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Freitag, 23. Dezember 2005 18:49
Wie werden die Weisen Bethlehem erreichen?
Wenn die drei Weisen aus dem Morgenland heuer auf dem Weg von Jerusalem nach Bethlehem zur heiligen Weihnacht pilgern, wird sogar ihren Kamelen das Lachen vergehen.
(kreuz.net, Bethlehem) Im vergangenen Jahr hat der Staat Israel einen Eisenbetonwall um die Geburtsstadt Christi, die sich im Westjordanland befindet, gelegt. Die Sperranlage dient angeblich dem Schutz vor Selbstmordattentätern.

Sie ist Teil der israelischen Sperranlage im Westjordanland. Ihr Verlauf ist vom Internationalen Gerichtshof und von der UNO-Generalversammlung für völkerrechtswidrig erklärt worden.

Sie ist auch eine Folge der eskalierten Verhältnisse im Heiligen Land, wo Gewalt und Bomben seit Jahren von höchster Staatsebene zu Mitteln des Dialogs gemacht wurden.

Die heutige Straße nach Bethlehem war schon in biblischen Zeiten der Weg der Heiligen Familie. Diese zog von Galiläa über Jerusalem nach Betlehem, um an der Volkszählung des Kaisers Augustus teilzunehmen.

Doch in diesem Jahr ist der Zugang zur Geburtsstadt des Friedensfürsten erstmals zu Weihnachten nicht mehr frei.

Pilger und Besucher müssen sich an einem Metalltor durchleuchten lassen. Ihre Pässe werden gescannt. Erst dann können sie die acht Meter hohe, mit Graffiti überdeckte Betonmauer hinter sich lassen.

„Wenn Josef und Maria heute hier wären, würden sie wie jeder andere durch den Kontrollpunkt gehen müssen“, erklärt eine Ordensschwester laut einem Bericht auf ‘Vorarlberg Online’.

Früher war der Platz vor der Geburtskirche in Bethlehem ein belebter Ort. Dort hielten sich Palästinenser und Israelis in Kaffeehäusern und Geschäften auf. Sogar eine Zahnarztpraxis gab es dort.

Mittlerweile ist der Platz verwaist. Wie damals, als Christus geboren wurde.

Die Einwohner beklagen die Existenz der Mauer und fürchten, daß sie für immer stehen bleiben wird:

„Es ist mittlerweile klar, daß der Wall nicht abgerissen wird. Er sieht sehr endgültig aus“, erklärte eine Irin, die sich für die Anliegen der Palästinenser einsetzt.

Der christliche Bürgermeister von Bethlehem, Victor Batarseh, sieht den Tourismus in seiner Stadt gefährdet. Dank der israelischen Sperrmauer sei ein Viertel von Bethlehem „schon ein Getto geworden“ – insgesamt sei die Stadt „ein großes Gefängnis“, erklärte der Bürgermeister vor der katholischen Zeitung ‘Tagespost’.

Allein in den vergangenen 15 Jahren haben laut Bürgermeister Batarseh 42 Prozent der palästinensischen Christen Bethlehem verlassen.

Auch ein 41jähriger Familienvater, der seit zwölf Jahren in Bethlehem arbeitet, beklagte laut Presseberichten, in einem Gefängnis zu wohnen: „Wenn man von einer Mauer umgeben ist, wer wird noch zu uns kommen? Und wohin können wir gehen?“

Er habe fünf Kinder. Keines von ihnen hat je Jerusalem gesehen. Die Stadt liegt sieben Kilometer nördlich von Bethlehem. Er habe versucht hinzugelangen und dem Soldaten erklärt: „Ich möchte meinen Kindern die Altstadt zeigen.“

Es wurde ihm nicht erlaubt.

Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 12 Lesermeinungen:
Dienstag, 27. Dezember 2005 20:21
Christin: 1000 und eine Nacht im Morgenland:
Zu dieser Nacht,an diesem Stall (Geburtsort,Heimat) erinnern sich die reichesten und mächtigsten Väter der Welt gerne,und pilgern mit Freude zu einem Kind der Armut;denn die Quelle und Wurzeln des Reichtums liegt darin verborgen,dass man das arme bescheidene Kind im Herzen nicht aufgibt und nicht vergisst.
Dienstag, 27. Dezember 2005 20:02
Gotthard: Petersdom
Pilger und Besucher müssen sich an einem Metalltor durchleuchten lassen.

Das ist beim Zugang zum Petersdom nicht anders! Das war vor der Christmette im Petersdom genauso!
Dienstag, 27. Dezember 2005 19:17
Christin: …Ich hab das „Reiten“ fürs Erste einmal aufgegeben
Es ist erstens extrem teuer und sonst schaufel ich mir noch mein eigenes Grab und das will ich auch nicht,hab noch viel vor.ich will doch weiter ein „Goastrither“ von Papa Benediktus PP.XVI sein und außerdem sind wir im „Jahr der Eucharistie“ und Eucharistie hat immer mit Leben und Überleben und Lebensfreude zu tun und nicht „ausschließlich“ mit
sterben,GRAB und Tod!
Dienstag, 27. Dezember 2005 18:55
Pero: Wahrheit tut oft weh!
In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der
Wahrheit ein revolutionärer Akt

George Orwell
Dienstag, 27. Dezember 2005 18:19
richard: „Die Wahrheit wird Euch freimachen“ –
stammt dieses Zitat nicht von Johannes? Ich habe Pfarrer Viktor Robert Knirsch wegen seiner unbedingten Wahrheitsliebe äußerst geschätzt. Knirsch predigte: „…Aus der uralten Erfahrung der Menschheit, daß die Lüge der bösen Tat vorauszueilen oder zu folgen pflegt, wie ein Schatten, erwächst uns die Erkenntnis, daß die Wahrheit zur Gefolgschaft des Guten gehört. Zum Recht des Warhheitssuchenden gehört es, zweifeln, forschen und abwägen zu dürfen. Und wo immer dieses Zweifeln und Wägen verboten wird, wo immer Menschen verlangen, daß an sie geglaubt werden muß, wird ein gotteslästerlicher Hochmut sichtbar, der nachdenklich stimmt. Wenn nun jene…die Wahrheit auf ihrer Seite haben, werden sie alle Fragen gelassen hinnehmen und geduldig beantworten…wenn jene aber lügen, dann werden sie nach dem Richter rufen. Daran wird man sie erkennen. Wahrheit ist stets gelassen. Lüge aber schreit nach irdischem Gericht!“
Ich kann dieser priesterlichen Weisheit nichts mehr hinzufügen.
richard
Sonntag, 25. Dezember 2005 17:20
Pero: @Gotthard
Bitte sachlich bleiben. Unterstellen sie mir doch nicht irgendeine dumpfe ewiggestrige Gesinnung! Warum müssen Andersdenkende immer mit Totschlagargumenten kaltgestellt werden? Oder, warum fällt es ihnen so schwer, die Worte Nahum Goldmanns zu akzeptieren? Kein vernünftiger Mensch zweifelt an dem schrecklichen Schicksal der Juden. Aber es ist unsinnig und gefährlich, in eine pawlowsche Reaktion zu verfallen und die jüdische Geschichte in philosemitischer Verblendung als unantastbares Heiligtum zu glorifizieren. Das hilft niemandem weiter. Nur die Wahrheit wird euch frei machen, heißt es doch! Zur Wahrheit gehört z.B. daß die Juden nicht nur Opfer waren, sondern auch Täter. Diese Feststellung wurde Hohmann zum Verhängnis, der lediglich Solschenizyn zum Vergleich herangezogen hatte. Fazit: Du darfst nicht am Augapfel Gottes rühren.
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