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Dienstag, 27. Dezember 2005 11:52
Die Messe ist zuende
Ein 45jähriger Bayer hat sich im oberösterreichischen Bezirk Braunau drei Monate lang offenbar mit passablem Erfolg als Priester ausgegeben.
Der mutmaßliche Hochstapler hielt die traditionelle Pfarrwallfahrt nach Maria Schmolln in Soutane.
Der mutmaßliche Hochstapler hielt die traditionelle Pfarrwallfahrt nach Maria Schmolln in Soutane.
(kreuz.net, Neukirchen) Der mutmaßliche Hochstapler war in zwei Pfarreien im Innviertel tätig. Das Innviertel liegt im Nordwesten von Oberösterreich an der bayerischen Grenze.

Der falsche Priester hatte sich dem Pfarrer von Neukirchen, der sich in einen Kuraufenthalt begeben mußte, als Aushilfe angeboten. Neukirchen befindet sich unweit der Grenzgemeinde Braunau.

Der Bayer behauptete von sich, vor 20 Jahren zum Priester geweiht worden zu sein. Nach eigenen Angaben soll er unter anderem auch im berühmten bayerischen Wallfahrtsort Altötting gewirkt haben.

„Wir waren zu gutgläubig. Aber wer fragt einen Pfarrer schon nach seiner Weiheurkunde?“, erklärte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats einer der betroffenen Pfarreien vor der österreichischen Boulevardzeitung ‘Krone’.

Der Bayer war vor drei Monaten über private Verbindungen nach Neukirchen gekommen.

Daß der Mann als Priester eingesetzt wurde, sei der Diözese nicht gemeldet worden, berichtete die Lokalpresse. Eine solche Praxis ist allerdings auch nicht üblich.

Der Hochstapler erwies sich angeblich als bibelfest und theologisch geschult. In den beiden Pfarreien, in denen er sein Unwesen trieb, habe er die Herzen der Gläubigen im Sturm erobert. Er simulierte regelmäßig Messen und hielt zwei Begräbnisse.

Vor Weihnachten tauchten jedoch Zweifel an der Person des angeblichen Geistlichen auf. Deshalb stellte der Pfarrgemeinderat von Neukirchen Nachforschungen an. In Altötting kannte niemand den Mann. Auch für seine Priesterweihe fanden sich keine Bestätigung.

Am 23. Dezember erklärte die Diözese Passau, daß der Mann kein Priester sei.

Noch am selben Tag nahm der Generalvikar der Diözese Linz mit den beiden betroffenen Pfarreien Verbindung auf und untersagte dem falschen Priester jeden weiteren Einsatz.

Der Bürgermeister seines Heimatortes in Bayern erklärte: „Ich weiß nicht, was er tut, Pfarrer ist er nicht. Unser Priester hat ihn schon ins Gebet genommen“.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 16 Lesermeinungen:
Dienstag, 17. Januar 2006 17:09
Benedikt: @ Demon
Ihre Reaktion spricht für sich. Sorry, wenn ich nochmal antworte, aber Sie haben mit ihrem Beitrag die Religion auf bloßes einfühlsames Predigen („Erbauung“) reduziert, den „Rest“ aber herabgewürdigt und für unwichtig erklärt. Nun, auf Menschen eingehen kann jeder Psychotherapeut. Wenn das Ihr Verständnis von Religion ist, so kann man objektiv feststellen, dass Sie die christliche Religion nicht verstanden haben, denn die besteht aus ein wenig mehr als nur „Erbauung“ und „Interesse“. Erbauung und Interesse können sie neben Don Camillo-Filmen noch in ca 8934728 anderen Filmen finden, ohne das jene ein adäquater Religionsersatz sind.

Im Übrigen besteht kein Grund, den Beleidigten zu spielen. Vermutlich begreifen Sie es nicht, aber Ihre Aussage unten habe ich als verletzend empfunden. Ich wollte Ihnen bloß aufzeigen, warum Sie hier so oft dastehen und die Meinung anderer Teilnehmer nicht nachvollziehen können.
Dienstag, 17. Januar 2006 17:08
Le Trot: @ – an meinen Feind !
Sie haben weder die Kompetenz noch das Mandat dazu, sich ein Urteil über mein Religionsverständnis anzumaßen.

„Hattet so weh jetan?“

Da haben Sie aber auch recht, wie konnte er nur so erhaben sein und sich anmassen über Ihr Genie zu urteilen. Es wäre ja geradeso als wollte ein Dämon einen Engel belehren ) …
Dienstag, 17. Januar 2006 16:55
DemonDeLuxe †: @Benedikt
Sie haben weder die Kompetenz noch das Mandat dazu, sich ein Urteil über mein Religionsverständnis anzumaßen. Aber Überheblichkeit haben Sie für drei, das muss man Ihnen lassen. So ist das wohl, wenn man sich prahlerisch der Illusion hingibt, ein Elitechrist zu sein. Ich bin sicher, Jesus wäre HINgerissen von Ihrem selbstgerechten Gehabe.
Dienstag, 17. Januar 2006 15:50
Benedikt: @ Demon
dürfte bei mir allerdings nicht verwundern

Nee, nicht wirklich, denn davon haben Sie – wie man auch an Ihrem unsinnigen Satz erkennen kann – überhaupt keine Ahnung. Außerdem zeigt Ihr Beitrag deutlich, dass Sie nie, also auch nicht zu der Zeit, zu der sie noch einer Kirche angehörten, begriffen haben, worum es bei Religion überhaupt geht. Das ist nicht nur in einem Forum wie diesem ist so ein Unwissen bisweilen ein richtiges Manko, es bedeutet auch, dass Sie sich niemals vom Glauben getrennt haben, weil Sie in Wirklichkeit nie einen Glauben vermittelt bekommen haben. Trennen kann man sich aber nur von dem, was man besessen hat, und negieren kann man nur das, was man kennt.
Dienstag, 17. Januar 2006 01:01
DemonDeLuxe †: @Christin
Ich stimme Ihnen zu. Ein tiefgläubiger Christ, der überzeugend auftritt und den Glauben aktiv verbreitet, ist wahrhaftiger und hilfreicher als jemand, der von Amts wegen seine Predigten dahermurmelt, und sei es noch so liturgisch perfekt. Entscheidend ist die Botschaft, und die hat der „falsche Priester“ zur Beschämung so manchen geweihten Kollegens offenbar gut vermittelt.

Der unvergessene Fernandel („Don Camillo“) z.B. hat vemutlich mehr zur Erbauung und Interesse für den Glauben beigesteuert als viele Geweihte.

Dass ich irgendwelche Empörungen auf Basis der an geweihte Priester vermeintlich verliehenen, transmutatorischen Hexenkünste, nur ungläubig bestaune, dürfte bei mir allerdings nicht verwundern.
Dienstag, 17. Januar 2006 00:41
Jörg Guttenberger, Köln: falscher Priester aus Bayern in Österreich
Jeder gültig geweihte Priester besitzt ein Zelebret. Warum haben die verantwortlichen Pfarrer nicht hiernach gefragt?
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