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Donnerstag, 15. Dezember 2005 10:52
Ein Mensch oder eine Maus?
Biotechniker in den USA sollen zum ersten Mal ein Mischwesen zwischen Mensch und Maus produziert haben. Sie benützten dazu Leichenteile von Kindern und spritzen sie ins Gehirn von Mäusen.
Grausame Versuche mit Nagern
Grausame Versuche mit Nagern
(kreuz.net) Wissenschaftler aus dem US-Bundesstaat Kalifornien im Westen des Landes stellten jüngst das Ergebnis ihrer Forschung in der US-Fachzeitschrift ‘ Proceedings of the National Academy of Sciences’ vor.

Für die von ihnen erzeugten Mensch-Tier-Kreuzungen verbrauchten sie etwa hunderttausend sogenannte Stammzellen von ungeborenen Kindern. Sie stammten von im Reagenzglas gezeugten Menschen.

Diese Zellen sind wegen des frühen Zeitpunkts der Tötung der Kinder sogenannte Alleskönnerzellen. Sie können sich in jede beliebe Körperzelle und offenbar sogar in Körperzellen anderer Lebewesen – im vorliegenden Fall Nervenzellen eines Mäusegehirns – verwandeln.

Die Kinderzellen wurden in die Gehirne zwei Wochen alter Mäuseembryonen eingespritzt. Die Nagertiere wurden danach in den Bauch des Muttertieres zurückgesetzt. Auf diese Weise sollte eine möglichst normale Embryonalentwicklung der Mäuse gewährleistet werden.

Die Biotechniker markierten die verwendeten Kinderzellen mit einem zusätzlichen Gen. Dieser macht die menschlichen Zellen bei späteren Untersuchungen im Maushirn sichtbar.

Zwei Monate nach der Transplantation stellten die Biotechniker fest, daß sich die Kinderzellen über das Hirn der Nager verteilt und in den unterschiedlichsten Gehirnregionen angesiedelt hatten. Sie entwickelten sich dabei in einer im Größe, die für Hirnzellen von Mäusen typisch ist.

Etwa 18 Monate nach dem Experiment – offensichtlich wird viel länger als öffentlich bekannt an Chimären herumexperimentiert – zeigte ein elektrischer Test, daß die menschlichen Nervenzellen im Mäusehirn normal arbeiteten.

Man habe bereits aus noch früheren Experimenten gewußt, daß sich Kinderzellen im Gehirn einer Maus ansiedeln können. Bislang wurden die injizierten menschlichen Leichenteile jedoch vom tierischen Körper abgestoßen, oder sie bildeten Tumore.

Diese Reaktion umgingen die Biotechniker bei den jüngsten Experimenten, indem sie die Kinderzellen in einem sehr jungen Entwicklungsstadium einspritzten.

Mäuse mit menschlichen Zellen im Hirn verhielten sich nach der Geburt annähernd wie normale Mäuse.

Die Biotechniker rechtfertigten ihre umstrittenen Versuche mit möglichen Erkenntnissen über die Funktion des Gehirns und mit Fortschritten bei der Therapie von Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer.

Diese Versprechungen sind aber wenig konkret und scheinen eher der Rechtfertigung vor der Öffentlichkeit zu dienen.
2 Lesermeinungen:
Freitag, 16. Dezember 2005 21:35
Josefus: Abartig
Solche Forscher wollen Gott spielen und sind deswegen hochgradig gefährlich. Was sie tun ist einfach nur im warsten Sinne des Wortes abartig. Deswegen müssten dringend Gesetze geschaffen werden und Anwendung finden, bei deren Zuwiderhandlung solche Forscher eingesperrt gehörten.
Donnerstag, 15. Dezember 2005 21:14
Yersinia: tja, wahrscheinlich ist die Biotechnologie
eine der weiteren „großen Kränkungen“ der Menschheit – und trägt damit auch zu einer gewissen Demut durch das Bewußtsein um unsere Endlichkeit und Begrenztheit bei?
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