Liturgie
Die Messe ist zuende
Ein 45jähriger Bayer hat sich im oberösterreichischen Bezirk Braunau drei Monate lang offenbar mit passablem Erfolg als Priester ausgegeben.
(kreuz.net, Neukirchen) Der mutmaßliche Hochstapler war in zwei Pfarreien im Innviertel tätig. Das Innviertel liegt im Nordwesten von Oberösterreich an der bayerischen Grenze.

Der falsche Priester hatte sich dem Pfarrer von Neukirchen, der sich in einen Kuraufenthalt begeben mußte, als Aushilfe angeboten. Neukirchen befindet sich unweit der Grenzgemeinde Braunau.

Der Bayer behauptete von sich, vor 20 Jahren zum Priester geweiht worden zu sein. Nach eigenen Angaben soll er unter anderem auch im berühmten bayerischen Wallfahrtsort Altötting gewirkt haben.

„Wir waren zu gutgläubig. Aber wer fragt einen Pfarrer schon nach seiner Weiheurkunde?“, erklärte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats einer der betroffenen Pfarreien vor der österreichischen Boulevardzeitung ‘Krone’.

Der Bayer war vor drei Monaten über private Verbindungen nach Neukirchen gekommen.

Daß der Mann als Priester eingesetzt wurde, sei der Diözese nicht gemeldet worden, berichtete die Lokalpresse. Eine solche Praxis ist allerdings auch nicht üblich.

Der Hochstapler erwies sich angeblich als bibelfest und theologisch geschult. In den beiden Pfarreien, in denen er sein Unwesen trieb, habe er die Herzen der Gläubigen im Sturm erobert. Er simulierte regelmäßig Messen und hielt zwei Begräbnisse.

Vor Weihnachten tauchten jedoch Zweifel an der Person des angeblichen Geistlichen auf. Deshalb stellte der Pfarrgemeinderat von Neukirchen Nachforschungen an. In Altötting kannte niemand den Mann. Auch für seine Priesterweihe fanden sich keine Bestätigung.

Am 23. Dezember erklärte die Diözese Passau, daß der Mann kein Priester sei.

Noch am selben Tag nahm der Generalvikar der Diözese Linz mit den beiden betroffenen Pfarreien Verbindung auf und untersagte dem falschen Priester jeden weiteren Einsatz.

