Österreich
Einzelheiten über den falschen Priester
Seine ersten Erfahrungen als Pfarrer machte ein kürzlich in zwei österreichischen Pfarreien als Hochstapler entlarvter Aushilfspriester schon als Kind, als er mit der Klobürste segnend durch die elterliche Wohnung lief.
(kreuz.net) Ein 45jähriger Bayer betätigte sich in den letzten drei Monaten im Bezirk Braunau im Nordwesten von Oberösterreich als falscher Pfarrer. Der Laie las Messen und hielt Beerdigungen.

Nun wurde bekannt, daß der Betrüger bereits vor 20 Jahren in Schwaz in Tirol als falscher Aushilfspfarrer für Schlagzeilen gesorgt hat. Das berichtete der ‘Österreichische Rundfunk’ am Mittwoch nachmittag. Schwaz befindet sich rund 25 Kilometer nordöstlich von Innsbruck.

In Tirol hatte der falsche Pfarrer – in Wahrheit ist der Bayer gelernter Tischler – auch eine Trauung vorgenommen, die später wiederholt werden mußte.

Die Diözese Innsbruck bestrafte den Betrüger damals mit der Exkommunikation. Kurz darauf stellte sich aber heraus, daß der Ausschluß aus der Kirche unmöglich war. Denn der Mann war offenbar gar nicht Mitglied der Katholischen Kirche.

Zehn Jahre später gab sich der Bayer in Berlin als „Universitätsprofessor für Kirchenrecht“ aus. Dort kam er allerdings mit seiner Hochstapelei nicht ungeschoren davon. Er wurde wegen unerlaubter Titelführung verurteilt.

Im Jahr 1995 trat der falsche Priester in der österreichischen Diskussionssendung „Vera“ auf. Dort erklärte er, daß seine Betrügereien auf seinen tiefen Wunsch zurückgingen, Priester zu werden:

„Ich denke, das ist eine uralte Geschichte bei mir, vielleicht sogar eine Neurose, immer Priester werden zu wollen. Es gibt ein Bild von mir. Da bin ich vier Jahre alt, da laufe ich mit der Klobürste segnend durch die Wohnung“, erklärte der Mann im Fernsehen.

Seine Tätigkeit als angeblicher Aushilfspriester in Oberösterreich dürfte für ihn ohne Folgen bleiben. Die Diözese hat keine rechtlichen Schritte angekündigt. Der Hochstapler habe keinen materiellen Schaden angerichtet.

Mittlerweile ist der Mann – laut Medienberichten wegen psychischer Probleme – in ärztlicher Behandlung.
      
1 Lesermeinung
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#1   1+1=7   12:03:06 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
In Behandlung…
ist der Mann. Wie wird so eine Krankheit eigentlich genannt?
pathologische sacerdotitis in spes?
mania ecclesia ponitificalis?
clerica clerica non sancta?
Und was mich noch mehr interessiert, ist wie das behandelt wird. Mit Elektroschocks und kaltem Wasser vielleicht und reichlich bezodiazepinhältige Phamaprodukte, die nie mehr abgesetzt werden.
Dazu empfiehlt der Klinikchef etwas Ablenkung, vielleichtein paar Gespräche noch mit dem Councellor und dann gehts ab nach Zombietown.
Maranatha
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