ (mal so formuliert) durchaus die geschlechtliche Lust anregen (Ich würde sogar behaupten, dass das in den meisten Fällen der Ausgangspunkt ist ;-)). Und zu diesem Gefühl ist JEDER fähig ergo kann auch jeder darüber schreiben, auch wenn er zölibatär lebt. Das ganze hat mit dem Zölibat ja überhaupt nichts zu tun. Wenn ein Priester über Ehe, Kinderkriegen usw. im Sinne eines Praktikers schreibt, dann kann Sirilo mit seiner Kritik kommen (dieses Dilemmas sind sich ja die meisten Priester auch bewusst – aber natürlich kommen sie auch aus einer Familie, völlig fremd ist ihnen das ganze also nicht).
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#20   wi-bi   15:18:50 | Montag, 12. Dezember 2005
Benedikt
Was Sirilo m.E. falsch interpretiert ist, dass ein zölibatär lebender Mann durchaus empfindlicher auf Nacktheit reagieren dürfte als ein Normaler. Zumindest denkt man das.
Daher kommt wahrscheinlich auch die Definition der weniger ehrbaren Körperteile. Ein sexuell zurückhaltender Mensch scheint wohl bereits beim Blick auf einen Rücken durchzudrehen. Zur Zeit frage ich mich, was mit sojemanden in einer Sauna passieren würde?
Auch frage ich mich ob es verwerflich ist, sich in einer Sammelumkleide umzuziehen? Auch bei kurzen Hosen lasse ich ein Blick auf meine Schenkel zu. Und im Thermabad, halten Sie sich fest, bin ich i.d.R. vollkommen nackt. Dort schaue ich mir auch (unfreiwillig) weibliche Brüste an. Da ich ein Mann bin, ist ein längerer Blick ja eine Todsünde. Oder ist es egal, da ich eigentliche sodomistische Gefühle hege?
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#19   Benedikt   14:27:51 | Montag, 12. Dezember 2005
@ Sirilo
Offenbar muss man drastischer werden, damit Sie es auch kapieren:
Gestehen Sie mir zu, dass ich folgendes behaupte: Jeder Mann, der hetero ist und eine Frau sieht, die ihm besonders gefällt wird sie doch genau (;-)) anschauen, oder? Er wird dabei keine Stelle auslassen, oder? Er wird dabei Gefühle haben, oder? Diese Gefühle, die dabei entstehen kann JEDER absolut JEDER haben, auch der erfahrungslose 14-jährige der das noch nie zuvor an sich feststellen konnte, meine Güte, so schwer ist das doch nicht zu kapieren.
Sie reden direkt vom Akt an sich, darum geht es doch hier überhaupt nicht.Es geht hier vulgär gesagt um das: „Boah ist DIE aber scharf“, nichts weiter.
Wie kann man nur derart blind in den Zeilen herumlesen. Au weia.
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#18   Sirilo   14:04:38 | Montag, 12. Dezember 2005
@Benedikt:
Kann ich als Nicht-Drachenflieger ein Buch über Drachenfliegen schreiben? Natürlich kann ich das, indem ich abscheibe etc., aber jeder passionierte Drachenflieger wird merken, dass bei mir keine Erfahrung dahinter steht.
Wenn ich als Mann mit 37jähriger Erfahrung in leiblicher Liebe mit einer Frau Ausdrücke lese wie „Erregung der geschlechtlichen Lust“, dann sträuben sich mir die Nackenhaare, denn das klingt wie die unbeteiligte Beschreibung eines physiologischen Vorgangs durch ein völlig Unbeteiligten.
Bei der leiblichen Liebe geht es aber nicht um „Erregung der geschlechtlichen Lust“, es geht um Liebhaben, Zärtlichkeit, Hingabe, sich Verschenken, Einswerden. Es geht um Teilhabe an der Schöpferwonne Gottes (vgl. das Hohe Lied).
Über Dinge, die man nicht kennt und nicht erfahren hat, sollte man nicht reden, sondern schweigen.
