Das Neokatechumenat wurde in liturgischen Fragen ermahnt
Die Liturgiekongregation bat die kirchliche große Gruppierung ‘Neokatechumenaler Weg’ in einem jüngsten Brief, die liturgische Praxis den allgemeinen Normen der Kirche anzugleichen.

Der ‘Neokatechumenale Weg’ wurde 1964 von Kiko Arguello – einem wiederbekehrten damals jungen Kunstmaler aus Madrid – und von Carmen Hernández gegründet.
Die Neokatechumenalen sind nach eigenen Angaben in über 800 Diözesen, 6.000 Pfarreien, 105 Nationen und 17.000 Gemeinschaften vertreten. Die Statuten des ‘Neokatechumenalen Weges’ wurden im Juni 2002 vom Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien anerkannt.
Papst Johannes Paul II. war ein großer Freund des Gründers und Förderer der Gemeinschaft. Er hat auch für diese Gruppierung die Messe zelebriert.
Das Neokatechumenat formiert in den Pfarreien Gruppen von Gläubigen, die sich intensiv darum bemühen, ihren Glauben zu erneuern. Dazu werden wöchentliche Versammlungen und besondere Wochenende organisiert. Im Zentrum steht die Sonntagsmesse.
Der Aufbau dieser Gruppen geschieht strikt getrennt von der übrigen Pfarrei.
So wird die Sonntagsmesse für die Mitglieder einer neokatechumenalen Gruppe bereits am Samstagabend im kleinen, gemeinschaftlichen Rahmen zelebriert. Dabei sitzen die Gläubigen um einen großen Tisch. Der Friedensgruß wird meist bereits vor der Opferung gereicht.
Manchmal werden Teile des Eucharistischen Hochgebetes ausgelassen und oft kommentieren die anwesenden Gläubigen die Lesungen. Für die Konsekration wird gesäuertes Brot verwendet. Die Kommunion wird bevorzugt im Sitzen empfangen.
Vor allem für ihre von der Pfarrei losgelösten Sonntagsmessen werden die Neokatechumenalen immer wieder kritisiert.
Die jüngste Ermahnung der Liturgiekongregation fordert, daß die Mitglieder von neokatechumenalen Gruppen die Sonntagsmesse wenigstens einmal im Monat gemeinsam mit der Pfarrei feiern.
Außerdem sollen alle vorgeschriebenen Meßgebete gelesen, die Predigt von einem Kleriker gehalten und die Kommunion im Stehen oder Knien empfangen werden.
Der Brief gesteht eine Ausnahme zu. Der Friedensgruß darf weiterhin vor der Opferung gereicht werden.
John Allen erinnert sich in seinem Bericht an einen Katechesenabend, den er persönlich beim Neokatechumenat verbrachte.
Er bemerkt, daß diese Gemeinschaft sehr stark von Laien geprägt ist. An besagtem Abend waren rund 30 Menschen anwesend. Zwei Laien (46 und 44) hielten Referate, während zwei anwesende Priester – einer erst 33jährig – nur am Rande sichtbar waren.
Allen sah auch Parallelen zu den Methoden freikirchlicher Zusammenschlüsse und Pfingstlern. Er nennt den Schwerpunkt auf Kleingruppen sowie charismatisch-emotionalen Liedern und Gebeten.
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Montag, 22. September 2008 20:43
wal: die Neo’s
bringen der Kirche Menschen, die sich nach Christus sehnen und sonst den Freikirchen anheim fallen würden. Dies gefiel J.P.II zurecht.
Mittwoch, 28. Dezember 2005 09:55
Dr. Otterbeck: Der Friedensgruß
vor der Opferung entspricht m.E. der ambrosianischen Liturgie. Wenn der Friedensgruß mit einem Zeichen des Friedens versehen werden soll (Brudergruß, shakehands) ist er dort jedenfalls besser platziert.
Samstag, 24. Dezember 2005 15:58
Robert Ketelhohn: Sauerteig
Clemens, die Verwendung von gesäuertem Brot als Hostie ist der älteste Brauch der Kirche, den die Ostkirchen –
in Gemeinschaft mit Rom oder nicht – so bewahrt haben. Die Einführung des ungesäuerten Brots ist eine
Neuerung der Lateiner (und auch der Armenier); in der lateinischen Kirche wurde diese Abweichung vom alten
Brauch erst in karolingischer Zeit eingeführt.
Da der Neokatechumenat grundsätzlich ein Phänomen innerhalb der lateinischen Kirche ist, verwendet er zum Backen der Hostien ausschließlich Weizenmehl und Wasser. Also keinen Sauerteig. Gültig wäre die Eucharistie aber selbstverständlich auch mit Sauerteig.
(Ad marginem: Es gibt im Orient ein paar wenige maronitische, melchitische und koptische Gemeinschaften des Neokatechumenats. Ich vermute, daß man dort Sauerteig verwendet, da die Vorschriften der jeweils eigenen Ortskirche gelten. Genaueres weiß ich jedoch nicht.)
Da der Neokatechumenat grundsätzlich ein Phänomen innerhalb der lateinischen Kirche ist, verwendet er zum Backen der Hostien ausschließlich Weizenmehl und Wasser. Also keinen Sauerteig. Gültig wäre die Eucharistie aber selbstverständlich auch mit Sauerteig.
(Ad marginem: Es gibt im Orient ein paar wenige maronitische, melchitische und koptische Gemeinschaften des Neokatechumenats. Ich vermute, daß man dort Sauerteig verwendet, da die Vorschriften der jeweils eigenen Ortskirche gelten. Genaueres weiß ich jedoch nicht.)
Samstag, 24. Dezember 2005 15:06
Karl: Lange überfällig
Endlich hat sich der Heilige Stuhl der Sache angenommen! Unser glorreichregierender Heiliger Vater scheint mit seiner Reform der Reform erst zu machen zu wollen. Die Liturgie des Neokatechumenats hat wirklich extreme Defizite, es ist gut, dass jetzt die gröbsten Missgriffe beseitigt werden müssen.
Samstag, 24. Dezember 2005 13:30
clemens: Liturgische Fragen:
Findet bei der Materie des gesäuerten Brotes überhaupt eine gültige Wandlung statt???
(Abgesehen von anderen haarsträubenden „Bräuchen“.)
(Abgesehen von anderen haarsträubenden „Bräuchen“.)
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