Befreiungstheologie
Nachruf auf Eugen Drewermann
Die Redaktion der Herder-Wochenzeitschrift ‘Christ in der Gegenwart’ betrauert in ihrer Weihnachtsnummer den Kirchenaustritt des Psychologen von Paderborn – und tröstet sich an Hans Küng.
(kreuz.net) ‘Christ in der Gegenwart’ weiß sich als Zeitschrift nach eigenen Angaben „allen Reformkräften verbunden“, die „für Gewissenserforschung, Umkehr, Wahrhaftigkeit, Freimütigkeit und eine geschwisterlich-dialogische Glaubenserneuerung“ eintreten.

Auch für viele Leser der Zeitschrift sei der Kirchenaustritt von Eugen Drewermann eine „sehr traurige Nachricht“ gewesen, heißt es in einem von der Redaktion unterzeichneten Beitrag.

Trotz vielfacher Kritik an seinem Weg, der ihn immer mehr in eine geistige Enge und in eine depressiv wirkende Dialogverweigerung geführt habe, hätten viele Drewermanns Bemühungen geschätzt, „dem christlichen Glauben eine Seele zu geben“ und ihn „mit psychologisch-wissenschaftlicher Erkenntnis“ zu verbinden:

„Denn extrem groß war die Kluft zwischen Theologie und Psychologie geworden.“

Drewermann habe angeblich „etlichen von der Kirche verletzten Menschen Brücken zur Kirche gebaut“.

Der Psychotherapeut sei persönlich eine tragische Gestalt geworden, indem er die „Tragik kirchlicher Schuldgeschichte“ und so mancher „lehramtlich-theologischer Sünden an der Seele der Menschen“ in sich selber hineingesogen habe.

Es stehe fest, daß auch das Lehramt am Prozeß fortschreitender Dialogverweigerung seinen erheblichen Anteil habe: „Es hätte anders kommen können, wenn man früher sensibler gewesen wäre.“

Papst Johannes Paul II. habe in seinem allgemeinen Schuldbekenntnis zum Jahr 2000 zwar einen Anfang gemacht, aber nicht ausdrücklich „die kirchlich erzeugten psychischen Krankheiten“ in den Blick genommen.

Drewermann habe diese Dinge aufarbeiten und den Menschen „einen Pfad aus der Höllenangst heraus aufzeigen“ wollen.

Unter den von ihm angeklagten Ängsten und Verklemmungen habe er selber gelitten. Ältere, welche die „vorkonziliare Zeit“ erlebt hätten, könnten das nachvollziehen:

„Uns Jüngeren, die ganz und gar nicht mehr an der Kirche leiden, ist jene Epoche fremdgeworden – und damit Drewermann. Diese Entfremdung hat seine Entfremdung vom kirchlichen Leben mit verschärft. Auch das gehört zur Tragik.“

Drewermann sei oft im gleichen Atemzug mit Hans Küng genannt worden: „Doch Küng hat trotz aller Wunden, die ihm vom Lehramt geschlagen wurden, durchgehalten.“

Ihm sei die „Treue und Nähe zu den Glaubenden in der Gemeinschaft des Glaubens“ und der Wille, ihnen einen „modernen und zukunftsfähigen Glauben“ zu stärken, wichtiger als alle „persönliche Zurücksetzung“ gewesen.

Die Begegnung mit seinem theologisch vielleicht schärfsten Kontrahenten, dem jetzigen Papst Benedikt XVI., sei auch ein Zeichen: „Entwicklungen sind möglich, die lange unmöglich schienen.“

Die Redaktion von ‘Christ in der Gegenwart’ abschließend:

„Die Kirche ist und bleibt unsere Heimat, was auch immer uns an ihr bedrückt, selbst bei noch so aufreibenden Konflikten, sei es mit Äußerungen des Lehramts, sei es mit Glaubenszweifeln in uns selbst.“
      
