Der Weihbischof von Salzburg übt diskret Kritik an Kardinal Schönborn
Kürzlich ermahnte der Weihbischof von Salzburg seine Mitbrüder im Bischofsamt mit deutlichen Worten, endlich die Rückkehr zur liturgischen Ordnung einzuleiten.

Der Weihbischof äußerte sich in der katholischen Monatszeitschrift ‘Kirche heute’, die im bayrischen Altötting publiziert wird.
Unter den schweren liturgischen Mißbräuchen nennt der Weihbischof zum Beispiel die Kommunionspendung an Buddhisten und andere Nicht-Christen.
Der Salzburger Weihbischof erwähnt auch den Mißstand, daß Pastoralassistenten „konzelebrieren“ – die Anführungszeichen stammen von Mons. Laun selber –, indem sie beispielsweise das Hochgebet mitsprechen, Teile davon vortragen oder sogar die Wandlungsworte mitrezitieren.
Als schweren liturgischen Mißstand listet er weiter auf:
• wenn der Priester statt des Evangeliums eine profane Geschichte vorliest,
• wenn der Leib Christi an Kinder gespendet wird, die noch nicht bei der Erstkommunion waren,
• wenn man „Tiermessen“ mit möglichst vielen Tieren in der Kirche „feiert“,
• wenn der Mesner sagt, er werde – falls der Priester nicht kommen sollte – die Palmsonntag-Liturgie selber halten, wenigstens bis kurz vor der Wandlung.
Ferner erwähnt der Weihbischof unter den schweren liturgischen Mißständen, „wenn die Messe als ‘Event’, mit Rockmusik und Lichtorgeln, ‘gestaltet’ wird“.
Erst Mitte Oktober zelebrierte der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, bei der Eröffnung der Wiener Jugendkirche eine solche Rockmesse. Obwohl er dafür kritisiert wurde, verteidigte der Kardinal die umstrittene Messe noch im Nachhinein als „heiliges Experiment“.
Neben den genannten schweren Mißständen ist es Weihbischof Laun ein Anliegen, auf kleinere „Abweichungen und Eigenmächtigkeiten“ hinzuweisen, die den Weg der großen liturgischen Verwirrung bereiten und das liturgische Gewissen einschläfern.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit kritisierte Mons. Laun, daß für Begräbnisse die liturgische Farbe „Schwarz“ für Meßgewänder verschwunden sei, während die Gläubigen und Angehörigen selbstverständlich schwarze Kleidung tragen.
Generell herrsche bei vielen Priestern eine Allergie gegenüber schönen Meßgewändern: „Lieber tragen sie irgendeine unschöne Mantelalbe – mit den meist halb ausgerissenen Druckknöpfen –, als daß sie eine ‘Baßgeige’, wie sie verächtlich anmerken, nehmen würden.“
Das gleiche Phänomen sei bei liturgischen Geräten und Büchern zu beobachten. Bücher seien oft abgenützt und verschmuddelt, und in den meisten Kirchen stünden neben herrlichen alten Kelchen billige, notdürftig vergoldete Hostienschalen.
Zum Thema Schönheit gehöre auch die Kraft der Sprache, der Bilder und Gesten: „Wie man in den 70er Jahren des 20. Jahrhundert gemeint hat – vor allem nüchtern, farblos, eintönig bauen zu müssen –, so denken auch heute noch manche Leute bezüglich der Liturgie.“
Weihbischof Laun kritisiert auch das Fehlen bestimmter Begriffe in den Gebeten und sonstigen Texten für die Verstorbenen: „Man hört nichts mehr von den ‘Seelen’ der Verstorbenen, die Gefahr der Hölle scheint es nicht zu geben und auch vom Fegefeuer wissen diese Texte nichts mehr.“
Folgerichtig feiere man bei Beerdigungen sogenannte Auferstehungs-Gottesdienste und singe Osterlieder.
Der Weihbischof wendet sich auch mit scharfen Worten gegen Friedensgrüße im Sinne eines Klassentreffens, die Laienpredigt, die Fürbitten als Einfallspforte für falsche Ideologien, den Mißbrauch der Predigt für eigene, unkatholische Ideen und den breiten Einsatz von Kommunionhelfern.
Priester, die beispielsweise das Hochgebet regelmäßig frei formulierten, würden den Gläubigen und Konzelebranten ihre subjektive Theologie und ihren Geschmack aufzwingen:
„Die liturgische ‘Freiheit’, die sich der eine nimmt, ist die Unterdrückung aller anderen. Es ist, wie mit einem schlecht passenden Schuh: Damit geht man nicht weit, weil es mit der Zeit immer mehr und mehr weh tut!“
Der Weihbischof kritisiert seine Mitbrüder auch offen: „Manche Bischöfe schweigen lieber, als sich sagen zu lassen, sie seien kleinlich. Oder sie resignieren und lassen den liturgischen Ungehorsam mehr oder weniger laufen.“
Die Ursache für die Mißbräuche ortet Mons. Laun in einem Mangel an Glauben: „Wie sonst könnte man manche Streitigkeiten um die Mund- oder Handkommunion verstehen?“
Der Weihbischof kann nicht verstehen, daß ein Ort lieber ohne Priester und Messe bleibt, als einem frommen, aber ängstlichen Priester zu erlauben, die Kommunion ausschließlich in der Form der Mundkommunion auszuteilen?
