Liturgie
Der Weihbischof von Salzburg übt diskret Kritik an Kardinal Schönborn
Kürzlich ermahnte der Weihbischof von Salzburg seine Mitbrüder im Bischofsamt mit deutlichen Worten, endlich die Rückkehr zur liturgischen Ordnung einzuleiten.
(kreuz.net, Salzburg) Der Weihbischof von Salzburg, Mons. Andreas Laun, publizierte kürzlich einen sechsseitigen Artikel über liturgische Mißstände und über die Notwendigkeit einer liturgischen Reform.

Der Weihbischof äußerte sich in der katholischen Monatszeitschrift ‘Kirche heute’, die im bayrischen Altötting publiziert wird.

Unter den schweren liturgischen Mißbräuchen nennt der Weihbischof zum Beispiel die Kommunionspendung an Buddhisten und andere Nicht-Christen.

Der Salzburger Weihbischof erwähnt auch den Mißstand, daß Pastoralassistenten „konzelebrieren“ – die Anführungszeichen stammen von Mons. Laun selber –, indem sie beispielsweise das Hochgebet mitsprechen, Teile davon vortragen oder sogar die Wandlungsworte mitrezitieren.

Als schweren liturgischen Mißstand listet er weiter auf:

• wenn der Priester statt des Evangeliums eine profane Geschichte vorliest,
• wenn der Leib Christi an Kinder gespendet wird, die noch nicht bei der Erstkommunion waren,
• wenn man „Tiermessen“ mit möglichst vielen Tieren in der Kirche „feiert“,
• wenn der Mesner sagt, er werde – falls der Priester nicht kommen sollte – die Palmsonntag-Liturgie selber halten, wenigstens bis kurz vor der Wandlung.

Ferner erwähnt der Weihbischof unter den schweren liturgischen Mißständen, „wenn die Messe als ‘Event’, mit Rockmusik und Lichtorgeln, ‘gestaltet’ wird“.

Erst Mitte Oktober zelebrierte der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, bei der Eröffnung der Wiener Jugendkirche eine solche Rockmesse. Obwohl er dafür kritisiert wurde, verteidigte der Kardinal die umstrittene Messe noch im Nachhinein als „heiliges Experiment“.

Neben den genannten schweren Mißständen ist es Weihbischof Laun ein Anliegen, auf kleinere „Abweichungen und Eigenmächtigkeiten“ hinzuweisen, die den Weg der großen liturgischen Verwirrung bereiten und das liturgische Gewissen einschläfern.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit kritisierte Mons. Laun, daß für Begräbnisse die liturgische Farbe „Schwarz“ für Meßgewänder verschwunden sei, während die Gläubigen und Angehörigen selbstverständlich schwarze Kleidung tragen.

Generell herrsche bei vielen Priestern eine Allergie gegenüber schönen Meßgewändern: „Lieber tragen sie irgendeine unschöne Mantelalbe – mit den meist halb ausgerissenen Druckknöpfen –, als daß sie eine ‘Baßgeige’, wie sie verächtlich anmerken, nehmen würden.“

Das gleiche Phänomen sei bei liturgischen Geräten und Büchern zu beobachten. Bücher seien oft abgenützt und verschmuddelt, und in den meisten Kirchen stünden neben herrlichen alten Kelchen billige, notdürftig vergoldete Hostienschalen.

Zum Thema Schönheit gehöre auch die Kraft der Sprache, der Bilder und Gesten: „Wie man in den 70er Jahren des 20. Jahrhundert gemeint hat – vor allem nüchtern, farblos, eintönig bauen zu müssen –, so denken auch heute noch manche Leute bezüglich der Liturgie.“

Weihbischof Laun kritisiert auch das Fehlen bestimmter Begriffe in den Gebeten und sonstigen Texten für die Verstorbenen: „Man hört nichts mehr von den ‘Seelen’ der Verstorbenen, die Gefahr der Hölle scheint es nicht zu geben und auch vom Fegefeuer wissen diese Texte nichts mehr.“

Folgerichtig feiere man bei Beerdigungen sogenannte Auferstehungs-Gottesdienste und singe Osterlieder.