30 Lesermeinungen
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#30   Benedikt   16:15:38 | Freitag, 17. März 2006
@ Hrodgar
Ich habe mal gelernt:
Die Katholische Lehre fußt auf die Schrift, die Tradition und ihren lebendigen Leib Christi, die Glaubenden.
Richtig. Und wenn die Bischöfe dulden, dass jeder aus der Bibel herausliest, was ihm gerade einfällt (wie Drewermann: Shiva als notwendige Ergänzung zu Jesus), dann ist die Tradition und das Schriftverständnis aufs ärgste gefährdet. Wie sie vielleicht wissen bedarf die Schrift der Auslegung. Und dafür sind die Bischöfe zuständig. Mit geistiger Gleichschaltung hat das gar nichts zu tun. Wenn ein Sozilehrer Ihnen beibringt, dass nur die Demokratie segensreich ist, ist dass dann auch geistige Gleichschaltung? Das ist doch Unsinn. Wer im Namen der Kirche lehre will, der muss auch deren Lehre verkünden. Das ist überall so, im Staat, in den Medien usw.
Die Christen vertrauen ihren Priestern und Führern, die alle Glaubenden gleichschalten.
Sie haben gar nicht begriffen, was ich gesagt habe. Es geht nicht um ALLE, sondern um die, die IM NAMEN DER KIRCHE lehren. Soll der Glaube so wie ihn die Kirche tradiert erhalten bleiben, so ist es nicht möglich, dass diese Leute lehren, was ihnen gefällt, da dann der ursprüngliche Glaube verlorenginge.
Aber glücklicherweise sagt Herr Benedikt ja selbst: Seine Irrige Meinung sei Irrelevant.
Hätten Sie auch nur im Ansatz begriffen, was ich sagen wollte, dann hätten Sie schon aus diesem Satz erkannt, dass es eben nicht um Gleichschaltung geht.
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#29   Hrodgar   08:30:41 | Freitag, 17. März 2006
Vertrauen
Zitat: Hätte man das von Anfang an so gehandhabt, dann gäbe es den Glauben heute nicht mehr.
Ich habe mal gelernt:
Die Katholische Lehre fußt auf die Schrift, die Tradition und ihren lebendigen Leib Christi, die Glaubenden.
Jetzt lerne ich von Benedikt:
Nur eine geistige Gleichschaltung, eine obrigkeitliche Begrenzung und strikte Lenkung dessen was gesagt werden darf, erhielt den Glauben bis heute.
Die erste Meinung zeugt davon, die Christen hätten vertrauen in die Lenkung durch ihren Gott, der ALLE Glaubenden anspricht.
Benedikt verkündigt:
Die Christen vertrauen ihren Priestern und Führern, die alle Glaubenden gleichschalten. (wo kommt Gott da vor?)
Aber glücklicherweise sagt Herr Benedikt ja selbst: Seine Irrige Meinung sei Irrelevant.
Soweit eine nüchterne Textbetrachtung durch einen Außenstehenden. Meine Meinung kennen Sie ja, die ist ganz anders…
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#28   Benedikt   18:07:15 | Sonntag, 1. Januar 2006
@ Finthen
Wer wird denn gleich beleidigt sein? Dass Hr. Drewermann Unfug gelehrt und verbreiten hat wurde von offiziellen Stellen der Kirche festgestellt und ergibt sich objektiv nachweisbar aus seinen Texten. An einer Diskussion war Hr. Drewermann weniger interessiert, um so mehr aber an eine Gerierung als armer von der bösen Kirche Verfolgter.
Und Sie sind auch im Vollbesitz aller katholischer Glaubendinge?
Ich bin kein Theologe. Sollte ich mich in irgendeiner Frage irren, so ist das irrelevant. Wenn aber ein Theologe absichtlich Irrlehren verbreiten, so trägt er aktiv zur Zerstörung des Glaubens bei, denn seine Schüler sind ja die Theologieprofessoren von morgen, die diesen Unsinn dann noch weiter verbreiten und mit weiteren Absurditäten anreichern.
Ich fürchte, Sie hocken seit Kindertagen eine Parklücke zu und verwechseln katholischen Glauben mit einem Subordinationssystem.
Sie verwechseln dafür den Katholizismus mit einer theologischen Bastelstube, bei der die Bischöfe jeden noch so großen Schwachsinn dulden müssen. Hätte man das von Anfang an so gehandhabt, dann gäbe es den Glauben heute nicht mehr.
