(kreuz.net) In meinem Buch „Der Zorn eines Christenmenschen“ steht, daß unsere Kirche nicht mehr diese
schöne alte Kirche ist. Wir haben nicht mehr diese herrlichen Messen von Mozart oder von Haydn.
Wir
hören kein Confiteor mehr und auch kein letztes Evangelium, sondern zum Beispiel ein fades Lied zum Eingang,
das in der Luther-Zeit komponiert worden ist.
Wir hören selbstverständlich auch überhaupt kein Latein
mehr. Das ist das, was mir am meisten wehtut. Man fühlt sich halt in der Kirche nicht mehr heimisch.
Weil es aber in der Kirche nicht mehr so stimmt, stimmt es auch in der Welt nicht mehr so richtig.
Da
gibt es diese Bewegung ‘Wir sind die Kirche’ von einigen engagierten Damen, die unbedingt eine Abtreibungsberatungsstelle
katholischer Prägung haben wollen und dabei nicht bedenken, daß die Kirche doch eine Glaubensinstitution
ist.
Die Kirche lehrt nicht nur Glaube, Hoffnung, Liebe, sondern sie praktiziert sie auch in den Geboten
wie: „Du sollst nicht töten usw.“ Diese Gebote muß die Kirche hochhalten.
Wir können diese Gebote
natürlich auch übertreten, weil wir von Gott einen freien Willen mitbekommen haben. Wir können sündigen:
„pecca fortiter, fortius crede!“, hat schon Luther geschrieben.
Wir können also sündigen. Wir können
abtreiben und all diese Dinge machen: Aber in der alten Kirche konnten wir auch beichten. Wir hatten die
Beichte und die Reue und den festen Vorsatz, nicht mehr zu sündigen.
Allerdings kommt dieser feste Vorsatz
erst an dritter Stelle. Zuerst kommt das Sündenbekenntnis, dann die Reue und erst am Schluß kommt der
steife Vorsatz – wie wir früher immer gesagt haben.
So war das früher, aber der heutige Mensch will
mehr. Er will die Kirche abschaffen. Er will die Gebote abschaffen. Er will von vornherein alles erlaubt
bekommen.
Diese engagierten Damen – Psychotherapeutinnen und Psychologinnen – wollen alles erlaubt bekommen
von der Kirche. Sie wollen, daß man abtreiben kann, ohne beichten und ohne dabei noch ein schlechtes
Gewissen haben zu müssen.
Es ist aber doch so, daß das alles gar nicht mehr zusammenpaßt.
Die Kirche
hätte sich aus dieser Sache von vornherein heraushalten sollen. Aber ich denke mir halt manchmal, daß
diese engagierten Damen die Zölibatessen der Domherren und Bischöfe sind, dort als Psychotherapeutinnen
eingesetzt wurden und nun um ihre Position kämpfen.
Die Presse fällt auch noch auf sie herein und sagt:
„Die Kirche, der Papst, das ist alles ein alter Hut, weg damit.“ Aber sie verstehen dabei alle nicht,
was eigentlich damit gemeint ist.
Einwurf des Journalisten: Das ist der Zorn eines Christenmenschen,
und den haben Sie in diesem Buch mit dem gleichnamigen Titel niedergeschrieben.
Ja. Denn es ist ja so,
daß man auch in der Kirche verschiedener Meinung sein darf. Ich habe da auf dem Titelblatt zwei raufende
Engel von Johann Baptist Straub: Wütend schlagen sie aufeinander ein, und der eine der beiden hat sogar
schon offene Knie.
Ich habe diese beiden Engel auf einer Schlittenkufe gefunden: im Marstallmuseum in
Nymphenburg. Johann Baptist Straub hat für Kaiser Karl diesen Prunkschlitten geschnitzt.
Wenn schon
Englein raufen dürfen – einer hat regelrecht zerzauste Flügel –, dann dürfen wir uns auch manchmal
streiten, dann dürfen sogar Bischöfe und Kardinäle manchmal streiten.
Denn der Streit klärt vielleicht
die Position.
Aus einem Gespräch von Dietmar Gaiser mit Georg Lohmeier, das am 21. Januar 2000 vom ‘Bayrischen
Fernsehn’ ausgestrahlt wurde.
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14 Lesermeinungen
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#14 Agiafortuni 12:55:22 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
Benedikt ich kann ihnen nur beipflichten. Die Musik steht im Dienste der heiligen Handlung und nicht umgekehrt.