Der Weihbischof wendet sich auch mit scharfen Worten gegen Friedensgrüße im Sinne eines Klassentreffens, die Laienpredigt, die Fürbitten als Einfallspforte für falsche Ideologien, den Mißbrauch der Predigt für eigene, unkatholische Ideen und den breiten Einsatz von Kommunionhelfern.

Priester, die beispielsweise das Hochgebet regelmäßig frei formulierten, würden den Gläubigen und Konzelebranten ihre subjektive Theologie und ihren Geschmack aufzwingen:

„Die liturgische ‘Freiheit’, die sich der eine nimmt, ist die Unterdrückung aller anderen. Es ist, wie mit einem schlecht passenden Schuh: Damit geht man nicht weit, weil es mit der Zeit immer mehr und mehr weh tut!“

Der Weihbischof kritisiert seine Mitbrüder auch offen: „Manche Bischöfe schweigen lieber, als sich sagen zu lassen, sie seien kleinlich. Oder sie resignieren und lassen den liturgischen Ungehorsam mehr oder weniger laufen.“

Die Ursache für die Mißbräuche ortet Mons. Laun in einem Mangel an Glauben: „Wie sonst könnte man manche Streitigkeiten um die Mund- oder Handkommunion verstehen?“

Der Weihbischof kann nicht verstehen, daß ein Ort lieber ohne Priester und Messe bleibt, als einem frommen, aber ängstlichen Priester zu erlauben, die Kommunion ausschließlich in der Form der Mundkommunion auszuteilen?

Mons. Laun appelliert „dringend“ an eine Reform der Liturgie, die mit einer Rückkehr zur liturgischen Ordnung beginnen muß: „Wenn die heilige Messe das ‘Höchste’ ist, kommt der liturgischen Erneuerung die höchste Dringlichkeit für die Neuevangelisierung Europas zu.“

Wer solle diese Reform einleiten?, fragt der Weihbischof abschließend:

