St. Pölten
Theatermesse im Meßtheater
Die Jugendmesse der Diözese St. Pölten wurde heuer in einem Schauspielhaus der Bischofsstadt zelebriert. Als Alternativen wären im nächsten Umkreis des Theaters acht Kirchen zur Verfügung gestanden.
(kreuz.net, St. Pölten) Die Diözesanjugendmesse fand am 16. Oktober in der „Bühne im Hof“ in St. Pölten statt.

Die „Bühne im Hof“ ist ein Veranstaltungszentrum in der St. Pöltener Innenstadt, in dem gewöhnlich Theateraufführungen und Konzerte stattfinden.

St. Pölten befindet sich 50 Kilometer westlich von Wien.

Die Jugendmesse wurde von Pfarrer Peter Bösendorfer zelebriert und stand unter dem englischen Motto „Backstage“, was wörtlich übersetzt soviel heißt wie „hinter der Bühne“.

Einem Bericht der St. Pöltener Kirchenzeitung zufolge wollte man mit der Diözesanjugendmesse einen „Blick hinter die Kulissen des Gottesdienstes“ werfen.

Den nur etwa 250 Teilnehmern der Diözesanjugendmesse hätte auch eine der acht in der Innenstadt gelegenen Kirchen Platz geboten.

Seit 1999 finden derartige Gottesdienste, in denen „neue Feierformen gesucht“ werden sollen, an jeweils ungewöhnlichen Orten statt.

Vor einigen Jahren kam es dabei zu einem Konflikt mit dem damaligen Diözesanbischof Kurt Krenn. Dieser untersagte eine Eucharistiefeier, die Pfarrer Bösendorfer auf der Tanzfläche einer Diskothek feiern wollte.

Der Priester umging das Verbot, indem er die Messe absagte und stattdessen auf der Tanzfläche einen Wortgottesdienst feierte, bei dem geweihtes Brot verteilt worden sein soll.

Pfarrer Bösendorfer ist 37 Jahre alt und wurde 1996 von Bischof Kurt Krenn zum Priester geweiht.

Diözesanbischof Klaus Küng ernannte den dynamischen Priester Anfang September zum Pfarrer von St. Stephan im Amstetten, einer der größten und bedeutendsten Pfarreien in der Diözese St. Pölten.

Amstetten befindet sich rund 50 Kilometer westlich von St. Pölten.

Pfarrer Bösendorfer gehört auch zum Team des ‘Hauses Gennesaret’ in Seitenstetten, das der Förderung von Berufungen dienen soll.

Geleitet wird das „Haus Gennesaret“ vom Spiritual des St. Pöltener Priesterseminars, Pater Laurentius Resch OSB.

Das Klosterdorf Seitenstetten befindet sich 70 Kilometer südwestlich von St. Pölten.

Der St. Pöltener Kirchenzeitung zufolge wurde die „Bühne im Hof“ für die Diözesanjugendmesse gewählt, um zum Ausdruck zu bringen, daß man „tiefer“, „hinter die Kulissen“ der konventionellen Liturgie blicken wolle.

Pfarrer Bösendorfer dazu wörtlich: „Wir tun uns schwer, die Eucharistie zu verstehen, obwohl wir die deutsche Sprache haben.“ Darum müsse man Gottesdienste „ansprechend“ gestalten.

Bei der Diözesanjugendmesse kamen aus diesem Grund Rockmusik und Videoeffekte zum Einsatz. Auch szenische Darbietungen und Tanzeinlagen fehlten nicht.

In seiner Predigt ging Pfarrer Bösendorfer auf den Sinn der Messe ein. Diesen versuchte er in den Worten zusammenzufassen: „Christus will uns Brot sein.“

Pfarrer Bösendorfer trug bei der Veranstaltung eine von den liturgischen Bestimmungen verbotene Mantelalbe samt Überstola in den Farben des Regenbogens.
      
