Das Bistum Trier hat gesprochen: „Es steht nicht fest, daß den Ereignissen in Marpingen aus den Jahren 1876 und 1999 ein übernatürlicher Charakter zukommt. Es bestehen schwerwiegende Gründe, die es nicht erlauben, sie als übernatürliches Geschehen anzuerkennen.“
(kreuz.net, Trier/Marpingen) Das ist der Wortlaut eines Dekrets, das der Trierer Bischof, Mons. Reinhard
Marx, nach Angaben des Bistums Trier gestern erlassen hat.
Heute erläuterten Bischof Marx und Theologen
des Bistums bei einer Pressekonferenz in Trier die Gründe für die Entscheidung.
In Marpingen, einer
12.000 Einwohner-Gemeinde im nördlichen Saarland, hatten 1999 drei Frauen behauptet, ihnen sei die Gottesmutter
erschienen.
Insgesamt 13 angebliche Erscheinungen soll es zwischen Mai und Oktober 1999 gegeben haben.
Tag und teilweise auch Uhrzeit der „Erscheinungen“ wurden stets vorher angekündigt.
Bis zu 25.000 Pilger
kamen zu den angeblichen Erscheinungen.
Bereits 1876 soll die Mutter Gottes drei achtjährigen Mädchen
aus Marpingen im nahe bei dem Ort gelegenen Härtelwald erschienen sein.
Der Vorgänger von Bischof Marx,
Mons. Hermann Josef Spital, hatte im September 1999 eine Kommission aus Priestern, Kirchenrechtlern und
Kirchenhistorikern beauftragt zu prüfen, ob den Ereignissen in Marpingen ein übernatürlicher Charakter
zugesprochen werden müsse.
In einer Erläuterung zu dem Dekret, die im Kirchlichen Amtsblatt für das
Bistum Trier veröffentlicht werden wird, heißt es, daß die von der Kommission zusammengetragenen Beweismittel
nach der einstimmigen Überzeugung der Kommission „klar und eindeutig“ erkennen ließen, daß die Übernatürlichkeit
nicht feststehe.
Über dieses Votum habe es eine Rücksprache mit der Römischen Glaubenskongregation
gegeben. Die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz habe dem Bericht und Ergebnis ausdrücklich
zugestimmt.
Zu ihrem Votum gekommen ist die Kommission durch das Studium von Akten, Literatur, Film-
und Tonmaterial, durch Gespräche mit den drei Frauen, die 1999 von den Erscheinungen berichtet hatten,
durch weitere Gespräche, Berichte sowie durch Gutachten.
„Detaillierte Angaben zu den Gründen, die
für dieses Votum ausschlaggebend waren, können aus Rücksicht auf die Persönlichkeitssphäre der an
den Geschehnissen beteiligten Personen nicht in die Öffentlichkeit gebracht werden.
Es werden daher
auch keine Namen genannt“, heißt es in der Erläuterung.
Weiter wird betont, daß es bei der Anordnung
von Bischof Spital bleibe, daß in der kirchlichen Verkündigung weder formell noch materiell von „Erscheinungen“
himmlischer Personen in Marpingen, von „Seherinnen“ und von dort ergangenen „Botschaften des Himmels“
gesprochen oder geschrieben werden dürfe.
Publikationen, die im Widerspruch zu dem Dekret stünden,
dürften in kirchlichen Räumen nicht verbreitet werden.
Die Marienkapelle im Marpinger Härtelwald behalte
ihren Charakter als Ort des Gebetes und der Verehrung der Gottesmutter.
In einem Schreiben von Bischof
Marx an den Pfarrer von Marpingen, Hw. Leo Hoffmann, heißt es dazu:
„Eine Gebetsstätte wie der ‘Härtelwald’
ist ein wichtiger Ort im Gesamtgefüge einer Diözese. Ohne solche Orte wäre die Kirche ärmer und das
Glaubensleben kälter und unfruchtbarer.“
Bischof Marx bittet Pfarrer Hoffmann, alle Menschen, die in
Marpingen beten wollen, pastoral zu begleiten.
Wortgottesdienste, Andachten und Gebetszeiten könnten
wie bisher im Härtelwald gefeiert werden.
Das bischöfliche Dekret im Wortlaut:
Es steht nicht fest,
daß den Ereignissen in Marpingen aus den Jahren 1876 und 1999 ein übernatürlicher Charakter zukommt.
Es bestehen schwerwiegende Gründe, die es nicht erlauben, sie als übernatürliches Geschehen anzuerkennen.
Trier, den 13.12.2005
Dr. Reinhard Marx Bischof von Trier
Werner Rössel Kanzler der Kurie
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5 Lesermeinungen
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Nazareth Mal angenommen, die Echtheit der Erscheinung des Erzengels Gabriel bei der Jungfrau Maria in
Nazareth wäre durch eine Theologische Kommission moderner Provenienz geprüft worden, das Ergebnis würde
wahrscheinlich ebenfalls lauten „Non constat de supernaturalitate“. Mir stößt ein bisschen sauer auf,
dass die meisten Bischöfe und Theologen die Übernatürlichkeit einer Erscheinung von vornherein und
nur deshalb ausschließen, weil sie grundsätzlich nicht glauben, dass es übernatürliche Phänomene
geben kann. Das meine ich jetzt ganz allgemein und unabhängig von dem Fall Marpingen. Auch Lourdes und
Fatima hätten heute keine Chance mehr und La Salette erst recht nicht, bei der Glaubwürdigkeit der Seher
…
#2 Ignatius 17:25:51 | Mittwoch, 14. Dezember 2005
Das ist doch schon mal WAS Der für Marpingen zuständige Ortsbischof hat gesprochen und für Papalistchen
hätte das nun BINDEND zu sein. Wird es aber kaum… zumal nicht für Charis. Denn die praktizieren den
Ungehorsam gegen die Autoritäten schon so lange; ach da gabs ja noch gar keine Tradi-Bischofsweihen.
Siehe Medju. Und gleichzeitig zeigen sie mit dem Finger auf uns Tradis… ist das nicht (irr-) witzig?
Dabei sehe ich ja durchaus das Problem dass die meisten Bischöfe heute so ungläubig und so antimarianisch
sind dass sie vermutlich auch jede echte Erscheinung abschmettern würden. Doch würden die. Ach ist die
V2-Kirch ein Tollhaus geworden. Niemand kennt sich da noch aus. Wär hätte das jemals gedacht? Ich nicht.
* So ein Marpinger-Freund hat mir so ein Zauberwässerchen von der Marpinger „Gnadenquelle“ mitgebrungen.
Ist schon ein Weilchen her aber die Quelle war bereits abgesperrt wegen ungenießbar und so. Trotzdem
tun die es in den Kaffee rein. Ich habs nach dem Kaffee meinen Blumen gegeben. Die sind bis heute nicht
eingegangen. Wäre ich ein Chari, wäre das nun ein Urteil dass die Übernatürlichkeit Marpings feststehen
würde… Aber beides ist ja nicht so.
#1 Rudolphus 16:43:17 | Mittwoch, 14. Dezember 2005
Tausende Marienerscheinungen Non constat – was mögen die schwerwiegenden Gründe sein? Für das nicht-katholische
Medjugorje könnte man schon klar sagen, daß es nicht vom katholischen Gott stammt. Lourdes, LaSalette,
Fàtima sind klar und dramatisch genug – drohende Kriege und Katastrophen sind der Menschheit angedroht
und wohl kaum noch abzuwenden.