Eine beklagenswerte Amputation
Ein römischer Kirchenmusiker beklagte jüngst den Niedergang des Gregorianischen Chorals. Diesen könne man auch modernen Gläubigen zutrauen: „Die neuen Generationen sind nicht dümmer als die der Vergangenheit.“
(kreuz.net, Rom) Anfang Dezember organisierte die vatikanische Gottesdienstkongregation in Rom einen Studientag
zur Kirchenmusik. Er stand unter dem Thema: „Musica Sacra: Eine liturgische und pastorale Herausforderung“.Der Anlaß fand zum Jahrestag der feierlichen Verkündigung der Konstitution über die Heilige Liturgie ‘Sacrosanctum Concilium’ am 4. Dezember 1963 statt.
Unter den Rednern befand sich auch Mons. Valentino Miserachs-Grau.
Der ursprünglich aus Spanien stammende Priester ist Präsident des ‘Pontificio Istituto di Musica Sacra’. Dort werden Kirchenmusiker aus allen Kontinenten ausgebildet.
Mons. Miserachs sprach zum Thema „Der gregorianische Choral: Möglichkeit und Bedingungen für eine Wiederlancierung.“
Darin äußerte er sich zur nachkonziliaren Situation der liturgischen Musik. Die gegenwärtige Preisgabe des Gregorianischen Chorals bezeichnete er als „eine beklagenswerte Amputation.“
Für Mons. Miserachs ist es an der Zeit, mit dem Zaudern zu brechen. Das erhellende Beispiel eines musikalischen Neubeginns müsse aus den Bischofskirchen, größeren Pfarreien, Ordenshäusern und Priesterseminaren kommen.
Dann würde am Ende auch die Durchschnittspfarrei von der Schönheit des Gregorianischen Gesangs überzeugt werden.
Die gegenwärtige Verdunkelung der Tradition des uralten musikalischen Gebetes habe zu einer heterogenen und anarchischen Ausbreitung neuer musikalischer Produkte im Gottesdienst geführt.
Diese füge sich mehrheitlich nicht in die musikalische Tradition der Kirche ein. Das bewirke eine allgemeine Verarmung der Liturgie.
Die Teilnehmer am Studientag waren einhellig der Meinung, daß das kirchenmusikalische Erbe neu belebt und für die Liturgie fruchtbar gemacht werden müsse.
Mons. Miserachs zweifelt nicht: „Es kann keine Kirchenmusik ohne den gregorianischen Choral geben“.
Er fragte sich auch, warum man dem Volk die Gregorianische Musik nicht mehr zutraut. Die neuen Generationen seien nicht dümmer als die der Vergangenheit.
Vor fünfzig Jahren – am Weihnachtstag des Jahres 1955 – erließ Papst Pius XII. († 1958) seine Enzyklika zur Kirchenmusik „Musicae sacrae disciplina“ über das Wesen der heiligen Musik, die Förderung des gregorianischen (Volks)-Chorals und der lateinischen Liturgiesprache.
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Dienstag, 27. Dezember 2005 17:05
Rudolphus: Katholiken haben ein Anrecht auf die hl. Messe
Wir sind Lateiner und haben deshalb ein Anrecht auf die Messe im lateinischen Ritus.
Entgegen früheren Behauptungen ist der neue „lateinische“ Ritus nicht rechtsident mit dem alten lateinischen – dies geht aus Aussagen Cardinal Hoyos’ klar hervor.
Entgegen früheren Behauptungen ist der neue „lateinische“ Ritus nicht rechtsident mit dem alten lateinischen – dies geht aus Aussagen Cardinal Hoyos’ klar hervor.
Dienstag, 27. Dezember 2005 16:56
PetrusII: Die Überlieferte Messe
Ich kann nur immer wieder wiederholen!!! Gehen Sie doch alle bei der Priesterbruderschaft St. Pius X in die hl. Messen. Besuchen Sie ein Hochamt, Sie werden sehen dass es nichts schöneres geben kann, als ein Messbesuch im überl. Ritus. Wenn Sie nicht gehen wollen, so fordern Sie von Ihren örtl. Gemeindepriestern am Sonntag die überl. hl. Messe.
Dienstag, 27. Dezember 2005 16:19
Weber: Ihr Kulturpessimisten!
