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Dienstag, 13. Dezember 2005 08:01
kreuzmeldungen
Der Papst im Pelz + Muttergottes der Millionen + Grenzüberschreitend + Entschieden verschieden + Lob für den Freistaat Thüringen
Papst in Samtmozetta
Papst in Samtmozetta
Der Papst im Pelz

Vatikan. Am Nachmittag der Unbefleckten Empfängnis – anläßlich des traditionellen Auftritts auf der Piazza di Spagna – trat Benedikt XVI. in die Fußstampfen seines Vorgängers Johannes XXIII. Er erschien nämlich in Gewändern, die seit den fernen Tagen von Paul VI. († 1978) in der Versenkung verschwunden schienen. Die Piazza di Spagna befindet sich in der Nordost-Ecke der römischen Innenstadt. Der Papst zeigte sich vor der Mariensäule auf der Piazza di Spagna in der guten alten roten Samtmozzetta mit Kapuze und Hermelinrand. Diese ersetzt in der kalten Jahreszeit die rote Seidenmozzetta. Benedikt XVI. konnte das alt-neue Kleidungsstück gut gebrauchen, denn der späte Nachmittag war kühl. Kaum war die Zeremonie zuende, setzte zudem noch ein römischer Herbstregen ein.

Muttergottes der Millionen

Mexiko. Im mexikanischen Marienwallfahrtsort Guadalupe befinden sich laut ‘Radio Vatikan’ derzeit rund 13 Millionen Pilger aus ganz Mittel- und Südamerika. Gestern wurde der kirchliche Gedenktag der dortigen Erscheinungen begangen. Guadalupe ist der größte Marienwallfahrtsort der Welt und befindet sich in Mexiko-Stadt. Nachdem die Muttergottes dort im Jahr 1531 erschien war, ließen sich binnen kürzester Zeit etwa neun Millionen Indios taufen.

Grenzüberschreitend

Österreich. Am vergangenen Samstag überreichte der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, dem Grazer Nachrichtentechniker und Physiker Willibald Riedler (73) den großen Kardinal-Innitzer-Preis 2005. Kardinal Schönborn unterstrich dabei die „Autonomie der Wissenschaft“, warnte aber vor deren „Ideologisierung“. Für seinen Einsatz zur Völkerverständigung hat Riedler in der Vergangenheit bereits zweimal die Juri-Gagarin-Medaille sowie den sowjetischen Orden der Völkerfreundschaft erhalten.

Jugendmesse an Maria Empfängnis
Jugendmesse an Maria Empfängnis
Entschieden verschieden

Österreich. An Maria Empfängnis versammelten sich rund 800 Jugendliche zu einer der monatlich stattfindenden Wiener Jugendmessen im Rahmen der Gottesdienstreihe ‘find•fight•follow’. Das Thema der Messe war die Entscheidungsfindung: „JEIN – Make your decision!“ – zu deutsch: „JEIN – Triff deine Entscheidung“. Bei der Messe am 8. Dezember stand eine sogenannte Laien-Assistentin offenbar während des ganzen Hochgebets am Altar. Im Gegensatz zu früheren Jugendmessen wurde – statt der bisher eingesetzten Tongefäße – vergoldetes liturgisches Gerät verwendet. Die nächste Messe der Reihe Ende Januar steht unter dem Motto „Iß was g’scheits!!!“ Dann will man sich mit der Heiligen Messe beschäftigen.

Lob für den Freistaat Thüringen

Deutschland. Die ‘Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum’ und die Initiative ‘Pro Sancta Ecclesia’ begrüßen die Anstrengungen der Familienpolitik des Freistaats Thüringen, Erziehungsrecht und Eigenverantwortung der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu stärken und es Müttern zu ermöglichen, sich ganz der Erziehung ihrer Kinder zu widmen: „Wir sehen darin ein wichtiges Signal, zum Wohl der Kinder und der ganzen Gesellschaft die Mutterrolle zu stärken, ein Signal, das in Übereinstimmung mit der katholischen Soziallehre steht“.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 21 Lesermeinungen:
Montag, 19. Dezember 2005 15:32
Brandenburgis: Im Pelz
Es gibt ein sehr schönes Buch namens „Venus im Pelz“ von dem österreichischen Autoren Sacher-Masoch, ja – der Erfinder des Masochismus, der Lieblingspathologie der Linken und sozial Gesinnten.
Montag, 19. Dezember 2005 14:51
Gotthard: Schuhe
Bitte keine Leder-Schuhe mehr tragen!!!!!!!!!
Montag, 19. Dezember 2005 14:47
conny_ko: Lieber Benedikt,
Das freut mich, dass unsere Meinungen dann doch nur ein klein wenig auseinandergehen.