(Gut, dass die Eingabebox mir hier eine kurze Antwort abverlangt, sonst könnte ich gleich weitschweifen über das Thema „Der latente Manichäismus des Klerus“…)
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#17   Benedikt   12:14:48 | Montag, 12. Dezember 2005
@ Sirilo
Da stellt sich mir doch die Frage, wieso wissen eigentlich die Zölibatäre, die sich solche Dinge ausdenken, so genau Bescheid über den unterschiedlichen „Einfluss auf die Erregung der geschlechtlichen Lust über die Körperteile“, wenn sie in diesen Dingen keinerlei praktische Erfahrung haben sollten. Wer sind ihre Informanten?
Das soll wohl scherzhaft gemeint sein, wie kommen Sie auf die Idee, dass Priester so etwas nicht wissen können? Priester sind doch keine asexuellen Eunuchen o.ä…
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#16   Sirilo   11:48:19 | Montag, 12. Dezember 2005
@Pater Lingen
Sie zitieren: „Wegen ihres verschiedenen Einflusses auf die Erregung der geschlechtlichen Lust werden die Körperteile eingeteilt ?“
Da stellt sich mir doch die Frage, wieso wissen eigentlich die Zölibatäre, die sich solche Dinge ausdenken, so genau Bescheid über den unterschiedlichen „Einfluss auf die Erregung der geschlechtlichen Lust über die Körperteile“, wenn sie in diesen Dingen keinerlei praktische Erfahrung haben sollten. Wer sind ihre Informanten?
Sirilo (kein Zölibatär, sondern 37 Jahre Ehemann ein und derselben Frau sowie Vater inzwischen erwachsener Kinder; überdies einfacher normaler Katholik (röm.-kath.) mit eigenem Verstand und eigener Vernunft.)
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#15   Pater Lingen   10:47:41 | Montag, 12. Dezember 2005
Zu „Sirilo“:
Das Dogma von der Erbsünde ist offensichtlich – nicht zuletzt dank V2-Sekte – nicht mehr bekannt, oder allenfalls in häretischer Verzerrung. O-Ton „Katholische Glaubensinformation“:
»Der Begriff der Erbsünde ist mißverständlich. Denn es wird dabei nichts „vererbt“.«
Man siehe auch die einschlägigen Aussagen Ratzingers über die Erbsünde, z.B. in „Zur Lage des Glaubens“. Zu Ratzingers Apostasie s. z.B. „Im Anfang schuf Gott“, wo er den Begriff „Erbsünde“ verwirft.
Hinweis: Ich selbst glaube natürlich nicht der V2-Sekte, sondern der katholischen Kirche:
„1. Wer nicht bekennt: Nachdem A d a m , der erste Mensch, das Gebot Gottes im Paradies übertreten hatte, verlor er sogleich die Heiligkeit und Gerechtigkeit, in die er eingesetzt war, und zog sich durch die Beleidigung dieses Sündenfalls den Zorn und die Ungnade Gottes und somit den Tod zu, den Gott, ihm vorher angedroht hatte, und mit dem Tode die Haft unter der Macht dessen, der daraufhin die Herrschaft des Todes innehatte, d.h. des Teufels, und Adam wurde durch diese Beleidigung des Sündenfalls ganz, an Leib und Seele, zum Schlechtern gewandelt: der sei ausgeschlossen.“
„Sirilo“:
»Übrigens interessiert mich noch die Begründung, warum manche Körperteile „unehrbar“ und „weniger ehrbar“ sind.«
Lesen bildet! Um den Passus aus der katholischen Moraltheologie noch einmal zu zitieren:
„Wegen ihres verschiedenen Einflusses auf die Erregung der geschlechtlichen Lust werden die Körperteile eingeteilt …“
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#14   Krzyszek   09:43:41 | Montag, 12. Dezember 2005
Künstliche Aufregung!
Wieso regen sich hier einige wieder künstlich auf?
Papst Johannes Paul II.: „Weil Gott ihn geschaffen hat, kann der menschliche Körper nackt und unbedeckt bleiben und bewahrt unberührt seinen Glanz und seine Schönheit. Sexueller Anstand kann also nicht einfach irgendwie identifiziert werden mit der Verwendung von Kleidung, noch Schamlosigkeit mit der Abwesenheit von Kleidung und totaler oder teilweiser Nacktheit… Nacktheit als solche darf nicht gleichgesetzt werden mit physischer Schamlosigkeit. Unanständigkeit ist nur gegeben, wenn Nacktheit eine negative Rolle in Hinsicht auf den Wert einer Person spielt… Der menschliche Körper ist nicht an sich beschämend, noch sind es sinnliche Reaktionen aus dem selben Grund, und menschliche Sinnlichkeit im Allgemeinen.“
So hat die Kirche z.B. die öffentliche Nacktheit des Franz von Assisi, intendiert (und von seinen Zuschauern auch verstanden) als provozierend-schroffe Absage an jede Art von Materialismus und Konsumismus nicht nur nicht verurteilt, sondern als Hinweis auf seine Heiligkeit anerkannt. Sie wurde assoziiert mit der Nacktheit der Propheten und nicht mit der der Prostituierten.