Der Bürgermeister seines Heimatortes in Bayern erklärte: „Ich weiß nicht, was er tut, Pfarrer ist er nicht. Unser Priester hat ihn schon ins Gebet genommen“.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Benedikt   17:09:48 | Dienstag, 17. Januar 2006
@ Demon
Ihre Reaktion spricht für sich. Sorry, wenn ich nochmal antworte, aber Sie haben mit ihrem Beitrag die Religion auf bloßes einfühlsames Predigen („Erbauung“) reduziert, den „Rest“ aber herabgewürdigt und für unwichtig erklärt. Nun, auf Menschen eingehen kann jeder Psychotherapeut. Wenn das Ihr Verständnis von Religion ist, so kann man objektiv feststellen, dass Sie die christliche Religion nicht verstanden haben, denn die besteht aus ein wenig mehr als nur „Erbauung“ und „Interesse“. Erbauung und Interesse können sie neben Don Camillo-Filmen noch in ca 8934728 anderen Filmen finden, ohne das jene ein adäquater Religionsersatz sind.
Im Übrigen besteht kein Grund, den Beleidigten zu spielen. Vermutlich begreifen Sie es nicht, aber Ihre Aussage unten habe ich als verletzend empfunden. Ich wollte Ihnen bloß aufzeigen, warum Sie hier so oft dastehen und die Meinung anderer Teilnehmer nicht nachvollziehen können.
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#15   Le Trot   17:08:08 | Dienstag, 17. Januar 2006
@ – an meinen Feind !
Sie haben weder die Kompetenz noch das Mandat dazu, sich ein Urteil über mein Religionsverständnis anzumaßen.
„Hattet so weh jetan?“
Da haben Sie aber auch recht, wie konnte er nur so erhaben sein und sich anmassen über Ihr Genie zu urteilen. Es wäre ja geradeso als wollte ein Dämon einen Engel belehren :-)) …
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#14   DemonDeLuxe †   16:55:28 | Dienstag, 17. Januar 2006
@Benedikt
Sie haben weder die Kompetenz noch das Mandat dazu, sich ein Urteil über mein Religionsverständnis anzumaßen. Aber Überheblichkeit haben Sie für drei, das muss man Ihnen lassen. So ist das wohl, wenn man sich prahlerisch der Illusion hingibt, ein Elitechrist zu sein. Ich bin sicher, Jesus wäre HINgerissen von Ihrem selbstgerechten Gehabe.
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#13   Benedikt   15:50:04 | Dienstag, 17. Januar 2006
@ Demon
dürfte bei mir allerdings nicht verwundern
Nee, nicht wirklich, denn davon haben Sie – wie man auch an Ihrem unsinnigen Satz erkennen kann – überhaupt keine Ahnung. Außerdem zeigt Ihr Beitrag deutlich, dass Sie nie, also auch nicht zu der Zeit, zu der sie noch einer Kirche angehörten, begriffen haben, worum es bei Religion überhaupt geht. Das ist nicht nur in einem Forum wie diesem ist so ein Unwissen bisweilen ein richtiges Manko, es bedeutet auch, dass Sie sich niemals vom Glauben getrennt haben, weil Sie in Wirklichkeit nie einen Glauben vermittelt bekommen haben. Trennen kann man sich aber nur von dem, was man besessen hat, und negieren kann man nur das, was man kennt.
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#12   DemonDeLuxe †   01:01:38 | Dienstag, 17. Januar 2006
@Christin
Ich stimme Ihnen zu. Ein tiefgläubiger Christ, der überzeugend auftritt und den Glauben aktiv verbreitet, ist wahrhaftiger und hilfreicher als jemand, der von Amts wegen seine Predigten dahermurmelt, und sei es noch so liturgisch perfekt. Entscheidend ist die Botschaft, und die hat der „falsche Priester“ zur Beschämung so manchen geweihten Kollegens offenbar gut vermittelt.
Der unvergessene Fernandel („Don Camillo“) z.B. hat vemutlich mehr zur Erbauung und Interesse für den Glauben beigesteuert als viele Geweihte.
Dass ich irgendwelche Empörungen auf Basis der an geweihte Priester vermeintlich verliehenen, transmutatorischen Hexenkünste, nur ungläubig bestaune, dürfte bei mir allerdings nicht verwundern.
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#11   Jörg Guttenberger, Köln   00:41:14 | Dienstag, 17. Januar 2006
falscher Priester aus Bayern in Österreich
Jeder gültig geweihte Priester besitzt ein Zelebret. Warum haben die verantwortlichen Pfarrer nicht hiernach gefragt?
