Benedikt XVI.
Was schenkt Mons. Ratzinger seinem Bruder zu Weihnachten?
Der sympathische Bruder des Papstes, Mons. Georg Ratzinger, hat der ‘Passauer Neuen Presse’ gestern Einzelheiten aus dem weihnachtlichen Familienleben der Ratzingers verraten.
(kreuz.net) Am Vormittag des Heiligen Abends waren die Ratzinger-Buben regelmäßig mit der Weihnachtskrippe beschäftigt. Maria, die große Schwester – sie war bereits 1921 geboren –, half der Mutter in der Küche.

Doch Georg – Jahrgang 1924 – und Joseph – Jahrgang 1927 – bastelten.

„Es war eine sehr einfache Krippe“, erinnert sich der Papstbruder und Domkapellmeister: „Wir waren ja beide keine Krippenkünstler. Aber es hat uns viel Freude gemacht.“

Bereits in Tittmoning, wo die Familie von 1929 bis 1932 lebte, wurde eines der wichtigsten Baumaterialien besorgt, das über die Jahre hinweg immer wieder gute Dienste leistete: Tuffsteine, leicht und porös, mit denen man „besonders schöne Hügellandschaften bauen konnte“.

Tittmoning befindet sich 90 Kilometer östlich von München an der Grenze zu Oberösterreich.

Nirgendwo sonst – erklärt Mons. Ratzinger – habe man ein vergleichbares Material gefunden: „So haben wir die Tuffsteine dann auch nach Aschau und Traunstein mitgenommen. Sogar heute noch hat sie mein Bruder in seiner Wohnung in Rom.“

Aschau und Traunstein liegen – wie auch Tittmoning – in der Nähe des Chiemsees in Oberbayern.

Erst kürzlich lobte der Papst – als ehemaliger Krippenbauer – den italienischen Brauch, in den Tagen nach der Unbefleckten Empfängnis die Krippen herzurichten. Dies sei eine einfache, aber wirkungsvolle Weise der Glaubensvermittlung an die Kinder, sagte der Papst.

„Schlichtheit und innere Freude“, bestätigt der Papstbruder, habe auch das Weihnachtsfest in der gemeinsamen Kindheit geprägt. Auf das Christkind warteten die Ratzinger Kinder dennoch mit besonderer Ungeduld:

„Deshalb hat bei uns die Bescherung immer etwas früher stattgefunden als in anderen Familien.“

Relativ bald nach dem Nachmittagskaffee um vier Uhr und dem anschließenden Rosenkranzbeten – am Boden kniend, die Ellbogen auf die Sitzfläche eines Stuhls gestützt – wurden die Kinder durch das „Glöckchenläuten“ erlöst:

„Dann sind wir ins Wohnzimmer hinein, wo schon ein Fichtenbäumerl auf dem Tisch stand, mit brennenden Wachskerzen, was ein mystisches Dunkel ergab.

Der Baum war mit Kugeln, Engelshaar und Lametta geschmückt, außerdem mit Sternen, Herzen und Kometen, die unsere Mutter aus Quittenmarmelade ausgeschnitten hatte.“

1936 steuerte der musikalische Georg, damals schon Gymnasiast, eine kleine Weihnachtskomposition bei:

„Die haben wir zu dritt vorgespielt, meine Schwester am Harmonium, mein Bruder am Klavier und ich mit der Geige – die Mutter war zu Tränen gerührt, und auch der Vater, obwohl etwas nüchterner veranlagt, war beeindruckt.“

Nach dem Vorlesen des Weihnachtsevangeliums und dem gemeinsamen Singen von „Stille Nacht“, „O du fröhliche“, „Ihr Kinderlein kommet“ gab es die Geschenke – „meist Sachen zum Anziehen, was man halt gerade gebraucht hat“.

Als der elfjährige Georg 1935 ein Buch bekam, den ‘Liber usualis’ – in dem das ganze kirchliche Offizium enthalten ist –, freute sich der drei Jahre jüngere Joseph fast noch mehr als sein Bruder: „In dem Buch stand kein einziges deutsches Wort, alles war auf Lateinisch – da war mein Bruder ganz weg!“

Eine besondere Freude konnten die Eltern dem kleinen Joseph machen, wenn sie ihm Stofftiere schenkten. Mons. Ratzinger erinnert sich an einen Hund, eine Katze und eine Ente.

Noch nicht einmal zwei Jahre alt war Joseph, als sich folgende Geschichte zutrug. Hier der Bericht seines Bruders:

„Einmal, wir waren noch in Marktl, da hat das Kaufhaus Lechner, gleich vis-à-vis von unserem Wohnhaus, ein Weihnachtsfenster dekoriert. Da war ein netter kleiner Teddybärle drin, der meinem Bruder so gut gefallen hat, daß wir immer wieder hingegangen sind und die Auslage angeschaut haben.

Als zwei Tage vor Weihnachten das Bärle plötzlich weg war, hat mein Bruder bitterlich geweint. Am Heiligen Abend aber, bei der Bescherung, da saß das Bärle bei uns im Wohnzimmer, und alles war wieder gut.“

Ist diese Geschichte vielleicht der Grund dafür, warum Benedikt XVI. den bald nach seiner Wahl kreierten „Papst-Teddy“ so nett fand, obwohl er die meisten anderen Fan-Artikel eher distanziert betrachtet? – fragt die ‘Passauer Neuen Presse’.

Mons. Ratzinger wird am 28. Dezember für knapp zwei Wochen nach Rom fliegen, wo nach der Renovierung der päpstlichen Gemächer eine eigene kleine Wohnung auf ihn wartet.

Im Gepäck hat er dann auch sein Weihnachtsgeschenk für Benedikt XVI. – eine neue Armbanduhr mit dunklem Lederarmband.

Noch einmal plaudert Georg Ratzinger aus dem Nähkästchen, als er erzählt, daß es gar nicht so einfach ist, einen Papst zu beschenken:

„Ich habe mit meinem Bruder darüber gesprochen und zu ihm gesagt: ,Als Papst kriegst du ja alles – Bücher hast du, Kleidung hast du … ‘

Aber da hab ich den Einfall gehabt, ihm eine Uhr zu schenken, und er hat gesagt: ,Das ist eine gute Idee!’“
      
3 Lesermeinungen
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#3   Gotthard   22:31:31 | Dienstag, 27. Dezember 2005
was soll das?
warum kann man zwei Brüder nicht alleine lassen? Ein öffentlich völlig uninteressantes Thema…
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#2   Christin   21:56:00 | Dienstag, 27. Dezember 2005
…da wär ich gern als Weihnachtsengelchen dabeigewesen…!
Ich hätte ihm „Zeit“ geschenkt!
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#1   Benedikt78   12:12:00 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Das müsste in die Zeitung
„Einmal, wir waren noch in Marktl, da hat das Kaufhaus Lechner, gleich vis-à-vis von unserem Wohnhaus, ein Weihnachtsfenster dekoriert. Da war ein netter kleiner Teddybärle drin, der meinem Bruder so gut gefallen hat, daß wir immer wieder hingegangen sind und die Auslage angeschaut haben.
Als zwei Tage vor Weihnachten das Bärle plötzlich weg war, hat mein Bruder bitterlich geweint. Am Heiligen Abend aber, bei der Bescherung, da saß das Bärle bei uns im Wohnzimmer, und alles war wieder gut.“
Gäbe ich eine Zeitung heraus, dann würde ich diesen Teil veröffentlichen. Leider stellen die Medien aus Kalkül den Papst meistens nur negativ dar. Als kalten und menschenfeindlichen Patriachen. Dabei ist das Gegenteil der Fall!
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