„Natürlich die Bischöfe, dazu gibt es sie.“
      
33 Lesermeinungen
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#33   Dismas   20:06:20 | Dienstag, 17. Januar 2006
Der größte Teil des Klerus hat nur einen bestbezahlten Beruf aber ganz gewiss keinen Glauben mehr
Wie wahr, die meisten Kardinäle, Bischöfe, Ordensleute haben offensichtlich keinen Glauben mehr – deshalb ist dieses Unheil in unsere hl. r.- kath. Kirche eingedrungen und weitet sich aus wie eine Pest. Reinigung? Priester haben sich inoffiziell selbst exkommuniziert und sind weiter in ihrem „Beruf“ – sind Mitglied im bestbezahlten Domkapitel.
Im Bistum Essen besteht eine „Planwirtschaft“ ohne Glauben! 97 Kirchen werden trotz lebendiger Gemeinden einfach geschlossen – aber der Bischof besitzt gleich mehrere KFZ, etc… Im Generalvikariat ändert sich lt. Haushaltsplan gar nichts bezgl. Kosteneinsparung. Für nur 2 Priesteramtskandidaten stehen 9,5 Vollzeitkräfte zur Verfügung! Die beiden Kandidaten könnten ebenso gut in Paderborn/Köln ihre Studien fortsetzen.(aus einer Pressepublikation)
Die Kirchensteuer in Deutschland gehört baldigst abgeschafft. Die Beiträge jedes gläubigen Gemeindegliedes sollten anstelle dessen in einen „Fond“ eingezahlt werden. Das wäre für die jeweilige Kirchengemeinde fruchtbar. Ein frommer Priester und guter Hirte der die Gemeinde vorbildlich seelsorglich anleitet und betreut, würde durch die Gemeinde finanziell unterstützt aus diesem Fond. Ebenso der Unterhalt der „Heiligtümer“ die einfach zugeschlossen werden.
Man kann für die meisten Bischöfe nur beten und um Erbarmen flehen, dass diese, nachdem sie hier die Augen schließen, nicht für immer verloren sind.
Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ dem mutigen Weihbischof Laun !
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#32   Aurelius   11:12:55 | Montag, 2. Januar 2006
@Dr. Carlo Regazzoni
Sollte Paul VI anders entscheiden haben, so hat er damit eine von Pius XII aufgestellte Regel verletzt.
Oder besser: „geändert“.
Ich denke mal, daß der eine Papst durchaus eine Regel, die ein anderer Papst aufgestellt hat, durchaus ändern kann.
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#31   Sulpicius   22:18:47 | Sonntag, 1. Januar 2006
P.S…
Zu meinem letzten Posting: das Rituale gehört natürlich auch dazu.
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#30   Gotthard   21:03:25 | Sonntag, 1. Januar 2006
Liber Usualis
Wie sollte ein Buch der gregorianischen Gesänge Liturgie definieren?
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#29   Sulpicius   18:40:57 | Sonntag, 1. Januar 2006
@Gotthard
Liturgie ist das, was im Missale, im Liber Usualis (resp. Nachfolgeausgaben) und im Offizium steht. Alles andere ist keine Liturgie, sondern pium exercitium.
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#28   Benedikt   18:22:03 | Sonntag, 1. Januar 2006
Palmsonntagsprozession
An Palmsonntag gedenkt die Kirche des Einzugs des Herrn in Jerusalem. Dafür findet die Palmsonntagsprozession statt. Sie macht nur dann Sinn, wenn ein in persona Christi Handelnder, also ein Priester, an ihr teilnimmt.
Ansonsten können Prozessionen natürlich auch ohne Priester stattfinden. Außerdem darf ein Laie keine Palmweihe vornehmen. Ohne Priester und ohne geweihte Palmen handelt es sich schlicht und einfach nicht um eine Palmsonntagsprozession, sondern um einen gewöhnlichen Umzug.
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#27   Gotthard   12:50:21 | Samstag, 31. Dezember 2005
@Sulpicius
Du sprichst also nur den Gottesdiensten Liturgiecharakter zu, in denen ein Priester mitwirkt. Eine sehr sehr eingeschränkte Sicht der Liturgie der Kirche.
In deinen Augen wären also die zehntausende Wortgottesdienste jeden Tag und jeden Sonntag, die von Katechisten und/oder Ordensschwestern gehalten werden, reine Privatsache und nicht Liturgie der Kirche.
Eine sehr merkwürdige und sehr klerikale Sicht der Dinge…
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#26   Agiafortuni   11:20:19 | Samstag, 31. Dezember 2005
Gotthard
