Der deutsche Ex-Priester Eugen Drewermann trat im vergangenen Juni aus der Kirche aus. Vom christlichen Glauben ist er schon lange abgefallen.
(kreuz.net, Paderborn) In der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“ verkündigte der Ex-Priester, Schriftsteller
und Psychotherapeut Eugen Drewermann am Dienstagabend, daß er am 20. Juni – seinem 65. Geburtstag – aus
der Kirche ausgetreten sei.
Er habe damit „ein Geschenk der Freiheit“ an sich selber gemacht. Kritikern
gemäß hat Drewermann damit endlich die längst fälligen Konsequenzen aus seinem offensichtlichen Glaubensabfall
gezogen.
Drewermann, der als Psychotherapeut arbeitet, lebt in Paderborn. Paderborn befindet sich im
Bundesland Nordrhein-Westfalen rund 100 Kilometer östlich von Dortmund.
Wegen seiner völlig entchristlichten
Ansichten war ihm 1991 die Lehrerlaubnis als Professor entzogen worden.
Im Januar 1992 untersagte ihm
sein damaliger kirchlicher Vorgesetzter, Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt von Paderborn, das Predigen
und erklärte Drewermanns Aushilfstätigkeit in einer Paderborner Pfarrei für beendet.
Zwei Monate später
verzichtete Drewermann selber auf die Ausübung des Priesteramts. Seither waren die Fronten in diesem
jahrzehntealten Konflikt ganz verhärtet.
Der in Bergkamen bei Dortmund geborene Bergmannssohn ist schriftstellerisch
sehr begabt.
Neben seiner Tätigkeit als Autor wurde er als Gast in TV-Talkshows auch bei einem breiten
Publikum bekannt.
Er habe versucht, in der Kirche „Interpretationsbrücken“ von der christlichen Botschaft
zur Not der Menschen zu schaffen. Noch immer leide er daran, daß die katholische Kirche dies verweigert
habe.
In Wahrheit ging Drewermann meilenweit über dieses Anliegen hinaus. Er benützte die christliche
Lehre nur als Sprungbrett für die Entwicklung einer eigenen Religion, die den Unterschied zwischen Gott
und Menschen, Gut und Böse, Wahr und Falsch nicht mehr kennt.
Bereits im Jahre 1971 veröffentlichte
Drewermann in der Zeitschrift ‘Theologie und Glaube’ einen Artikel mit dem Titel: „Gott der Natur – Gott
der Offenbarung – Gegensätze?“ Untertitel: „Zwischen Shiva und Christus“.
Darin präsentiert er den
hinduistischen Gott Shiva Nataraja als notwendige Ergänzung zum christlichen Gott.
Shiva Nataraja ist
nach Drewermann ein Zeichen der Begegnung mit der Macht des Alls, die sich in Widersprüchen erhält,
scheinbar gleichgültig zerstört und in einem unendlichen Kreislauf wieder neu beginnt.
Auf die Frage
nach dem Sinn antworte dieser Kreislauf – so Drewermann – durch sein alles Fragen abweisendes Dasein:
Unter dem Anschein des Glaubensverfalles sei die Menschheit auf dem Weg zu einer gleichgültig-gelassenen,
tanzenden Bejahung des Lebens in all seinen Erscheinungen, die das Bild des Shiva Nataraja widerspiegle.
Diese tiefe Frömmigkeit habe im Christentum bislang keine Aufnahme gefunden. Sie sei aber dennoch wahr.
Was diese „tiefe Frömmigkeit“ ist, erklärt Drewermann sogleich:
„Der Shiva Nataraja tanzt. Kein Grund
zur Klage liegt darin, wenn unter seinen Füßen tausende von Menschen sterben und sich das Leben durch
Jahrmillionen der Armut, der Verelendung, der rohesten Gewalt, der hilflosen Unwissenheit, der Angst und
Unfreiheit hindurchringt, hindurchringen muß, um wieder auf ein Ende zuzusinken in dem es abermals zugrunde
geht.“.
