USA
Unangebrachte Urlaubsbräuche
Was in klerikalen Kreisen seit Jahren unter der Hand erzählt wurde, hat ein katholischer Journalist Anfang Dezember publiziert.
(kreuz.net) Am 2. Dezember veröffentlichte der katholische Journalist Matt. C. Abbott auf dem Nachrichtenportal ‘MichNews.com’ einen Artikel über den Kardinalerzbischof von Washington, Theodore McCarrick.

Matt C. Abbott schreibt für verschiedene theologisch und politisch konservative Publikationen in den USA.

Mons. Theodore McCarrick war von 1986 bis 2000 Erzbischof von Newark im US-Bundesstaat New Jersey. Die Stadt Newark befindet sich 15 Kilomenter westlich von New York.

Im Jahr 2000 beförderte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Washington. Mit diesem Bischofssitz ist traditionell die Kardinalswürde verbunden.

Die Beförderung von Mons. Theodore McCarrick löste in weiten Teilen der US-Kirche Empörung aus.

Mons. McCarrick besitzt seit Jahren den Ruf eines Taktierers liberaler Stoßrichtung. Er gilt aber zugleich als guter Spendensammler, der auch beachtliche Geldbeträge nach Polen überwiesen haben soll.

Von vielen wurde das als Grund angegeben, warum er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt worden war.

In seinem Dezember-Artikel berichtet Abbott über merkwürdige Urlaubssitten des jetzigen Kardinals. Der Journalist bezieht sich dabei auf Zeugnisse eines Priesters namens James Haley.

Nach dessen Aussage soll der jetzige Kardinal und damalige Erzbischof Theodore McCarrick den Brauch gepflegt haben, Seminaristen in sein Strandhaus einzuladen, um dort mit ihnen im gleichen Bett zu übernachten. Dabei sei es allerdings nie zu Übergriffen gekommen.

Hw. Haley nannte als Zeugen einen engen Studienfreund und Ex-Priester der Diözese Metuchen, der inzwischen als Rechtsanwalt tätig ist.

Die Stadt Metuchen befindet sich im US-Bundesstaat New Jersey, 35 Kilometer südwestlich von New York.

Der Ex-Priester wurde laisiert, als er nur sechs Monate nach seiner Weihe eine geschiedene katholische Lehrerin schwängerte. Die Laisierung wurde von Mons. McCarrick vorangebracht, obwohl der gefallene Priester zögerte, sein Amt aufzugeben.

Die Beziehung des Ex-Priesters zu einer Frau war in der Diözese ein Schock. Offenbar gingen manche davon aus, daß er homosexuelle Tendenzen besitze.

Der Kardinal habe dem Ex-Priester nach seiner Laisierung auch die juristische Ausbildung bezahlt, „offenbar um ihn über gewisse Briefe und Ereignisse der Vergangenheit zum Schweigen zu bringen“, wie Abbot schreibt.

Der Ex-Priester sei als Seminarist ins Strandhaus von Mons. McCarrick – der damals Erzbischof von Newark war – zu einem Seminaristentreffen eingeladen worden.

Nach seiner Ankunft habe er allerdings festgestellt, der einzige anwesende Seminarist zu sein. Im Haus gab es zum Übernachten auch nur ein einziges Doppelbett.

Nachdem der Seminarist – offensichtlich unter falschen Vorspielungen – ins Strandhaus eingeladen worden war, bot ihm der Erzbischof an, mit ihm das Bett zu teilen.

Der Seminarist erklärte sich einverstanden. Es sei während der Nacht zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Der gleiche Seminarist habe fast wöchentlich handgeschriebene Briefe von Mons. McCarrick erhalten. Darin habe der Erzbischof von seiner Vorfreude gesprochen, den Seminaristen eines Tages in die Höhen der bischöflichen Herrlichkeit zu erheben.

Der Erzbischof lud den Seminarist auch regelmäßig zum Frühstück ein.

Später habe sich der Seminarist mit anderen Priestern über Mons. McCarrick und seinen Umgang mit Untergebenen ausgetauscht. Dabei habe er festgestellt, daß der Erzbischof für die Praktiken, die er selber erlebte, bekannt gewesen sei.