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#27   clemens   17:57:23 | Sonntag, 1. Januar 2006
@Finthen
aber ich hätte mir eine faire wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihm gewünscht
Ich wage zu zweifeln, dass Herr Drewermann das wünscht.
Dank an Catharina
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#26   Finthen   17:41:57 | Sonntag, 1. Januar 2006
@Benedikt
Und Sie – Benedikt XY. – sind so ein geistiger Vater, der beurteilen kann und darf, wer alles seelenheilgefährdenden Unfug verbreitet? Ihr Ton klingt ja so oberlehrerhaft, als seien Sie Angestellter der heiligen Inquisition. Und Sie sind auch im Vollbesitz aller katholischer Glaubendinge? Ich fürchte, Sie hocken seit Kindertagen eine Parklücke zu und verwechseln katholischen Glauben mit einem Subordinationssystem. Tut mir leid, ich habe nie auf Drewermann geschworen, – aber ich hätte mir eine faire wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihm gewünscht – auf Sie möchte ich es aber noch weniger tun.
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#25   Benedikt   20:56:21 | Freitag, 30. Dezember 2005
@ Finthen
Sie verstehen das völlig falsch: Hr. Drewermann kann tun und lassen was er will. In dem Moment, wo er sich aber aus freier Entscheidung entschlossen hat, kath. Theologe und damit Lehrer in Glaubensdingen zu werden, hat er die Pflicht, die katholische Lehre zu verbreiten und nicht das Volk durch Irrlehren und (Aufforderung zur) Insubordination der Kirche abspenstig zu machen. Da er es trotzdem getan hat, darf er sich über die entsprechenden Beschwerden nicht wundern. Es geht hier immerhin nicht um einen Streit um irgendeine Parklücke, sondern um das ewige Heil der Menschen, das Drewermann mit seinem Unfug gefährdet hat.
Wenn er Schwierigkeiten mit der Lehre hat, so hätte er genug Verstand haben können, diese Zweifel nicht auch noch unters Volk zu streuen, sondern sich lieber einen geistigen Vater zu suchen, der einem durch die schwierige Zeit hilft oder aber einen Schlussstrich unter die Lehrtätigkeit zu setzen.
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#24   Finthen   15:15:32 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Otterbeck-Möchtegern-Doktor
Der Mensch, der sich hinter Dr. Otterbeck versteckt, wäre wohl gerne ein Gelehrter, ist es aber nicht. Dies kann ich ebenso behaupten wie er, dass Drewermann keinerlei wissenschaftliche Qualifikation hat. Und darum geht es letztlich auch gar nicht. Manchen Menschen ist Toleranz und Respekt vor anderer Meinung nicht möglich, weil ihr Horizont nun einmal nicht größer ist. Sie wissen nicht, was sie tun, – und darum muss man ihnen verzeihen.
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#23   Dr. Otterbeck   10:21:13 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Liebe Catharina,
Konrad hat Recht, Ihre Beiträge sind erfrischend; doch Eugen Drewermann ist meines Wissens nur „Rhetor“, nicht doctor. Er hat das kirchl. Examen in Theologie, aber keine psychologischen oder psychiatrischen akadem. Qualifikationen erreicht. Im Unterschied etwa auch zu Hans Küng, dem nach Drewermann meistzitierten Papstkritiker, der zu Beginn der 1960er Jahre bis ins Vorzimmer der Päpste gelangt war, fehlt Drewermann also der Nachweis wissenschaftlichen Arbeitens.
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#22   Finthen   16:02:39 | Samstag, 24. Dezember 2005
‘Nachruf auf Derwermann’ Wieso?
Da haben Sie mir jetzt aber einen Schrecken eingejagt.