Letztlich führt Drewermann alles auf die „absolute Absurdität“ zurück.
1992 veröffentlichte
der Ex-Priester seinen Roman „Giordano Bruno oder der Spiegel des Unendlichen.“
Hinter der Maske des
Giordano Bruno spricht Drewermann seine eigenen Überzeugungen aus. Er leugnet den Sündenfall, verewigt
die Materie und zeigt ganz offen seine Ablehnung Christi.
So erklärt Giordano Bruno: „Ich habe formal
die Existenz Gottes niemals geleugnet; wofür, wenn ich ehrlich bin, braucht es noch »Gott« um die Welt
zu verstehen? Und die Welt zu verstehen war ich weitaus bemühter, als Gott zu begreifen.“
In seinem
Buch „Jesus von Nazareth, Glauben in Freiheit“ (Band 2 1996, Seite 563) meint Drewermann, daß der Begriff
des Gottessohnes nichts weiter mehr ist, als „ein Museumsstück der Religions- und Kulturgeschichte“.
Drewermanns Theologie löst sich in Anthropologie auf: „Höre, oh Bruder Mensch“, sagt er in „Glauben
in Freiheit“ (Band 1, 1993, Seite 266), „die Wahrheit des Menschen ist die höchste Wahrheit“. „Es gibt
keine andere Wahrheit darüber hinaus.“
Im „Vater unser Gebet“, das Drewermann samt Interpretation vor
dem Dalai Lama und weiteren tibetanischen Mönchen gebetet hat, fielen ihm bei der Bitte „Dein Reich komme“
folgende Gedanken zu Gott ein:
„Du bist die Kraft, mit der die Löwin ihre Beute reißt. Dein Reich ist
Liebe, Ordnung, Weisheit und oft schier unbegreifbare Gleichgültigkeit und Grausamkeit.“
Gottvater wird
am Anfang des Vaterunsers unter anderem so angerufen:
„Du rätselvolle, schreckliche Wirklichkeit hinter
der widersprüchlichen Fülle der Erscheinungen.“
Seine Untreue zur kirchlichen Lehre kompensiert Drewermann
mit seiner unkritischen Rezeption der psycho-philosophischen Theorien des Zürcher Psychologen Carl Gustav
Jung († 1961). Besonders dessen Lehre von den Archetypen sind ein zentraler, nie in Frage gestellter Bestandteil
von Drewermanns Theorien.
In einem Interview, das der Journalist Wolfgang Korruhn 1994 führte, erfährt
man näheres über die persönlichen Lebensumstände Drewermanns. Auf die Frage, ob er Depressionen auch
an sich selber kenne, antwortet der Psychotherapeut: „Für mich ist die Welt von Hause aus ein Jammertal.“
Zur Zeit seines Studiums habe er den Absturz in dieses Tal oft erlebt:
„Ich zog die Gardinen zu, legte
mich hin und hatte eine mittlere Weltuntergangsstimmung, Weltschmerz, ozeanische Gefühle. Ich wußte
nicht weiter.“
Diese Phasen vermisse er heute. Sie hätten bei ihm Fragen ausgelöst, die sehr produktiv
gewesen seien.
Er habe diese Depressionen zunächst als Weltanschauungsprobleme erlebt: „Wenn ich anfing,
mir selbst zu beweisen, daß die Welt absolut sinnlos ist, daß es weder einen Gott gibt, noch ein Jenseits,
jede Art von Streben umsonst ist, Kreaturen völlig sinnlos gequält werden und dies der einzige Aspekt
der Welt ist, der dann für mich noch übrig bleibt, dann weiß ich, daß ich in einer Depression stecke.“
Früher habe er dann Musik gehört, Rilke gelesen oder gar nichts mehr getan und im Bett gewartet, bis
die Schwermut vorübergewesen sei. Später hätte ihm das Schreiben geholfen, seine Fragen durchzustehen.
