Exklusiv: Das Schreiben im Original
Am 1. Dezember sandte die Gottesdienstkongregation ein Schreiben an die Leitung der internationalen kirchlichen Gemeinschaft ‘Neokatechumenaler Weg’. Dort werden verschiedene liturgische Korrekturen angeordnet. Der Originaltext.

Prot. 2520/03/L
Aus dem Vatikan, 1. Dezember 2005
Sehr geehrter Herr Kiko Argüello, sehr geehrtes Fräulein Carmen Hernandez, hochwürdiger Pater Mario Pezzi,
Im Gefolge der Unterredungen mit dieser ‘Kongregation für den Gottesdienst und die Disziplin der Sakramente’ zum Thema der Feier der Heiligen Eucharistie in den Gemeinschaften des Neokatechumenalen Weges und in Übereinstimmung mit den Richtlinien, die aus dem Treffen mit Euch am 11. November dieses Jahres hervorgegangen sind, obliegt es mir jetzt, Ihnen die Entscheidungen des Heiligen Vaters vorzulegen.
Bei der Feier der Heiligen Messe, soll der ‘Neokatechumenale Weg’ die von der Kirche approbierten liturgischen Bücher annehmen und befolgen, ohne irgendetwas wegzulassen oder hinzuzufügen. Ferner werden zu einigen [liturgischen] Elementen folgende Anweisungen und Präzisierungen unterstrichen:
1. Der Sonntag ist der „Dies Domini“, wie der Diener Gottes, Papst Johannes Paul II., im Apostolischen Brief über den Tag des Herrn dargelegt hat. Darum soll der ‘Neokatechumenale Weg’ in einen Dialog mit dem jeweiligen Diözesanbischof treten, damit auch bei den liturgischen Feiern das Zeugnis der Einfügung der Gruppen des ‘Neokatechumenalen Weges’ in die Pfarrei zum Ausdruck komme. Deshalb sollen die Gemeinschaften des ‘Neokatechumenalen Weges’ mindestens einmal pro Monat an der Heiligen Messe der Pfarrei teilnehmen.
2. Eventuelle Ermahnungen, die den Lesungen [in der Messe] vorausgehen, sollen kurz sein. Man muß sich im weiteren an das halten, was in der „Institutio Generalis Missalis Romani“ (Nr. 105 und 128) und in den Praenotanda des ‘Ordo Lectionum Missae’ (Nr. 15, 19, 38, 42) angeordnet wird.
3. Die Homilie ist wegen ihrer Bedeutung und Natur dem Priester oder dem Diakon vorbehalten (vgl. Kirchenrecht, Canon 767 § 1). Bezüglich gelegentlicher Zeugnisse von Seiten der Gläubigen gelten die Möglichkeiten und Weisen, die in der interdikasterialen Instruktion „Ecclesiae de Mysterio“ festgelegt sind und die von Papst Johannes Paul II. „in spezifischer Weise“ approbiert und am 15. August 1997 publiziert wurden. In diesem Dokument liest man im Artikel 3, §§ 2 und 3:
§ 2 – „Die Darbietung einer kurzen Belehrung ist erlaubt, um ein besseres Verständnis der gefeierten Liturgie zu fördern, ebenso – als Ausnahme – eventuell einige Zeugnisse immer in Übereinstimmung mit den liturgischen Normen. Diese können bei eucharistischen Liturgien vorgetragen werden, die an besonderen Tagen gefeiert werden (Tag des Priesterseminars, der Kranken etc.), sofern sie als Erläuterung der Homilie, die regelmäßig vom zelebrierenden Priester gehalten wird, für objektiv angemessen gehalten werden. Diese Belehrungen und Zeugnisse dürfen keine Merkmale annehmen, wodurch sie mit der Homilie verwechselt werden könnten“.
§3 – „Die Möglichkeit des ‘Dialogs’ in der Homilie (vgl. Direktorium für Kindermessen, Nr. 48) kann manchmal mit Vorsicht vom zelebrierenden Kultdiener als Mittel der Auslegung verwendet werden. Dabei darf die Pflicht zur Predigt nicht anderen delegiert werden“.
Man berücksichtige außerdem aufmerksam, was in der Instruktion „Redemptionis Sacramentum“, Nr. 74, festgelegt ist.
