Wenn die drei Weisen aus dem Morgenland heuer auf dem Weg von Jerusalem nach Bethlehem zur heiligen Weihnacht pilgern, wird sogar ihren Kamelen das Lachen vergehen.
(kreuz.net, Bethlehem) Im vergangenen Jahr hat der Staat Israel einen Eisenbetonwall um die Geburtsstadt
Christi, die sich im Westjordanland befindet, gelegt. Die Sperranlage dient angeblich dem Schutz vor Selbstmordattentätern.
Sie ist Teil der israelischen Sperranlage im Westjordanland. Ihr Verlauf ist vom Internationalen Gerichtshof
und von der UNO-Generalversammlung für völkerrechtswidrig erklärt worden.
Sie ist auch eine Folge
der eskalierten Verhältnisse im Heiligen Land, wo Gewalt und Bomben seit Jahren von höchster Staatsebene
zu Mitteln des Dialogs gemacht wurden.
Die heutige Straße nach Bethlehem war schon in biblischen Zeiten
der Weg der Heiligen Familie. Diese zog von Galiläa über Jerusalem nach Betlehem, um an der Volkszählung
des Kaisers Augustus teilzunehmen.
Doch in diesem Jahr ist der Zugang zur Geburtsstadt des Friedensfürsten
erstmals zu Weihnachten nicht mehr frei.
Pilger und Besucher müssen sich an einem Metalltor durchleuchten
lassen. Ihre Pässe werden gescannt. Erst dann können sie die acht Meter hohe, mit Graffiti überdeckte
Betonmauer hinter sich lassen.
„Wenn Josef und Maria heute hier wären, würden sie wie jeder andere
durch den Kontrollpunkt gehen müssen“, erklärt eine Ordensschwester laut einem Bericht auf ‘Vorarlberg
Online’.
Früher war der Platz vor der Geburtskirche in Bethlehem ein belebter Ort. Dort hielten sich
Palästinenser und Israelis in Kaffeehäusern und Geschäften auf. Sogar eine Zahnarztpraxis gab es dort.
Mittlerweile ist der Platz verwaist. Wie damals, als Christus geboren wurde.
Die Einwohner beklagen
die Existenz der Mauer und fürchten, daß sie für immer stehen bleiben wird:
„Es ist mittlerweile klar,
daß der Wall nicht abgerissen wird. Er sieht sehr endgültig aus“, erklärte eine Irin, die sich für
die Anliegen der Palästinenser einsetzt.
Der christliche Bürgermeister von Bethlehem, Victor Batarseh,
sieht den Tourismus in seiner Stadt gefährdet. Dank der israelischen Sperrmauer sei ein Viertel von Bethlehem
„schon ein Getto geworden“ – insgesamt sei die Stadt „ein großes Gefängnis“, erklärte der Bürgermeister
vor der katholischen Zeitung ‘Tagespost’.
Allein in den vergangenen 15 Jahren haben laut Bürgermeister
Batarseh 42 Prozent der palästinensischen Christen Bethlehem verlassen.
Auch ein 41jähriger Familienvater,
der seit zwölf Jahren in Bethlehem arbeitet, beklagte laut Presseberichten, in einem Gefängnis zu wohnen:
„Wenn man von einer Mauer umgeben ist, wer wird noch zu uns kommen? Und wohin können wir gehen?“
Er
habe fünf Kinder. Keines von ihnen hat je Jerusalem gesehen. Die Stadt liegt sieben Kilometer nördlich
von Bethlehem. Er habe versucht hinzugelangen und dem Soldaten erklärt: „Ich möchte meinen Kindern die
Altstadt zeigen.“
Es wurde ihm nicht erlaubt.
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12 Lesermeinungen
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#12 Christin 20:21:24 | Dienstag, 27. Dezember 2005
1000 und eine Nacht im Morgenland: Zu dieser Nacht,an diesem Stall (Geburtsort,Heimat) erinnern sich die
reichesten und mächtigsten Väter der Welt gerne,und pilgern mit Freude zu einem Kind der Armut;denn
die Quelle und Wurzeln des Reichtums liegt darin verborgen,dass man das arme bescheidene Kind im Herzen
nicht aufgibt und nicht vergisst.
#11 Gotthard 20:02:05 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Petersdom Pilger und Besucher müssen sich an einem Metalltor durchleuchten lassen. Das ist beim Zugang
zum Petersdom nicht anders! Das war vor der Christmette im Petersdom genauso!
#10 Christin 19:17:47 | Dienstag, 27. Dezember 2005
…Ich hab das „Reiten“ fürs Erste einmal aufgegeben Es ist erstens extrem teuer und sonst schaufel ich
mir noch mein eigenes Grab und das will ich auch nicht,hab noch viel vor.ich will doch weiter ein „Goastrither“
von Papa Benediktus PP.XVI sein und außerdem sind wir im „Jahr der Eucharistie“ und Eucharistie hat immer
mit Leben und Überleben und Lebensfreude zu tun und nicht „ausschließlich“ mit sterben,GRAB und Tod!
„Die Wahrheit wird Euch freimachen“ – stammt dieses Zitat nicht von Johannes? Ich habe Pfarrer Viktor
Robert Knirsch wegen seiner unbedingten Wahrheitsliebe äußerst geschätzt. Knirsch predigte: „…Aus
der uralten Erfahrung der Menschheit, daß die Lüge der bösen Tat vorauszueilen oder zu folgen pflegt,
wie ein Schatten, erwächst uns die Erkenntnis, daß die Wahrheit zur Gefolgschaft des Guten gehört.
