10:56:22 | Dienstag, 13. Dezember 2005
Im August wurde ein italienischer Missionsbischof in Kenia meuchlings erschossen. Jetzt begann der Prozeß gegen die mutmaßlichen Mörder. Er dauerte nicht lange.
(kreuz.net, Nairobi) Am 6. Dezember wurde der Prozeß gegen die
mutmaßlichen Mörder des italienischen
Missionsbischofs Luigi Locati eröffnet und gleich wieder verschoben. Das berichtete die kenianische Tageszeitung
‘The Nation’ in Nairobi.
Der Bischof wurde am 14. Juli in der Stadt Isiolo im Zentrum von Kenia ermordet.
Bei Prozeßbeginn erklärte einer der sechs Angeklagten, Mohammed Diqa Wario, daß er teilweise taub
sei. Er sei auf einen Übersetzer angewiesen, um dem Prozeß folgen zu können.
Wario erklärte, daß
sein Hörschaden eine Folge von Folterungen sei, die er während der Untersuchungshaft von der Polizei
erlitten habe.
Über seinen Rechtsanwalt forderte Wario die Verschiebung der Verhandlung, bis ein Übersetzer
gefunden sei.
Der Staatsanwalt widersprach den Foltervorwürfen des Angeklagten. Dieser habe dem Gericht
keine medizinischen Beweise vorgelegt, daß er nicht mehr richtig hören könne.
Foltervorwürfe der
Angeklagten hatte es schon im Vorfeld des Prozesses gegeben. Deren Rechtsanwälte hatten erklärt, daß
ihre Mandaten mit Schlägen, Nahrungsentzug, Verbrennen mit Zigaretten und mit Aufhängen an den Füßen
gefoltert worden seien.
Einer sei sogar in einem Leichenschauhaus eingesperrt worden.
Ein Richter ordnete
im Gefolge dieser Vorwürfe an, die Angeklagten zu einer medizinischen Untersuchung in das Kenyatta National
Hospital in Nairobi zu bringen.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden noch nicht veröffentlicht.
Unter den sechs Angeklagten befindet sich auch der Priester Guyo Wako Malley.
Der Prozeß soll heute,
am 13. Dezember, wieder aufgenommen werden.
Bischof Luigi Locati (76) wirkte den größten Teil seines
Priesterlebens in Kenya. Tausende von Personen – unter ihnen der kenianische Staatspräsident – nahmen
an seiner Beerdigung teil.
Der Bischof scheint ermordet worden zu sein, weil er in seiner Diözese finanzielle
Unregelmäßigkeiten aufgedeckt und bereinigt hatte.
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steymard † 09:07:42 | Sonntag, 18. Dezember 2005