10:44:50 | Montag, 2. Januar 2006
Gerüchte über Gerüchte. Papst Benedikt XVI. scheint weitere Personalentscheidungen vorzubereiten. In Rom werden bereits Namen herumgereicht.
(kreuz.net, Vatikan) In den acht Monaten seines Pontifikates hat Papst Benedikt XVI. bisher nur zwei wichtige
Ernennungen vorgenommen: der neue
Präfekt der Glaubenskongregation und der Sekretär – zweite Mann –
in der Gottesdienstkongregation, der srilankische Erzbischof Albert Malcom Ranjith Patabendige Don.
Die
Ernennung von Mons. Ranjith, der als erzkatholisch gilt und beste persönliche Beziehungen mit der Priesterbruderschaft
St. Pius X. unterhält, soll offenbar dem Dialog mit den Traditionalisten dienen.
In den ersten Monaten
des neuen Jahres werden weitere Ernennungen erwartet. Das berichtete kürzlich das zur Berlusconi-Gruppe
gehörende italienische Wochenmagazin ‘Panorama’.
Als Aufsteiger wird Mons. Angelo Comastri genannt.
Er ist gegenwärtig Generalvikar des Papstes für den Vatikan und Präsident der ‘Fabbrica di S. Pietro’,
welche die Peterskirche verwaltet.
Der Papst will Mons. Comastri angeblich zum neuen Präfekten der Kleruskongregation
machen. Der gegenwärtige Amtsinhaber, Darío Kardinal Castrillón Hoyos, hat seine Demission aus Altersgründen
schon vor anderthalb Jahren eingereicht.
Kardinal Castrillón würde sich als Präsident der Päpstlichen
Kommission ‘Ecclesia Dei’ weiterhin um die Belange der Alten Messe kümmern.
Erzbischof Comastri kam
erst im Februar 2005 nach Rom. Vorher war er neun Jahre lang der verantwortliche Erzbischof für die Wallfahrtskirche
von Loreto. Loreto befindet sich rund 200 Kilometer nordöstlich von Rom an der Adriaküste. Dort wird
das heilige Haus von Nazareth, in dem Jesus Christus aufwuchs, verehrt.
Mons. Comastri ist einer der
wenigen Bischöfe, der
eine eigene Homepage besitzt. Sein Auftritt im Internet soll von Freunden unterhalten
werden.
Auf den gegenwärtigen Posten von Mons. Comastri könnte Benedikt XVI. den päpstlichen Zeremonienmeister,
Erzbischof Piero Marini, ernennen.
Benedikt XVI. möchte Mons. Marini offenbar auswechseln. Dem gegenwärtigen
Papst soll der liturgische Stil, den Mons. Marini im Auftrag von Johannes Paul II. im Vatikan einführte,
nie behagt haben.
Als neuer Zeremonienmeister soll Mons. Francesco Camaldo, der gegenwärtige Stelllvertreter,
vorgesehen sein.
Mons. Camaldo war 15 Jahre lang Sekretär des damaligen Kardinalvikars für die Stadt
Rom, Ugo Kardinal Poletti († 1997). Der Monsignore scheint Kontakte zum römischen Adel zu pflegen. Im
Dezember 2002 organisierte er zusammen mit Marina Doria – Doria ist ein bekanntes römisches Adelsgeschlecht –
eine päpstliche Audienz für die 1945 abgesetzte italienische Königsfamilie.
Bekannt ist Mons. Camaldo
ferner mit dem italienischen Stilisten Gai Mattiolo und mit Personen aus dem Showbusiness.
Auch mit Benedikt
XVI. versteht sich der Monsignore gut. Der Papst soll ihn sogar anläßlich eines Geburtstages zuhause
angerufen und mit seiner alten Mutter Irma gesprochen haben, die ihrem Sohn den Haushalt führt.
Auch
für den Präfekt der Missionskongregation, Crescenzio Kardinal Sepe, scheint eine neue Aufgabe bestimmt
zu sein. Er soll der neue Präsident der vatikanischen Verwaltung – Governatorato della Città del Vaticano –
werden. Das Governatorato entspricht einem erweiterten Innenministerium. Dieses wichtige Amt hat gegenwärtig
der US-amerikanische Kurienkardinal Edmund Casimir Szoka (78) inne. Im Governatorato könnte Kardinal
Sepe sein bekanntes Organisations- und Administrationstalent umsetzen.
Damit wären Gerüchte dementiert,
wonach Kardinal Sepe die Erzdiözese Neapel übernehmen soll. Dieses Amt wäre stattdessen für Mons.
Agostino Vallini, den gegenwärtigen Präfekten des Obersten Gerichtes – der Signatura Apostolica –, bestimmt.
Neuer Präfekt der Missionskongregation würde dann der Erzbischof von Bombay, Ivan Kardinal Dias (69).
Diese Gerüchte sind mit Vorsicht zu genießen. Denn die vatikanischen Personalentscheidungen sind seit
der Ankunft des neuen Papstes schwerer zu erraten. Wie seit Jahren nicht mehr, hängen die Nominierungen
alleine vom Papst ab, der den Vatikan nach so vielen Jahren in- und auswendig kennt und deshalb nicht
auf viele Ohrenflüsterer angewiesen ist.
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Gotthard 19:49:05 | Samstag, 28. Oktober 2006
#3
spiritus 20:12:04 | Montag, 2. Januar 2006
#2
Anonymus 14:19:06 | Montag, 2. Januar 2006