Leider habe ich heute keine Zeit, um in der Uni-Bibliothek die AAS zu konsultieren. Wenn ich mich nicht täusche gibt es eine Stellungnahme Pius XII dazu. Sie ist seine Antwort auf den Hirtenbrief zur Fastenzeit von Erzbischof Montini. Damals gebrauchte Pius XII seine höchste apostolische Autorität, indem er ein diesbezügliches Dekret der Ritenkongregation zu seiner Entscheidung machte. Dieses Dekret ist die Instructio „De musica sacra et sacra liturgia“. Es heisst dort: „Deshalb sind die liturgischen Handlungen jene heiligen Handlungen, die aus der Einsetzung Jesu Christi oder der Kirche in ihrem Namen nach dem vom heiligen Stuhl approbierten liturgischen Büchern durch dazu rechtmässig berufene Personen ausgeführt werden, um Gott, den Heiligen und Seligen den schuldigen Kult darzubringen.“(Wiegand Seibel: Kathtolisch oder konziliar 238 ff.)“. Sollte Paul VI anders entscheiden haben, so hat er damit eine von Pius XII aufgestellte Regel verletzt.
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#25   Sulpicius   22:36:39 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Gotthard
Wenn man wie Sie argumentiert, kann sich das Wirken eines Priesters auf den Moment beschränken, wo er für Form und Materie der Sakramente notwendig wird. Das kann es aber wohl nicht sein. Die personale Vergegenwärtigung Christi durch das sakramentale Priestertum ist wohl eine der sinnvollsten Einrichtungen, die die Kirche kennt. Und diese Art der Vergegenwärtigung darf sich nicht nur auf das Äußerste beschränken!
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#24   Gotthard   22:30:20 | Freitag, 30. Dezember 2005
Liturgie
Liturgie ist nicht in allen Fällen an den Priester gebunden!
Alle Horen des Stundengebetes sind Liturgie …aber völlig unabhängig von der Anwesenheit eines Priesters.
Eine Maiandacht ist ebenfalls Liturgie – und unabhängig der Anwesenheit eines Priesters …
Liturgie ist öffentlicher Gottesdienst der Kirche … ob ritualisiert oder nicht.
Die vorgegebene Ritualisierung der Palmprozession ist nun minimal … und die gestalterische Freiheit riesengroß!
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#23   Sulpicius   22:20:51 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Gotthard
Immer noch Unsinn! Auch eine feierliche Messe mit Musik und allem drumunddran ist kein MUSS! Trotzdem ist es Liturgie! Die Palmprozession ist klar ritualisiert (oder sollte es zumindest auch heute sein) im Gegensatz zu frommen Bräuchen.
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#22   Gotthard   22:18:14 | Freitag, 30. Dezember 2005
Prozession
ob offizeille Liturgie der Kirche oder nicht … sie ist kein MUSS und sie hat keinen sakramentalen Charakter …
Die Fronleichnamsprozession ist auch offizielle Liturgie der Kirche – und ebenfalls kein MUSS … ebenfalls frommes Brauchtum. Zur Prozession wäre auch kein Priester erforderlich… ein Diakon oder zur Not auch ein Kommunionhelfer/in könnten die Monstranz auch tragen …
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#21   Sulpicius   22:08:32 | Freitag, 30. Dezember 2005
@Gotthard
Unsinn! Die Palmprozession ist kein Brauchtum, sondern offizielle Liturgie der Kirche seit altersher! Wo haben Sie Liturgiewissenschaft studiert?
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#20   Gotthard   22:03:23 | Freitag, 30. Dezember 2005
Palmsonntag
Wir wollen der Palmsonntagsprozession nun mal keinen sakramentalen Charakter zugestehen … wer einen Wortgottesdienst leiten kann, dürfte auch einer Palmprozession zu ihrer Durchführung verhelfen. Sie schönes frommes Brauchtum, aber nicht mehr.
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#19   Benedikt   20:22:13 | Freitag, 30. Dezember 2005
@ Gotthard
„wenn der Mesner sagt, er werde – falls der Priester nicht kommen sollte – die Palmsonntag-Liturgie selber halten, wenigstens bis kurz vor der Wandlung.“
Warum sollte der Mesner nicht einem Palmsonntags-Wortgottesdienst vorstehen, wenn der Priester nicht kommt?
Dann doch lieber die Menschen nach Hause schicken!!!
Hehe, haben Sie da nicht etwas übersehen? Die Palmsonntagsliturgie ist schon ein wenig mehr, als die Eucharistiefeier bzw ein ersatzweiser Wortgottesdienst. Wenn ich höre, dass ein Mesner die Liturgie bis zur Wandlung selbst übernimmt, dann frage ich mich, wer die Palmweihe und die Palmprozession vorgenommen hat. Ohne Priester ist die Palmprozession völlig inhaltsleer, da diese ja gerade den Einzug des Herrn symbolisieren soll. Das ist ohne einen Priester (die in persona Christi handelt) ziemlich unsinnig. Fazit: Der Mesner kann einen Wortgottesdienst abhalten, ohne Palmweihe, ohne Palmprozession.
