Kinderabtreibung
Zum Schweigen verdammt
Fünf Jahre nach einer Kinderabtreibung spüren abtreibungsgeschändete Mütter ein höheres Maß an Angst und Scham als die Allgemeinbevölkerung. Tabu und Verleugnung machen die Situation noch schlimmer.
(kreuz.net, Oslo) Das berichtete die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’ unter Bezugnahme auf das britische Fachmagazin ‘BMC Medicine’.

Ein Forschungsprojekt der Universität Oslo verglich den Verlauf der psychischen Gesundheit bei 80 Müttern nach einer Kinderabtreibung mit jener von 40 Müttern nach einer Fehlgeburt.

Die Studie ergab, daß die Mütter nach einer Fehlgeburt anfangs psychisch stärker belastet waren als jene, die ihr Kind abgetrieben hatten. Letztere fühlten sich anfangs erleichtert, kämpften aber gleichzeitig mit Schuld und Scham.

Die 120 Müttern zwischen 18 und 45 Jahren wurden für die Studie in verschiedenen Zeitabständen – zehn Tage, sechs Monate, zwei und fünf Jahre – nach der Abtreibung ihres Kindes befragt.

Elf der ausgewählten Mütter – fast 10 Prozent – fanden es zunehmend schwieriger, über ihre Abtreibung zu sprechen. Sie brachen die Studie ab.

Eine der vier Autoren der Studie erklärte, daß sie vom hohen Maß an Ängsten erstaunt gewesen sei: „Die Frauen versuchten, allen Gedanken daran aus dem Weg zu gehen. Sie fanden es schwer, darüber zu reden, waren aber dankbar, daß sie sprechen durften.“

Die Gesellschaft habe wenig Verständnis für die Reaktionen der Frauen nach der Abtreibung: „Wir müssen genauer hinschauen. Vielleicht haben wir all die Jahre etwas übersehen.“

Eine Gynäkologin und Fachärztin für psychotherapeutische Medizin in Frankfurt sprach mit der ‘Welt’ über das Schweigen traumatisierter Mütter. Ihr falle auf, wie selten Patientinnen die Abtreibung erwähnen: „Es ist wie ein Tabuthema. Durch Verleugnung treten Folgen oft verzögert auf, manchmal erst nach den Wechseljahren. Für Therapeuten ist es nicht leicht, den Zusammenhang festzustellen.“

In der Fachsprache redet man im Zusammenhang mit den schweren seelischen Symptomen abtreibungsgeschändeter Mütter vom sogenannten ‘Post Abortion Syndrom’. Aus abtreibungsideologischen Gründen wird es nicht selten auch von psychologischen Fachkräften totgeschwiegen.

Das Syndrom äußert sich in Depressionen, Weinkrämpfen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Alpträumen oder psychosomatischen Erkrankungen.

In Norwegen ist die Kinderabtreibung seit 1978 bis zum dritten Monat uneingeschränkt erlaubt. Laut offiziellen Angaben werden jährlich 15.000 Kinder umgebracht.

In Deutschland fallen den Abtreibern jedes Jahr 129.000 Kinder in die Hände. Damit werden – bei einer 18mal so großen Bevölkerung – achtmal so viele ungeborene Kinder wie in Norwegen abgetrieben.
      
2 Lesermeinungen
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#2   Josef Gadient   15:43:29 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Gibt es Länder, in welchen die Abtreibung noch verboten ist?
Dies wird gemäss den Botschaften in Garabandal „den Kelch zum Ueberlaufen bringen“. Danke für eine Antwort auf meine Titelfrage.
Ein schwacher Tost: in der Litanei für die Verstorbenen beten wir u.a. „alle heiligen Unschuldigen Kinder – Bittet für uns! Dies heisst, dass Gott sie erlöst hat und dass sie bereits in der heilig machenden Gnade sind. Dass sie für uns beten können ist in Anbetracht der Sünden der heutigen Menschheit notwendiger denn je.
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#1   griffo   09:59:34 | Mittwoch, 14. Dezember 2005
Das Gewissen
hat Gott allen Menschen gegeben. Manchmal schläft es, wird bewußt unterdrückt. Beseitigen kann es jedoch niemand. Deshalb erstaunt mich die seelische Lage vieler Frauen auch nach Jahren gar nicht. Umso wichtiger ist für uns alle die Hilfe in jeder Form für Frauen in Notsituationen bei Schwangerschaften, da der Staat (Politik(er))total versagt.
griffo
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