Wandlungsworte im Wandel
Am 30. September 2000 erschienen die von Papst Johannes Paul II. approbierten Rubriken des Missale 2000. Wo liegen die Unterschiede zu den bisherigen Normen? Von Hw. Dr. theol. Adolf Fugel.
(kreuz.net) Was die Rubriken im Umfeld der Wandlungsworte anbelangt ist kein Unterschied zwischen dem
Missale 2000 und dem Novus Ordo Missae, der im Jahr 1968 von Papst Pauls VI. promulgiert wurde, erkennbar.Als Rubriken bezeichnet man die kirchlichen Handlungsanweisungen, die den Ablauf der heiligen Messe regeln.
Unterschiede werden aber deutlich, wenn wir einen Blick auf das Missale von 1962 werfen, das von Papst Johannes XXIII. herausgegeben wurde. Dieses Missale zeigt, wie weit das Zweite Vatikanum und der das Konzil einberufende Papst in der Reform des heiligen Messopfers gehen wollten.
In Punkt VIII.5 des „Ritus servandus in celebratione Missae“ – Reihenfolge der Meß-Zelebration – schreibt das 1962-Meßbuch zur Wandlung des Brotes vor: „distincte, reverenter et secreto – deutlich, ehrfurchtsvoll und still spricht der Priester die Konsekrationsworte über der Hostie“.
Bei der Wandlung des Weines: „attente, continuate et secreto – aufmerksam, ohne Unterbrechung und still – verba consecrationis Sanguinis“.
Beide Male wird deutlich von „Konsekration“ gesprochen.
Das Letzte Abendmahl Jesu wird nicht erwähnt. Durch das Wort des Priesters werden die Gaben in Leib und Blut Jesu Christi verwandelt.
Christus selber vollzieht Sein Opfer unter den Gestalten. Dieses Geheimnis kleidet sich in die Form des Einsetzungsberichtes. Der Priester schildert, was der Herr beim Letzten Abendmahl tat, indem er es gleichzeitig selber tut.
Dieser Bericht ist keine Erzählung vor Zuhörern, wie das Evangelium, sondern ein Wieder-Darstellen vor dem göttlichen Vater. Der Vater wird dabei angeredet.
Auch benutzt der Priester nicht die Worte der Evangelisten, sondern einen eigenen liturgischen Text.
Der Einsetzungsbericht schließt mit dem Auftrag des Herrn an seine Apostel, daß sie Seiner gedächten, wann immer sie tun, was Er getan hat.
Sowohl vor als auch nach der Erhebung der heiligen Hostie und des Kelches verehrt der Priester die heiligen Gestalten durch eine Kniebeuge.
Im Meßordo des seligen Papstes Johannes XXIII. lauten die Konsekrationsworte beim Brot: „Hoc est enim Corpus meum“ – Das ist mein Leib.
Beim Kelch: „Hic est enim Calix Sanguinis mei, novi et aeterni testamenti: mysterium fidei: qui pro vobis et pro multis effundetur in remissionem peccatorum“ – Das ist der Kelch meines Blutes, des Neuen und ewigen Bundes, Geheimnis des Glaubens, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Nachdem der Priester den Kelch auf den Altar gestellt hat spricht er in lateinischer Sprache: „Haec quotiescumque feceritis, in mei memoriam facietis“ – Tut dies, sooft ihr es tut, zu Meinem Gedächtnis“.
Blicken wir jetzt in das Meßbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Es ist die authentische Ausgabe für den deutschen liturgischen Gebrauch.
Das Meßbuch wurde von den deutschen Bischofskonferenzen genehmigt und vom damaligen Präfekten der Gottesdienstkongregation, James Kardinal Knox, und seinem Sekretär, Erzbischof Annibale Bugnini, bestätigt.
Es widerspiegelt die unter Papst Paul VI. eingeführten Neuerungen im heiligen Meßopfer und wurde 1974 für den deutschen Sprachraum approbiert.
