08:59:13 | Donnerstag, 22. Dezember 2005
Entscheidung gefallen + Kandidaten stehen fest + Papst in Tschechien + Alte und Kranke, ade! + Standesgemäß
Entscheidung gefallenDeutschland. Das Geburtshaus von Benedikt XVI. im oberbayerischen Marktl am Inn
wird ein Museum. Eine Stiftung soll dafür verantwortlich sein, erklärte der Erzbischof von München
und Freising, Friedrich Kardinal Wetter gestern. Die Federführung übernimmt das Bistum Passau, zu dem
die Gemeinde Marktl gehört: „Das Stiftungskapital wird aus verschiedenen Quellen gespeist.“ Nach Informationen
der ‘Passauer Neuen Presse’ will die Familie des aus einer Industriellen-Dynastie stammenden
Kardinal
Josef Frings von Köln († 1978) den Großteil des Stiftungskapitals einbringen. Alleine der Kaufpreis
des Hauses beträgt stolze 3,5 Millionen Euro. Benedikt XVI. war als junger Priester theologischer Berater
von Kardinal Frings.
Kandidaten stehen festSchweiz. Im nordostschweizerischen Bistum St. Gallen ist
die
Konsultation zur Bischofswahl abgeschlossen. Das gab die Informationsstelle des Bistums bekannt. Der
Nachfolger des im Oktober zurückgetretenen Bischofs wird nicht von Rom, sondern vom Domkapitel in Zusammenarbeit
mit politischen Gremien gewählt. Man setzte dabei auch auf eine „Befragung der Bevölkerung“: 630 Fragebögen
wurden von einer Arbeitsgruppe gesichtet und dem Domkapitel übergeben. Die Kanoniker erstellten eine
Liste mit sechs Bischofskandidaten. Diese liegt jetzt beim Nuntius. Die Namen der Kandidaten sind offiziell
geheim.
Papst in TschechienTschechien. Papst Benedikt XVI. wird im kommenden Jahr möglicherweise Tschechien
besuchen. Es werde sich vermutlich um einen eintägigen Besuch handeln, erklärte der Sprecher der tschechischen
Bischofskonferenz. Entsprechende Spekulationen darüber, daß Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Bayern
im September 2006 einen Abstecher ins Nachbarland machen könnte, kursieren in Prag bereits seit einigen
Wochen.
Alte und Kranke, ade!Deutschland. Der Hessische Landtag will im Frühjahr den Hilflosenmord
in einer von den ‘Grünen’ beantragten
Debatte zur Sprache bringen. Hessen ist ein Bundesland in Westdeutschland.
Die Debatte solle ausloten, inwieweit die bestehende Rechtslage den assistierten Suizid bereits erlaube
beziehungsweise nicht bestrafe. Nach Ansicht der FDP-Abgeordneten Ruth Wagner ist das deutsche Recht dehnbar.
So bleibe offenbar bereits jetzt derjenige straffrei, der einem Lebensmüden ein schmerzloses und schnell
wirkendes Gift besorgt. Auch ein Arzt, der einer Patientenverfügung folgt, werde nicht bestraft.
Standesgemäß
Vatikan. Im traditionellen Forum ‘Angelqueen’ löste die gestrige
Verwendung der Camaura durch Benedikt
XVI. verschiedene Reaktionen aus. Manche freuten sich und verwiesen auf den Unterschied zur gelegentlichen
unstandesgemäßen Kostümierung während des Pontifikates von Johannes Paul II. Andere erachteten die
Samtmütze wegen ihres breiten Pelzabsatzes und der fehlenden Ohrwärmerteile als untraditionell. Das
Modell gleiche zusehr dem Hut eines Weihnachtsmannes. Ein Leser kommentierte zufrieden: „Erstaunlich,
Papst Benedikt XVI. tut etwas Richtiges und wird dafür geprügelt.“
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Rudolphus 17:45:48 | Donnerstag, 22. Dezember 2005