Viele Exegeten möchten aus dem Johannesevangelium eine unhistorische und theologisierende Meditation über das „Christusereignis“ machen. Doch dieser Vermutung hat die Päpstliche Bibelkommission – als sie noch ein Teil des Lehramtes war – einen soliden Riegel geschoben.
Antworten der Päpstlichen Bibelkommission zu Fragen, die das Johannesevangelium betreffen. Gegeben am
29. Mai 1907.
Frage 1: Zeigt die bereits im 2. Jahrhundert verankerte, beständige, allgemeine und feierliche
Tradition der Kirche,
wie sie am deutlichsten zutage tritt:
a) aus Zeugnissen und Hinweisen der heiligen
Väter, Kirchenschriftsteller und sogar Häretiker, die mit dem Ursprung des Buches eng verbunden sind,
weil sie von den Schülern oder ersten Nachfolgern der Apostel herstammten
b) aus dem Faktum, daß der
Name des Verfassers des Vierten Evangeliums immer und überall in den Kanon und die Verzeichnisse der
Heiligen Bücher aufgenommen wurde
c) aus den ältesten Handschriften, Ausgaben und Übersetzungen der
Heiligen Bücher in verschiedene Sprachen
d) aus dem liturgischen Gebrauch, der sich seit den Anfängen
der Kirche weltweit behauptet
– abgesehen vom theologischen Argument – als historischer Beweis, daß
kein anderer als der Apostel Johannes der Verfasser des Vierten Evangeliums war und daß die Gründe,
die von Kritikern angeführt werden, um das Gegenteil zu beweisen, diese Überlieferung in keiner Weise
schwächen?
Antwort der Bibelkommission: Ja.
Frage 2: Sind die inneren Gründe –, die sich aus dem für
sich betrachteten Text des Vierten Evangeliums, aus dem Zeugnis des Schreibers und der offensichtlichen
Verwandtschaft des Evangeliums mit dem 1. Johannesbrief ergeben –, so einzuschätzen, daß sie die Überlieferung,
die das Vierte Evangelium dem gleichen Apostel zuschreibt, bestätigen?
Und können die Schwierigkeiten,
die beim Vergleich des Vierten mit den drei anderen Evangelien angeführt werden – wenn man die Verschiedenheit
der Zeit, Zielsetzung und Zuhörer betrachtet, für oder gegen die der Verfasser geschrieben hat –, vernünftig
gelöst werden, wie es die Heiligen Väter und die katholischen Exegeten immer getan haben?
Antwort der
Bibelkommission: Ja auf beide Fragen.
Frage 3: Kann – trotz der beständigen Praxis, die in der Gesamtkirche
seit den ersten Anfängen herrschte und darin bestand, aus dem Vierten Evangelium als aus einem im eigentlichen
Sinne historischen Dokument Beweise zu führen, freilich unter Berücksichtigung des besonderen Charakters
dieses Evangeliums und der klaren Absicht des Verfassers, die Göttlichkeit Christi aus den Taten und
den Reden des Herrn herauszustellen –, gesagt werden: • daß die im Vierten Evangelium erzählten Tatsachen
vollständig oder teilweise dazuerdichtet worden seien, • daß sie Allegorien oder lehrhafte Symbole
seien oder • daß die Reden des Herrn im Johannesevangelium nicht eigentlich und wahrhaft Christi Reden
seien, sondern theologische Zusammenstellungen des Schriftstellers, die er dem Herrn in den Mund gelegt
habe?
Antwort der Bibelkommission: Nein.
Die Päpstliche Bibelkommission wurde 1902 von Papst Leo XIII.
gegründet. Sie diente dazu, die Heilige Schrift durch eine gesunde Kritik zu verteidigen und Streitfragen
zu lösen. Pius X. († 1914) verlieh ihr 1907 durch das Motu Proprio ‘Praestantia Scripturae Sacrae’ die
höchste Lehrautorität. Er bestimmte, daß den Aussagen der Kommission die gleiche Autorität zukommt,
wie den lehrhaften, vom Papst approbierten Dekreten der römischen Kongregationen. Diese Lehrautorität
wurde der gegenwärtigen Päpstlichen Bibelkommission durch das Motu Proprio ‘Sedula cura’ von Papst Paul
VI. aus dem Jahr 1971 wieder aberkannt. Seither ist die Kommission eine vom Papst berufene Gruppe von
Gelehrten, die Theologenmeinungen vertreten.