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#10   Josefus   15:28:42 | Freitag, 30. Dezember 2005
an Gotthard
In die neue Messe ging ich hauptsächlich wegen des 1. Teiles der Messe, dem Wortgottesdienst, zum Teil wohl auch einfach aus (Familien)tradition und weil ich nach etwas (vielleicht etwas hochtrabend ausgedrückt, nach Wahrheit und glaubwürdiger Konsequenz)suchte, was ich aber erst in der Tradition fand, wovon ich damals selber überrascht war. In die traditionelle alte Messe gehe dagegen im Glauben vertieft aus Einsicht und Überzeugung.
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#9   Christin   13:17:45 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
@Athanasius:Priestertum soll nicht allein auf ein Sakarmentsverständnis beschränkt bleiben
*Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium*
Vor allem bedeutet Priester-sein Vorbild und Weg- Begeiter/in zu sein auf die Umwandlung des Geistes auf eine Lebensinn-gebende Kultur der Vernunft,des Lebens und Überlebens dahingehend ausgerichtet .
Es ist das Wort das wie Samen ausgestreut wird und Wandlungskraft besitzt .Es ist das „mitfühlende“Wort,mit LIEBE,mit Herz,dass den Sakramenten Geist und LEben gibt.
Das Wort (INFORMATION)ist Sakrament des Heiligen Geistes,
Firmung und Auftrag zur Hilfe zur Selbsthilfe
Jeder Mensch besitzt diesen Heiligen Geist wenn er die Liebe und die Gebote ernstnimmt und leben will und sich in die Ordnung der Welt-Kirche einreihen will und wenn ihm der Mitmensch,die Mitwelt, nicht egal ist.
Kirche darf die Beziehung zur Realität(Mitwelt) nicht verlieren und die Beziehung zur Würde des Menschseins.
Das beginnt mit einer gesunden Selbstachtung und einem gesunden Selbstbewußtsein und gesunden Lebensfreude wie „Kinder“ sie haben.
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#8   Athanasius   11:59:44 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
@Lutheranin
Fräulein,
Lesen Sie gefälligst mal den Katholischen Katechismus nach.
Das allgemeine Priestertum gibt uns NICHT die Macht Brot und Wein in Jesus-Christus zu verwandeln und noch viel weniger Sakramente zu zu dienen.
Dieser „Priester“ leidet unter einer Störung.
Zu den übrigen: Ich sage auch nicht, dass im tridentinischen Ritus so etwas nie vorkommen kann, aber doch viel weniger. Mir würde es auffallen wenn ein Priester immer wieder Fehler macht und die Worte falsch ausspricht.
Heutzutage kann man übrigens auch nicht mehr sicher sein ob mancher Novus Ordo-Priester wohl gültig geweiht wurde. Bei einer Bischofskonsekration in Gent (B) konnte man sogar erleben, dass man während der Messe und nach der Bischofsweihe in Polka und Polonaise durch die Kathedrale zog während das Chor „Celebrate good days, come on“ sang. Hat man dort noch die gültige Intention?
@Gotthold: Wollen Sie Josephus ihren Diktat auflegen in der Sache der „Liturgiereform“. Aber ich wünsche Sie, die so verhärtet im Modernismus sind, viel glück in Ihrem reformierten Gottesdienst.
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#7   Christin   00:35:31 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Herzen der Gläubigen im Sturm erobert:Hochstapler?
Natülich ist es ungerecht gegenüber allen denen die wirklich fleißig und treu studiert haben und es ist natürlich Betrug von Rechts wegen
Aber brauchen wir nicht mehr solche Menschen,die sich als „Priester“ ausgeben wollen und die Herzen der Menschen im Sturm erobern und für die Gemeinschaft sammeln statt zerstreuen?
Bei jeder Taufe bekommt man das allgemeine Priestertum.Da muß sich niemand ungerechtfertig dafür ausgeben sondern darf das Amt einfach leben.
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#6   Gotthard   22:40:19 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Unfug
Ich besuchte die Neue Messe nämlich selber fast 20 Jahre lang ohne recht zu wissen, welchem wundersamen Ereignis ich beiwohnte
Welch ein hahnebüchener Unfug. Wenn DU nicht wußtest, weshalb DU die Hl Messe mitgefeiert hast, dann suche die Schuld bitte bei Dir und Nicht in der heutigen Liturgieform.