Nachrufe gibt es in der Regel auf Verstorbene. Und ich habe noch am 12.12.05 Drewermann zugehört und war einmal mehr von ihm tief beeindruckt. Ich finde es geschmacklos bis makaber von Ihnen, einen Nachruf auf Drewermann zu schreiben, weil er aus der Kirche ausgetreten ist, der er als Amtsenthobener und Ausgegrenzter seit 1991 nicht unerhebliche Summen von Kirchensteuern gezahlt hat. Sie hat ihn zum Mindestsatz nachversichert, also ein Sozialhilfefall, hätte er seitdem nicht in schier übermenschlicher und genialer Kraftanstrengung Bücher geschrieben und Vorträge gehalten weit über den deutschen Sprachraum hinaus. Wenn ein Mensch sensibel ist für das Leid der Welt, dann ist er in denr Augen von Menschenverächter und Hierarchen ein Psychopath! Aus so einer Kirche ist nach Dieter Hüsch selbst Jesus längst ausgetreten. Jetzt hat ihnen auch Drewermann den Gefallen getan. Na denn! Im Übrigen: viele sind drin, die man draußen wähnt und hinauseckelt aus Dummheit und Engherzigkeit- und viele wähnen sich sicherlich drin, sind aber weitab von der Kirche, wie Jesus sie wollte. Merken Sie sich eins: Totgesagte leben häufig noch sehr viel länger!
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#21   Konrad   15:40:15 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Danke, Catharina,
Sie haben ins Schwarze getroffen und brauchen sich nicht belehren oder einschüchtern zu lassen. Wenn, was anderswo in diesem Forum soeben gemeldet wird, in der offiziellen Nachbereitung des Weltjugendtages Beichte, Anbetung, neuer Katechismus und Berufungspastoral keine Erwähnung finden, dann ist das schlimm und man muss am „Wächteramt“ der episkopoi entschieden zweifeln, dann ist es wirklich schizophren, dass man den Herrn Drewermann nicht schon exkommunizierte (dann macht es aber auch große Sorge, was über den Verlauf der Audienz für Hans Küng berichtet wurde!). Beten wir, dass die Kirche den Willen Gottes erkennt – die Existenz der FSSPX wird dazu eine heilsame Provokation sein!
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#20   Sozialkatholisch   15:28:00 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
@Catharina
Sehr guter Beitrag, fachlich kompetent, stilistisch schön und höflich. Ich als Paderborner kenne Herrn Drewermann ein ganz ganz klein wenig, menschlich hat er viele gute Aspekte und gegenüber Hilfsbedürftigen hat er auch schon Taten sprechen lassen. Aber die Dinge die sie angesprochen haben sind einfach nicht O.K… Man darf die ganze Heilsgeschichte nicht nivilieren
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#19   catharina   14:50:54 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Sehr geehrter Herr Weber,
aber gewiß sind mir die entsprechenden Schriften und Äußerungen des Herrn Dr. Drewermann bekannt. Dieser macht ja auch gar keinen Hehl aus seinen Auffassungen. Man kann sein Anliegen ja irgendwie verstehen: Da er noch sehr in den Bahnen der historisch-kritischen Exegese radikaler Ausprägung und den Vorstellungen eines Prof. Bultmann mit seinem Entmythologisierungsunternehmen verhaftet ist, tut sich vor seinem sinnsuchenden Auge eine völlige Lehre auf. Drewermann füllt diese mit einer religiös und mythisch geschwängerten Tiefenpsychologie vor allem in Anlehnung an C. G. Jung. Von der extramentalen Realität des historischen Erlösungsgeschehens bleibt da nicht mehr viel.
Klartext hat Drewermann übrigens auch in seinem bekanntgewordenen SPIEGEL-Interview geredet.
Wie gesagt: Ich maße mir kein Urteil über das Innere dieses Mannes an, auch darf ich mich nicht mit dem kirchlichen Lehramt verwechseln. Doch wo die Dinge derart offensichtlich sind, darf sogar eine kleine, bescheidene Christin wie ich etwas sagen, oder nicht?
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#18   Weber   10:57:04 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Antwort an vir Oblationis
Jetzt wollen Sie nicht nur unfehlbar in der Lehre sein, sonden Sie trauen sich auch noch profetische Gaben zu (was sein wird nach Drewermanns Tod). – O sancta simplicitas!
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#17   virOblationis   10:05:44 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Irrlehrer