Nichts erfährt man von Ex-Priester Drewermann auf ‘www.drewermann.de’: „Auf Wunsch von Dr. Eugen Drewermann
wurde die Website geschlossen“, heißt es dort.
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36 Lesermeinungen
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#37 Yersinia 17:58:21 | Dienstag, 20. Dezember 2005
@gunther: wie entstanden die Evangelien? ich weiß, ich weiß, die Bibelwissenschaften – wenn deren Erkenntnisse
einem fundamentalistischen Christen gegen den Strich gehen, werden halt flux die Wissenschaftler als Personen
abgewertet; deine Argumente bewegen sich nach wie vor auf der Ebene von „Behauptungen aus dem Glauben“ –
ich habe nach „hard facts“ gefragt; kannst du diese nicht bringen?
@yersinia: Die Evangelien sind Verkündigung, sie sind aber auch Geschichtsquellen. Lies dazu etwa die
Einleitung zum Lukasevangelium, Kapitel 1, Verse 1 bis 4. Die Apostel und Evangelisten waren, außer daß
sie große Heilige der Kirche waren, Männer mit gesundem Menschenverstand, die mit beiden Beinen auf
dem Boden standen. Sie wußten ganz genau, was das Wort Jungfrau bedeutet, auch in physiologischer Hinsicht.
Gegen das klare Zeugnis der Evangelisten für die jungfräuliche (aktive) Empfängnis Mariens spricht
kein ernsthaftes geschichtswissenschaftliches Argument, sondern einzig das unwissenschaftlicherationalistische
Vorurteil, daß Gott keine Wunder wirken könne.
#34 Yersinia 19:12:54 | Sonntag, 18. Dezember 2005
@gunther: bei den Evangelien kann man doch nicht von „historischen Fakten“ sprechen – weder stellen die
Evangelien diesen Anspruch, noch könnten sie ihn – schon allein wegen der Textgeschichte – erfüllen;
ganz abgesehen davon dürftest auch du wissen, dass in keinem der Evangelien ein gynäkologisches Gutachten
über die Heilige Maria aufscheint;
@yersinia: Das historische Faktum besteht in der Bezeugung durch die Evangelisten Matthäus und Lukas.
Die Quelle in dieser Sache war die hl. Jungfrau selbst und waren Personen, denen sie dieses Geheimnis
anvertraut hat.
#32 Yersinia 19:57:29 | Samstag, 17. Dezember 2005
ich habe nach „außerkirchlichen“, historisch haltbaren Fakten gefragt diese gibt es natürlich nicht –
aber gerade dadurch, dass es diese nicht gibt, wird es umso deutlicher, dass es sich bei der Jungfräulichkeit
Mariens um Glaubensgut – durchaus im besten Sinn – handelt; die geglaubte Jungfräulichkeit Mariens als
„historisches Faktum“ darstellen zu wollen, ist zum ersten schlicht „unglaublich“, zum zweiten wird dadurch
einer Aussage des Glaubens eben nicht vertraut, sondern krampfhaft versucht, sie mehr oder minder im medizinischen
Sinn beweisen zu wollen – das ist wiederum jener Versuch einer unheilvollen Vermischung von Glaubensinhalten
und naturwissenschaftlicher Erkenntnis;
@yersinia: Es ist eine große Ungerechtigkeit, Lieblosigkeit und Lästerung, die immerwährende Jungfräulichkeit
der heiligen Gottesmutter zu leugnen. Wer das tut, glaubt im Grunde auch nicht an die Liebe und Allmacht
Gottes.
#30 Catholicus 10:42:37 | Samstag, 17. Dezember 2005
@Yersinia Der christliche Glaube umfaßt immer auch ein geschichtliches Element: Gott ist in der Geschichte
Mensch geworden aus der Jungfrau Maria. So betet und glaubt es die Kirche, und wer katholisch sein will,
schließt sich diesem Bekenntnis an!