Hier scheinen nur Kulturpessimisten zu schreiben, die unserer Zeit keinen kulturellen Fortschritt zutrauen. Wer neuer Kirchenmusik eine Chance gibt, lehnt deshalb doch nicht den Gregorianischen Choral ab. Alles zu seiner Zeit, und alles hat sein Recht in der Kirche!
Dienstag, 27. Dezember 2005 16:03
miles immaculatae: Popkultur
Meist jeden Sonntag erlebe ich das seltsame Schauspiel, daß eine nach hunderten Köpfen zählende Gemeinde meist älterer Gottesdienstbesucher sich müht einen der modernen Popsongs des „Gotteslobs“ zu trällern (Die Sorte, wo bloß noch der Schubidu-Begleitchor fehlt). Jeden Sonntag beachte ich mit einer gewissen Erheiterung, daß der Versuch schmählich scheitert, nicht zuletzt an unserem jungen Pfarrer, der so überhaupt kein Popsänger ist, sondern stimmlich und von seiner musikalischen Begabung eigentlich eher der klassische Schola-Sänger wäre. Ist es nicht vielleicht eher umgekehrt, daß die meisten den gregorianischen Stil der Liturgie beherrschen, nicht aber den Marschtritt protestantischer Kampflieder oder gar die Gesangstechnik modischer Popsongs (die sich vor allem in den „Beiheften“ tummeln).
Dienstag, 27. Dezember 2005 13:57
Benedikt78: Veto!
Ich stimme zu: „Die neuen Generationen sind nicht dümmer als die der Vergangenheit“, aber sie sind offener
für die Zukunft und ihre Ausdrucksformen!
Das stimmt so nicht ganz. Ich bin 27 Jahre alt und habe sehr viel mit Jugendlichen zu tun. Offener für die Zukunft und ihre Ausdruckformen. Wie soll ich das verstehen? Wenn man als Ausdruckform den Balkanslang und gewaltverherlichende Musik und Filme versteht, dann ist ein grosser Teil der Jugendlichen wahrlich „offen für die Zukunft“. Darunter leiden dann alle! Schauen sie mal die Jugendkriminalität an. Die steigt extrem an!
Ich wehre mich klar gegen die Meinung, dass der Mensch modern und aufgeschlossen werden muss! In den 2000 Jahren christlicher Geschichte hat sich das Umfeld radikal geändert! Technisch, gesellschaftlich und – in den letzten 50 Jahren – leider auch von der Moral. Aber eines ist geblieben: das Bedürfnis des Menschen. Der Mensch an sich hat sich nicht geändert! Ich vertreter die Meinung: Gebt dem Mensch, wessen er bedarf und nicht, was er wünscht!
Gregorianischer Gesang als Teil der kirchlichen Kultur kann ein Stück Identität zurück geben. Es wäre sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
Das stimmt so nicht ganz. Ich bin 27 Jahre alt und habe sehr viel mit Jugendlichen zu tun. Offener für die Zukunft und ihre Ausdruckformen. Wie soll ich das verstehen? Wenn man als Ausdruckform den Balkanslang und gewaltverherlichende Musik und Filme versteht, dann ist ein grosser Teil der Jugendlichen wahrlich „offen für die Zukunft“. Darunter leiden dann alle! Schauen sie mal die Jugendkriminalität an. Die steigt extrem an!
Ich wehre mich klar gegen die Meinung, dass der Mensch modern und aufgeschlossen werden muss! In den 2000 Jahren christlicher Geschichte hat sich das Umfeld radikal geändert! Technisch, gesellschaftlich und – in den letzten 50 Jahren – leider auch von der Moral. Aber eines ist geblieben: das Bedürfnis des Menschen. Der Mensch an sich hat sich nicht geändert! Ich vertreter die Meinung: Gebt dem Mensch, wessen er bedarf und nicht, was er wünscht!
Gregorianischer Gesang als Teil der kirchlichen Kultur kann ein Stück Identität zurück geben. Es wäre sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
Dienstag, 27. Dezember 2005 01:06
Uwe Schmidt: Bildungsverfall
Ja, dieser Kulturverfall ist schon erschreckend. In Brasilien soll es schwer sein, noch eine Messe mit Orgelspiel zu bekommen, sonst gibt es überall Pop-Kirche nach evangelikalem Vorbild. Da lobe ich mir doch die polnischen Messen, die TV Trwam immer überträgt!
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