17:10:10 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Der Erzbischof von Warschau und Primas von Polen, Jozef Kardinal Glemp, hat kürzlich erklärt, daß der katholische Sender ‘Radio Maryja’ angeblich die Kirche spalte.
(kreuz.net, Warschau) Der Direktor des Radios, Pater Tadeusz Rydzyk (60), solle seinen Ehrgeiz mäßigen
und sich der Kirche unterwerfen, erklärte der Kardinal vor dem Nachrichtendienst der Bischofskonferenz
‘KAI’.
Pater Rydzyk ist ein Redemptorist. Er lebte von 1986 bis 1991 in verschiedenen Klöstern in Deutschland.
1991 kehrte er nach Polen zurück und gründete den Sender ‘Radio Maryja’.
Später eröffnete er auch
die ‘Hochschule für Sozial- und Medienkultur’ in Torun sowie den Fernsehsender ‘Trwam’. Außerdem begann
die Tageszeitung ‘Nasz Dziennik’ – ‘Unsere Tageszeitung’.
Kardinal Glemp beschuldigte den Radiosender
von Pater Rydzyk einer „besonderen Art der Religiosität“ und einer selektiven Auswahl bei den Lehren
der Kirche. Das Radio betrachte sich selber als die einzig wahre Kirche.
Diese Aussagen sind ein Hinweis
darauf, daß die von den polnischen Bischöfen gewollte
Anpassung der heimischen Kirche an die kirchlichen
Realitäten Westeuropas zu den ersten Streitereien und Spaltungen führt, die in der Kirche Westeuropas
seit dem Konzil üblich sind.
Der Kampf des Kardinals gegen den Sender dürfte nicht einfach sein. Denn
‘Radio Maryja’ besitzt in Polen einen gewaltigen kirchlichen und politischen Einfluß.
Der Sender kann
auf ungefähr 6 Millionen Zuhörer – die „Familie von Radio Maria“ – zählen. Für dieses riesige Medienimperium
arbeiten nicht weniger als 50 Journalisten.
Es gibt keine normalen Angestellten, sondern das Werk wird
von Priestern und Freiwilligen getragen.
In manchen Studios herrscht eine monastische Atmosphäre. Gebete
werden gemeinsam gesprochen. Fluchen ist streng verboten.
Der Sieg des gegenwärtigen polnischen Präsidenten
Lech Kaczynski soll nicht zuletzt auf die Wahlempfehlungen von ‘Radio Maryja’ zurückzuführen sein.
Vertreter der gegenwärtigen Regierungspartei ‘Pis’ – ‘Recht und Gerechtigkeit’ sind inzwischen häufige
Gäste beim Sender.
Die polnische Ausgabe des Wochenmagazins ‘Newsweek’ glaubt, nach dem Sieg der bürgerlich-katholischen
Kräfte bei den letzten Wahlen einen Imagewandel bei ‘Radio Maryja’ festgestellt zu haben.
In der Vergangenheit
wurde der Sender gerne plakativ als „anti-russisch“, „anti-deutsch“, „anti-jüdisch“, „anti-EU“ oder „fundamentalistisch“
bezeichnet.
Tatsache ist, daß der Sender auch den bisherigen ex-kommunistischen Machthabern und den
antikirchlichen Kräften in Polen ein Dorn im Auge ist.
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#8
Uwe Schmidt 08:07:53 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
#7
Kaveri_Puola 22:41:19 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
#6
Benedikt78 14:46:51 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
#5
Uwe Schmidt 07:45:56 | Mittwoch, 28. Dezember 2005
#4
Gotthard 20:04:55 | Dienstag, 27. Dezember 2005
#3
Athanasius 18:48:15 | Dienstag, 27. Dezember 2005
#2
28.IX-28.X 18:29:19 | Dienstag, 27. Dezember 2005
#1
Athanasius 18:01:20 | Dienstag, 27. Dezember 2005