#29 Yersinia 09:26:16 | Samstag, 17. Dezember 2005
@catholicus: als Glaubensgut kann man die „Jungfräulichkeit“ Mariens annehmen; dass es derartiges biologisch
geben kann, auch – aber eine „historische Faktizität“ zu behaupten, ohne diese mit historischen Mitteln
nachweisen zu können, ist schlicht schräg! ist schräg und verstellt den Blick auf diesen Satz als Glaubensgut!
#28 Catholicus 07:18:40 | Freitag, 16. Dezember 2005
@Gotthard Die Geburt des Sohnes Gottes aus der Jungfrau Maria gehört nun einmal definitiv zum Glaubensgut
der Kirche! Die Berufung auf den frühen Ratziinger hilft hier nichts; wir müssen der Kirche mehr folgen
als einem ihrer Theologen. Im übrigen hat Ratzinger an jener Stelle das Dogma gar nicht geleugnet, er
hat vielmehr in einer Art des „was wäre wenn“ darüber spekuliert, ob die wahre Gottessohnschaft Jesu
auch dann gegeben gewesen wäre, wenn Gott einen anderen Weg gewählt hätte, als Mensch zu uns zu kommen
als durch die Jungfrau Maria. Seine Antwort: Natürlich. Zugleich hat er aber die historische Faktizität
und die im Plan Gottes liegende Angemessenheit der Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria anerkannt!
#24 clemens 23:05:50 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
DNA und andere Spitzfindigkeiten Aber wer nicht daran glauben mag, daß Jesus Gottes eingeborener Sohn
ist „aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ ist, der gehört halt nicht zur Firma. Genau!!!
Wenn Gotthard das nicht glaubt, gehört er nicht zur Firma! Jesus hatte von Maria die Leiblichkeit und
daher war er ihr so ähnlich, wie ein Mann einer Frau nur ähnlich sein kann. Er hatte Ihre DNA und das
männliche „X“ war für Gott kein Problem!! Was meint Ihr nur: Wenn Ihr es begreifen könnt, ist es nicht
Gott!!!, denn „…für Gott ist nichts unmöglich!“
#23 Gotthard 22:38:36 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Moderne Methoden Aber wer nicht daran glauben mag, daß Jesus Gottes eingeborener Sohn ist dieses Glaubensbekenntnis
steht nun nicht zwingend in Zusammenhang mit der Jungfrauengeburt. Wie sah der Chromosomensatz des Jesus
von Nazareth aus? Was hätte ein Vaterschaftstest bei Josef ergeben? Was eine DNA-Analyse? …
#22 GerdEric 21:59:42 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Depressionen? Hatte nicht auch Jesus Depressionen? als er im Garten Getsemane betete? Viele Propheten
hatten persönliche Probleme, auch ein gewisser Moses hatte seine Probleme, oder selbst der liebe Paulus,
der hatte massive Probleme Also, nun macht mal den lieben Drewermann nicht zu einem Apostel…
Zentral-dezentral Zentrales Dogma ist ja vielleicht ein bißchen blöd. Aber wer nicht daran glauben mag,
daß Jesus Gottes eingeborener Sohn ist „aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom
Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ ist, der gehört
halt nicht zur Firma. Drewermann dreht das Rad der Zeit zurück – zurück zu einem psychologisch aufgehübschten
Neu-Arianismus. Der macht keinen satt. Und der macht auch keinen gesund. Nur der Glaube macht uns frei.
Der „Therapeut“ Drewermann ist doch, was jeder sehen kann, der es will, ein haßkranker alter Mann.
#20 clemens 19:33:27 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Depression Stimmt, er sieht sehr depressiv aus. Allerdings ist eben der Weg der Umkehr der schmale Weg.
Er geht bisher gern den breiten Weg. Jedenfalls hat er immer viele Zuhörer bei seinen Vorträgen. Begeisterung
herrscht dann, wenn er eben diesen steinigen Weg des Glaubens, den die Kirche lehren sollte, anprangert
und den softigen seiner Lehre oder Leere mit sehr sanften Worten ins Publikum haucht.