Ihr Aufgaben hat darin zu bestehen, die Gläubigen zur Einkehr zu bewegen, um über den Sinn der am Altar
vollzogenen Handlung nachzudenken. Ein Beispiel, ruckner’s Benedictus locus iste eignet sich bestens zum
Stufengebet, wo der Priester Gott dankt, dass er den heiligen Ort betreten darf, um ihn dort zu verehren.
Rezitativ und Arie aus der Matthäus Passion: Am Abend als kühle ward, aus Bachs Matthäus Passion, weisen
darauf hin, dass mit dem Tod Christi am Kreuze, ein neuer Bund begonnen hat.
#13 Benedikt 12:02:40 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
@ Dr. Regazzoni Entschuldigung, es hörte sich so an, als sei die ganze c-moll Messe zu hören gewesen.
Das finde ich einfach ungeeignet. Analog zum heute oft gehörten Vorwurf, bei der Messe stünde nicht
mehr Gott, sondern die Gemeinde im Vordergrund, könnte man bei so einer Messaufführung sagen, dass nicht
Gott, sondern Mozart im Vordergrund steht. Es gibt ja auch andere Mozart Messen, die sich hierfür besser
eignen. Mozarts Arbeitgeber, der Fürsterzbischof von Salzburg, sah das nämlich ganz genauso.
#12 Agiafortuni 09:19:25 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
Benedikt: c-moll ich sprach nicht vom Sanctus sondern vom Kyrie. Es ist eindrucksvoll und lädt zur Besinnung
auf. Die wahre Kultur wird selbstverständlich niemals den Glauben ersetzen, als vertretbarer Zugang hat
sie jedoch ihre Berechtigung. Lesen Sie einmal Papst Pius XII Ausführungen über Fra Angelico. Auf alle
Fälle sind Bach, Mozart, Haydn und Bruckner oder auch der neuerdings wiederentdeckte Lorenzo Perosi im
Gottesdienst und in der Kirche nicht fehl am Platze während der von Paul VI zum Abschluss des Konzils
verkündete Kult des Menschen Ausdruck seiner banalen Gesinnung und dementsprechend ein Schwachsinn ist.
#11 Benedikt 00:09:19 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
c-moll Hier muss ich Gotthard mal zustimmen. Die c-moll Messe ist zu lang für eine Messe. Ihre Musik
dient nicht mehr der Verherrlichung, sondern der Darstellung ihrer selbst. Das Sanctus dieser Messe dauert
über 10 min…es ist ein Konzert.
#10 Agiafortuni 23:45:10 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
nochmals Gotthard die c-moll Messe von Mozart während einer heiligen Messe ist bestimmt weniger deplaziert
als gewisse schwachsinnigen Fürbitten wie jene für die UNO und andere Freimaurer-Ideale. Ihre Verachtung
für die Kultur ist auf alle Fälle haarsträubend und durchaus auf der Linie Karl Rahners
#9 Gotthard 22:41:27 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
c-moll c-mol während einer hl Messe? Ich denke eher, dass während der Aufführung der c-moll Messe auch
noch gerade die Eucharistiefeier Platz fand … für mich ist das eine Form, die das Wesen der Hl. Messe
missachtet. c-moll ist ein Konzert und keine Messe.
#8 Agiafortuni 22:32:58 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
zu meinem Kulturchristentum Sie irren sich mein Freund. Bei den Salzburger Festspeilen am Fest Maria Himmelfahrt
die c-moll Messe während einer heiligen Messe in der Peterskirche aufgeführt. Im übrigen spielten 1985
beim Fest des heiligen Peter und Paul die Wiener Philharmoniker unter Herbert von Karajan während Johannes
Paul II zelebrierte die Krönungsmesse von Mozart.
#7 Gotthard 22:25:03 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Carlo’s Kulturchristentum Weder wurde Bach’s Matthäus-Passion 1960 in einer Karfreitagsliturgie aufgeführt,
noch je die c-moll in einer Eucharistiefeier 1958. Mit deinen Äußerungen entlarvst Du Dich als reinen
Kulturchristen, dessen Bedürfnis heute via DVD voll befriedigt werden kann.