4. Bezüglich des Friedensgrußes [vor der Gabenbereitung] wird dem ‘Neokatechumenalen Weg’ die ihm gegebene Sondererlaubnis bis auf Abruf zugestanden.
5. Bezüglich des Empfangs der Heiligen Kommunion wird dem ‘Neokatechumenalen Weg’ eine Übergangszeit (nicht länger als zwei Jahre) gewährt, um von der in seinen Gemeinschaften eingebürgerten Weise des Kommunionempfanges (sitzend, Verwendung eines dekorierten Tisches, der in die Mitte der Kirche gestellt wird anstelle des geweihten Altares im Presbyterium) zur in der ganzen Kirche üblichen Art des Kommunionempfanges überzugehen. Das bedeutet, daß der ‘Neokatechumenale Weg’ sich auf den Modus hinbewegen muß, wie er in den liturgischen Büchern für den Empfang des Leibes und Blutes Christi vorgesehen ist.
6. Der ‘Neokatechumenale Weg’ muß auch die anderen Eucharistischen Hochgebete, die im Meßbuch enthalten sind, verwenden, nicht nur das zweite Eucharistische Hochgebet.
Kurz, der Neokatechumenale Weg möge in der Feier der Heiligen Messe den approbierten liturgischen Bücher folgen und sich dabei vor Augen halten, was oben in den Punkte 1, 2, 3, 4, 5 und 6 dargelegt wird.
In Dankbarkeit vor dem Herrn für die guten Früchten, die der Kirche durch die vielfachen Tätigkeiten des Neokatechumenalen Weges geschenkt wurden, benütze ich die Gelegenheit, um meine vorzüglichsten Grüße zu übermitteln.
+ Francis Kardinal Arinze, Präfekt
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Donnerstag, 5. Januar 2006 15:39
Rudolphus: Sonn- und Feiertagspflicht
Bemerkenswert ist die Haltung der Lefebvrianer dazu, unter fsspx.de nachzulesen:
Sie warnen eindringlich davor, diese schwere Christenpflicht bei einer Neuen Messe zu erfüllen:
Lieber zuhause bleiben und dort den Rosenkranz zu beten, als in die Neue Messe zu gehen.
Hierin können ihnen wohl viele gläubige Katholiken nicht folgen – und das hat ja auch seinen Grund:
Denn wer möchte schon riskieren, in die Todsünde zu fallen, nur weil die Alte Messe nicht in der Nähe gefeiert wird?
Angesichts der verbreiteten Novus-Ordo-Mißstände –
insbesonders die unwürdige Kommunionausteilung –
ist es vielleicht doch theologisch wohlbegründet:
Die hl. Kirche verbietet nämlich den Katholiken, an sakrilegischen Zusammenkünften teilzunehmen.
Gesegnet alle, die die Alte Messe besuchen können – und Österreich besitzt inzwischen wieder bereits mehrere dieser gesegneten Orte: sogar eine Bischofskirche, in der vor allem der alte Ritus gefeiert wird – dank sei dem Militärbischof von Österreich …
Sie warnen eindringlich davor, diese schwere Christenpflicht bei einer Neuen Messe zu erfüllen:
Lieber zuhause bleiben und dort den Rosenkranz zu beten, als in die Neue Messe zu gehen.
Hierin können ihnen wohl viele gläubige Katholiken nicht folgen – und das hat ja auch seinen Grund:
Denn wer möchte schon riskieren, in die Todsünde zu fallen, nur weil die Alte Messe nicht in der Nähe gefeiert wird?
Angesichts der verbreiteten Novus-Ordo-Mißstände –
insbesonders die unwürdige Kommunionausteilung –
ist es vielleicht doch theologisch wohlbegründet:
Die hl. Kirche verbietet nämlich den Katholiken, an sakrilegischen Zusammenkünften teilzunehmen.
Gesegnet alle, die die Alte Messe besuchen können – und Österreich besitzt inzwischen wieder bereits mehrere dieser gesegneten Orte: sogar eine Bischofskirche, in der vor allem der alte Ritus gefeiert wird – dank sei dem Militärbischof von Österreich …
Donnerstag, 5. Januar 2006 15:15
28.IX-28.X: Lieber Aurelius
das ist es was ich sagen wollte. Sie haben es aber nicht verstanden! Stellen sie sich die Situation vor: in einem, ganz katholischen Ort, woltten wir zu einer hl. Messe im alten Ritus. Ich habe erfahren,daß es eine Indultmesse sein soll und dazu in einer kathollischen Kirche (keine Bruderschaftskirche). wir haben also Ort und Zeit erfahren. Pünktlich angekommen, fing erst die Suche an. Der schöne Kirchenraum?- Fehlanzeige. Vielleicht der schöne Kappelenraum?- denkste!! Nach einer 1/2 Stunde sind wir findig geworden; in einem Keller unter dem Kirchraum. Das nenne ich Katakombendasein. Zwar auch christlich, aber viel sagend, nicht wahr!!