#19 Benedikt 19:24:57 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Depressionen Tja, wenn man das so liest mit den Depressionen… vielleicht hätte er sich besser behandeln
lassen sollen. Etliche der zitierten Aussagen können sich jedenfalls auf die Erkrankung zurückführen
lassen. Hoffe man, dass er noch den Weg zur Umkehr finden wird.
#18 Gotthard 18:35:39 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Zentrales Dogma Drewermann leugnet das zentrale Dogma des Christentums die Jungfrauengeburt ist NICHT
das zentrale Dogma des Christentums… AUFERSTANDEN VON DEN TOTEN … DAS ist das Zentrale Dogma. Zur
Jungfrauengeburt bitte mal bei Joseph Ratzinger: „Einführung ins Christentum“ nachlesen.
#17 Luther 18:15:25 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
@Hans Mohrmann: Ich weiß ja nicht! Aber Ihre Meinung ist ja auch etwas komisch! Der zentrale Punkt des
Christentums findet sich doch nicht im Dogma der Jungfrauengeburt. Es gibt viele ernstzunehmende Theologen,
die auch hier angreifen und „nachfragen“, in welchem Sinne eigentlich Jungfrauengeburt gemeint ist. Eher
symbolisch, angepasst an damalige Legendenbildung? Ich finde, Drewermann hat in diesem Punkte schon recht.
Es geht doch nicht darum. Auch die Erwählung Jesu Christi zum Sohn Gottes (also der genaue Zeitpunkt)
ist doch nicht entscheidend. Ich würde die Aufregung verstehen, wenn Drewermann hier von der Auferstehung
sprechen würde. Aber doch nicht bei der angeblichen Jungfrauengeburt. Das ist sicher kein entscheidendes
Dogma. Im übrigen gibt es auch viele kath. Kardinäle die hier nicht mehr die Worte eins-zu-eins nehmen.
Ich finde das gut, denn das ist wirklich nicht das entscheidende Kriterium am Christentum, ehrlich! Ich
bin kein Drewermann-Freund. Dass er sich losgesagt ist eine Konsequenz, die ich auch schade finde. Es
ist immer gut, wenn es auch Kritiker gibt, die muss es geben und auch eine Institution wie die kath. Kirche
muss sich Kritikern so stellen, dass es dem Glauben angemessen ist und nicht mit Gewalt und Lehrverbot
beginnen. Das bringt nichts!
#16 methusalix † 18:03:46 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Nochmal zu Herrn Drewermann, meines Wissens nach kann man aus der Kirche nicht austreten. Man kann sich
zwar von der Kirchensteuer abmelden und den Gottesdiensten fernbleiben (das sind nach vielfacher Ansicht
hier sowieso nicht die eigentlich gültigen Messen) und mit den ganzen Verlautbarungen der Wahrheitsverkünder
einfach nix mehr am Hut haben. Das Siegel der Taufe und gleich gar das Siegel der Priesterweihe wird man
dagegen NIE MEHR los! Also ist Drewermann vor Gott sicher Christ und höchstwahrscheinlich auch Priester.