14 Lesermeinungen
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#14   Yersinia   21:28:45 | Freitag, 23. Dezember 2005
ich begleite gerade einen Freund
der eben dabei ist, sich „mit Grausen“ von genau diesen, aus seiner Sicht reaktionären, Seiten der von ihm doch sehr verehrten katholischen Kirche abzuwenden – und ich kenne viele Menschen, denen gerade das Gehabe und die Aktionen der „Ultrakonservativen“ ein Greuel sind; übrigens: Orgel und Anbetung gibt es nach wie vor – sollte dir da was entgangen sein? umgekehrt: es „jetzt einmal anders“ zu versuchen ist schlicht so nicht möglich – als könnte man davor oder danach sagen, es wär nix gewesen, quasi die Zeit zurückdrehen;
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#13   Benedikt   19:06:58 | Freitag, 23. Dezember 2005
@ Yersinia
Sagen Sie mal, haben Sie vor etwas Angst? Ich habe noch nie jemanden derart alarmistisches Zeug schreiben sehen, nur weil der Vorschlag gemacht wurde, statt Bands, Tanz und Lightshow es mal mit Orgel, eucharistischer Anbetung und Weihrauch zu versuchen. Für Sakralität hat die Jugend durchaus Bedarf, was ich schon häufig beobachtet habe. Ich habe noch niemanden gesehen, der sich hiervon „mit Grausen“ abwendet. Was für ein Unsinn. Das Grausen ist eher bei irgendwelchen „Messen“ in Diskotheken zuhause.
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#12   Yersinia   18:47:57 | Freitag, 23. Dezember 2005
@Benedikt: wenn man einen Raum enger macht
wird er auch „voller“ – kann schon sein, dass dadurch mehr Jugendliche mit einer bestimmten Einstellung angezogen würden (dies ist ja auch das zugrundeliegende Konzept vieler ideologisch hochmotivierter Gruppierungen auch im christlich-fundamentalistischen Bereich) – aber wieviel mehr Menschen würden sich dann mit Grausen abwenden? man kann Menschen schon „zu Entscheidungen“ zwingen – man sich aber über die Konsequenzen im Klaren sein – aber vielleicht sind diese Konsequenzen gewollt? und wer weiß, vielleicht ist sogar der böse Hinterlistige hinter dieser Strategie – wär ja denkbar; immerhin sind auch „laue“ Christenmenschen trotzdem Christenmenschen;
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#11   Benedikt   20:42:14 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
@ Yersinia
Man sollte es einfach versuchen, dann wird man ja sehen. Wenn danach die Zahl der Jugendlichen deutlich zunimmt, ist der Erfolg mE bewiesen. Alles andere ist Dialektik von Leuten, die sich ihre Niederlage und ihren Misserfolg nicht eingestehen wollen.
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#10   Yersinia   17:41:36 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
@Benedikt: bist du dir sicher, dass
du mein Posting verstanden hast? es könnten dadurch mehr Jugendliche einen Weg zur Kirche finden als ohne diese Veranstaltungen – aber Genaues ist schlicht nicht belegbar; dahinter steht das „Problem der Kausalität“ – in einer komplexen Situation ist die festgestellte Wirkung nicht mehr eindeutig auf zuvor getroffene Maßnahmen rückfürbar; aber es ist tatsächlich nicht nötig, sich mit solchen Dingen auszukennen –
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#9   Josef Gadient   07:58:44 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
Betet für die Bischöfe und Priester,
dass sie den Mut haben, das Heiligtum Gottes zu reinigen von diesen Irrlehrern. Sind es nicht gerade auch die Schriftgelehrten und Pharisäer gewesen, die den Herrn verraten haben? Steht nicht geschrieben: Den Weisen und Klugen blieb es verborgen, aber den Kleinen hat Er es offenbart? Betet für die Bischöfe und Priester, dass sie endlich ihren Auftrag erfüllen. Dass sie diese Irrlehrer entfernen! Dass Sie das Heiligtum Gottes reinigen! Und sagt, den Leuten, dass sie an solche „Messen“ nicht hingehen; die sind gar nicht gültig!
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#8   zwobbel   07:44:05 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
Nichts gelernt
Den Quatsch mit den „Jugendmessen“ gab es doch schon vor 25-30 Jahren und hat damals eine ganze Generation von Jungendlichen/jungen Erwachsenen de facto aus der Kirche getrieben. Haben die Hirten nichts gelernt aus diesen Fehlern?
Ein Gottesdienstversuch ohne rituelle Liturgie wird die Menschen kaum näher zu Gott bringen.
Wenn ich ohne rituelle Handlungen fromm sein will, kann ich privat oder auch in kleinen Gruppen beten. Sei es Rosenkranz oder Anbetung vor dem Allerheiligsten, oder Vesper, oder Andachten aus einem Gebetsbuch.
Übrigens ist der beste „Kindergottesdienst“ der Familienrosenkranz! Dann führt die liebe Gottesmutter die Kinder zu Jesus.
Besonders jugendgemäß scheint mir in dieser lauten Welt vorallem die Stille vor Gott zu sein.
