07:39:04 | Montag, 26. Dezember 2005
München am Himmel vorbei + Eine hölzerne Eisenbahn + Klare Worte + Zweimal soviel wie im deutsche Sprachraum + Die Mauer vor der Nase
München am Himmel vorbei„Ehrenbürger ist Papst Benedikt bereits in seinem Geburtsort Marktl. Dort
wurde er bereits 1997 zum Ehrenbürger ernannt. Der Stadtrat von München hatte dagegen damals dem als
konservativ geltenden Kardinal diese Ehre versagt. Inzwischen gibt es aber auch in München Bestrebungen,
diese unglückliche Entscheidung zu revidieren.“
Aus der Tageszeitung ‘Passauer Neue Presse’ vom 22.
Dezember 2005Eine hölzerne EisenbahnÖsterreich. Der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn,
erzählte im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung ‘Kurier’ von seinen Weihnachtswünschen.
Es fehle ihm nicht an den notwendigen materiellen Dingen: „Ich freue mich immer über Bücher, hätte
gerne mehr Zeit, alle zu lesen.“ Am tiefsten sei in ihm der Wunsch nach der Begegnung mit dem Christkind.
Sein schönstes Weihnachtsgeschenk habe er 1949 erhalten. Der Kardinal war damals vier Jahre alt: „Ich
habe Holzhäuschen und eine einfache hölzerne Eisenbahn geschenkt bekommen. Das ist mir unvergeßlich.“
Klare WorteDeutschland. Der Bischof von Augsburg, Mons. Walter Mixa, bat in seiner Weihnachtspredigt
um einen verstärkten Lebensschutz. Ausdrücklich dankte er allen, die in den Familien, in Altenheimen
und Pflegeeinrichtungen Tag für Tag Kranke und alte Menschen pflegen, ihnen beistehen und sie auf ihrem
letzten Weg begleiten. Christen müßten sich kompromißlos für die Würde des Menschen und sein Recht
auf Leben einsetzen. Kinderabtreibungen bezeichnete Bischof Mixa – entsprechend
dem Zweiten Vatikanum –
als „abscheuliches Verbrechen des hunderttausendfachen Kindermordes“.
Zweimal soviel wie im deutsche
SprachraumMehr als 200 Millionen der rund 2 Milliarden Christen auf der Welt begingen das Weihnachtsfest
in Bedrängnis oder Verfolgung. Dies berichtete ‘Radio Vatikan unter Bezugnahme auf die ‘Internationale
Gesellschaft für Menschenrechte’. In Vietnam hätten viele Christen Weihnachten vorverlegt, um das Fest
der Geburt Christi an geheimen Orten feiern zu können. In Indonesien und im Irak werden nach aktuellen
Bombendrohungen Anschläge auf Kirchen befürchtet. In Bethlehem – wo die Zahl der Christen innerhalb
weniger Jahrzehnte von der Mehrheit auf unter 12% der Bevölkerung gesunken ist – lebt man in der Angst
vor den Bomben der Terroristen oder der israelischen Armee.
Die Mauer vor der NaseHeiliges Land. Der
Israel-Korrespondent des ersten deutschen Fernsehens ‘ARD’ berichtete am ersten Weihnachtstag über die
36jährige christliche Palästinenserin Claire Bendak aus Bethlehem: „Die 36jährige Palästinenserin
steht in der Eingangstür und zeigt auf den Platz vor ihrem Haus. Die Straße nach Jerusalem sieht sie
nicht mehr. Den Blick verstellt eine gigantische, graue Betonmauer: Der
israelische Schutzwall, der sich
hier in Bethlehem tief in das palästinensische Land schneidet, hat ihr Haus erwischt. An drei Seiten
ist Claire mit ihrer Familie nun eingemauert. Im Treppenhaus gibt es seither nur noch wenig Licht und
auch in den Wohnungen im ersten Stock wirkt alles grau und matt. Die Mauer vor den Fenstern reicht bis
zum zweiten Stock, das sind fast acht Meter. Der Blumenstock neben der Haustür hat bereits aufgegeben,
die kleine Pflanze ist tot. Claires Kinder haben sie dennoch mit Weihnachtsschmuck behangen. Um etwas
Schönes zu haben. Und um nicht nur auf die Mauer schauen zu müssen.“
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Josefus 21:16:03 | Dienstag, 27. Dezember 2005