13:03:16 | Samstag, 24. Dezember 2005
Die Liturgiekongregation bat die kirchliche große Gruppierung ‘Neokatechumenaler Weg’ in einem jüngsten Brief, die liturgische Praxis den allgemeinen Normen der Kirche anzugleichen.

Der spanische Kunstmaler Kiko Arguello
© Kirche in England/ Wales, CC(kreuz.net, Vatikan) Der Inhalt des Briefes wurde am Donnerstag von einem italienischen Journalisten verbreitet.
Dies berichtete John Allen von der US-Wochenzeitung ‘National Catholic Reporter’.
Der ‘Neokatechumenale
Weg’ wurde 1964 von Kiko Arguello – einem wiederbekehrten damals jungen Kunstmaler aus Madrid – und von
Carmen Hernández gegründet.
Die Neokatechumenalen sind nach eigenen Angaben in über 800 Diözesen,
6.000 Pfarreien, 105 Nationen und 17.000 Gemeinschaften vertreten. Die Statuten des ‘Neokatechumenalen
Weges’ wurden im Juni 2002 vom Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien anerkannt.
Papst Johannes
Paul II. war ein großer Freund des Gründers und Förderer der Gemeinschaft. Er hat auch für diese Gruppierung
die Messe zelebriert.
Das Neokatechumenat formiert in den Pfarreien Gruppen von Gläubigen, die sich
intensiv darum bemühen, ihren Glauben zu erneuern. Dazu werden wöchentliche Versammlungen und besondere
Wochenende organisiert. Im Zentrum steht die Sonntagsmesse.
Der Aufbau dieser Gruppen geschieht strikt
getrennt von der übrigen Pfarrei.
So wird die Sonntagsmesse für die Mitglieder einer neokatechumenalen
Gruppe bereits am Samstagabend im kleinen, gemeinschaftlichen Rahmen zelebriert. Dabei sitzen die Gläubigen
um einen großen Tisch. Der Friedensgruß wird meist bereits vor der Opferung gereicht.
Manchmal werden
Teile des Eucharistischen Hochgebetes ausgelassen und oft kommentieren die anwesenden Gläubigen die Lesungen.
Für die Konsekration wird gesäuertes Brot verwendet. Die Kommunion wird
bevorzugt im Sitzen empfangen.
Vor allem für ihre von der Pfarrei losgelösten Sonntagsmessen werden die Neokatechumenalen immer wieder
kritisiert.
Die jüngste Ermahnung der Liturgiekongregation fordert, daß die Mitglieder von neokatechumenalen
Gruppen die Sonntagsmesse wenigstens einmal im Monat gemeinsam mit der Pfarrei feiern.
Außerdem sollen
alle vorgeschriebenen Meßgebete gelesen, die Predigt von einem Kleriker gehalten und die Kommunion im
Stehen oder Knien empfangen werden.
Der Brief gesteht eine Ausnahme zu. Der Friedensgruß darf weiterhin
vor der Opferung gereicht werden.
John Allen erinnert sich in seinem Bericht an einen Katechesenabend,
den er persönlich beim Neokatechumenat verbrachte.
Er bemerkt, daß diese Gemeinschaft sehr stark von
Laien geprägt ist. An besagtem Abend waren rund 30 Menschen anwesend. Zwei Laien (46 und 44) hielten
Referate, während zwei anwesende Priester – einer erst 33jährig – nur am Rande sichtbar waren.
Allen
sah auch Parallelen zu den Methoden freikirchlicher Zusammenschlüsse und Pfingstlern. Er nennt den Schwerpunkt
auf Kleingruppen sowie charismatisch-emotionalen Liedern und Gebeten.
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#5
wal 20:43:08 | Montag, 22. September 2008
#4
Dr. Otterbeck 09:55:24 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
#3
Robert Ketelhohn 15:58:27 | Samstag, 24. Dezember 2005
#2
Karl 15:06:39 | Samstag, 24. Dezember 2005
#1
clemens 13:30:00 | Samstag, 24. Dezember 2005