Sie schreiben: „Aber dass der Papst ein pelzgefüttertes Kleidungsstück trägt finde ich in Anbetracht der Umstände nicht weiter tragisch.“

Ist es leider doch, da diese Meldung durch Tierschutz-Foren ging und das Ansehen des Papstes schmälert. Meiner Meinung nach sollte er es als gutes Vorbild einfach lassen.

Sie schreiben: „…und wird vermutlich auch nie eine Pelzfabrik von innen gesehen haben. Es wird wohl eher vom Kürschner stammen.“

Äh, woher hat denn der Kürschner den Pelz? Der ist ihm sicher nicht so ohne Innenleben zugelaufen.

Aber ich möchte diese Plattform hier nicht missbrauchen. Wir sollten das Thema somit beenden, wenn es Ihnen recht ist. Ich liebe die katholische Kirche und achte ihre Repräsentanten. Da ich aber auch im Tierschutz aktiv bin, tut mir der gedankenlose Umgang mit unseren Mitgeschöpfen und unserer Umwelt einfach im Herzen weh.
Montag, 19. Dezember 2005 12:59
Benedikt: @ conny
Ach, darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren, dass finde ich auch ekelhaft. Ich würde mir selbst auch keinen Pelz kaufen. Aber dass der Papst ein pelzgefüttertes Kleidungsstück trägt finde ich in Anbetracht der Umstände nicht weiter tragisch. Es geht klar hervor, dass es sich nicht um „Mode“ handelt, sondern um ein traditionelles Gewandstück. Desweiteren ist es sicher nicht extra für Benedikt XVI. angefertigt worde und wird vermutlich auch nie eine Pelzfabrik von innen gesehen haben. Es wird wohl eher vom Kürschner stammen.
Montag, 19. Dezember 2005 10:12
conny_ko: Lieber Benedikt,
Sie haben natürlich recht und ich muss mich entschuldigen. Ich möchte nicht das Wort Gottes für meine Zwecke missbrauchen. Aber ich möchte noch einmal zum Kernpunkt der Diskussion zurückkommen: Wir alle wissen, wie unendlich die Tiere auf Pelzfarmen und in Tierfallen leiden müssen, bis sie endlich auf grausame Art umgebracht werden. Die Tiere sind unsere Mitgeschöpfe. Aus Achtung vor dem Leben und der Schöpfung Gottes sollten – nein müssen – wir unnötiges Leid vermeiden. Personen des öffentlichen Lebens – wie der Papst – sollten als gutes Beispiel vorangehen und auf solchen Luxusschmarrn verzichten.

Ich zitiere von pelzinfo.de: „Wenn Sie Tieren nicht einen Stab in den After schieben, einen Schalter umlegen, 240 Volt durch den Körper jagen und buchstäblich innerlich verbrennen lassen können, wenn Sie nicht Tiere sich in Krämpfen schütteln und im Herzinfarkt schreien sehen möchten, wenn sie sterben, sollten Sie keinen Pelz tragen und kaufen.“

Aber vielleicht ist Ihnen, lieber Benedikt, dies ja alles egal? Schauen Sie sich die Bilder und Videos von Pelzfarmen und Pelztierfallen an oder auch von der Praxis in China (wie jüngst in der Sendung 37° gezeigt), wie dort mit Hunden und Katzen umgegangen wird – und schreiben Sie dann: es ist mir egal.
Freitag, 16. Dezember 2005 15:37
Benedikt: @ conny
Was Sie hier vorbringen – man muss es leider sagen – widerspricht der Schrift. Die Schrift ist voll von Beispielen, in denen auch Jesus Tiere tötet. Er lässt die Netze vollwerden, er lässt eine Schweineherde den Abgrund herunterstürzen. Es findet sich nichts in der Bibel, wonach das Tier einen ähnlichen Schutz wie der Mensch genießt. Die Ausdehnung des Gebots „Du sollst nicht töten“ auf alle Lebewesen ist daher ein unzulässiger und angesichts der Schrift unhaltbarer Zug. Sie sollten wirklich nicht versuchen, mit theologischen Winkelzügen Ihre Einstellung zu untermauern. Damit machen Sie sich nämlich im Gegenteil unglaubwürdig.
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