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#18   Aurelius   18:18:53 | Freitag, 30. Dezember 2005
@ Dr. Carlo Regazzoni
So dumm wie Sie mich halten bin ich nun wieder nicht.
Es war auch nicht meine Absicht, Ihnen Dummheit zu unterstellen.
oder ist bei Ihnen dank dem Konzil das kritische Denken abhanden gekommen.
Wie Sie darauf kommen oder worauf Sie sich beziehen, ist mir leider nicht ganz klar.
Der Sühneopfercharakter des Römischen Ritus ist mir bekannt und die Abschaffung dessen im NOM ebenso –- deswegen meine Äußerung, daß die Abschaffung der Opferung ein „eklatanter Eingriff in den Charakter der Heiligen Messe“ war.
Im Übrigen halte ich Ihre Bezeichnung des seligen Papstes Johannes XXIII als „Frevler Roncalli“ für anstoßerregend und überheblich. Es entbehrt schon nicht einer gewissen Ironie, daß Sie sich in einem anderen Beitrag über „ad homina“ beschweren.
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#17   Agiafortuni   12:08:23 | Freitag, 30. Dezember 2005
Aurelius
So dumm wie Sie mich halten bin ich nun wieder nicht. Als langjähriger Messdiener bei den Dominikanern dürfte mir bekannt sein, dass ihr Ritus in einigen Punkten vom klassischen römischen Ritus abweicht. Das ist auch nicht das Problem. Der heilige Pius V hat im Gegensatz zu Paul VI alle Riten, die über 200 Jahre alt waren, bestätigt. Der klassische römische Ritus hat seine eigene organische Struktur und die besitzt der NOM – trotz gegenteiligen Behauptungen der Konzilspäpste – nicht. Nach katholischem Verständnis ist die heilige Messe die Wiederholung des Sühneopfers Christi und davon ist die Liturgiereform des Konzils abgerückt. Vielleicht sollten Sie einmal die verschiedenen Stellungnahmen der Piusbruderschaft dazu einmal zu Rate ziehen oder ist bei Ihnen dank dem Konzil das kritische Denken abhanden gekommen. Nichtsdestoweniger gebe ich Ihnen einige Angaben zu diesem Thema:
Paolo Pasqualucci: Vatican II et le Mystère pascal, in: la Messe en question, Actes du Ve Congrès de Si Si No No
Didier Bonneterre: Le mouvement liturgique, in: La messe catholique.
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#16   Toby   09:36:25 | Freitag, 30. Dezember 2005
Vorbild der Klöster
Für eine Umsetzung der von Weihbischof Laun angemahnten Reformen müsste bestimmten Gemeinschaften und Klöstern eine Katalysatorrolle zukommen. Ich denke da beispielsweise an die Benediktiner. Eine vorbildliche Klosterliturgie könnte dann auf die Pfarrgemeinden der Umgebung abfärben. Von nichts kommt nichts.
Klar ist, dass sich diese Reformen ausschließlich auf den Novus Ordo beziehen. Am klassischen Ritus muss nicht geändert werden, das würde nur noch mehr zur Verwirrung beitragen. Wir brauchen die klassische Liturgie als Maßstab und Orientierungspunkt auch und gerade für den neuen Ritus. Leider spielt er nur eine marginale Rolle. Die Vertreter des klassischen Ritus sollten hier viel offensiver auftreten. Fast meint man, dass die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften in der aktuellen Diskussion in Theologie und Kirche kaum mehr eine Rolle spielen. Warum bieten sich beispielsweise die Vertreter der Petrusbruderschaft nicht den Bischöfen als Gesprächspartner in liturgischen Fragen an?
Die einzige Gruppierung, die ihre Position konsequent vertritt, scheint die Piusbruderschaft zu sein (siehe Dresden). Das ist eigentlich eine anomale Situation – als ob es St. Petrus oder Christkönig in Deutschland nicht gäbe …
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#15   Aurelius   09:16:00 | Freitag, 30. Dezember 2005
@ Dr. Carlo Regazzoni: Iudica Psalm und Prolog
Mit der Entfernung des Iudica Psalms, der Opferung sowie des Prolog am Schluss der Messe sollten die Halbgebildeten angesprochen werden
Das ist, mit Verlaub, kompletter Quatsch, Herr Doktor.
Im Dominikanischen Missale sowie in einigen anderen, welche die Liturgiereform von 1570 überlebt haben, gab es den Iudica-Psalm auch nicht im Stufengebet. Auch war das Weglassen des Schlußevangeliums ab 1965 gut begründet, da es auch ursprünglich kein Teil der Liturgie.
Die Entfernung des Iudica-Psalms und des Johannes-Prologes (der übrigens nicht der einzige Text ist, welcher als Schlußevangelium in Frage kommt) waren durchaus berechtigte Schritte in der Reform des römischen Ritus.
