Vatikan
Stühlerücken im Vatikan?
Gerüchte über Gerüchte. Papst Benedikt XVI. scheint weitere Personalentscheidungen vorzubereiten. In Rom werden bereits Namen herumgereicht.
(kreuz.net, Vatikan) In den acht Monaten seines Pontifikates hat Papst Benedikt XVI. bisher nur zwei wichtige Ernennungen vorgenommen: der neue Präfekt der Glaubenskongregation und der Sekretär – zweite Mann – in der Gottesdienstkongregation, der srilankische Erzbischof Albert Malcom Ranjith Patabendige Don.

Die Ernennung von Mons. Ranjith, der als erzkatholisch gilt und beste persönliche Beziehungen mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. unterhält, soll offenbar dem Dialog mit den Traditionalisten dienen.

In den ersten Monaten des neuen Jahres werden weitere Ernennungen erwartet. Das berichtete kürzlich das zur Berlusconi-Gruppe gehörende italienische Wochenmagazin ‘Panorama’.

Als Aufsteiger wird Mons. Angelo Comastri genannt. Er ist gegenwärtig Generalvikar des Papstes für den Vatikan und Präsident der ‘Fabbrica di S. Pietro’, welche die Peterskirche verwaltet.

Der Papst will Mons. Comastri angeblich zum neuen Präfekten der Kleruskongregation machen. Der gegenwärtige Amtsinhaber, Darío Kardinal Castrillón Hoyos, hat seine Demission aus Altersgründen schon vor anderthalb Jahren eingereicht.

Kardinal Castrillón würde sich als Präsident der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’ weiterhin um die Belange der Alten Messe kümmern.

Erzbischof Comastri kam erst im Februar 2005 nach Rom. Vorher war er neun Jahre lang der verantwortliche Erzbischof für die Wallfahrtskirche von Loreto. Loreto befindet sich rund 200 Kilometer nordöstlich von Rom an der Adriaküste. Dort wird das heilige Haus von Nazareth, in dem Jesus Christus aufwuchs, verehrt.

Mons. Comastri ist einer der wenigen Bischöfe, der eine eigene Homepage besitzt. Sein Auftritt im Internet soll von Freunden unterhalten werden.

Auf den gegenwärtigen Posten von Mons. Comastri könnte Benedikt XVI. den päpstlichen Zeremonienmeister, Erzbischof Piero Marini, ernennen.

Benedikt XVI. möchte Mons. Marini offenbar auswechseln. Dem gegenwärtigen Papst soll der liturgische Stil, den Mons. Marini im Auftrag von Johannes Paul II. im Vatikan einführte, nie behagt haben.

Als neuer Zeremonienmeister soll Mons. Francesco Camaldo, der gegenwärtige Stelllvertreter, vorgesehen sein.

Mons. Camaldo war 15 Jahre lang Sekretär des damaligen Kardinalvikars für die Stadt Rom, Ugo Kardinal Poletti († 1997). Der Monsignore scheint Kontakte zum römischen Adel zu pflegen. Im Dezember 2002 organisierte er zusammen mit Marina Doria – Doria ist ein bekanntes römisches Adelsgeschlecht – eine päpstliche Audienz für die 1945 abgesetzte italienische Königsfamilie.

Bekannt ist Mons. Camaldo ferner mit dem italienischen Stilisten Gai Mattiolo und mit Personen aus dem Showbusiness.

Auch mit Benedikt XVI. versteht sich der Monsignore gut. Der Papst soll ihn sogar anläßlich eines Geburtstages zuhause angerufen und mit seiner alten Mutter Irma gesprochen haben, die ihrem Sohn den Haushalt führt.

Auch für den Präfekt der Missionskongregation, Crescenzio Kardinal Sepe, scheint eine neue Aufgabe bestimmt zu sein. Er soll der neue Präsident der vatikanischen Verwaltung – Governatorato della Città del Vaticano – werden. Das Governatorato entspricht einem erweiterten Innenministerium. Dieses wichtige Amt hat gegenwärtig der US-amerikanische Kurienkardinal Edmund Casimir Szoka (78) inne. Im Governatorato könnte Kardinal Sepe sein bekanntes Organisations- und Administrationstalent umsetzen.

Damit wären Gerüchte dementiert, wonach Kardinal Sepe die Erzdiözese Neapel übernehmen soll. Dieses Amt wäre stattdessen für Mons. Agostino Vallini, den gegenwärtigen Präfekten des Obersten Gerichtes – der Signatura Apostolica –, bestimmt.

