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Mittwoch, 14. Dezember 2005 12:31
Eine technische Störung
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. veröffentlichte jüngst den Wortlaut eines Telefongespräches, das Anfang Oktober zwischen dem Schweizer Distriktsoberen und dem Bischof von Basel geführt worden war.
Links: Bischof Kurt Koch von Basel Rechts: Pater Henry Wuilloud FSSPX
Links: Bischof Kurt Koch von Basel
Rechts: Pater Henry Wuilloud FSSPX
(kreuz.net, Basel) Die Piusbruderschaft veranstaltete anläßlich des 100. Geburtstags ihres Gründers, Erzbischof Marcel Lefèbvre, am 3. Dezember einen sogenannten Tag der Tradition.

Die Veranstaltung, an der fast 1000 Gläubige teilnahmen, fand in einem Kongreßzentrum in Biberist statt. Der Ort befindet sich ungefähr drei Kilometer südlich der Stadt Solothurn, wo der Bischof von Basel residiert.

Der Generalobere der Bruderschaft zelebrierte ein Pontifikalamt und krönte eine Wandermuttergottes.

Die Fatimastatue wird nun durch die Schweizer Häuser der Piusbruderschaft ziehen
Die Fatimastatue wird nun durch die Schweizer Häuser der Piusbruderschaft ziehen
Eigentlich hätten die Lefèbvristen die Messe gerne in der Klosterkirche der aufgehobenen Zisterzienserabtei St. Urban zelebrieren wollen. Die Gemeinde St. Urban befindet sich 30 km nordöstlich von Biberist.

Doch die Bitte der Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde bereits bei den Vorabklärungen von kirchlicher Seite abgelehnt.

Der Distriktsobere der Schweiz, Pater Henry Wuilloud, wandte sich daraufhin an den Bischof des Bistums Basel, Mons. Kurt Koch.

Das Gespräch ist im Folgenden nicht wörtlich, sondern nur sinngemäß, nach dem Gedächtnis des Distriktoberen wiedergegeben:

In dieser Kirche wollten die Lefèbvristen ihr Pontifikalamt halten
In dieser Kirche wollten die Lefèbvristen ihr Pontifikalamt halten
Pater Wuilloud: Exzellenz, dürfen wir erfahren, warum unserer Bruderschaft der Zugang zur Kirche in St. Urban verweigert wurde?

Bischof Koch: Nun, Sie stehen – wie Ihnen bekannt ist – nicht in voller Gemeinschaft mit der Kirche.

Pater Wuilloud: Da fallen mir drei Fragen ein. Die erste: Sie – beziehungsweise Ihr Generalvikar – haben am 18. Juni offiziell ein katholisches Gotteshaus für eine ökumenische Andacht von Homosexuellen in Luzern zur Verfügung gestellt. Warum geht das bei uns plötzlich nicht so einfach? Sind wir in Ihren Augen schlimmer als die Homosexuellen?

Bischof Koch: Sie sind exkommuniziert und schismatisch und daher aus den katholischen Kirchenräumen ausgeschlossen.

Pater Wuilloud: Meine zweite Anfrage: In der Petersbasilika zeigt man sich neuerdings versöhnlich. Dort dürfen Priester unserer Bruderschaft die Messe feiern. Warum nicht in St. Urban? Warum sind Sie strenger als Rom?

Bischof Koch: Ich höre das zum erstenmal. Bitte haben Sie Verständnis, daß ich den Sachverhalt zuerst nachprüfen möchte.

Pater Wuilloud: Meine dritte Frage: Es gibt in der Schweiz bekanntlich eine Unterscheidung zwischen Kirche und Staat. Nun gehört aber die Kirche in St. Urban dem Staat. Aus welchem Grund hat sich die Kirche in die Angelegenheit eingemischt, als wir die zuständigen Behörden baten, das Gotteshaus für unser Fest benützen zu dürfen?

Bischof Koch hängt auf.

„Vielleicht eine technische Störung“, vermutet Pater Wuilloud.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 44 Lesermeinungen:
Sonntag, 18. Dezember 2005 14:21
Agiafortuni: Gunther Maria Michel
Als Johannes XXIII seine Enzyklika „Pacem in Terris“ veröfentlichte, sagte ein Studienkollege von mir, sie müssen gelesen werden bevor sie auf den Index komme. Gleiches lässt sich vom Motu proprio „Ecclesia Dei afflicta“ sagen. Aus ihr spricht ein vom konziliaren Schwachsinn geblendeter Geist, der mit einigen wirren Vorstellungen ein Loblied auf das Konzil zu singen versucht.
Als Katholike bin ich hingegen stolz auf die Stellungnahme der Priesterbruderschaft. Aus ihr spricht ein katholischer Geist, der sich am Lehramt der Kirche orientiert, welches auf die Lehren eines heiligen Thomas, eines Kardinal Cajetans, eines heiligen Robert Bellarmin – auch er Kardinal – und anderer grossen Glaubenszeugen zurückgreift.
Freitag, 16. Dezember 2005 22:09
steymard †: Richtig dr.Regazzoni,
sie haben den nagel auf den kopf getroffen.
Diese „theologen“ wie Teilhard de chardin,congar,lubac etc.wurden verurteilt,weil sie haertiker und antikatholiken waren.
Also eine „Kirche“ ,die ihre lehre und dogmen auf die pseudomeinungen von solchen teuflischen Subjekten aufbaut,kann unmoeglicherweise die „Katholische Kirche“ sein.Jetzt sind Sie des Raetsels Loesung schon einen schritt naeher gerueckt.Freut mich fuer Sie.
Freitag, 16. Dezember 2005 14:29
Athanasius: Aurelius,
Bitte. Ihre Evaluierungen der Aussagen von Hoyos sind völlig uninteressant, da sie trotzdem daraus den Punkt machen wollen, dass die FSSPX „schismatisch“ wäre. Man IST nun Schismatiker, oder man ist es eben nicht. Und man hat festgestellt die FSSPX ist es nicht. Man ist INNERHALB der Kirche, ODER man ist AUSSERHALB der Kirche. Man hat festgestellt: INNERHALB der Kirche.