Was die Entfernung der Opferung angeht, so kann man ja wohl kaum davon ausgehen, daß dies geschah, um die „Halbgebildeten“ anzusprechen. Es war ein eklatanter Eingriff in den Charakter der Heiligen Messe, welcher aber wohl kaum aus intellektuellen Gründen geschah.
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#14   Toby   09:09:23 | Freitag, 30. Dezember 2005
Personalpolitik
Weihbischof Laun schreibt:Wer soll diese Reform einleiten? Natürlich die Bischöfe, dazu gibt es sie.
Das ist der entscheidende Punkt. Deshalb kommt dem Hl. Stuhl in der Frage künftiger Bischofsernennungen eine ungemein wichtige Rolle zu.
Papst Benedikt sollte endlich mit der Politik sogenannter Kompromisskandidaten aufhören, sondern bei künftigen Bischofsernennungen konsequent Kandidaten durchsetzen, die nicht nur gewillt, sondern auch fähig sind, eine echte Reform im wohlverstandenen Sinne des Wortes durchzusetzen.
Leider kann man, was die Durchsetzung einer Reform der Reform des Novus Ordo angeht, auf sogenannte konservative Bischöfe wie Meisner oder Mixa auch nicht unbedingt zählen. Bei allem Respekt: So mancher Auftritt Kardinal Meisners im Rahmen des Weltjugendtags wirkte auf viele Katholiken eher peinlich-anbiedernd. Und von ein bisschen Folklore-Litirgie á la Bischof Mixa kann man leider auch keine wirklichen Reformschritte erwarten. Dabei sind die beiden genannten Bischöfe innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz zuständig für Liturgiefragen. Ein besonderes liturgisches Profil der (Erz)-Diözesen Köln und Eichstätt (bzw. jetzt Augsburg) war aber bislang kaum erkennbar.
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#13   Agiafortuni   09:00:14 | Freitag, 30. Dezember 2005
Gotthard
Das sind Behauptungen des Frevlers Roncalli. Carl J. Burckhardt, mein Landsmann und Schweizer Botschafter in Paris zur gleichen Zeit wie Roncalli war anderer Meinung. Sie können es in seinem Briefwechsel mit Rychner nachlesen. Nachstehend die Referenz: Carl J. Burckhardt – Max Rychner: Briefe 1926-1965, 246
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#12   Gotthard   00:07:35 | Freitag, 30. Dezember 2005
hi Carlo
die Äußerungen des letzten Papstes sind immer die aktuellen, weil sie Antworten auf Fragen von HEUTE geben.
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#11   Agiafortuni   23:13:06 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Gotthard
Wie verhält es sich, wenn derjenige, der auf dem Stuhle Petri sitzt, Bestimmungen erlässt, die sich mit denjenigen seiner Vorgänger nicht ertragen. Vor die Wahl gestellt, habe ich mich für Pascendi, Mortalium animos, Humani generis gegen gaudet mater ecclesia und pacem in terris entschieden.
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#10   Gotthard   20:24:24 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
@Carlo
Ein von Modernisten beherrschtes Konzil kann wahrlich einem rechtgläubigen Katholiken nicht zugemutet werden.
War auch die Meinung der Altkatholiken 1870 …
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#9   Agiafortuni   20:17:02 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Angelo
Von einer Verpflichtung nach dem NOM zu zelebrieren kann nicht die Rede sein. Dafür weist er viel zu viele Unzulänglichkeiten auf und weshalb sollte ein Priester genötigt werden, nach einem solchen Ritus zu zelebrieren, wo er doch den alten weitaus vollständigeren zur Verfügung hat. Ein von Modernisten beherrschtes Konzil kann wahrlich einem rechtgläubigen Katholiken nicht zugemutet werden.
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#8   Gotthard   20:02:32 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
wirklich schwerer Missbrauch
wenn der Mesner sagt, er werde – falls der Priester nicht kommen sollte – die Palmsonntag-Liturgie selber halten, wenigstens bis kurz vor der Wandlung.
Warum sollte der Mesner nicht einem Palmsonntags-Wortgottesdienst vorstehen, wenn der Priester nicht kommt?
Dann doch lieber die Menschen nach Hause schicken!!!
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#7   Irenäus   19:38:38 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Irenäus meint, sich zu erinnern:
Weihbischof Laun kritisiert auch das Fehlen bestimmter Begriffe in den Gebeten und sonstigen Texten für die Verstorbenen: „Man hört nichts mehr von den ‘Seelen’ der Verstorbenen, die Gefahr der Hölle scheint es nicht zu geben und auch vom Fegefeuer wissen diese Texte nichts mehr.“