Ich habe mich durch ein zweibändiges Werk von Drewermann hindurchgewürgt – aber man frage mich nicht nach Zitaten daraus, weil ich diese Bücher anschließend ins Altpapier entsorgt habe.
Aus meiner Sicht ist er nichts anderes als irgendein Irrlehrer, nur versucht er dies zu tarnen. Äußerst unerquicklich, ihm etwas nachzuweisen, da er sich m.E. verstellt: So läuft seine Darstellung in dem Werk, das ich gelesen habe, ganz offensichtlich darauf hinaus, Gott nicht als transzendentes Wesen zu verstehen, sondern mehr oder weniger mit dem Unbewußten zu identifizieren. Offenbar sieht dies auch Drewermann und behauptet flugs das Gegenteil.
Es lohnt die Mühe kaum, sich näher mit ihm zu befassen. Bald nach seinem Tod, wenn nicht schon vorher, wird er vergessen sein.
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#16   Weber   08:03:56 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Fragen an Catharina
Liebe Catharina, können Sie all die Vorwürfe und Verdächtigungen, die Sie gegen Drewermanns Lehre vorbringen, an seinen Texten festmachen? M.a.W.: Haben Sie nicht nur von Drewermann gehört, sondern seine Schriften tatsächlich gelesen oder sogar studiert? Diese Allgemeinverdächtigungen und oberflächlichen und pauschalen Verurteilungen sind ätzend. Sie meinen es gut mit der Kirche – okay, aber Sie weisen sich nicht als kompetent für solche Urteile aus.
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#15   catharina   22:17:52 | Dienstag, 20. Dezember 2005
Kirchenaustritt Drewermanns?
Es steht mir nicht zu, über eine Person zu richten, denn Gott allein prüft Herz und Nieren. Er kennt auch die tiefsten Beweggründe der menschlichen Seele. Und so darf ich auch nicht über Eugen Drewermanns inneres Leben zu Gericht sitzen. Es ist um jeden Menschen, vor allem um einen geweihten Priester, schade, wenn er der Braut des Herrn den Rücken kehrt.
So kann auch das kirchliche Lehramt sich nicht anmaßen, über das Innere dieses Mannes zu urteilen. Seine Lehre und seine Taten hingegen, die muß es sogar prüfen. Der Hirte hat zu wachen aus Liebe zu den Schafen und zu seinem Herrn, der sie ihm anvertraut hat.
Und da fragt man sich nun, wie es so weit kommen konnte, daß Eugen Drewermann seinen Kirchenaustritt erklären mußte. Will sagen: Weshalb hat man ihm nicht schon lange vorher zu verstehen gegeben, mit seinen Auffassungen sei sein Platz nicht mehr innerhalb der Kirche? Ist das nicht ein bedauerliches Versagen der zuständigen Stellen?
Tatsache ist doch, daß Drewermann weder den Glauben an die Dreifaltigkeit noch an die Menschwerdung Gottes bekannte, ebenso wenig an die Erlösung durch das Kreuz Jesu und an die Auferstehung, die Eine Kirche und ihre Sakramente usw.
Wer nicht mehr in Christus ist, denkt und lebt, wie kann der überhaupt aus der Kirche austreten?
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#14   Weber   18:38:16 | Dienstag, 20. Dezember 2005
Lieber Herr Mohrmann,
ich verstehe Ihren Einspruch nicht. Weder habe ich Freuds, noch Jungs, noch Drewermanns Lehre verteidigt. Es geht mir vielmehr darum, wie man in der Kirche miteinander umgeht. Ich bin kein blinder Drewermann-Fan, trotzdem gibt es viele Diunge, die D. sagt, die sind einfach plausibel. Vielleicht halten Sie Psychologie und Psychotherapie für keine ernst zu nehmenden Wissenschaften, zumindest für einen kirchentreuen Gläubigen. Die von Ihnen genannten antireligiösen Ursprünge dieser Wissenschaften sind längst überholt – aber vielleicht auch Ihre Auffassung.
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#13   Jörg Guttenberger, Köln   18:33:46 | Dienstag, 20. Dezember 2005
zu Drevermanns Kirchenaustritt