Nun über eine „schismatische Haltung“. Ich finde solch ‘ne Aussage von Kardinal Hoyos völlig unangemessen, denn er weiss, dass überall in der Welt Bischofskonferenzen neomodernistische Kandidaten weihen, die Franzosen drohten Rom mit einem Schisma (über die FSSPX sogar! soviel angst hat man!), die deutschen Bischöfe wirkten jahrelang ohne jegliche Strafe „innerhalb der Kirche“ mit an der Abtreibungsmachinerie, aber die FSSPX zeige – zumindest „manchmal“ – eine „schismatische Haltung“?

Nein, die Modernisten sind schismatisch, aber das wagt man nicht zu sagen, auch die Indult-Traditionalisten wie Du Aurelius, trauen sich das nicht zu. Denn Kasper, Lehmann, Küng, Drewermann usw. wären alle noch „völlig“ innerhalb der Kirche. Innerhalb ihrer Kirche schon, nicht innerhald DER Kirche*.

*Wenn man mit Kirche meint, was Papst Pius XII. mit dem Wort meinte in „Mystici Corporis“.
Freitag, 16. Dezember 2005 13:44
Aurelius: @Marcel
abgesehen von íhrem ersten Absatz (haltlos und überflüssig) stimme ich Ihnen sogar voll und ganz zu. In keinster Weise widerspricht das, was ich geschrieben habe dem, was Sie zuletzt gepostet haben. Im Gegenteil, Sie untermauern [@steymard: no pun intended] sogar noch meine Aussage. Wir beziehen uns sogar auf die selbe Quelle und scheinen beide der Meinung zu sein, daß sie FSSPX dann doch nicht ganz so vollkommen in Gemeinschaft mit Rom ist, wie es viele gerne darstellen würden.

Im übrigen danke ich Ihnen dafür, daß Sie den Wortlaut des Kardinals wiedergegeben haben (und das meine ich ernst und ohne Sarkasmus).
Freitag, 16. Dezember 2005 13:31
gunther maria michel: @Lieber Dr. Carlo Regazzoni,
wenn ich kein Interesse an der Wahrnehmung der Wirklichkeit hätte, würde ich nicht nach der Aussage von Kardinal Hoyos gefragt haben, welcher anscheinend doch Gewicht beizumessen ist. Dagegen steht aber immer noch das Motu proprio Ecclesia Dei. Die Antwort der FSSPX-Priester darauf, die Sie zitieren, finde ich allerdings anmaßend.
Sollte sich die Piusbruderschaft nicht im Schisma mit Rom befinden, um so besser. Ich habe nicht das geringste persönliche Interesse daran, die Anhänger von Msgr. Lefebvre im Schisma zu sehen. Ich liebe Christus und seine Kirche – allein darum geht es mir.
Freitag, 16. Dezember 2005 13:31
Marcel: Penedranz
Aurelius, bei den Häretikern halten Sie sich heuchlerisch zurück, doch uns langweilen Sie mit Ihrer ständigen Wiederholung, der FSSPX ihre volle Katholizität abzusprechen.
Wer anderen eine Grube gräbt sich ein. Melden Sie sich lieber bei den Schweige-Exerzitien im neuen Schwarzhald-Haus der FSSPX an.

Zudem sind Sie wieder hintendran. Rom spricht schneller als Sie kucken können: Das Interview mit „30 Tage“ war „gestern“ – lesen Sie nach, was „heute“ ist: Kreuznet unter der Überschrift Kein Schisma über das noch neuere Interview des Ecclesia Dei Chefs Cardinal Hoyos, vom 13.11.2005 im italienischen „Canale 5“.
Der Cardinal sagte dort über die FSSPX: „Wir stehen nicht vor einer Häresie. Man kann auf eine korrekte, exakte und präzise Weise nicht sagen, daß ein Schisma vorliegt.“ Eine Bischofsweihe ohne päpstliche Erlaubnis zeige eine „schismatische Haltung“, erklärte der Kirchenfürst. Die FSSPX befinde sich jedoch „innerhalb der Grenzen der Kirche.“ Das Problem sei lediglich, daß eine vollkommenere Gemeinschaft fehle.

Kurzum: weder befindet sich die FSSPX in einem Schisma, noch hat sie eine schismatische Haltung, denn sie anerkennt alle Päpste.
Die Petrusbrüder mögen ihre Exkommunikationsforderung in den Opferkorb stecken.

„Vollkommenere“ Gemeinschaft ist die Steigerung von vollkommen. Wer arbeitet schon nicht an einer „vollkommeneren“ Gemeinschaft mit Jesus Christus und Seiner Kirche.
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