#6 Agiafortuni 22:09:12 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
zu Gotthard’s inhaltlicher Leere Selbst wenn Haydan und Mozart in fürstlichen Diensten standen, bringen
sie dennoch auf wundervolle Weise religiöses Empfinden zum Ausdruck. Nehmen Sie sich nur das Kyrie aus
seiner c-moll Messe als Beispiel. Lieber höre ich mir am Karfreitag die Matthäus Passion des Protestanten
und im Dienste des Kurfürsten von Brandenburg stehenden Bach als eine NOM Liturgie. Das gleiche gilt
auch für Bach’s hohe Messe in h-moll. Zum Kirchengesang in der Volkssprache habe ich keine besondere
Beziehung, aber umso lieber sind mir geistliche Gesänge wie Bruckner’s „Benedicus locus iste“ oder Mozart’s
„Ave verum corpus“.
#4 Agiafortuni 18:26:15 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Gotthard Eigentlich sollten Sie mit Karl Rahner das oekumenische Glaubensbekenntnis eines Halbgebildeten
täglich aussprechen: Ich glaube an Kardinal Bea, den gerissensten und aller Intrigen mächtigen Vorsteher
des durch ihn geschaffenen und von Johannes XXIII troianischen Pferdes mit Namen Einheitszirkus und an
Karl Rahner seinen Ordensbruder und Verfasser von Theologumena am Konzil, geboren zu Freiburg im Lande
Badens unter der Vorherrschaft Heideggers und daselbst gross geworden unter dessen Schirmherrschaft, untergetaucht
unter dem Dritten Reich um zu kämpfen gegen Rechtgläubige und andere Dunkelmänner, ins Rampenlicht
gerückt während des Konzils dank dem Wohlwollen Kardinal Königs und der Konzilspäpste mit denen er
zusammengekommen ist der Intelligenz ein Ende zu setzen in der Theologie, ich glaube an sein anonymes
Christentum, an die Profanierung des Priesterberufes an die Banalisierung der Liturgie und an eine oekumenisch
vertretbare Zukunft des Unglaubens in alle Ewigkeit Amen
#3 Gotthard 01:01:19 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Machtrpolitiker ein Machwerk geltungssüchtiger Machtpolitiker, die nur eines wollten, im Rampenlicht
stehen solch völlig unbekannte „Machtpolitiker im Rampenlicht“ wünschte ich mir öfter, die niemand
kennt.
#2 Agiafortuni 23:18:00 | Dienstag, 20. Dezember 2005
nicht mehr heimisch Die Kirche ist nicht mehr die vertraute Umwelt von einst. sondern ein Machwerk geltungssüchtiger
Machtpolitiker, die nur eines wollten, im Rampenlicht stehen und dazu waren sie bereit jahrhunderte alte
und bewährte Traditionen über Bord zu werfen. Realismus und Klugheit, zwei Tugenden die stets kirchliches
Handeln geprägt hatten, waren plötzlich nicht mehr in. Erzbischof Lefebvre gibt in seiner Kurzschrift
Satan’s Meisterstück einen Ueberblick über die Frevel der Konzilspäpste.
#1 Gotthard 23:12:13 | Dienstag, 20. Dezember 2005
oh, welche Inhaltsleere Dieser Herr konnte nie – außer als Messdiener – ein Confiteor hören. Es wurde
schon immer ein Lied zum Einzug gesungen …die deutsche Bet-Sing-Messe scheint ihm aus dem Gedächtnis
verschwunden zu sein. Mozart- und Haydn-Messen gehörten nicht zur Standartausstattung katholischer Gemeinden …
niemals! Sie waren Ausfluss finanzmächtiger Geldgeber… In solchen Messen triumphierte die Musik über
das Mysterium … die Klientel war entsprechend … unterschied sich kaum von einem Konzertsaal. Nur „Kretie
und Pletie des gläubigen Volkes“ waren dort nicht zu finden… die waren schon um 7 Uhr und 8 Uhr oder
9 Uhr in der Messe gewesen … und arbeiteten anschließend. Zum Hochamt mit Orchestermesse kamen die
Herrschaften … deren Bedienstete frühmorgens zur Messe mussten … nach der Orchestermesse wollten
die Herrschaften ja zu Mittag essen… so viel zur Sozialgeschichte der Liturgie bzw der Einbettung des
Gottesdienstes in die Sozialgeschichte. Dieser Schauspieler soll doch bei seinem Leisten bleiben … ist
er hoffentlich auch …sein Buch und Interview sind schon uralt! Hat die Redaktion wohl nicht so begriffen.