Sicher ist es kein Zufall, daß Drevermann ausgerechnet mit Vollendung seines 65. Lebensjahres aus der Kirche austritt: er behält so die seinen Dienstjahren entsprechende kirchliche Altersversorgung gemäß § 18 BetrAVG und spart gleichzeitig Kirchensteuer. Er kehrt also der Kirche den Rücken, deren Versorgungsleistungen er jedoch gerne annimmt, will sich aber nicht an der Finanzierung seines Versorgungsträgers beteiligen. Ich glaube, dieser Kirchenaustritt hat ganz überwiegend wirtschaftliche Gründe!
Jörg Guttenberger
Versicherungsbetriebswirt (DVA)
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#12   miles immaculatae   15:07:23 | Dienstag, 20. Dezember 2005
Einspruch Herr Weber
Drewermann hat nie von sich behauptet, er sei „nur“ Theologe, auch wenn dies gewissermaßen sein erlernter Beruf war. Drewermann war nach seiner Selbstbeschreibung stets „Theologe und Psychotherapeut“, womit das Problem beschrieben wäre. Die Pschologie war von ihrem freudianischen Ursprung bis zu Ihrer Jungschen „Theologisierung“ stets eine antitheologische Wissenschaft. Für Freud war ein frommer Mensch ein behandlungsbedürftiger Wahnsinniger. Letztlich hat sich auch Dr. D. wohl dieser Meinung angeschlossen. Gibt es einen einzigen Satz des Glaubensbekenntnisses, den Drewermann nicht „psychologisiert“, mit anderen Worten seines realen Sinnes entkleidet hat?
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#11   Weber   10:23:27 | Dienstag, 20. Dezember 2005
Drewermanns Kirchenaustritt
Ich bedaure sehr, dass Drewermann aus der Kirche ausgetreten ist, war er doch für alle, die ebenfalls mit der Kirche hadern, der Beweis, dass man auch unter Spannungen in der Kirche verbleiben kann. Dennoch kann ich seinen Schritt verstehen. Empört war ich allerdings über eine Bemerkung von Kardinal Lehmann. Der wurde vor nicht langer Zeit in einem Interview gefragt, auf welche Bücher er am ehesten verzichten könne (es war eine Anspielung auf seine umfangreiche Bibliothek). Antwort: Auf die Büche von Drewermann. Das ist keine adäquate Würdigung des Lebenswerks von Drewermann. Vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz hätte ich mehr Achtung vor seinem Berufskollegen (Theologen) erwartet.
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#10   ultimo   17:34:33 | Montag, 19. Dezember 2005
Steinzeitmoral
„Dem Glauben eine Seele geben“ – Ist das größenwahnsinnig, ein Psychologe will dem Glauben eine Seele geben! Einfach nur lächerlich. Er hat den Glauben vieler mitzerstört und dazu beigetragen, dass man heute nur mehr von psychisch Gestörten oder Labilen umgeben zu sein scheint. Wenn ich meine Generation, die unter Papst Paul VI. geboren ist, mit der meiner Großeltern vergleiche, so muss ich sagen, dass ich bei den Jungen eindeutig mehr Leute mit psychischen Problemen finde. Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, die ausgeglichen und psychisch gesund sind, sind allesamt treue Katholiken alter Prägung. Die neurotischen Neukatholiken, die auf dem Selbstverwirklichungstrip mitmachen an der Zerstörung der Gesellschaft, finden freilich einen Ersatzschuldigen für ihren Unglauben: die böse alte katholische Moral.
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#9   Stimme aus Wien   17:33:14 | Montag, 19. Dezember 2005
Athanasius
Nein, Athanasius, Sie haben recht: Sie können an der Röm. Kath. Kirche nicht zweifeln – denn notfalls machen Sie sich Ihre eigene Kirche, die Sie dann Röm. – kath. benennen – so wie z.B. FSSPX – jetzt ist die die „wirkliche kathlolische Kirche“.
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#8   Athanasius   17:13:52 | Montag, 19. Dezember 2005
@ES!!
Welch ein schrecklicher Mensch sind Sie doch!
Wieso „Glaubenszweifel“?
Denken Sie wirklich, ich würde am Römisch-katholischen Glauben zweifeln? Wenn ich das ernsthaft täte, würde ich hier nicht schreiben.