Zwei weitere Priester hätten von ähnlichen Einladungen ins Strandhaus des Erzbischofs erzählt. Sie wußten auch von zwei Seminaristen – inzwischen Priestern- denen ähnliches geschah.

Die Erzdiözese Washington hat die Darstellungen dementiert.
      
12 Lesermeinungen
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#14   Rudolphus   15:54:34 | Donnerstag, 5. Januar 2006
@Rocky: Feldkirch gegen St. Pölten …
Der Wechsel des Bischofs von Feldkirch nach St. Pölten ist kein wünschenswerter Wechsel gewesen:
Das Bistum St. Pölten war am Ende von Bischof Krenns Amtszeit ein blutendes Schlachtfeld – es brauchte eines tapferen Aufräumers, der die Ordnung nach Bischof Krenns Rücktritt wiederherstellte:
Warum eine friedliche Diözese gegen eine Bürgerkriegsdiözese eintauschen?
Die einfache Antwort ist wohl, daß niemand als ein papstergebener Opus-Dei-Bischof bereit war, die Krenn-Nachfolge anzutreten.
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#13   turk   14:05:27 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Völliger Unsinn
Lieber Rocky!
Dieser Dein Verdacht ist bereits seit Monaten vollständig entkräftet. Der Päpstliche Visitator hat in St. Pölten hunderte Gespräche geführt und alle notwendigen Ermittlungen durchgeführt. Leider mußte er dabei wohl alles das leidvoll zur Kenntnis nehmen, was wir jetzt u. a. in den staatlichen Urteilen (1. Instanz) zu den beiden ehemaligen Vorstehern lesen müssen. Niemals hatte der Visitator im entferntesten daran gedacht, Visitator oder gar neuer Bischof von St. Pölten zu werden. Er nahm es nur an, weil es der Papst so wollte. Üblichkeiten bei Diözesanvisitationen gibt es nicht, da so etwas nur ganz selten notwendig ist und BIschöfe angehalten werden, ihre Hausaufgaben selbst zu lösen. Wenn aber Uneinsichtigkeit und ein gewisser Krankheitsgrad dies nicht mehr zulassen, gibt es u. a. die Möglichkeit einer Visitation. Von „heiligen Leichen“ kann keine Rede sein, da der Visitator und Bischof mit größter Behutsamkeit in ALLEN Fällen vorgeht. Es wird Zeit, die Lügenkampagnen und -gebäude der bekannten Zeitschriften und Grüppchen als solche zu erkennen.
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#12   Rocky   13:18:53 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Kolportiert Mutmaßungen und bedenkliche Indizien gegen einen hochrangigen Kleriker
Ich werde den Verdacht einfach nicht los (Achtung, nur privater Verdacht… nichts weiteres!), dass das Opus Dei „nàher bei Wien“ sein wollte! Ist es absolut üblich, dass ein Visitator auch Nachfolger wird? Näher bei Wien heisst mehr Öffentlichkeit! Und wenn’s sein muss, über „heilge Leichen“
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#10   Jörg Guttenberger, Köln   00:03:08 | Mittwoch, 4. Januar 2006
„Kardinalerzbischof“ von Washington
Seit wann ist Washington Kardinalerzbistum? Machen Sie sich wieder durch Vergabe selbst geschaffener Titel lächerlich?
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#9   Irenäus   21:17:26 | Dienstag, 3. Januar 2006
Rechtschreibfehler
Es sollte natürlich heißen: Sie mögen zwar Recht haben, was die katastrophalen Verhältnisse in St. Pölten angeht… Im übrigen scheint unser werter Mitdiskutant Gotthard wieder einen Ausbruch von Intelligenz zu verzeichnen…
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#8   Gotthard   21:11:33 | Dienstag, 3. Januar 2006
@Irenäus
Was Seine Exzellenz getan haben, war aber eine Lappalie gegen das, was so manche Kurienkardinäle einschließlich ihres obersten Dienstherrn getan haben.
bitte mal Butter bei die Fische…
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#7   Irenäus   21:05:03 | Dienstag, 3. Januar 2006
@turk