Das ist ja alles wunderbar, allein erinnere ich mich, vor kurzem einen Text von demselben Bischof gelesen zu haben, wo er die Allversöhnungslehre favorisiert hat. Vielleicht ist ihm doch ein Lichtlein aufgegangen…? (Des Glaubens, versteht sich).
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#6   Angelo   19:25:56 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Nicht die neue Messe ist Schuld sondern die Priester die die hl.Messe falsch lesen
Das habe ich mir gedacht, die Konservativen reiben sich die Hände. Mit solchen dummen Sprüchen: Die neue hl.Messe sei Schuld usw. Die neue hl. Messe ist sehr schön wenn sie mit Würde und Andacht gefeiert wird.Ja es gibt Missbräuche und Skandalöse feiern von hl.Messen, wo das heilige auf abscheuliche Art Missbraucht wird.Ja es muss eine Reform geben wo alle die gleiche Hl.Messe lesen und feiern so wie im Trident.Ritus.Es gibt ein Missale Romanum 2000 und jeder röm.kath.Priester wo röm.kath ist muss und soll diese hl. Messe lesen und feiern. Auch die wo am alten Ritus sind sollten Verpflichtet werden. Auch die neue hl.Messe zu lesen. So wie es Papst Paul VI vorgeschrieben hatte.Das II Vatikanum ist und sollte für JEDEN röm.kath.Kleriker verpflichtend sein.
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#5   Agiafortuni   12:26:05 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Zu den Missständen
Warum nicht endlich einsehen, dass der NOM nichts anderes als ein gescheitertes Experiment ist. Mit der
Entfernung des Iudica Psalms, der Opferung sowie des Prolog am Schluss der Messe sollten die Halbgebildeten angesprochen werden und dieses Vorhaben ist eindeutig gescheitert.
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#4   Rudolphus   12:11:53 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Papst Benedikt XVI. weiß,
daß die Kirchenkrise wesentlich mit ihrer häßlichen neuen Liturgie zusammenhängt,
aber er findet anscheinend (noch) nicht das Durchsetzungsvermögen, sich durchzusetzen.
Die Kommunionspendung ohne Patene ist verboten, auch die Handkommunion ist verboten eingeführt worden.
Als lateinischer Katholik gehe ich darum nur mehr in den alten lateinischen Ritus (oder in Neue Messen im Geiste des alten Ritus).
Die Diözese sieht darum von mir keinen Kirchenbeitrag.
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#3   Benedikt78   11:33:30 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Endlich ehrliche und klare Worte
Wer solle diese Reform einleiten?, fragt der Weihbischof abschließend:
„Natürlich die Bischöfe, dazu gibt es sie.“
Auch dies eine mehr als klare Aussage! Ich frage mich langsam auch, wofür Bischöfe denn da sind! Der Fall Szabo ist ein Beispiel. Absetzen und die Kirchenleitung – die diesen Kerl deckt – exkommunizieren, wenn sie nicht parieren! Aber gegen diesen Querulanten vorzugehen, hat wohl niemand den Mut. Dafür lassen die Medien den Bischof bei jedem Auftritt Szabo’s wie der letzte Depp aussehen.
Man kann auch anfügen, dass viele Katholiken aus Protest aus der Kirche austreten würden, wenn Szabo abgesetzt wird. Na und? Das sind eh alles lauwarme Brüder und Schwestern. Ein grosser Verlust wären sie nicht!
Schade gibt es nicht mehr Bischöfe, die zu ihrer Berufung auch stehen und in ihrem Bistum für Ordnung sorgen!
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#2   Aurelius   11:05:46 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
„die Notwendigkeit einer liturgischen Reform“
Der Weihbischof von Salzburg, Mons. Andreas Laun, publizierte kürzlich einen sechsseitigen Artikel über liturgische Mißstände und über die Notwendigkeit einer liturgischen Reform.
Genau. Entweder eine Rückkehr zum Missale Romanum des seligen Papstes Johannes XXIII. oder, um dem Konzil Rechnung zu tragen, zum Missale von 1965, das Sacrosanctum Concilium voll und ganz umsetzt. Am besten sollten beide Ordines gleichberechtigt behandelt werden.
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#1   Römisch-Katholisch   10:39:44 | Donnerstag, 29. Dezember 2005
Bravo Mgr. Andreas Laun
Solche Bischöfe bräuchten wir dringend in unseren Breitengraden, aber auch im Vatikan. Langsam (zu langsam) aber sicher hat die 68er-Mentalität, auf die letztendlich auch die Liturgiereform mit all ihren Folgen zurückgeht, ausgedient!
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