Sie versuchen wieder hier ein miesiges Spiel zu spielen in dem Sie Leute die sich an die ewigen Lehren des Magisteriums halten zu vergleichen mit Ultra-Modernisten, nur weil die „altmodischen“ Traditionalisten Ihnen nicht gefallen und nicht in Ihrem Erscheinungs- und Medjugore-Kram passen.
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#7   apex   17:11:31 | Montag, 19. Dezember 2005
Drewermann & Co.
Drewermann habe angeblich „etlichen von der Kirche verletzten Menschen Brücken zur Kirche gebaut“.
Schwachsinn.
Mist hat er gebaut – und nichts anderes.
Die Anderen in eine Sackgasse der Verwirrung hat er hineingezogen und der letzte Weg blieb ihm der Kirchenaustritt.
Um so besser für die Kirche. Solche Jammergestalten braucht die Kirche nicht.
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#6   Elendester Sünder   16:38:50 | Montag, 19. Dezember 2005
Die Kirche unsere Heimat
„Die Kirche ist und bleibt unsere Heimat, was auch immer uns an ihr bedrückt, selbst bei noch so aufreibenden Konflikten, sei es mit Äußerungen des Lehramts, sei es mit Glaubenszweifeln in uns selbst.“
Dieser Satz könnte auch von Marcel oder Athanasius stammen.
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#5   Sulpicius   16:25:17 | Montag, 19. Dezember 2005
„sei es mit Glaubenszweifeln in uns selbst“
Das scheint des Pudels Kern bei der HK-Korrespondenz zu sein! Aber statt sich still-betend und still-schweigend zurückzuziehen, um sich zu stärken, wird jede theologische Sau durch die Kirche getrieben, die denkbar ist…
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#4   Athanasius   16:05:45 | Montag, 19. Dezember 2005
Andreas Erz-bistum Berlin,
…initiert sich wie ein treuer „konservativer“ Novus Ordo Katholik in dem er die Römisch-Katholische Kongregation der FSSPX angreift, weil diese angeblich die Katholische Kirche schaden würde.
Aber jetzt kommt er raus: er will gar keine Katholische Kirche. Und die Moral von Papst Pius XII. und Pius XI., also einer Milliard Katholiken Mitte des 20. Jh., sei unerträglich und krankheitserregend! Und deswegen sei die FSSPX schon „steinzeitlich“, weil sie auf das Magisterium zurückgreift, etwa ‘Casti Conubii’ (1935) und die Ansprachen Pius XII. zu einer gesunden Sexualität ín der Ehe.
Andreas, steinzeitlich sind vor allem Sie, denn Sie verstehen nicht einmal, dass ein wahrer Katholik Nachfolger eines vor 2000-Jahren fleisch gewordenen Wortes ist, der ewig ist. Und steinzeitlich sind vor allem Sie, da Sie am liebsten zu einer freien bestialischen Moral zurückkehren würden. Der Vergleich der FSSPX mit Amish people geht gar nicht auf, da viele FSSPX-er recht erfolgreich sind in der Gesellschaft, auch wenn die Religion oft Anlass zur Entlassung ist. Etwa im CH-Kanton Wallis ist der Wirtschaftsminister treuer Gläubige der Seminarkirche von Ecône. Na, genug von ihrer Fundamentalismus- und Schismakeule.
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#3   Sulpicius   15:59:37 | Montag, 19. Dezember 2005
@Andreas Erz-Bistum Berlin
Wissen Sie, wieviel Psychpharmaka heutzutage überdurchschnittlich an die sog. „normale“ deutsche Bevölkerung abgegeben wird? Schweigen Sie besser…
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#2   Brandenburgis   15:35:56 | Montag, 19. Dezember 2005
@Andreas, dem Psseudoberliner
Die gleiche Kur scheinst ja auch Du pathogenes Subjekt durchlaufen zu haben. So krank und neurotisch wie de facto alle Linken habe ich noch nie einen Katholiken, nicht mal einen Protestanten getroffen; und ich kenne wirklich sehr viele …
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#1   Andreas Erz-Bistum Berlin   15:30:07 | Montag, 19. Dezember 2005
Was tun…
Was tun die Anhänger der FSSPX um die steinzeitliche Moral ihrer Kirche auszuhalten? Ein Arzt der Amish-People in Amerika bekannte, daß er überdurchschnittlich oft Psychopharmaka verabreichen muß, um seinen Patienten zu helfen.
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