09:28:04 | Mittwoch, 14. Dezember 2005
Fünf Jahre nach einer Kinderabtreibung spüren abtreibungsgeschändete Mütter ein höheres Maß an Angst und Scham als die Allgemeinbevölkerung. Tabu und Verleugnung machen die Situation noch schlimmer.
(kreuz.net, Oslo) Das berichtete die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’ unter Bezugnahme auf das britische
Fachmagazin ‘BMC Medicine’.
Ein Forschungsprojekt der Universität Oslo verglich den Verlauf der psychischen
Gesundheit bei 80 Müttern nach einer Kinderabtreibung mit jener von 40 Müttern nach einer Fehlgeburt.
Die Studie ergab, daß die Mütter nach einer Fehlgeburt anfangs psychisch stärker belastet waren als
jene, die ihr Kind abgetrieben hatten. Letztere fühlten sich anfangs erleichtert, kämpften aber gleichzeitig
mit Schuld und Scham.
Die 120 Müttern zwischen 18 und 45 Jahren wurden für die Studie in verschiedenen
Zeitabständen – zehn Tage, sechs Monate, zwei und fünf Jahre – nach der Abtreibung ihres Kindes befragt.
Elf der ausgewählten Mütter – fast 10 Prozent – fanden es zunehmend schwieriger, über ihre Abtreibung
zu sprechen. Sie brachen die Studie ab.
Eine der vier Autoren der Studie erklärte, daß sie vom hohen
Maß an Ängsten erstaunt gewesen sei: „Die Frauen versuchten, allen Gedanken daran aus dem Weg zu gehen.
Sie fanden es schwer, darüber zu reden, waren aber dankbar, daß sie sprechen durften.“
Die Gesellschaft
habe wenig Verständnis für die Reaktionen der Frauen nach der Abtreibung: „Wir müssen genauer hinschauen.
Vielleicht haben wir all die Jahre etwas übersehen.“
Eine Gynäkologin und Fachärztin für psychotherapeutische
Medizin in Frankfurt sprach mit der ‘Welt’ über das Schweigen traumatisierter Mütter. Ihr falle auf,
wie selten Patientinnen die Abtreibung erwähnen: „Es ist wie ein Tabuthema. Durch Verleugnung treten
Folgen oft verzögert auf, manchmal erst nach den Wechseljahren. Für Therapeuten ist es nicht leicht,
den Zusammenhang festzustellen.“
In der Fachsprache redet man im Zusammenhang mit den schweren seelischen
Symptomen abtreibungsgeschändeter Mütter vom sogenannten ‘Post Abortion Syndrom’. Aus abtreibungsideologischen
Gründen wird es nicht selten auch von psychologischen Fachkräften totgeschwiegen.
Das Syndrom äußert
sich in Depressionen, Weinkrämpfen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Alpträumen oder psychosomatischen
Erkrankungen.
In Norwegen ist die Kinderabtreibung seit 1978 bis zum dritten Monat uneingeschränkt erlaubt.
Laut offiziellen Angaben werden jährlich 15.000 Kinder umgebracht.
In Deutschland fallen den Abtreibern
jedes Jahr 129.000 Kinder in die Hände. Damit werden – bei einer 18mal so großen Bevölkerung – achtmal
so viele ungeborene Kinder wie in Norwegen abgetrieben.
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#2
Josef Gadient 15:43:29 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
#1
griffo 09:59:34 | Mittwoch, 14. Dezember 2005