Dort heißt es bei den ‘Allgemeinen Einführungen’ unter Nr. 55d über den Einsetzungsbericht:
„Durch Christi Wort und Tun wird das Opfer vollzogen, das der Herr beim Letzten Abendmahl eingesetzt hat, da er seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein darbrachte, sie den Aposteln zum Essen und Trinken reichte und zugleich den Auftrag gab, dieses Mysterium weiterhin zu begehen.“
Wir berücksichtigen hier nur das Erste Hochgebet des Novus Ordo Missae. Er ist stark an den Meßkanon des tridentinischen Ritus angelehnt.
Dort wird die Konsekration mit dem folgenden Hinweis eingeleitet:
„In den folgenden Texten werden die Herrenworte klar und deutlich vorgetragen, wie es ihr Charakter verlangt? Er [der Priester] verneigt sich ein wenig (außer wenn er dem Volk zugewandt steht): „Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“
Und zum Kelch: „Er verneigt sich ein wenig (außer wenn er dem Volk zugewandt steht): „Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“
Vier Unterschiede fallen besonders auf.
Die Wandlungsworte beginnen nicht mit der Aussage „Das ist“, sondern mit der in der geschichtlichen Perspektive verharrenden Einleitung: „Nehmet und?“.
Ebenso enden die Wandlungsworte nicht mit den Konsekrationsworten, sondern mit einem Zusatz, der dem Römischen Meßkanon von Papst Johannes XXIII. nicht entspricht.
Dies muß gesagt sein, weil im Meßbuch Papst Pauls VI. dieses Hochgebet – ohne auf die Unterschiede hinzuweisen – als „Römischer Meßkanon“ bezeichnet wird.
Im deutschsprachigen Meßbuch ist bei der Konsekration des Weines, abweichend vom lateinischen Original des Novus Ordo Missae, vom Blut, das „für alle“ vergossen wird, die Rede.
Natürlich schließt Gott niemand aus der Teilhabe an der Heilsgnade aus. Jedoch scheint zwischen „alle“ und „viele“ mehr als nur eine stilistische Differenz zu sein.
Es ist interessant, daß gerade der Novus Ordo Missae, der sich an die biblische Form bei den Konsekrationsworten anlehnt, hier ein Wort benützt, das so in der Heiligen Schrift nicht zu finden ist.
Während die Konsekrationsformel im Meßbuch von Papst Johannes XXIII. ein aus der Tradition hervorgegangener liturgischer Text der Kirche ist, lehnt sich die Konsekrationsformel im Meßbuch von Papst Paul VI. eher an biblische Formeln an.
Einen Bezug zur Bibel beanspruchten auch die Reformatoren des 16. Jahrhunderts. Darum trat bei ihnen, um den Unterschied im Verständnis des Konsekrationsgeschehens im Vergleich zur Mutterkirche hervorzuheben, ein Bibelzitat an die Stelle des überlieferten liturgischen Textes.
Im Novus Ordo Missae macht der Priester nur nach der Erhebung der konsekrierten Gestalten eine Kniebeuge.
Während im Missale von Papst Johannes XXIII. die Kniebeugen der Anbetung dienen – „genuflexus adorat“ – niederkniend betet er an –, sagt das Deutsche Meßbuch nur: „und macht eine Kniebeuge“.
Natürlich ist jede Kniebeuge eine Anbetung und muß auch so interpretiert werden.
Der Text des deutschen Meßbuches kommt trotzdem eher einer Verflachung des Inhalts der Kniebeuge gleich.
Um eine bessere Kontinuität zwischen dem Missale von Johannes XXIII. und jenem von Paul VI. zu gewährleisten, könnte man zwei Konsequenzen für die Zelebration des Novus Ordo Missae im Bereich der Wandlungsworte ziehen.
Man setzt eine kleine Pause zwischen den Worten „Nehmet und esset alle davon“ und „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ ein.
Ebenso sollte auch bei der Konsekration des Weines verfahren werden.
Nach den Wandlungsworten über den Kelch sollte durch eine kleine Pause auf den liturgischen Vollzug der heiligen Wandlung durch den Priester „in persona Christi“ hingewiesen werden, indem die Worte „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ zwar vor der Kniebeuge, aber getrennt von den Wandlungsworten gesprochen werden.