Gott wird das höchstpersönlich entscheiden, da bin ich mir absolut sicher. Ich glaube ganz fest an das
Gericht! Im übrigen: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“
#14 ultimo 16:03:41 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Beste Frucht von Vaticanum II Das ist nur die Spitze des Eisbergs eines furchtbaren Verlustes an Glaubenswissen
und einer Verfälschung der übrig gebliebenen Reste an Glaubensinhalt… Hält er Vorträge in der Provinz
laufen ihm immer noch die katholischen Religionslehrer in Scharen zu und verwechseln den Glauben mit ihrem
Gefühl und ihrer kritischen Gestimmtheit, ihrer diffusen Ablehnung. An den Fakultäten lernt man, der
Glaube sei kein Inhalt, sondern eine Haltung. Welche, wird nicht so genau gesagt…
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Grund und Anlaß für den Hinauswurf Drewermann war doch
wohl folgender Satz: In einem Interview mit dem Spiegel erklärt Drewermann 1991, daß Jesus einen menschlichen
Vater gehabt habe, und daß die Jungfrauengeburt ein Mythos sei. Wörtlich: „Er wurde gezeugt und geboren
wie jeder andere Mensch. Ungewöhnlich war nicht seine Geburt, sondern sein Leben.“ Also ganz einfach:
Drewermann leugnet das zentrale Dogma des Christentums- und die anderen Teile des Glaubensbekenntnisses
von 2 Milliarden Christen (was die Jungfrauengeburt angeht, auch von 1,2 Milliarden Muslimen).Daß nichts
anderes als der Hinauswurf aus dem Amt des Priesters – das Spiegel-Interview war der konkrete Anlaß –
folgen konnte, war doch eigentlich sonnenklar (was Drewermann gar nicht fand). Da muß man sich eigentlich
nicht mit dem verschwurbelt-esoterischen Gesamtwerk Drewermanns abgeben. Wes Geistes Kind der Mann ist,
zeigt doch wohl, daß er seinen Austritt erst jetzt offenbart hat und nicht schon im Juni 2005. Wo er
noch im August 2005 als „prominenter Katholik“ am Weltjugendtag 2005 herumnörgelt. Hat er bewußt seinen
Austritt verschwiegen, wohl wissend, daß ein Ex-Katholik für die Medien deutlich uninteressanter ist,
als der „Dissident“ Drewermann? Ziemlich charakterlos. Aber so sind sie halt, unsere Gutmenschen.
#12 Asteriskus 10:39:37 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Kirchenaustritt? Ein Kirchenaustritt ist etwas anderes, als bei einer weltlichen Organisation (Amtsgericht)
zu erklären, dass man keine Kirchensteuer mehr zahlt. Drewermann und viele andere sind schon lange aus
der Kirche ausgetreten, weil sie Dogmen leugnen und sich eine eigene Religion zurechtzimmern. Auch wenn
es ein Jammer ist, dass diese Menschen ihren Glauben verraten und ihre Taufgnade wegwerfen, ich heule
so jemanden nicht nach. Richtig ist und bleibt, dass ich ihn wie alle Priester, die ihre Priesterweihe
mit Füßen treten, in mein Beten einschließe.
#10 Le Trot 10:18:11 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
@Andreas_Berlin Das liebe Kreuz.net hat mal wieder Freude daran gequirlte Kacke zu verbreiten oder einen
Verstand der an Demenz grenzt. Obwohl, das ist doch eher einer Ihrer bevorzugten Aufenthaltsorte.
das liebe Kreuz.net Wegen seiner völlig entchristlichten Ansichten… Das liebe Kreuz.net hat mal wieder
Freude daran gequirlte Kacke zu verbreiten oder einen Verstand der an Demenz grenzt.
#8 Athanasius 09:21:29 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Man liest doch… …gerade, dass seine ‘Theologie’ nichts mit Logik zu tun hat, sondern ein ‘System’
der eigenen Emotionen ist. Ich hoffe Priester Drewermann (sacerdos in aeternum!) wird sich bekehren, obwohl
alte Leute oft sehr starrsinnig und „dogmatisch“ sind und nicht leicht ändern. Vor allem Liberalen nicht.
#7 Josef Gadient 08:48:27 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Die Spreu muss sich vom Weizen trennen und das ist jetzt durch den Austritt dieses „Geburtstagskindes“
aus der katholischen Kirche geschehen. Es gibt aber noch weitere schlimme Feinde, die in der Kirche geblieben
sind. Wann gehen Sie, da sie die wahre Lehre Jesu Christi nicht ertragen können? Keine Angst, es wird
eine neue Saat von guten Priestern kommen, doch wird sie spärlich sein. Die Bischöfe sollen sie gut
beschützen, doch da haben wir im Moment auch noch gewisse Probleme. Die guten Bischöfe sind stark in
der Minderzahl. Beten wir für gute Priester und Bischöfe!
