Zittere!
Vor dem kommenden Richter soll sich nicht nur der Sünder ängstigen. Diese Furcht muß vielmehr jeden Christen umtreiben. Adventliches von Dom Prosper Guéranger OSB († 1875).

Doch ehe diese Verweigerer das Kind, das geboren wurde und das ihre Augen sehen, zurückstoßen, sollen sie ihre Kräfte gut prüfen: ob diese ausreichen, um gegen den starken Gott an dem Tage zu kämpfen, da er erscheinen wird, nicht um zu retten, sondern um zu richten.
Um den Richter, vor dem alle zittern, von Grund auf kennenzulernen, mögen sie die heilige Liturgie befragen.
Dann werden sie ihn fürchten lernen.
Diese Furcht ist nicht nur etwas für den Sünder. Sie ist vielmehr ein Gefühl, das jeder Christ empfinden muß.
Die Furcht allein macht zwar zum Sklaven. Aber mit Liebe gepaart ist sie angemessen für den in Schuld gefallenen Sohn, der den von ihm beleidigten Vaters um Verzeihung bittet.
Dann verjagt die Liebe die Furcht.
Dennoch kehrt sie manchmal wie ein Blitzstrahl zurück und zu unserem Heil erschüttert sie unser gläubiges Herz bis in seine Tiefen hinab.
In diesen Augenblicken erwacht die Erinnerung an das eigene Elend und an die unverdiente Gnade des Erlösers.
So dürfen wir von nichts zurückgehalten werden, uns während der heiligen Zeit des Adventes dem gottesfürchtigen Erschaudern der Kirche anzuschließen, die – so heiß geliebt sie auch ist – doch jeden Tag im Heiligen Offizium der Sext betet:
„Durchbohre mein Fleisch mit der Furcht vor dir!“
Dom Prosper Guéranger (1805-1875) stammt aus dem Ort Sablé in Westfrankreich. Unweit davon – in Solesmes – gründete er einige Jahre nach seiner Priesterweihe mit drei Freunden ein Benediktinerkloster. Dom Guéranger bemühte sich um die Erneuerung der Liturgie, speziell des gregorianischen Gesanges. Er hinterließ auch zahlreiche theologische Werke.
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Samstag, 17. Dezember 2005 11:10
st. theodul: Erfahrung aus dem Hochgebirge
Auf schmalem, abschüssigem Bergweg sind es die Wand, die Halt gibt (Liebe) auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Furcht vor dem Abgrund, die zusammen den Wanderer sicher führen.
Samstag, 17. Dezember 2005 09:02
Yersinia: @catholicus: ist dir inzwischen schon aufgefallen
dass du mit deinen mystisch-theologischen Ausführungen mein auf der politisch-sozialen Ebene geführtes Argument bestätigst? – indem du dieser Ebene eben nichts anderes entgegenzusetzen hast, als argumentativ quasi „nach oben“ zu entfleuchen;
Freitag, 16. Dezember 2005 00:42
Le Trot: @ Wie wahr!
In diesen Augenblicken erwacht die Erinnerung an das eigene Elend und an die unverdiente Gnade des Erlösers.
Redaktion: Danke für den Beitrag.
Redaktion: Danke für den Beitrag.
Donnerstag, 15. Dezember 2005 21:31
Catholicus: Ganz katholisch
Der Beitrag ist ganz und gar katholisch. Von Angstmache ist hier überhaupt keine Rede. Vielmehr geht es um den „timor filialis“ (die kindliche Gottesfurcht), die sehr wohl mit der Liebe vereinbar ist. Demjenigen, der sich von Gott abwendet in der Todsünde, nützt auch eine eventuell vorhandene „timor servilis“ (knechtliche Furcht) solange nichts, bis er sich nicht mit Hilfe der Gnade Gottes für die Umkehr öffnet und seine Sünden von Herzen bereut und bekennt! Dann aber, wenn Schuld vergeben wird, wandelt sich die Furcht in Liebe. 1 Joh 4,18: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.“
Donnerstag, 15. Dezember 2005 21:10
Yersinia: tja, mit Angst konnten Herrschaftsansprüche
schon immer gut legitimiert – und kaschiert – werden
Donnerstag, 15. Dezember 2005 19:47
Luther: Naja naja
Ich empfinde diese Predigt als sehr negativ!
Soll ich Angst haben vor diesem Gott? Ehrfurcht ja, aber Angst? Nein, dieser Gott schenkt Liebe und diese Liebe ist vor allem erstmal Verzeihen und Liebe!
Es geht nicht darum, das Schwert zu heben, zu bestrafen, weh zu tun, nein, die Liebe zu tragen, anzuzünden in den Menschen, die das Licht Christi weitergeben!
Angst und Furcht verschwinden!
Keiner braucht sich bedroht zu fühlen, Gott selbst lädt uns jeden Tag, jede Sekunde neu zu sich ein!
Er will uns nicht verloren geben!
Sein Sohn bürgt dafür! Er selbst nimmt uns immer wieder neu an!
Soll ich Angst haben vor diesem Gott? Ehrfurcht ja, aber Angst? Nein, dieser Gott schenkt Liebe und diese Liebe ist vor allem erstmal Verzeihen und Liebe!
Es geht nicht darum, das Schwert zu heben, zu bestrafen, weh zu tun, nein, die Liebe zu tragen, anzuzünden in den Menschen, die das Licht Christi weitergeben!
Angst und Furcht verschwinden!
Keiner braucht sich bedroht zu fühlen, Gott selbst lädt uns jeden Tag, jede Sekunde neu zu sich ein!
Er will uns nicht verloren geben!
Sein Sohn bürgt dafür! Er selbst nimmt uns immer wieder neu an!
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