Neuer Präfekt der Missionskongregation würde dann der Erzbischof von Bombay, Ivan Kardinal Dias (69).

Diese Gerüchte sind mit Vorsicht zu genießen. Denn die vatikanischen Personalentscheidungen sind seit der Ankunft des neuen Papstes schwerer zu erraten. Wie seit Jahren nicht mehr, hängen die Nominierungen alleine vom Papst ab, der den Vatikan nach so vielen Jahren in- und auswendig kennt und deshalb nicht auf viele Ohrenflüsterer angewiesen ist.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Gotthard   19:49:05 | Samstag, 28. Oktober 2006
11 Monate später
Was ist denn nun – fast 11 Monate später – an all diesen Gerüchten wahr geworden?
Welche Wunschträume sind denn Wirklichkeit geworden – und welche waren Ergebnisse einer schlechten Verdauung?
Es wäre einfach mal Zeit für ein Resumee…
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#4   Stimme aus dem Tradiland   09:02:00 | Dienstag, 3. Januar 2006
@ „spiritus“
So ein Unsinn:
zB: Der Papst beschneidet die Rechte der Minoriten in Assisi, daraufhin ernannte er Sorrentino zum Erzbischof von Assisi und machte den gut katholischen Inder zum Nachfolger in der Sakramentenkongregation.
zB: Der Papst ernannte sehr schnell einen Nachfolger in Linz.
Bevor Sie mit „Unsinn“ usw. vom Leder ziehen, sollten Sie sich einmal die Fakten anschauen. Um die Fehlentscheidung bei Erzbischof Levada, einem Förderer des priesterlichen Kindesmißbrauchs, wettzumachen, müßte der Hl. Vater wahrscheinlich 100 führende Stellen im Vatikan neu und gut besetzen um das wettzumachen.
Diözesanbischof von Linz: Nach der Qualität fragen Sie überhaupt nicht? Ludwig Schwarz, eine schwache Figur, die sich sogleich mit der radikalen Modernisten-Homo-Clique seiner Diözese fraternisiert hat und entsprechende Personalentscheidungen (Generalvikar, Regens des Priesterseminares) getroffen hat. In Wirklichkeit eine Katastrophe. Daraus einen Pluspunkt für den Hl. Vater zu machen, bedarf es die Inhalation eines gehörigen Quantums an idelogischem Papalismus!
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#3   spiritus   20:12:04 | Montag, 2. Januar 2006
komische Brille
„Stimme aus dem Tradiland: Gerüchte
Also diese ganzen Postendiskussionen gibt es schon seit Beginn des Pontifikates von Papst Benedikt XVI. Tatsächlich tut sich aber überhaut nichts. Entscheidungen zu fällen, gehört offenkundig nicht zu den Stärken des gegenwärtigen Papstes. Bisher gibt es von ihm nur ein paar Ansprachen und Predigten.“
So ein Unsinn:
zB: Der Papst beschneidet die Rechte der Minoriten in Assisi, daraufhin ernannte er Sorrentino zum Erzbischof von Assisi und machte den gut katholischen Inder zum Nachfolger in der Sakramentenkongregation.
zB: Der Papst ernannte sehr schnell einen Nachfolger in Linz.
Dein Kommentar ist also wirklich nicht fundiert, sondern Fundi-fundiert.
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#2   Anonymus   14:19:06 | Montag, 2. Januar 2006
Gut Ding hat Weile
Seit 19. April 2005 wurden von Papst Benedikt XVI.
39 Angelus, 129 Ansprachen, 6 Apostolische Schreiben,
32 Audienzen, 4 päpstliche Botschaften, 26 Briefe und
20 Predigten veröffentlicht. Dabei ist diese kleine
Aufstellung bestimmt nicht vollständig.
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#1   Stimme aus dem Tradiland   11:18:04 | Montag, 2. Januar 2006
Gerüchte
Also diese ganzen Postendiskussionen gibt es schon seit Beginn des Pontifikates von Papst Benedikt XVI. Tatsächlich tut sich aber überhaut nichts. Entscheidungen zu fällen, gehört offenkundig nicht zu den Stärken des gegenwärtigen Papstes. Bisher gibt es von ihm nur ein paar Ansprachen und Predigten.
Scheinbar wird auch den Medien schon fad, was ich verstehen kann. Bei Papst JoPaII. wurden sie ja durch jede Menge „action“ verwöhnt…
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