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Dienstag, 3. Januar 2006 23:29
Gotthard: Jansenismus
Im 17. Jahrhundert ausdrücklich ein Satz der Jansenisten verurteilt, welcher besagte, Christus sei nicht für alle gestorben.
Montag, 19. Dezember 2005 19:40
Rocky: virOblationis: Vergegenwärtigung
Kurz und bündig: D7u hast KEINE Ahnung von der Zeitlosigkeit – Ewigkeit Gottes! Ich hätte die grösste Lust, die dieses Thema in „Realzeit“ zu klären, bevor du nochmal so’ne Dummheit produzierst!
Montag, 19. Dezember 2005 08:42
virOblationis: Vergegenwärtigung
Wenn man so argumentiert, müßte auch z.B. die Geburt des Heilands im Meßopfer vergegenwärtigt werden,
weil es ohne die Menschwerdung und Geburt keine spätere Kreuzigung hätte geben können.
Das Handeln des Priesters am Altar – zumindest in der überlieferten Messe – ist doch (im Anschluß an den Lehrgottesdienst) die Darbringung eines Opfers.
Das Handeln des Priesters am Altar – zumindest in der überlieferten Messe – ist doch (im Anschluß an den Lehrgottesdienst) die Darbringung eines Opfers.
Sonntag, 18. Dezember 2005 21:37
Gotthard: nicht einschränkbar
Die Eucharistie ist die sakramentale Vergegenwärtigung des Todes UND der Auferstehung Jesu Christi. Sein
Tod ohne seine Auferweckung würde dieses Forum und das Christentum ungeschehen machen.
Die ausschließliche Betonung des Opfers verkürzt und verdunkelt die Eucharistie. Sie ist ebenso sehr Vorwegnahme des himmlischen Mahles … Teilnahme am himmlischen Hochzeitsmahl… bei dem Christus sowohl Gastgeber wie Gabe („Brot des Lebens“) ist.
Die Eucharistie ist nicht auslotbar … und bestimmt nicht eingrenzbar auf ein „Opfer“.
Die ausschließliche Betonung des Opfers verkürzt und verdunkelt die Eucharistie. Sie ist ebenso sehr Vorwegnahme des himmlischen Mahles … Teilnahme am himmlischen Hochzeitsmahl… bei dem Christus sowohl Gastgeber wie Gabe („Brot des Lebens“) ist.
Die Eucharistie ist nicht auslotbar … und bestimmt nicht eingrenzbar auf ein „Opfer“.
Sonntag, 18. Dezember 2005 20:50
Romano: @Athanasius
Die Hl. Eucharistie ist die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Jesu Christ und somit ein Sühnopfer.
Genauer ist es m.E., von der sakramentalen Vergegenwärtigung des Opfers Jesu Christi zu sprechen. Die Messe fügt diesem Opfer nichts hinzu und vervielfältigt es auch nicht. „Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich damals am Kreuze opferte, opfert sich jetzt durch den Dienst des Priesters; allein die Weise des Opferns ist verschieden“ (Konzil von Trient, Sess.XXII, Doctrina de ss.Missae sacrificio, cap. 2: DH 1743).
Die W. ist im Novus Ordo, wenn das I. Euch. Hg. benutzt wird, aber trotzdem gültig auf Latein.
Die Gültigkeit hängt – die richtige Intention vorausgesetzt – doch weder davon ab, ob die Wandlungsworte auf Latein oder in einer anderen Sprache gesprochen werden, noch davon, ob die Wandlungsworte als Teil des Ersten oder eines anderen Hochgebetes benutzt werden! Die Worte sind doch immer dieselben.
Genauer ist es m.E., von der sakramentalen Vergegenwärtigung des Opfers Jesu Christi zu sprechen. Die Messe fügt diesem Opfer nichts hinzu und vervielfältigt es auch nicht. „Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich damals am Kreuze opferte, opfert sich jetzt durch den Dienst des Priesters; allein die Weise des Opferns ist verschieden“ (Konzil von Trient, Sess.XXII, Doctrina de ss.Missae sacrificio, cap. 2: DH 1743).
Die W. ist im Novus Ordo, wenn das I. Euch. Hg. benutzt wird, aber trotzdem gültig auf Latein.