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#13   Sirilo   05:13:50 | Montag, 12. Dezember 2005
@VirOblationis – Sündenfall
In Genesis 1 lesen wir: Gott sprach: „Laßt uns den Menschen machen, nach unserem Bilde, uns ähnlich. (…) Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie. (…) Und Gott sah alles, was er geschaffen hatte, und siehe, es war sehr gut. (Nach der Herder-Bibel).
Daraus ist zu schließen:
a) Der Mensch in seiner Geschaffenheit als Mann und Frau ist nach Gottes Bild geschaffen;
b) deshalb ist der Leib des Menschen in seinem Wesen gut, und es ist völliger Unfug, ihn in „ehrbare“, „weniger ehrbare“ und „unerbahre“ Teile aufzuspalten. (Gerade mit der Physiologie der Zeugungsorgane hat sich Gott viel Mühe gegeben; es ist eine unangebrachte Kritik am Schöpfer, diese Organe, mit deren Hilfe die Menschheit seit Anbeginn das Leben weitergegeben hat, „unehrbar“ zu nennen.)
Wenn es in der Genesis weiter heißt: „Und sie erkannten, dass sie nackt waren“, so heißt das: sie erlebten, dass sie verschieden und damit einander fremd waren. Das Verdecken des Unterschieds war der Versuch, die plötzlich empfundene Fremdheit zu überbrücken. Seitdem sind die Zeugungsorgane die „private parts“, also die verborgenen, privaten Körperteile, an denen man sich – auch seelisch – besonders verletzlich weiß, weshalb man sie nur dem Partner offenbart, auf den man sich bedingungslos verlassen kann. Die Bedeckung ist eine Frage des Selbstschutzes und der gesellschaftlichen Schicklichkeit, nicht der „Ehrbarkeit“ oder „Unehrbarkeit.“
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#12   Der Tradition verbunden   21:57:16 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Bitte solche Bilder hier nicht zeigen
Wenn von Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften skandalöse Kalender, Bilder, Zeitschriften o.ä. mit sittenwidrigen Fotos, Abblildungen etc. herausgegeben werden, wie hier bei diesem „Bibelkalender“, dann bitte ich die kreuz.net-Redaktion, solche skandalösen Vorgänge nur mit Text zu dokumentieren und nicht ein betreffendes Bild/Foto – wie hier geschehen – mit aufzuführen. Sonst begeht sich die Redaktion in die Gefahr, selbst mitschuldig zu werden.
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#11   Yersinia   18:46:38 | Sonntag, 11. Dezember 2005
@Beobachterin:„hierarchische Struktur…Gehorsamspflicht der Priester gegenüber Bischof und Papst…“
ich versuch gerade angestrengt, „die Kurve“ zur Nacktheit zu kriegen?
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#10   virOblationis   17:55:51 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Sündenfall
Um Nacktheit recht zu verstehen, muß man von der Paradieserzählung weiterlesen bis zum Sündenfall (s. Gen. 3, 7. 21). Dann wird man das rechte Verhalten dazu kaum mehr verfehlen können.
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#9   Sirilo   17:16:24 | Sonntag, 11. Dezember 2005
@Pater Lingen
Wie kommt es nur, dass der Schöpfer es wagte, den Menschen mit „unehrbaren“ Körperteilen zu schaffen? Und außerdem noch die Zeugung neuen menschlichen Lebens solchen „unehrbaren“ Körperteilen zu überlassen?
Übrigens interessiert mich noch die Begründung, warum manche Körperteile „unehrbar“ und „weniger ehrbar“ sind.
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#8   astragigi   16:07:20 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Warum diese Aufregung!
Nacktheit an sich ist nun wirklich nichts schlimmes oder verwerfliches. Gott schuf uns nackt! Pure Nacktheit hat auch nichts mit Pornographie zu tun!
