Requiem
„Nun, Brüder, sind wir frohgemut, so will es Gott gefallen!“
Viele Kardinäle, Bischöfe und Priester nahmen heute im Münchner Liebfrauendom am Pontifikalrequiem für den am 8. Dezember verstorbenen Leo Kardinal Scheffczyk teil.
(kreuz.net, München) Der Sarg mit dem Leichnam des Kardinals war auf den Stufen zum Altar des Doms aufgebahrt. Das berichtete der Pressedienst der Erzdiözese München.

Auf dem Sarg lagen das rote Kardinalsbirett, das der Verstorbene im Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. erhielt, ferner die Stola, die er bei seiner Primiz 1947 trug sowie der Kelch, mit dem er oft die Heilige Messe feierte.

Der Meßkelch war ein Geschenk seines Heimatpfarrers im oberschlesischen Beuthen. Die Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Polen annektiert.

Der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, feierte das Pontifikalrequiem.

Unter den Konzelebranten befanden sich Kardinal Joachim Meisner von Köln, Kardinal Georg Sterzinsky von Berlin, der Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg, Bischof Philip Boyce OCD von Raphoe in Irland, Bischof Friedhelm Hofmann von Würzburg, Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg sowie Bischof Wilhelm Schraml von Passau.

Kardinal Karl Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, war wegen nicht verschiebbarer Termine abwesend.

Pater Peter Willi FSO, der Rektor der 1938 gegründeten geistlichen Familie „Das Werk“, der Kardinal Scheffczyk angehört hat, befand sich unter den Konzelebranten.

Am Gottesdienst nahmen Fahnenabordnungen der Schlesischen Landsmannschaft teil. Der Verstorbene war seiner oberschlesischen Heimat stets verbunden geblieben.

Kardinal Scheffczyk sei ein Mann der Kirche und eine Leuchte der theologischen Wissenschaft gewesen, sagte Kardinal Wetter in seiner Predigt.

Er habe der Wahrheit des Evangeliums unbestechlich gedient. Daran habe er nicht rütteln lassen, auch wenn man ihn deswegen als konservativ habe abstempeln wollen. In diese Schublade aber habe Kardinal Scheffczyk nicht gepaßt.

Er habe sehr wohl den Wandel der Zeit und darin das Positive wie das Negative gesehen. Wer sein Werk kenne, wisse um die Weite seines Geistes.

Im Anschluß an das Requiem verlas der Apostolische Nuntius ein Telegramm, das Papst Benedikt XVI. zum Tode von Kardinal Scheffczyk an Kardinal Wetter schickte.

Nach dem Wunsch des Verstorbenen wurde beim Hinaustragen des Sarges aus dem Dom das Altenberger Wallfahrtslied „Nun, Brüder, sind wir frohgemut, so will es Gott gefallen!“ gesungen.

Dieses Marienlied hat Leo Kardinal Scheffczyk besonders geliebt und gern gesungen.

Der Verstorbene wird morgen in Bregenz auf dem Friedhof der geistlichen Familie „Das Werk“ im Kloster Thalbach beerdigt.

Zuvor wird sein schlesischer Landsmann, Joachim Kardinal Meisner von Köln, in der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz ein Pontifikalrequiem zelebrieren.
      
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