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#5   Josefus   21:03:11 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Hat glaube ich weniger mit dem Ritus zu tun
Obwohl ich absoluter Befürworter des trident. Meßritusses bin, glaube ich in der Tat, dass so etwas schon auch in der tridentinischen Messe vorkommen kann.
Vor Jahren hörte ich, dass in meiner Region (und an anderen Orten) ein falscher Priester in relativ konservativen Kreisen sein Unwesen trieb. Meines Wissens trat er sogar mit Soutane auf, was ihn glaubwürdiger machte. Ich selber habe einen Menschen kennengelernt, der sich vor Jahrzehnten erfolgreich als Priester ausgab und selbst Messen „zelebrierte“ allerdings im neuen Ritus. Er fiel tief, bereut es heute sehr und leidet auch darunter. Ich glaube, er war sich nicht voll bewusst was er tat, was im neuen Ritus ja auch nicht so verwunderlich ist. (Ich besuchte die Neue Messe nämlich selber fast 20 Jahre lang ohne recht zu wissen, welchem wundersamen Ereignis ich beiwohnte, wenn man aber auch da zumindest in meiner Heimatgemeinde seine Zweifel anbringen kann.) Mittlerweile hat der Letztere auch schon öfters die alte Messe besucht, die ihm sehr imponiert.
Trotzdem meine ich, dass man auch hier vor Schwindlern nicht unbedingt immer gewappnet ist. Dies sollte man glaube ich objektiv zugeben.
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#4   PegasusNbW   17:02:40 | Dienstag, 27. Dezember 2005
@Athanasius: Hätte auch vor dem Vat.II vorkommen können
In einer traditionellen Kapelle mit altem trid. Ritus, wäre der Mann direkt aufgefallen und enttarnt. Wer kennt schon alle genaue Riten und Handlungen der überlieferten Hl. Messe, wenn Laie?
Eben – wäre es den Laien aufgefallen, wenn bei Riten und Handlungen leicht von den Vorschriften abgewichen worden wären? Allenfalls Ministranten, aber wem glaubt man eher – den Jugendlichen oder dem „Hochwürden“. Bei einem Dreiherrenamt wäre er sicherlich aufgeflogen, aber wie oft findet ein solches Hochamt in einer kleinen Landgemeinde statt?
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#3   Benedikt   14:23:07 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Zelebret
„Wir waren zu gutgläubig. Aber wer fragt einen Pfarrer schon nach seiner Weiheurkunde?“
Nach dem Ausweis kann und muss man ja wohl fragen. Sowas ist überall Standard.
@ Athanasius & PetrusII
Zur Kenntnis des Trid. Ritus reicht es, wenn der Laie theologisch und liturgisch gebildet ist (wie im vorliegenden Fall) und dem Ritus selber schon öfter beigewohnt hat. Es ist 1. ein Irrglaube, so etwas könne in solchen Gemeinden nicht vorkommen und 2. ein Irrglaube, dies habe irgendetwas mit dem Konzil zu tun. Solche Fälle hat es immer gegeben und wird es immer geben.
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#2   Athanasius   13:52:18 | Dienstag, 27. Dezember 2005
So ein Fall…
…kenne ich auch aus den Niederlanden: dort hat sich ein „Priester“, der aus einem Seminar ausgewiesen worden war, angeboten um die Messe zu zelebrieren, und hat dies auch getan.
Wurde aber nicht bestraft.
In den modernen Pfarreien merkt man vielleicht gar den Unterschied zwischen Priester und Laien nicht mehr (wegen Zivilkleidung) und was soll’s denn? Man glaubt doch sowieso an das „Priestertum“ der Laien?
In einer traditionellen Kapelle mit altem trid. Ritus, wäre der Mann direkt aufgefallen und enttarnt. Wer kennt schon alle genaue Riten und Handlungen der überlieferten Hl. Messe, wenn Laie?
Ich fürchte dieser Bayer leidet unter psychischen Störnissen.
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#1   PetrusII   12:57:27 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Bild ist unpassend
Ob diese Person mit einer Soutane bekleidet war, möchte ich bezweifeln. Die abgebildete Person sollte in Jeans abgebildet werden!! Arme Kirche!! II VK lässt grüssen. Halt da war doch was!Bereits in den 50 zigern legten einige Priester ihre Soutane ab.
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