Was Seine Exzellenz getan haben, war aber eine Lappalie gegen das, was so manche Kurienkardinäle einschließlich ihres obersten Dienstherrn getan haben. Sie mögen zwar Recht haben, was die katastrophalen St. pölten angeht. Aber die Gregoriana unter der Aufsicht des ach so glaubenstreuen Johannes Paul II war und ist ebenfalls nicht eine Säule und Grundfeste der Wahrheit.
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#6   Petrus Radii   20:52:42 | Dienstag, 3. Januar 2006
@ Gotthard
Konjunktiv kommt in der englischen Sprache äußerst selten vor. Dennoch will es im vorhandenen Bericht indirekte Zitaten aufzeigen, wie auch, daß die Behauptungen noch vor keinem Gericht festgestellt worden sind. Sonst wäre des Artikels Verfasser eventuell für Rufmord haftig, wenn sich das Gegenteil herausstellen würde. Freilich erwartet der Verfasser dies nicht, aber es gibt gewisse journalistischen Vorschriften, denen man folgen muß. Also, nicht so schnell attackieren!
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#5   turk   19:16:50 | Dienstag, 3. Januar 2006
Sinnlose Vergleich des Elendesten Sünders …
Naja, Elendester Sünder, Sie scheinen ja weder vom Fall St. Pölten noch vom obigen Fall nur die entfernteste Ahnung zu haben. Aber es ist ja nichts Neues, daß sich hier im Forum auch ab und zu Diskutanten blicken lassen, die gerne Fakten verdrehen und Ebenen illegitim durcheinandermischen.
Bringen Sie nur einen einzigen Beweis einer ernsthaften und ungerechten Medienkampagne gegen Bischof Kurt Krenn. Dummerweise waren die Fotos der von ihm eingesetzten Regenten Küchl und Rothe echt. Das belegen nicht nur die Aussagen des Bischofs selbst, sondern z. B. auch die Aussagen des Photographs bzw. das Urteil einer staatlichen Richterin in 1. Instanz, da Küchl und Rothe zunächst in allen Punkten verloren haben und sich dies auch kaum mehr ändern wird, da die Fakten zu dicht sind, die gegen die Ex-Regenten sprechen. Warum hat Bischof Krenn also damals von „Bubendummheiten“ und „Weihnachtsküssen“ gesprochen und damit den Eindruck erweckt, daß er sich offenbar homosexuell verhaltende Kleriker decke?
Die Wahrheit ist manchmal unangenehm, aber wir müssen ihr ins Auge schauen, auch Elendester Sünder, Bischof Krenn usw.
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#4   Gotthard   19:01:57 | Dienstag, 3. Januar 2006
Konjunktiv
Diese Artikel, in denen hauptsächlich der Konjunktiv vorkommt, dienen bestimmt nicht der Wahrheitsfindung.
Sie werden nach dem Motto geschrieben und übersetzt: es wird schon was kleben bleiben!
Es bleibt bestimmt was am Autoren und an der veröffentlichenden Redaktion kleben… die Verrauenswürdigkeit wird dadurch nicht gesteigert.
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#3   Elendester Sünder   16:29:00 | Dienstag, 3. Januar 2006
Kolportiert Mutmaßungen und bedenkliche Indizien gegen einen hochrangigen Kleriker
Etwas anderes war die Medienkampagne gegen den ehrwürdigen Bischof Krenn ja auch nicht. Allerdings mit der Ausnahme, daß man nichts gegen Bischof Krenn finden konnte. Eine so weiße Weste hat er. Aber man hat ihn schließlich doch absägen können, indem man sich sagte: „Gut, Bischof Krenn lebt heiligmäßig, aber vielleicht finden wir ja wenigstens ein paar anstößige Fotos auf den Festplatten des Priesterseminars. Wenn nicht, sorgen wir dafür, daß man welche findet.“ Gesagt, getan. Eine großangelegte Medienkampagne, die alle Zweifel im Keim ersticken sollte, wurde geschaltet. Maulwürfe lieferten noch ein paar schockierende Fotos mit Seminaristen dazu. Fertig.
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#2   diakonos   14:26:11 | Dienstag, 3. Januar 2006
Zustimmung
Bravo, Thomas A. Höck, ich stimme Ihnen voll zu!
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Es wurden 2 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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