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#7   methusalix †   15:21:48 | Sonntag, 11. Dezember 2005
nackte Evas,
werden doch schon seit Jahrhundeten gezeigt! Denken sie nur an das grandiose Gemälde von Cranach. Jetzt soll das plötzlich alles igitt igitt sein? Warum nur diese Hysterie?
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#6   Aurelius   15:07:11 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Sex sells…
… und das ist ja nichts neues. Das Interessante ist, daß sich wohl nun auch sola scriptura nur noch über „t ‘n’ a“ verkaufen lässt :-)
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#5   timpressum †   13:31:05 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Ja was denn nun…?
Da wird der Tempel des Heiligen Geistes so gezeigt wie er ist und wie Gott ihn schuf – und plötzlich ist man sich mit den zuvor bösen „Ketzern“ (sprich: Protestanten) einig, daß das gar nicht geht.
Ich find das ne schöne Idee – erotische Photos sind keine Pornographie.
Und wie schreibt schon Paulus: Denn gihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe. (1. Kor. 6, 20)
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#4   GerdEric   12:45:10 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Hm…
Ist das nicht etwas überzogen
(auch wenn ich den Kalender
(solcher Art Material)
nicht befürworte),
sich so zu „erregen“.
Denken wir mal an die manche Päpste und ihre Zeit,
und auch sonst.
Wie ist eigentlich die Gestaltung mancher Kapellen
(auch in Rom)?
Die weibliche Brust wird abqualifiziert?
Wenn da der arme Jesus
(ob dieses Urteils)
nicht lieber verhungert wäre,
als an der Brust seiner Mutter sich zu nähren
(oder hat er das gar nicht getan
(müssten mal kluge Kleriker sich drüber auslassen)).
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#3   Benedikt   12:41:36 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Jone…
Jedes Kinkerlitzchen zur Todsünde heraufzustufen führt nur dazu, dass die Gläubigen die Distanz zu echten Todsünden verlieren. Der inflationäre Gebrauch solcher Wörter hat sich noch nie als sinnvoll erwiesen.
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#2   Pater Lingen   11:15:13 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Katholische Morallehre
Im Forum zu diesem Schmuddelkalender wird diese geballte Schamlosigkeit sowohl von den Verantwortlichen als auch von erklärten Kirchengegnern gutgeheißen – schließlich sei ja nichts Schlimmes, z.B. nichts Pornographisches am nackten Körper. Zur Erläuterung: „Wegen ihres verschiedenen Einflusses auf die Erregung der geschlechtlichen Lust werden die Körperteile eingeteilt in ehrbare (Gesicht, Hände, Füße), sog. weniger ehrbare (Brust, Rücken, Arme, Schenkel), sog. unehrbare (Geschlechtsteile und Partien, die ihnen sehr nahe sind)“ (H. Jone, Katholische Moraltheologie, Paderborn (7)1935, 189. In Bezug auf die Männer zählt auch die weibliche Brust als unehrbarer Körperteil (cf. H. Noldin, A. Schmitt, Summa theologiae moralis, Complementum (IV.; in II.), Wien (25)1937, 50. „Bei Personen desselben Geschlechts unehrbare Teile flüchtig oder aus Neugierde anschauen, ist eine läßliche Sünde; es wird aber zu einer Todsünde, wenn es absichtlich und lange geschieht. […] Weniger ehrbare Teile solcher Personen anschauen ist keine Sünde, außer es geschieht in sodomitischer Absicht. – Bei Personen des anderen Geschlechts unehrbare Teile anschauen, ist Todsünde […] Weniger ehrbare Teile solcher Personen anschauen ist ansich keine Todsünde, außer wenn es längere Zeit geschieht“ (Jone a.a.O., 190f).
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#1   Beobachterin   10:49:52 | Sonntag, 11. Dezember 2005
Sonderbar
Einmal mehr wird hier der ab und zu recht sonderbare Kurs der Evangelischen aufgezeigt.
Umso erfreulicher, daß gerade auch von denen Kritik an solchen Sachen kommt. Insgesamt aber schaden solche Aktionen.
Die hierarchische Struktur in der katholischen Kirche und die Gehorsamspflicht der Priester gegenüber Bischof und Papst hat eben unbestreitbar auch ihre Vorteile.
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