Donnerstag, 5. Januar 2006 10:34
Aurelius: @ 28.IX-28.X
ja, da seht ihr, ihr Indulter; die hl.röhmische Messe hat man in die Katakomben verbannt. Ich selber
habe so was auch erlebt, bei einer Indultmesse.
Eine würdige Zelebration der Messe nach altem wie nach neuem Ritus kann selbst dem schäbigsten Raum Glanz und Würde geben. Im Übrigen ist das mit dem Katakomben ja wohl auch etwas urchristliches, oder nicht?
Und dann lieber ein Indult an einem nicht ganz so schönen Ort, dafür aber in voller Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche, als an unerlaubten Messen teilzunehmen und sich irgendwelcher Rom-feindlichen Idiologie aussetzen, auch wenn die Räumlichkeiten schöner sind.
Eine würdige Zelebration der Messe nach altem wie nach neuem Ritus kann selbst dem schäbigsten Raum Glanz und Würde geben. Im Übrigen ist das mit dem Katakomben ja wohl auch etwas urchristliches, oder nicht?
Und dann lieber ein Indult an einem nicht ganz so schönen Ort, dafür aber in voller Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche, als an unerlaubten Messen teilzunehmen und sich irgendwelcher Rom-feindlichen Idiologie aussetzen, auch wenn die Räumlichkeiten schöner sind.
Mittwoch, 4. Januar 2006 11:03
28.IX-28.X: Zelebratinsort,
ja, da seht ihr, ihr Indulter; die hl.röhmische Messe hat man in die Katakomben verbannt. Ich selber habe so was auch erlebt, bei einer Indultmesse.
Mittwoch, 4. Januar 2006 01:33
Benedikt: @ Aurelius
Tja, bei Prof. May, hört man den Kanon trotzdem (auch wenn man natürlich nicht jedes Wort identifizieren kann). Die Kapelle ist klein, der Altar ist nahe und ich habe ein gutes Gehör. Der arme Professor muss unter der Woche in einem der schlimmsten Kirchenräume zelebrieren, die ich jemals gesehen habe. Denken Sie mal, man hat ihm einen kreisrunden(!) Altar reingestellt.
Dienstag, 3. Januar 2006 21:54
Aurelius: @ Benedikt
Nur in der Pfarrei, wo ich am Wochende meist bin höre ich fast immer das III. Hochgebet. Es fehlt einfach
am liturgischen Händchen.
Scheint so. Trotzdem lieber das III. Hochgebet als ein selbstgebasteltes (ich bin mir sicher, in Redemptoris Sacramentum steht da was zu dem Thema drin).
Ich gehe des öfteren in Kirchen, wo die klassische Liturgie gefeiert wird (Indult oder FSSP) und so… na ja… höre ich den Römischen Canon nicht, weiß aber, daß er gebetet wird. Es sei denn, ich ministriere – da kriegt man, je nach Zelebrant, den einen oder anderen Satz dann doch mit.
Tja, so ist es halt, wenn man nichts mehr zu sagen hat. Vielleicht haben Hochwürden ja zu lange gefeiert?
Oder nicht genug
Scheint so. Trotzdem lieber das III. Hochgebet als ein selbstgebasteltes (ich bin mir sicher, in Redemptoris Sacramentum steht da was zu dem Thema drin).
Ich gehe des öfteren in Kirchen, wo die klassische Liturgie gefeiert wird (Indult oder FSSP) und so… na ja… höre ich den Römischen Canon nicht, weiß aber, daß er gebetet wird. Es sei denn, ich ministriere – da kriegt man, je nach Zelebrant, den einen oder anderen Satz dann doch mit.
Tja, so ist es halt, wenn man nichts mehr zu sagen hat. Vielleicht haben Hochwürden ja zu lange gefeiert?
Oder nicht genug
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