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Irenäus Z.B. wurde der Marxismus-Leninismus als „Wissenschaft“ an osteuropäischen Universitäten gelehrt;
soll ich gleich deswegen daraus schließen, daß es sich dabei um ernsthafte Wissenschaft handelt? Ein
sehr gutes Beispiel, das uns zeigt, was passiert, wenn eine Universität nicht der Wissenschaft sondern
der vorgefassten Lehrmeinung einer Institution verplichtet ist. Ob diese Instiution die KP ist oder die
Kirche, ist hier eigentlich gleichgültig. Mal abgesehen davon, sollte man hier noch erwähnen, daß in
etwa die Hälfte der Theologieprofessoren in Oxford evangelikal sind. Wieso die Konfessionszugehörigkeit
etwas über die Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit aussagt, ist mir schleierhaft.
#25 Gotthard 22:42:34 | Freitag, 30. Dezember 2005
was nun? Ich möchte hier (noch einmal) auf den Fall eines „Kirchenhistorikers“ zu sprechen kommen, der
sich hinter dem Konsenus seiner Kollegen verschanzte. Was sagt uns das jetzt?
Bemerkung Ich möchte zunächst nur so mal am Rande bemerken, daß der letzte Beitrag ein besonders peinliches
Zeugnis für das, was man sallop als naive Wissenschaftsgläubigkeit bezeichnet. Z.B. wurde der Marxismus-Leninismus
als „Wissenschaft“ an osteuropäischen Universitäten gelehrt; soll ich gleich deswegen daraus schließen,
daß es sich dabei um ernsthafte Wissenschaft handelt? Leser „Rudolphus“ hat es schon angesprochen, wie
unwissenschaftlich diese Leute argumentieren. Ich möchte hier (noch einmal) auf den Fall eines „Kirchenhistorikers“
zu sprechen kommen, der sich hinter dem Konsenus seiner Kollegen verschanzte. Mal abgesehen davon, sollte
man hier noch erwähnen, daß in etwa die Hälfte der Theologieprofessoren in Oxford evangelikal sind.
Tatsächlich ist die liberale Exegese keineswegs so allgemein anerkannt. Ich möchte noch in dem Zusammenhang
auf ein interessantes Buch aufmerksam machen, das, auch wenn mit einiger Vorsicht, zu genießen, die Sache
kritisch beleuchtet: Bibelkritk auf dem Prüfstein-wie wissenschaftlich ist die „wissenschaftliche“ Theologie
von Eta Linnemann.
Rudolphus Wenn wir von einer „Ideologie – freier Wissenschaft“ sprechen wollen, müssen wir uns auf die
„alleinige Kompetenz der Universität“ verlassen – in Wissenschaftsfragen hat halt die „Uni“ die Kompetenz.
Das ist allerdings keine „Paralell – Hierarchiekirche“. Kirche ist das eine – „Uni“ was anderes. Die wissenschaftliche
Kompetenz der Modernisten ist jedenfalls lehramtlich geklärt. Um welche Klärung es sich handelt, müssen
Sie mir noch erklären. Um die eigene Kompetenz auf dem Gebiet der Bibelexegese betreffend muss ich Ihnen
sagen: ohne dieser Kompetenz könnte ich mit Ihnen nicht diskutieren. Ich kenne jedoch die Grenzen dieser
„Kompetenz“. Richtlinienkompetenz?: die Kirche hat sie gezeigt – sprich: Bibelexegese die Sie heute auf
Ihrer Uni hören.
#22 Gotthard 13:57:55 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Rudolphus Sie vertreten eine Parallelh-Herarchiekirche der Theologiefakultäten, denen die Universität
alleine die Kompetenz verleiht. Was ist denn das für ein Unsinn?