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#7   Le Trot   01:36:38 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
@Herrn Benedikt – wie wahr, …
Wie bitte kann jemand auf der Tanzfläche einer Disko den heiligen Geheimnissen näher gebracht werden? So ein absurder Blödsinn. Gar nichts bringt das als die weitere Profanisierung, Entsakralisierung und Banalisierung.
… jetzt treiben die nachkonziliaren Geistlosen schon auf der Tanzfläche Blödsinn.
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#6   Benedikt   00:22:28 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
@ Yersinia
Was Sie vorbringen ist doch völlig irrelevant. Ich will und wollte nichts darüber sagen, wie die Geschichte hätte laufen können, ich will sagen, dass die Jugendpastoral, wie sie seit 3 Jahrzehnten stattfindet, offenbar keine Früchte trägt. Als mögliche Lösung schlage ich vor, es vielleicht mal mit einem neuen Konzept zu versuchen. Da das alte nichts gebracht hat, kann man mit einem neuen auch nicht viel falsch machen.
Und wenn Sie es genau wissen wollen: Es gibt durchaus Beispiele, die meine Auffassung bestätigen. Und – man höre und staune – sogar die Arbeitshilfe der DBK zur Jugendpastoral geht in diese Richtung. Offenbar erkennt man langsam, dass man mit diesem Anbiederungsprogramm nichts erreichen kann.
Wissen Sie, ein liberaler Pfarrer meinte letztens zu mir: „Also diese Jugendgottesdienste, die kann man auch lassen. Die bringen eh nichts.“ Jahrelang hat er sie propagiert und selbst nach so einer Erkenntnis schafft er es nicht, sich auf etwas Neues einzulassen.
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#5   PegasusNbW   00:09:48 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
@Rocky
Zur Richtigstellung: Seine Exzellenz Krenn wurde nicht für Sankt Pölten zum Bischof geweiht – er war schon vor seiner Berufung zum Diözesanbischof von Sankt Pölten Weihbischof in Wien.
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#4   Gotthard   22:36:50 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Verkleidung
Pfarrer Bösendorfer trug bei der Veranstaltung eine von den liturgischen Bestimmungen verbotene Mantelalbe samt Überstola
widerlich eine solche liturgische Verkleidung!!!!!!!, kommt ja wirklich dem Kölner Karneval gleich … abstoßend!
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#3   Yersinia   22:29:01 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
@benedikt: woran wäre denn ein „Effekt“ meßbar?
welche Zielvorgaben müßten formuliert, welche Meßinstrumente eigesetzt werden? und vor allem: woran würde dieses Meßverfahren kalibriert? – es existiert schlicht keine Parallellwelt, in der Effekte einmal mit einer Entwicklung, einmal ohne diese genau gleich beobachtet werden könnten (deshalb sind die ganzen Anwürfe gegen das II. Vatikanische Konzil schlicht Unsinn – es existiert ja keine Vergleichsmöglichkeit); und mit „Vergleichsgruppen“ zu operieren ist bei diesen Dingen gelinde gesagt problematisch (welche wirklich gleichen Menschen sollen das sein?) – also: wie und womit soll was gemessen werden?
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#2   Benedikt   19:16:55 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Ansprechend
Pfarrer Bösendorfer dazu wörtlich: „Wir tun uns schwer, die Eucharistie zu verstehen, obwohl wir die deutsche Sprache haben.“ Darum müsse man Gottesdienste „ansprechend“ gestalten.
Bei der Diözesanjugendmesse kamen aus diesem Grund Rockmusik und Videoeffekte zum Einsatz. Auch szenische Darbietungen und Tanzeinlagen fehlten nicht.
Blöd, dass Thomas von Aquin nicht auf die Idee mit der Rockmusik gekommen ist und sich stattdessen mit vielen Schriften zur Eucharistie aushelfen musste.
Seit 30 Jahren gibt es nun mehr diese Jugendgottesdienste mit Rock-, Jazz, oder Janssenseinlagen. Der Effekt ist nur mit mikroskopischen Mitteln messbar. Trotzdem gibt es weiter Priester, die das einfach nicht kapieren wollen. Wie bitte kann jemand auf der Tanzfläche einer Disko den heiligen Geheimnissen näher gebracht werden? So ein absurder Blödsinn. Gar nichts bringt das als die weitere Profanisierung, Entsakralisierung und Banalisierung.
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#1   Rocky   18:26:51 | Mittwoch, 21. Dezember 2005
Kein Wunder…
… dass sich der Opus-Dei-Mitbruder vom fernen Vorarlberg in die Nähe Wiens sehnte … dort ist man öfter im Gespräch und in den Schlagzeilen der Zeitungen. Der „Visitator“ wurde zum Diözesanbischof und der für diese Diözese ernannte und geweihte Diözesanbischof wurde zum Pensionär. Wer sagt schon, dass es keine Arbeitsteilung gibt?
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