#6 Homo quidam 07:27:35 | Donnerstag, 15. Dezember 2005
Ein zweiter Christus Eugen Drewermann ist ein Priester. Ein Priester in Ewigkeit. Welche Trauer herrscht
im Himmel über die Apostasie! Welche Trauer müßte in unseren Herzen sein! Es sei erlaubt, an Pater
Jakob Stern zu erinnern, den Papst Johannes Paul II. 1998 in das Buch der Seligen hat eintragen lassen
und dessen Fürsprache wir Eugen Drewermann anvertrauen wollen. „Jakob Kern entstammt einer einfachen
Wiener Arbeiterfamilie. Aus seinem Studium im Knabenseminar in Hollabrunn reißt ihn der erste Weltkrieg
heraus. Eine schwere Kriegsverletzung macht sein kurzes Leben im Priesterseminar und im Prämonstratenser-Stift
Geras zu einer, wie er selber sagt, „Karwoche“. Um Christi willen hält er sein Leben nicht fest, sondern
opfert es bewußt auf für andere. Zunächst wollte er Weltpriester werden. Doch ein Ereignis sollte für
ihn andere Weichen stellen: Ein Prämonstratenser verläßt sein Kloster und schließt sich der neu entstandenen,
von Rom getrennten tschechischen Nationalkirche an. In diesem traurigen Vorfall entdeckt Jakob Kern seine
Berufung: Er will für den Ordensmann Sühne leisten. Gewissermaßen an seiner Stelle tritt Jakob Kern
ins Kloster Geras ein.“ (Predigt von Johannes Paul II. am 21. Juli 1998 auf dem Heldenplatz in Wien).
Wer ersetzt den Priester Drewermann? Gehe in Dich, christliche Seele!
#5 GerdEric 23:19:07 | Mittwoch, 14. Dezember 2005
Ich weiss nicht ob sich die katholische Kirche das wünschen sollte, dass ähnlich Denkende aus der katholischen
Kirche austreten sollten, es wären recht viele. Ich persönlich würde es auch begrüssen, macht es doch
die katholische Kirche wieder homogen, aber um welchen Preis? Ich mache bei allen „progressiven“ und „modernen“
und auch bei den „taufschein“ Katholiken Werbung, konsequent zu sein! (ihr glaubt gar nicht, wie träge
die sind) MfG
Sehr treffend, theologisch und journalistisch dieser Artikel von kreuz.net. Drewermann ist eine postmoderne
Ausgabe des Idealisten Schelling, der auch schon gut und böse, wahr und falsch miteinander „versöhnen“
und ineinander sich aufgehen lassen wollte. Es ist der alte deutsche Hochmut, sein zu wollen wie Gott,
ein Herrenmensch geistiger Art. Die absolutistische Diktion Drewermanns verrät ihn und seinen „Willen
zur Macht“, der sich hinter seiner geheuchelten Sanftmütigkeit verbirgt. Oder ganz kurz: es ist der Geist
des Antichristen, der bereits tief in das so genannte katholische Milieu („Christ in der Gegenwart“) eingedrungen
ist.
Hut ab! Jetzt ziehe ich den Hut ab vor E. Drewermann, denn jetzt zieht er die einzig richtige Konsequenz.
Wer nicht mit der Kirche, wie sie Jesus Christus gewollt hat, einverstanden ist, muss eben austreten.
Leider hat er diesen Schritt zu spät gesetzt, in der Hoffnung, die Kirche nach seinen Ideen zu verändern.
Der Schaden ist unübersehbar; Drewermann hat eine ganze Generation von Priester und sog. Leientheologen
geprägt. Die Folgen erleben wir in vielen unserer Pfarrein. Dennoch: lieber zu spät als nie. Nochmals:
Hut ab, Herr Drewermann. Ich wünschte mir, daß andere Kirchenkritiker ihm folgten.