#21 Rudolphus 13:51:11 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Stimme aus Wien Ihr Satz „Ich weiß, daß ich nichts weiß“ gefällt mir, an den sollten Sie sich halten:
Ihnen kommt darum nicht die Richtlinienkompetenz zu, anderen Kompetenzen zu- oder abzuerkennen – Sie vertreten
eine Parallelh-Herarchiekirche der Theologiefakultäten, denen die Universität alleine die Kompetenz
verleiht. Dies entspricht nicht einer offenen Wissenschaftsdiskussion, denn wenn sich ein Professor klar
irrt und er unwissenschaftlich argumentiert, dann ist das auch von anderen festzustellen, ob er sein Geld
wert ist. So könnten Sie gleich alle Theologiestudenten nachhause schicken. Die wissenschaftliche Kompetenz
der Modernisten ist jedenfalls lehramtlich geklärt. Ein Theologe, der Bibelexegese studiert hat, und
sich deswegen nur als inkompetent auf diesem Gebiet betrachtet, weil sich seine Professur nur auf einen
schmalen Theologiebereich erstreckt, ist sicher nicht „katholisch“.
Rudolphus „Ich weiß, was ich nicht weiß“ hatte schon Sokrates damals gesagt – ich halte mich an dieser
Weisheit. Denn, obwohl ich kein Student der Theologie bin – habe bereits absolviert – kenne ich die Grenzen
meines Wissens, ich bin nämlich kein Bibliker. Da muss ich mich auf die Erkenntnisse Anderer verlassen,
die auf diesem Gebiet über wesentlich mehr Wissen verfügen als ich, oder auch Sie. Aber ich bin fest
überzeugt, dass ich, während meines Studiums die Kompetenz erworben habe, um sagen zu können, dass
Ihnen, als Student der Hl. Theologie, eindeutig die Kompetenz und das Wissen dazu fehlt, den Satz zu sprechen:
Die modernistische Bibelexegese ist jedenfalls eine sich wissenschaftlich gebende Ideologie. Lieber Kollege:
die moderne Exegese läßt vieles offen – keine Frage – sie ist aber als Wissenschaft aufrichtig (was
im Fall einer Ideologie nicht möglich wäre). Übrigens: die kirchliche Lehre, die Überlieferung und
das Lehramt hat die Bibel zur Grundlage und nicht umgekehrt.
#19 Rudolphus 13:19:19 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Stimme aus Wien Es überschreitet Ihre Kompetenz, wenn Sie sich in der akademischen Materie nicht auskennen,
es überschreitet aber nicht die Kompetenz der Theologiestudenten und auch nicht jener Katholiken, die
die katholische Lehre und Überlieferung und das Lehramt kennen. Die modernistische Bibelexegese ist jedenfalls
eine sich wissenschaftlich gebende Ideologie.
Rudolphus Modernistische Bibelexegese ist Willkür und Pseudowissenschaft pur. Um das sagen zu können,
müsste man ein Biblwissenschaftler sein – das überschreitet meine Kompetenz. Es ist aber eine Tatsache,
dass die s.g. „Modernistische Bibelexegese“ eine Antwort auf die, nicht zu unterschätzende, Herausforderung
des 19. Jh. war und für die, die ein Ohr für die Meinung und Vorurteile der „Welt von heute“ haben werden
mir zustimmen, diese Heruasforderung ist auch heute noch aktuell. Die antiken Autoren standen nicht vor
dieser Herausforderung daher ist es nicht verwunderlich, dass sie andere Zugänge zur Materie hatten.
Vor den Fragen den Kopf in den Sand sätzen und gebetsmühlenartig die antiken Antworten zu wiederholen
würde die Aktualität dieser Herausforderung nicht mindern – sondern jede Vermittlungsmöglichkeit der
Offenbarung unmöglich machen.
Dr. Otterbeck Leider ist mir entfallen, welcher Autor die Hypothese aufgestellt hat, die Quelle Q der
so gen. Zweiquellentheorie sei tatsächlich das hebr. Urevangelium des Apostels Matthäus. Das klingt
nach der sogenannten „Griesbachhypothese“. Sie geht davon aus, dass Matthäus zuerst geschrieben wurde
und Lukas Matthäus beim Schreiben seines Evangeliums verwendete. Diese Theorie geht wohl auf Johann Jakob
Griesbach (1789) zurück. Heute hat diese Theorie insbesondere in den USA viele Anhänger (u.a. W. R.
Farmer).