Mons. Laun appelliert „dringend“ an eine Reform der Liturgie, die mit einer Rückkehr zur liturgischen Ordnung beginnen muß: „Wenn die heilige Messe das ‘Höchste’ ist, kommt der liturgischen Erneuerung die höchste Dringlichkeit für die Neuevangelisierung Europas zu.“
Wer solle diese Reform einleiten?, fragt der Weihbischof abschließend:
„Natürlich die Bischöfe, dazu gibt es sie.“
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Dienstag, 17. Januar 2006 20:06
Dismas: Der größte Teil des Klerus hat nur einen bestbezahlten Beruf aber ganz gewiss keinen Glauben mehr
Wie wahr, die meisten Kardinäle, Bischöfe, Ordensleute haben offensichtlich keinen Glauben mehr – deshalb
ist dieses Unheil in unsere hl. r.- kath. Kirche eingedrungen und weitet sich aus wie eine Pest. Reinigung?
Priester haben sich inoffiziell selbst exkommuniziert und sind weiter in ihrem „Beruf“ – sind Mitglied
im bestbezahlten Domkapitel.
Im Bistum Essen besteht eine „Planwirtschaft“ ohne Glauben! 97 Kirchen werden trotz lebendiger Gemeinden einfach geschlossen – aber der Bischof besitzt gleich mehrere KFZ, etc… Im Generalvikariat ändert sich lt. Haushaltsplan gar nichts bezgl. Kosteneinsparung. Für nur 2 Priesteramtskandidaten stehen 9,5 Vollzeitkräfte zur Verfügung! Die beiden Kandidaten könnten ebenso gut in Paderborn/Köln ihre Studien fortsetzen.(aus einer Pressepublikation)
Die Kirchensteuer in Deutschland gehört baldigst abgeschafft. Die Beiträge jedes gläubigen Gemeindegliedes sollten anstelle dessen in einen „Fond“ eingezahlt werden. Das wäre für die jeweilige Kirchengemeinde fruchtbar. Ein frommer Priester und guter Hirte der die Gemeinde vorbildlich seelsorglich anleitet und betreut, würde durch die Gemeinde finanziell unterstützt aus diesem Fond. Ebenso der Unterhalt der „Heiligtümer“ die einfach zugeschlossen werden.
Man kann für die meisten Bischöfe nur beten und um Erbarmen flehen, dass diese, nachdem sie hier die Augen schließen, nicht für immer verloren sind.
Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ dem mutigen Weihbischof Laun !
Im Bistum Essen besteht eine „Planwirtschaft“ ohne Glauben! 97 Kirchen werden trotz lebendiger Gemeinden einfach geschlossen – aber der Bischof besitzt gleich mehrere KFZ, etc… Im Generalvikariat ändert sich lt. Haushaltsplan gar nichts bezgl. Kosteneinsparung. Für nur 2 Priesteramtskandidaten stehen 9,5 Vollzeitkräfte zur Verfügung! Die beiden Kandidaten könnten ebenso gut in Paderborn/Köln ihre Studien fortsetzen.(aus einer Pressepublikation)
Die Kirchensteuer in Deutschland gehört baldigst abgeschafft. Die Beiträge jedes gläubigen Gemeindegliedes sollten anstelle dessen in einen „Fond“ eingezahlt werden. Das wäre für die jeweilige Kirchengemeinde fruchtbar. Ein frommer Priester und guter Hirte der die Gemeinde vorbildlich seelsorglich anleitet und betreut, würde durch die Gemeinde finanziell unterstützt aus diesem Fond. Ebenso der Unterhalt der „Heiligtümer“ die einfach zugeschlossen werden.
Man kann für die meisten Bischöfe nur beten und um Erbarmen flehen, dass diese, nachdem sie hier die Augen schließen, nicht für immer verloren sind.
Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ dem mutigen Weihbischof Laun !
Montag, 2. Januar 2006 11:12
Aurelius: @Dr. Carlo Regazzoni
Sollte Paul VI anders entscheiden haben, so hat er damit eine von Pius XII aufgestellte Regel verletzt.
Oder besser: „geändert“.
Ich denke mal, daß der eine Papst durchaus eine Regel, die ein anderer Papst aufgestellt hat, durchaus ändern kann.
Oder besser: „geändert“.
Ich denke mal, daß der eine Papst durchaus eine Regel, die ein anderer Papst aufgestellt hat, durchaus ändern kann.
Sonntag, 1. Januar 2006 22:18
Sulpicius: P.S…
Zu meinem letzten Posting: das Rituale gehört natürlich auch dazu.
Sonntag, 1. Januar 2006 21:03
Gotthard: Liber Usualis
Wie sollte ein Buch der gregorianischen Gesänge Liturgie definieren?
Sonntag, 1. Januar 2006 18:40
Sulpicius: @Gotthard
Liturgie ist das, was im Missale, im Liber Usualis (resp. Nachfolgeausgaben) und im Offizium steht. Alles andere ist keine Liturgie, sondern pium exercitium.
Sonntag, 1. Januar 2006 18:22
Benedikt: Palmsonntagsprozession
An Palmsonntag gedenkt die Kirche des Einzugs des Herrn in Jerusalem. Dafür findet die Palmsonntagsprozession
statt. Sie macht nur dann Sinn, wenn ein in persona Christi Handelnder, also ein Priester, an ihr teilnimmt.
Ansonsten können Prozessionen natürlich auch ohne Priester stattfinden. Außerdem darf ein Laie keine Palmweihe vornehmen. Ohne Priester und ohne geweihte Palmen handelt es sich schlicht und einfach nicht um eine Palmsonntagsprozession, sondern um einen gewöhnlichen Umzug.
Ansonsten können Prozessionen natürlich auch ohne Priester stattfinden. Außerdem darf ein Laie keine Palmweihe vornehmen. Ohne Priester und ohne geweihte Palmen handelt es sich schlicht und einfach nicht um eine Palmsonntagsprozession, sondern um einen gewöhnlichen Umzug.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.





