Konklave
Neue Offenbarungen
In Sao Paolo war das Weihnachtsfest nicht nur ein heißer Sommertag, sondern auch Anlaß für heiße Enthüllungen über das letzte Konklave.
(kreuz.net, Sao Paulo) Am Weihnachtstag berichtete die brasilianische Tageszeitung ‘O Globo’ brühwarm von neuen Erkenntnissen zur Wahl des Papstes im April 2005.

Der Aufstieg des Präfekten der Glaubenskongregation zum Oberhaupt der Römischen Kirche – so liest man – sei vor allem zwei lateinamerikanischen Kurienkardinälen zu verdanken.

Das soll ein brasilianischer Kardinal, der leider ungenannt blieb, der Zeitung offenbart haben.

Die beiden angeblichen pontifikalen Wahlhelfer waren, will man der Zeitung Glauben schenken, der chilenische Kardinal Protodiakon Jorge Medina Estévez, der bis 2002 Präfekt der Gottesdienstkongregation war, und der gegenwärtige Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, Kardinal Alfonso López Trujillo, der aus Kolumbien stammt.

Nach Angaben der ungenannten Quelle soll auch Kardinal Christoph Schönborn von Wien bei der Propagandaaktion mitgeholfen haben.

Die Hauptarbeit sei aber von den beiden Südamerikanern geleistet worden. Sie hätten sich vor und während des Konklaves angestrengt, die Kandidatur des damaligen Kardinals Ratzinger voranzubringen.

„Als wir in Rom ankamen, organisierten López Trujillo und Medina verschiedene Zusammenkünfte und Abendessen. Aus den dortigen Gesprächen ging deutlich hervor, daß sie Ratzinger konsultiert hatten und dieser die Annahme einer Wahl garantiert und grünes Licht für die Kampagne gegeben hätte“, soll der ungenannte brasilianische Kardinal vor ‘O Globo’ bekannt haben.

An der Wahl des Papstes im April nahmen vier brasilianische Kardinäle teil: Kardinal Geraldo Majella Agnelo von Salvador de Bahia, Kardinal Claudio Hummes von Sao Paulo, Kardinal Eusebio Oscar Scheid von Río de Janeiro und der emeritierte Kardinal José Freire Falcao von Brasilia.

„López Trujillo und Medina erklärten deutlich, daß [Ratzinger] tatsächlich kandidierte. Als wir ins Konklave eintraten, waren wir uns darüber sicher. Das wurde auch schon ab dem ersten Skrutinium klar“, erklärt der angebliche Kardinal.

„Bei den Mahlzeiten während des Konklaves sah man die zwei Kardinäle – den Kolumbianer und den Chilenen – wie sie die Stimmen der anderen diskret bearbeiteten. Diese Kampagne verstärkte sich noch während der folgenden Abstimmungen.“

Der angebliche brasilianische Kardinal bestätigte ferner, was angeblich bereits von anderen Teilnehmern des Konklaves gesagt wurde, daß nämlich Kardinal Ratzinger in der vierten und letzten Abstimmung die Hürde von 77 Stimmen überschritt und daß der zweite in der Wahl Kardinal Jorge Mario Bergoglio von Buenos Aires war.

„Ratzinger war sichtlich ergriffen“, erklärt die im Dunkel gebliebene Informationsquelle über die angebliche Reaktion des Kardinals nach seiner Wahl zum Papst.
      
8 Lesermeinungen
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#8   Rudolphus   12:17:04 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Nichtkatholiken im Hl. Collegium
Nichtkatholisch ist, wer auch nur ein einziges katholisches Dogma leugnet.
Die wissenschaftlichen Publikationen und Aussagen mancher heutiger Cardinäle leugnen verschiedene Dogmen, besonders bei Cardinal Caspar.
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#7   Agiafortuni   22:20:47 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Gotthard
Halbegebildete zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Mangel an Argumenten dadurch auszugleichen versuchen, dass sie mit fadenscheinigen Argumenten den Gegner ins Lächerliche ziehen. Johannes XXIII war in dieser Sache ein unübertroffener Meister. Offensichtlich muss ich Sie dazu rechnen
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#6   Gotthard   21:02:15 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
@ Carlo
Mich amüsieren Deine inquisitorischen Einschätzungen immer wieder aufs Neue.
Das hat echtes Sektierertum schon immer ausgezeichnet: das Aufkleben von Labeln auf die Stirn der anderen …
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#5   Agiafortuni   20:35:58 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Nichtkatholiken i Kardinalkskollegium
Selbstverständlich gehören ihm auch katholisch Getaufte mit einer unkatholischen Gesinnung an wie beispielsweise Roncalli, Montini, Woytila, König, Liénart. Frings kann man insofern eine katholische Gesinnung attestieren, als er offensichtlich kurz vor seinem Tode deswegen Gewissensbisse hatte, weil er nicht ganz sicher war, ob er die Kirchenkrise nicht zu Teil verschuldet habe.
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#4   Gotthard   17:06:17 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
interessant
um ihnen ihre Cardinalshüte wieder wegzunehmen wie allen Nichtkatholiken im Hl. Collegium.
seit wann gehören zum Kardinalskollegium Nichtkatholiken – und wie heißen sie?
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#3   Rudolphus   16:46:39 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Lustiges
hört man ja immer wieder von Konklaven, wie z.B. Siri wäre 1958 gewählt worden oder es gibt auch das Gerücht, der fiese Cardinal Ratzinger und seine Leute hätten die Papstwahl geschoben … wer Joseph Ratzinger kennt, kann darüber wirklich sehr lachen.
Eine gestohlene Wahl hätte besser zu Walter Caspar und Karl Lehmann gepaßt – schade, daß Papa Ratzinger zu gutmütig ist, um ihnen ihre Cardinalshüte wieder wegzunehmen wie allen Nichtkatholiken im Hl. Collegium.
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#2   Agiafortuni   11:47:44 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Zur Papstwahl
Bei der Wahl Johannes XXIII war der Einfluss der französischen Kardinäle ausschlaggebend
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#1   Doritta   20:39:33 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Papstwahl
Stimmt dieser Artikel wirklich so? Ich dachte, die Wahl läuft frei und ohne Beeinflussung ab, derweil lese ich von
diskreten Arrangements etc.
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