#16 Dr. Otterbeck 11:33:47 | Freitag, 30. Dezember 2005
Loisy est mort; vive le Christ-roi Leider ist mir entfallen, welcher Autor die Hypothese aufgestellt hat,
die Quelle Q der so gen. Zweiquellentheorie sei tatsächlich das hebr. Urevangelium des Apostels Matthäus.
Wer weiß was dazu?
#15 Rudolphus 09:00:19 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Stimme aus Wien: Wissenschaft So ist es – doch gerade die freie Wissenschaft wird von den Professoren
nicht zugelassen, zugunsten der Theorien des 19. Jahrhunderts, der sie huldigen. Wer einen modernistischen
Bibelkommentar liest, sollte sich die Frage stellen, woher die willkürliche Einteilung in viele Redaktionsschichten
kommt, und woher die Weisheit kommt, was denn „authentische Herrenworte“ seien, und was Dichtung sei.
Modernistische Bibelexegese ist Willkür und Pseudowissenschaft pur. Man beruft sich stets auf Namen des
19. Jahrhunderts und gibt ihnen mehr Gewicht, als den Aussagen der antiken Auoren über die Evangelisten.
#14 Irenäus 23:14:20 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
@Gunther Soweit ich weiß, wird im Griechischen zu der Zeit nicht genau zwischen Hebräisch und Aramäisch
unterschieden. Sollte Matthäus sein Evangelium tatsächlich in Hebräisch verfaßt haben, würde das
allerdings bedeuten, daß er bereits zur Abfassungszeit sich der Tatasache bewußt war, die Schrift fortzuschreiben.
Da die israelitische Religion schon immer eine ausgesprochene Buchreligion war, eine zumindest plausible
Vermutung.
Lieber Irenäus, warum schreiben Sie, daß das Matthäus-Evangelium ursprünglich in aramäischer Sprache
verfaßt worden sei? Nach dem einstimmigen Zeugnis der ältesten Kirchenlehrer verfaßte der hl. Matthäus
sein Evangelium in hebräischer Sprache.
#12 Irenäus 22:29:51 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Wissenschaft Die Professoren sind der Wissenschaft verplfichtet und nicht irgend einer Ideologie Wenn
das so wäre, müßten sie der liberalen Exegese abschwören und ernsthafte Forschung treiben. Antwort
an Sirilo: 1) Der Apostel Johannes richtete seine Schreiben an eine griechischsprachige Christen. In Anatolien
sprachen die meisten Menschen griechisch, kaum einer (außer einigen Judenchristen) war des Aramäischen
mächtig. Griechisch war im Ostteil des römischen Reiches die lingua franca, nicht Latein. Wie archäologische
Funde beweisen, waren selbst einfache Bauern dieser Sprache zumindest in groben Zügen mächtig. 2)Die
Kirche hat keinerlei Quellen vernichtet. Im 3. Jahrhundert wird die aramäische Urfassung des Matthäusevangeliums
bezeugt. Was die Frage der Authentizität des Matthäusevangeliums bei den heutigen aramäischsprachigen
Christen angeht, bin ich allerdings überfragt.
Rudolphus Das Problem ist, daß nahezu kein einziger Professor auf Linie ist. Das dürfte bekannt sein,
unabhängig davon, privat in den Büchern nachzuschlagen. Auch wird gegen diese Entscheidungen polemisiert.
Kein Wunder: Die Professoren sind der Wissenschaft verplfichtet und nicht irgend einer Ideologie – Paul
VI hatte doch einige positive Züge.
#9 Inderwld 15:11:51 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Sirilio „Eli, eli lama sabachthani“ ist nicht aramäisch, sondern aus der hebräischen Kultsprache, die
den meisten Juden nicht geläufig war. Deshalb auch die Verwirrung unter den Juden er würde nach Elija
rufen.
#8 Rudolphus 11:36:02 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
@juergen Das Problem ist, daß nahezu kein einziger Professor auf Linie ist. Das dürfte bekannt sein,
unabhängig davon, privat in den Büchern nachzuschlagen. Auch wird gegen diese Entscheidungen polemisiert.