Zum Recht des Warhheitssuchenden gehört es, zweifeln, forschen und abwägen zu dürfen. Und wo immer
dieses Zweifeln und Wägen verboten wird, wo immer Menschen verlangen, daß an sie geglaubt werden muß,
wird ein gotteslästerlicher Hochmut sichtbar, der nachdenklich stimmt. Wenn nun jene…die Wahrheit auf
ihrer Seite haben, werden sie alle Fragen gelassen hinnehmen und geduldig beantworten…wenn jene aber
lügen, dann werden sie nach dem Richter rufen. Daran wird man sie erkennen. Wahrheit ist stets gelassen.
Lüge aber schreit nach irdischem Gericht!“ Ich kann dieser priesterlichen Weisheit nichts mehr hinzufügen.
richard
@Gotthard Bitte sachlich bleiben. Unterstellen sie mir doch nicht irgendeine dumpfe ewiggestrige Gesinnung!
Warum müssen Andersdenkende immer mit Totschlagargumenten kaltgestellt werden? Oder, warum fällt es
ihnen so schwer, die Worte Nahum Goldmanns zu akzeptieren? Kein vernünftiger Mensch zweifelt an dem schrecklichen
Schicksal der Juden. Aber es ist unsinnig und gefährlich, in eine pawlowsche Reaktion zu verfallen und
die jüdische Geschichte in philosemitischer Verblendung als unantastbares Heiligtum zu glorifizieren.
Das hilft niemandem weiter. Nur die Wahrheit wird euch frei machen, heißt es doch! Zur Wahrheit gehört
z.B. daß die Juden nicht nur Opfer waren, sondern auch Täter. Diese Feststellung wurde Hohmann zum Verhängnis,
der lediglich Solschenizyn zum Vergleich herangezogen hatte. Fazit: Du darfst nicht am Augapfel Gottes
rühren.
„Selig sind die Friedfertigen…“ sagte vor 2000 Jahren ein „seltsamer Mann“, Gotthard. Nicht nur, weil
heute Weihnacht ist, will ich eine Brücke schlagen. Mein Vorredner Pero hat nur den einflußreichsten
Mann des Judentums zitiert, soviel ich verstanden habe. Ich teile mit Ihnen die in Ihren angehängten
Fragen an Nahum Goldmanns Zitat mitschwingende Empörung und Trauer. Lager, Gettos, von wem auch immer,
sind von ihrem Grundgedanken her bereits Unrecht. Der Objektivität und Wahrheit halber muß man jedoch
eingestehen, daß die Gettos der Ost-Juden bereits zur Zarenzeit in Rußland großteils selbst gewollt
und gewünscht waren (siehe: Solschenyzin). Man könnte dies kurz gefaßt in die Formel fassen: „Überlebensstrategie
durch freiwillige Isolation“. Was daraus in der Zeit von WK II wurde, ist sicherlich ein anderes Kapitel:
vielfach furchtbar, auch wenn man dies unter dem Aspekt Krieg auf Leben und Tod betrachten sollte (ich
weiß, wovon ich spreche: mein Großvater wurde damals unter grauenhaften Umständen ermordet). Meine
Familiengeschichte hat mir Gott sei Dank den Blick äußerst geschärft. Ich meine deshalb, daß jene
maßgeblichen Juden, welche heute in Israel die Politik bestimmen, auf total falschem Kurs segeln. Die
israelische Friedensbewegung hat diese tödliche Politik auch seit langem erkannt. Rassismus pur, Ausgrenzung,
Todesmauer usw. usf. sollten gerade in diesem Palästina keinen Platz haben. Ich wünsche allen schöne
Weihnachten. richard
Ghetto Sie haben eine Mauer nach der anderen errichtet um ihre Existenz nach außen abzusichern, und sie
haben ihre Ghettos selbst erbaut. Auch das Warschauer Ghetto? Auch das Krakower Ghetto? Wahrscheinlich
auch noch die Mauern und Zäune um die KZ’s?
@Richard Ich kann mich ihrer Meinung voll und ganz anschließen. Zum israelischen Mauerbau: Eine dreitausendjährige
Tradition. Nachzulesen bei dem niederschmetternd ehrlichen Werk Nahum Goldmanns „Das jüdische Paradox“
Seite 18: „Die Juden sind das separatistischste Volk der Welt. Ihr Glaube an den Begriff des auserwählten
Volkes ist die Basis ihrer ganzen Religion. Im Laufe der Jahrhunderte habe die Juden ihre Trennung von
der nicht-jüdischen Welt verstärkt, sie verwarfen, und tun es noch, die Mischehen. Sie haben eine Mauer
nach der anderen errichtet um ihre Existenz nach außen abzusichern, und sie haben ihre Ghettos selbst
erbaut.“ Allen Teilnehmern dieses Forums wünsche ich einen besinnlichen Heiligen Abend. Pero
Diese Mauer ist eine einzige Schande. Wie alle Mauern. Man hat aus der Mauer in Berlin und deren Schicksal
nichts gelernt. Noch größer, noch dicker, noch häßlicher, noch lebensfeindlicher. „Gratulation“ an
die Erfinder und Erbauer! Das Leben wird siegen. Die Krippe am heutigen Tag sagt uns die einzig reale,
befreiende Wahrheit. richard