Protestantismus
Eine interessante Beobachtung
Kürzlich veröffentlichte das ‘Evangelische Sonntagsblatt für Bayern’ einen bemerkenswerten Katechismusartikel zur christlichen Erlösungslehre.
(kreuz.net) In der Rubrik ‘Katechismus 2000’ äußerte sich Tilmann Haberer (50) in der zehnten Folge zum Thema „Erlösung – Befreit von der Angst“.

Das ‘Evangelisches Sonntagsblatt für Bayern’ wird in München publiziert. Tilmann Haberer ist ein ordinierter evangelischer Pfarrer, der inzwischen in der freiberuflichen Seelsorge, sowie als Übersetzer und Autor arbeitet.

Im Neuen Testament könne man – so Haberer – eine interessante Beobachtung machen: Im Mund Jesu kommt das Wort „Erlösung“ nicht vor – außer an der Stelle im Vaterunser „Erlöse uns von dem Bösen“.

Es entspreche ganz der Botschaft Jesu, daß er dort das Böse „hier und jetzt“ meine.

Für Jesus stehe natürlich fest, daß es ein Leben nach dem Tod gebe und daß Leid und Schmerzen dort geheilt sein würden. Aber er lege auf diesen Teil des Glaubens keinen großen Wert.

Vielmehr werde seine Botschaft in den Evangelien mit den Worten zusammengefaßt: „Das Reich Gottes ist in unmittelbare Nähe gerückt. Also kehrt um, ändert eure Einstellung, verlaßt euch auf diese gute Nachricht.“

Jesus habe keinen Erlösungsglauben gelehrt nach dem Motto: „Seid hier brav, anständig und unauffällig, dann werdet ihr im Himmel belohnt.“

Das Jenseits stehe für Jesus im Hintergrund.

Es sei zwar gut, sich darauf verlassen zu können, „daß mein Leben nicht durch den Tod ausgelöscht wird, daß nichts vergeblich ist, was ich hier in diesem Leben tue und leide“.

Aber worauf es Jesus viel mehr ankomme, sei die Erlösung von Ängsten und Zwängen, von Ausgrenzung und Egozentrik: „In diesem Leben!“ – so Haderer.

Wer sich Gott anvertraue, werde von der Sorge um sich selber erlöst:

„Er wird erlöst von dem Zwang, sich ständig abzusichern und seinem Leben selbst einen Sinn geben zu müssen.“

„Er wird erlöst von dem Kreisen um sich selbst, der Angst, zu kurz zu kommen oder das Leben zu verfehlen.“
      
8 Lesermeinungen
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#8   Brandenburgis   10:45:10 | Donnerstag, 5. Januar 2006
Der katholische Glaube
Er nahm alles wohl in acht
in der letzten Stunde.
Seine Mutter noch bedacht,
setzt ihr ein’ Vormunde.
O Mensch, mache Richtigkeit,
Gott und Menschen liebe!
Stirb darauf ohn alles Leid,
und dich nicht betrübe!
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#7   Uwe Schmidt   09:14:30 | Donnerstag, 5. Januar 2006
haberer
Dieser Hr. Haberer hat aber das Christentum nicht richtig verstanden! Man braucht sich doch die Bergpredigt vor Augen zu halten, um zu merken, dass es bei unserem Glauben um gute Taten geht. An anderer Stelle spricht Jesus von einem „Schatz im Himmel“, den man auf Erden anhäufen soll. Egoisten wird dagegen mit der ewigen Verdammnis gedroht.
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#6   Agiafortuni   23:18:38 | Dienstag, 3. Januar 2006
Romolus
Bitte erklären Sie mir, wie Sie dazukommen jeden Rechtläubigen als einen Protestanten zu bezeichnen. Wie steht es dann mit den aus der Reform hervorgegangenen Protestanten. Sind Sie etwa Katholiken geworden?
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#5   Romulus   20:39:33 | Dienstag, 3. Januar 2006
@Marcel
Gutes Neues Jahr Ihnen, Marcel!
Genauso ist es mit den Protestanten wie Sie schrieben. Laien, nichts als Laien.
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#4   Agiafortuni   20:33:53 | Dienstag, 3. Januar 2006
Gotthard
haben Sie schon etwas vom ersten Gebot gehört, dass man den einen Gott lieben soll oder sind auch Sie dem Assisi Schwachsinn Jopa II verfallen
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#3   Gotthard   19:30:49 | Dienstag, 3. Januar 2006
hi Carlo
doch genügt es nicht, um vor dem ewigen Richter bestehen zu können
Was muss denn noch zusätzlich getan werden?
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#2   Marcel   18:11:26 | Dienstag, 3. Januar 2006
Ordinär oder ordiniert?
Gibt es „ordinierte evangelische Pfarrer“? Ich glaube nicht.
Sicher, so nennen sich protestantische Pfarrer. Aber es ist keine Ordination im ursprünglichen katholischen Wortsinn, auch wenn man uns seit V.II weismachen will – und die Protestanten nehmen die irrige Hand gerne an –, daß auch die „getrennten Brüder“ „Amtskollegen“ unserer katholischen Pfarrer und Bischöfe seien, usw.
Doch das sind sie nicht. Ein evangelischer Pfarrer ist einfach ein Gemeindevorsteher. Ein ganz ordinärer Laie, aber kein ordinierter. :-) Dito für den protestantischen „Bischof“. Auch er: Laie.
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#1   Agiafortuni   17:31:08 | Dienstag, 3. Januar 2006
zur Diesseitigkeit des Evangelkiums
Natürlich soll man in dieser Welt ein gottesfürchtiges Leben führen. Es bedeutet die Pflege von Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe für Recht und Gerechtigkeit, doch genügt es nicht, um vor dem ewigen Richter bestehen zu können und daher haben wir uns stets vor Augen zu halten, dass wir eines Tages vor dem ewigen Richter stehen werden.
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