@ Rudolphus Auch wenn vielleicht an einigen theologischen Fakultätet so eine Entscheidung nicht den Studenten
mitgeteilt wird, so kann und sollte man doch von einem Theologiestudenten soviel Eigenstand erwarten,
daß er sich getraut auch mal einen Blick in den „Denzinger-Hünermann“ zu werfen. Die Entscheidung findet
sich dort unter den Nummern DH 3398-3400
#6 Dr. Otterbeck 10:02:53 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
Der Evangelist Johannes hat vermutlich eine frühe Fassung herausgegeben, z.Zt. der Paulusbriefe –- und
schließlich selbst auch den großen Wurf gewagt. Viel interessanter scheint mir aber die allmähliche
Erkenntnis, dass die berühmte Quelle Q der „Zweiquellentheorie“ mutmaßlich nichts anderes ist als die
Urfassung des Matthäusevangeliums, das dann somit doch, wie von der Kirche eingeordnet, das älteste
ist. Man sollte sich von Exegeten nicht zu sehr irritieren lassen. Im nächsten Durchgang der Bibelwissenschaft
werden nach und nach alle kirchlichen Erkenntnisse cum grano salis bestätigt werden. Loisy est mort,
vive le Christ-roi.
#5 Christin 20:09:14 | Dienstag, 27. Dezember 2005
vielleicht hat das Johannesevangelium möglicherweise auch ein weiblicher Geist mitverfasst? Es wär auch
gut möglich dass das Johannesevangelium ein „weiblicher Geist“ mitverfasst hat. Möglich ist alles!
Noch eine Frage Die oben angeführte Antworten der Päpstlichen Bibelkommission habe ich schon 1953 im
Alter von 10 Jahren gelesen: sie waren der Übersetzung des NT durch Pater Rösch beigefügt. Man musste
also gar nicht Theologie zu studieren, um mit ihnen konfrontiert zu werden. Aber schon damals haben sich
mir zwei Fragen gestellt, auf die ich bis heute keine Antworten bekommen habe: 1. Warum hat Johannes,
dessen Muttersprache Aramäisch war, nicht in dieser Sprache geschrieben, zumal Jesus ja auf Aramäisch
gelehrt und gepredigt hat? Warum schrieb Johannes in einer Fremdsprache? Welche Übersetzungsungenauigkeiten
sind in den griechischen Übersetzungen von Jesu Worten enthalten? 2. Warum hat die sich im 1. Jahrhundert
etablierende Kirche alle aramäischen Aufzeichnungen von Berichten über Jesus vernichtet und nur die
griechischen Texte überleben lassen? So haben wir nur sehr wenige originale Jesusworte („Tabitha kumi“,
„Efata“, „Eli, eli lama sabachthani“); alles andere sind Übersetzungen, und wer sich mit der Problematik
des Übersetzens befasst, der weiß: „traduttore, traditore“ (wie die Italiener sagen) – jede Übersetzung
„verrät“ den Ausgangstext, weil sie immer irgendwo von ihm abweicht.
#3 Yersinia 18:27:12 | Dienstag, 27. Dezember 2005
no, seit 1907 ist sind die Bibelwissenschaften doch etwas vorangekommen – und: entweder, etwas ist nach
wissenschaftlichen Kriterien beweisbar oder nicht; alles andere ist Spekulation; anno dazumal wollte man
die Dinge halt so sehen – abgesehen davon: selbst wenn Schriften „nur“ 200 Jahre nach Jesu Tod entstanden
(wie gut kann im übrigen der historische Jesus belegt werden?), ist dies schon eine sehr lange Zeit;
dies auch unter der Annahme, dass schriftliche Tradierung in der jüdischen Kultur damals sehr sorgfältig
gepflegt wurde;
#2 Gotthard 18:11:54 | Dienstag, 27. Dezember 2005
SIMPLICITAS Wie einfach doch Exegese und Theologie sein können! Eine Kommission bekommt eine Generalvollmacht …
und anschließend muss sie nur noch JA oder Nein sagen … ohne jedes Argument. Gut, dass diese Generalvollmacht
wieder zurückgenommen worden ist…
#1 Rudolphus 16:59:37 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Ein Dankeschön für die wertvolle Info! All dies bekommt ein gewöhnlicher Theologiestudent an den regulären
Fakultäten klarerweise nicht zu hören. Insbesonders ist es interessant für Katholiken zu hören 1.
von der Existenz dieser Dekrete 2. von ihrem Verbindlichkeitsgrad. Darum ein Vergelt’s Gott an kreuz.net,
daß wir davon überhaupt hören!