Die Gültigkeit hängt – die richtige Intention vorausgesetzt – doch weder davon ab, ob die Wandlungsworte auf Latein oder in einer anderen Sprache gesprochen werden, noch davon, ob die Wandlungsworte als Teil des Ersten oder eines anderen Hochgebetes benutzt werden! Die Worte sind doch immer dieselben.
Sonntag, 18. Dezember 2005 19:51
Athanasius: „Eucharistiefeier“, „Vergegenwärtigung“, „Paschamysterium“
Diakonos,
Sie sind von der Neuen Theologie zur Eucharistie infiziert. Die Hl. Eucharistie ist die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Jesu Christ und somit ein Sühnopfer. In Ihr, wird NICHT das letzte Abendmahl vergegenwärtigt, NICHT die Auferstehung, sondern der auferstandene Herr der sich unblutig hingibt.
Verstehen Sie denn wirklich nicht, dass das „Paschamysterium“ lediglich dazu dient die traditionelle Lehre zu verschleiern?
Was steymard sagt, ist nur theor.Theologie. Mindestens die Worte „mysterium fidei“ in der Wandlung sind nicht erforderlich für Gültigkeit, obwohl P. Omlor, ein sedisv. Autor dies schon 1967 beh… Schwieriger wird es aber, wenn man zu den bewussten Falschübersetzungen von „pro multis“ zu „für alle“ anstatt „für viele“ schaut. Denn das Konzil von Trient spricht eindeutig, davon, dass beim „pro multis“ von der FRUCHT der Erlösung und nicht von der Absicht der Erlös. gesprochen wird. Da „für alle“ einzufügen bedeutet zu sagen jedermann wird gerettet: eine Häresie. Also sowieso Irrt. oder fast här… Der Katechismus vom Hl. Pius X. sagt aber, dass zur Gültigkeit nur die Worte „Das ist Mein Leib“ und „Das ist Mein Blut [Kelch meines Blutes]“ erforderlich. Irrte sich Papst Pius X. da? Ich glaube nicht, finde aber das „für alle“ so origenistisch, dass schon deswegen alleine man den Novus Ordo Missae scheuen sollte. Die W. ist im Novus Ordo, wenn das I. Euch. Hg. benutzt wird, aber trotzdem gültig auf Latein. Das sollte auch ein Sedisv. zugeben.
Sie sind von der Neuen Theologie zur Eucharistie infiziert. Die Hl. Eucharistie ist die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers Jesu Christ und somit ein Sühnopfer. In Ihr, wird NICHT das letzte Abendmahl vergegenwärtigt, NICHT die Auferstehung, sondern der auferstandene Herr der sich unblutig hingibt.
Verstehen Sie denn wirklich nicht, dass das „Paschamysterium“ lediglich dazu dient die traditionelle Lehre zu verschleiern?
Was steymard sagt, ist nur theor.Theologie. Mindestens die Worte „mysterium fidei“ in der Wandlung sind nicht erforderlich für Gültigkeit, obwohl P. Omlor, ein sedisv. Autor dies schon 1967 beh… Schwieriger wird es aber, wenn man zu den bewussten Falschübersetzungen von „pro multis“ zu „für alle“ anstatt „für viele“ schaut. Denn das Konzil von Trient spricht eindeutig, davon, dass beim „pro multis“ von der FRUCHT der Erlösung und nicht von der Absicht der Erlös. gesprochen wird. Da „für alle“ einzufügen bedeutet zu sagen jedermann wird gerettet: eine Häresie. Also sowieso Irrt. oder fast här… Der Katechismus vom Hl. Pius X. sagt aber, dass zur Gültigkeit nur die Worte „Das ist Mein Leib“ und „Das ist Mein Blut [Kelch meines Blutes]“ erforderlich. Irrte sich Papst Pius X. da? Ich glaube nicht, finde aber das „für alle“ so origenistisch, dass schon deswegen alleine man den Novus Ordo Missae scheuen sollte. Die W. ist im Novus Ordo, wenn das I. Euch. Hg. benutzt wird, aber trotzdem gültig auf Latein. Das sollte auch ein Sedisv. zugeben.
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